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ZWEIMONATLICH

Jahr 57

OFFIZIELLES ORGAN DES
DIVINE LIGHT ZENTRUMS
8400 WINTERTHUR SCHWEIZ


Januar/Februar/März 2026

  

INHALT

Texte aus Ansprachen und Gesprächen von

 


Sprich zu deinem Herzen

Sprich zu deinem Herzen immer wieder:

„Ich bin ein Licht Gottes, erschaffen vom Lichte Gottes und aus dem Lichte Gottes. Ich bin das Eine ohne ein Zweites. Ich bin in allen, und alle sind in mir. Ich bin der Raum in allen, und aller Raum ist in mir. Ich bin ohne Form und Zeit, