Swami Omkarananda

Gedanken zum Tag

April 2020

Kalender Jan2000



1. Tag

Im Gegensatz zur Ruhelosigkeit des normalen Menschen, ist der Mensch der Weisheit ein Meer innerer Gelassenheit, inneren Friedens und innerer Ruhe.

Bitte ihn, in einer bestimmten Körperhaltung ruhig zu sitzen, und zwar Tage, Wochen, Monate oder auch Jahre – er ist dazu fähig!

Stille durchdringt jeden Teil seiner inneren Struktur, und still zu sitzen wäre für ihn eine wunderbare Gelegenheit, in die Freuden, das Licht und die Schönheit der grenzenlosen göttlichen Wirklichkeit einzutauchen.



2. Tag

Die göttliche Wirklichkeit kann vom Menschen des Glaubens, der Hingabe, der Gottesliebe entdeckt werden.

Nachdem der Mensch Gott gefunden hat, erscheint ihm die ganze Welt als von der Gegenwart Gottes erfüllt. Er ist überall zu Hause, in allen Umständen und Situationen.

In welchem Teil der Welt er sich auch aufhalten mag, wie groß Lärm und Unruhe in seiner Umgebung auch sein mögen – er lebt in der Ruhe einer beständigen Erfahrung des Göttlichen.

3. Tag

Tausende von Gelehrten rund um die Welt zerbrechen sich die Köpfe, lesen ein Buch nach dem anderen und bleiben doch weit von wahrer Erkenntnis entfernt.

Sie bleiben auf ihren Problemen sitzen, auch wenn sie Hunderte von Fragen gelöst haben. Ihr Leben ist nicht gesegnet; weder haben sie wahren Frieden gefunden noch wahre Stärke.

Der Gottliebende aber weiß: „Du, o Herr, bist unendliche Erkenntnis. Du bist jetzt bei mir. Ich bin unzertrennlich von Dir. Du begleitest mich, wohin immer ich gehe, und das sogar noch nach dem Tod. Du bist immer bei mir, und weil Du bei mir bist, ist unendliche Erkenntnis bei mir.“

4. Tag

Der Gottliebende sagt: „Kein Problem kann entstehen, das Du, oh Gott, nicht lösen kannst. Kein Schmerz, keine Schwierigkeit kann mich unterkriegen, denn Deine Gegenwart ist die Fülle der Freude. Keine negative Kraft, so groß und destruktiv sie auch sein mag, kann mich berühren, denn Deine Gegenwart ist Allmacht. Du bist die Fülle der Kraft. Neben Dir sind alle anderen Kräfte nichts.

5. Tag

Nimm als erstes Gott in dein Leben auf, der die wahre Quelle aller Macht und allen Friedens ist, dann wird dein Leben eine Freude, ein Kunstwerk werden; es wird voller Frieden und Licht sein und gesegnet, großartig und vollkommen werden.

6. Tag

Wirklicher als diese solide Welt der Materie ist das Königreich des Göttlichen in uns und überall.

Alles um uns her, über und in uns setzt sich aus dem grenzenlosen, unendlichen Licht der unbegrenzbaren Schönheit, Liebe, Gnade und Wahrheit zusammen.


7. Tag

Die Situation des Menschen ist die eines Träumenden. Wir träumen alle, und der Traum wird ermöglicht durch die extrem starke Begrenztheit unserer Wahrnehmungsfähigkeit. Wir sind von den Kräften dieser sinnlich-materiellen Erfahrung hypnotisiert.

Wo befindet sich diese Welt der Begrenzungen und des Unglücks? – Sie befindet sich im strahlenden Licht des göttlichen Bewusstseins.

Wir müssen unser Bewusstsein ändern, unsere Einstellung korrigieren, wir müssen zur Wirklichkeit des strahlenden Lichts, das uns umgibt, erwachen.

8. Tag

Die göttliche Wirklichkeit ist immer da.

Unsere Welt der Begrenzungen ist nur eine Projektion in dieser Welt des Lichts.

Diese begrenzte Welt ist unsere Schöpfung, und es liegt keine Unentrinnbarkeit in ihr. Wir können aus diesem Traum der Begrenzungen erwachen und der Erfahrung einer Welt des Leidens und der Vergänglichkeit entrinnen.

Jene, die aus diesem Traum erwacht sind und das strahlende Licht des Königreichs des Himmels erfahren, werden „Weise“ genannt.

9. Tag 

Die Wahrheit ist, dass der Mensch verwurzelt ist in Gott, und Gott verwurzelt ist im Menschen.

Der Mensch kann keine Erfahrung Gottes haben, außer er sei in Gott, und Gott kann sich in der Welt nicht zum Ausdruck bringen, außer durch den Menschen.

Beide sind voneinander abhängig und ineinander verwoben, miteinander verbunden. Es sind die zwei Seiten ein und derselben Münze.

Gleicherweise verhält es sich mit dem Leben: Das Leben ist verwurzelt in Gott, und Gott ist verwurzelt im Leben.

Desgleichen die Welt: Die Welt ist verwurzelt in Gott, und Gott ist verwurzelt in der Welt. Dies zu erkennen, dazu sind wir geboren.

10. Tag

Selbsterkenntnis, Selbsterfahrung und Selbst-verwirklichung stellen das höchste Ziel und die Erfüllung des menschlichen Lebens dar. Der innere Drang des Menschen, sich selbst zu erkennen, über das, was er gegenwärtig ist, hinauszuwachsen, der Hunger nach dem Wahren, das die vielen, in allen Formen des empirischen Lebens einbezogenen Gegensätze aufhebt – dies sind wesentliche Funktionen, verursacht und bestimmt durch den Genius der Evolution, der dem Plan der menschlichen Existenz innewohnt.

Selbsterkenntnis ist das Ziel der Evolution des Bewusstseins im Menschen. Selbsterkenntnis war von jeher das höchste, allumfassendste Ziel allen Strebens, Denkens und Tuns des Menschen.

11. Tag

Jede unserer kleinen Handlungen ist ein Ziegelstein, und niemand kann ihn uns stehlen.

Die Gesetze Gottes sind so vollkommen, dass du nicht der Ergebnisse deiner Aktivitäten beraubt werden kannst.

Tue also so viel Gutes wie möglich, und deine Schätze im Himmel und auf Erden werden vervielfacht werden.

Es mag zu Verzögerungen kommen, sodass du ein wenig auf die Ergebnisse deiner Bemühungen warten musst; aber sei deshalb nicht ungeduldig und kleinlich, mache weiter und arbeite, und ganz plötzlich wirst du eines Tages als großer Riese aufwachen.


12. Tag

Lass jeden Halt fahren und halte dich nur am Göttlichen fest. Nichts als das Göttliche soll es für dich geben.

Tue nichts, ohne zuerst mit dem Göttlichen in deinem Herzen zu sprechen.

Schaue niemanden an, ohne zuerst das Göttliche in der betreffenden Person zu sehen.

13. Tag

Gott hat den Menschen mit seiner eigenen Kraft ausgestattet. Er hat ihn aus seiner eigenen Substanz und seinem eigenen Wesen geformt.

Gottes Bewusstsein ist allgegenwärtig; alles existiert in seinem Bewusstsein, besteht aus seinem Bewusstsein, und außerhalb desselben existiert nichts.


14. Tag

Das ganze Problem der menschlichen Existenz besteht in seinen Begrenzungen. Aber diese Begrenzungen sind rein funktionell, ohne Wirklichkeit zu besitzen. Sie existieren nur solange das menschliche Individuum sich weigert, in Selbstverwirklichung und Liebe zu wachsen.

Durch Beständigkeit und Selbstdisziplin erreicht der Mensch eine Stufe, die ihm schnellen geistigen Fortschritt und göttliche Verwirklichung ermöglicht.

15. Tag

Mitten im Stress und Gewühl des Lebens, ziehe dich ab und zu für eine kurze Zeit von all den ablenkenden Aktivitäten zurück und versuche deinen Blick nach innen zu richten.

Yoga ist reines Verstehen. Es ist eine gedankliche Bewegung hin zum göttlichen Sein, zum Erleben des göttlichen Lebens, das frei ist von Düsternis und Traurigkeit, von Verdrängung und Melancholie.

16. Tag

Denke immer über die Worte der Heiligen und Weisen, der Philosophen und Dichter nach und lass dein Gemüt so ruhig wie möglich sein, selbst dann, wenn du äußerlich springst und tanzt und lachst.

Lebe ein doppeltes Leben: ein friedliches inneres Leben und das äußere Leben eines Menschen der Welt.

Aus der Ferne verfolge die hohle und pompöse Schau der Welt ohne Anhänglichkeit an ihr flüchtiges Glück oder ihre irreführenden Objekte.

Fahre mit deinen alltäglichen Aktivitäten fort, ohne auch nur ein Senfkorn Glauben an diese Welt zu hegen.

17. Tag

Sei ruhig und sorge dich nicht, auch nicht unter Wellen von Depressionen.

Strahle nicht vor Freude, auch nicht wegen des intensivsten weltlichen Vergnügens.

Praktiziere Gleichmut allem gegenüber und ruhe stets in der Freude des Gedankens ans Göttliche, das ewige Freude ist.


18. Tag

Setze dich an einen Platz, verbleibe mit ruhigem Gemüt im Zentrum deines Bewusstseins; fühle einfach die Gegenwart Gottes rings um dich her.

Dadurch, und indem du ein weises Leben führst, wirst du dich über die ärgerlichen Wechselfälle des Lebens erheben.

19. Tag

Denke nur Gutes, tue Gutes und sei gut, und du wirst das vollkommene Gute ernten.

Alles ist gut. Meditiere über das Gute, über nichts anderes. Im Lauf der Zeit wirst du mit der höchsten Seligkeit gekrönt werden, die das vollkommene und immerwährende Gute ist.

20. Tag

Durch Verstehen und aufrichtiges Beten wirst du die animalischen Tendenzen und menschlichen Eigenschaften zerstören, dann werden alle göttlichen Tugenden dein Eigen sein, und du wirst ein sorgenfreies und von Frieden erfülltes Leben im Unsterblichen führen.


21. Tag

Setze nie dein Vertrauen in den Fluss des Lebens, sondern verstehe die Wahrheit des Seins, des einen homogenen Lebens, indem du tief über die philosophischen und metaphysischen Wahrheiten, die du von den Weisen und Heiligen vernommen hast, meditierst.

22. Tag

Sei ein bloßer Zeuge von Ebbe und Flut des Lebens: Das ist der sicherste Weg zu unaufhörlichem Frieden unter allen Umständen und zu jeder Zeit.

Wenn du die eine Wirklichkeit siehst und das eine Leben erkennst, das Gott oder die Wahrheit ist, dann wirst du an nichts Mangel leiden, kein Hindernis wird sich dir in den Weg stellen, und keine schweren Sorgen werden dich überfallen.


23. Tag

Wahrheit ist Stille.

Die Wahrheit kann nicht ausgedrückt werden. Ausdruck ist Veränderung.

Und alles Veränderliche ist in sich selbst Unwahrheit.

24. Tag

Neben der Wahrheit existiert nichts und kann nichts sein.

Die Wahrheit als unsterbliche Essenz existiert als eins mit allem.

Die Wahrheit ist unvergänglich. Aus ihr geht alles hervor. In ihr existieren alle Dinge. In sie kehrt alles wieder zurück.

25. Tag

Die Wahrheit ist die unvergängliche Heimat aller Wesen.

Die Wahrheit ist ein Ozean ungetrübter Seligkeit. Ein kleiner Teil dieser Wahrheit erhält das ganze Universum.

Wahrheit ist Leben und Sein. Unwahrheit ist Zerfall und Tod.

Universale Liebe ist Wahrheit. Barrieren zwischen einem Ding und einem anderen: Das ist Unwahrheit.

Das Wirkliche ist die Wahrheit der Wahrheiten. Das ist es, was existiert, triumphiert und herrscht.

26. Tag

Alle, von Brahma angefangen bis hinunter zum Grashalm, sind auf der Suche nach der einen Wahrheit – die einen unbewusst, die anderen bewusst; sie unterscheiden sich nur durch den Grad der Bewusstheit, dem Ausmaß der mentalen Reinheit und der Subtilität ihres Zustands.

27. Tag

Jeder Akt des Lebens ist ein Schritt näher zur Wahrheit hin, denn die Wahrheit ist die freudige Wohnstätte aller Wesen. In sie gehen alle ein und finden in ihr vollkommene Erfüllung und höchsten Frieden.

28. Tag

Im Tempel deines Herzens wohnt Gott, der die Quelle des Lebens, der Weisheit und der Freude ist.

Ruhe zu finden in Gott ist deine höchste Bestimmung.

Beschleunige von dieser Stunde an deine Bewegung auf Gott zu und lass deine Seele in Ihm weilen und unendlichen Reichtum, vollkommene Gesundheit, absoluten Frieden und höchste Freude finden.

29. Tag

Füttere dein Gemüt mit Gedanken an Gott, dein Herz mit Reinheit und beschäftige deine Hände mit Dienen.

Das ist der Weg, die Unwissenheit und alle anderen Übel des Lebens zu zerstören.

Überwinde das niedere Selbst und praktiziere die geistigen Wahrheiten, denn dadurch wirst du erleuchtet und befähigt werden, deinerseits die Welt zu erleuchten.


30. Tag

Wo immer du auch sein magst, erinnere dich daran, dass die alles durchdringende Gottheit dich von allen Seiten umgibt, dass sie der Mittelpunkt deines Herzens ist, dass sie dein Zuhause erfüllt und alles sieht, was du tust.




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April 2020

Monatliche Zeitschrift, Jahrgang 45, Nr. 520

Herausgeber:

Omkarananda Ashram

Anton-Graff-Strasse 41

CH-8400 Winterthur


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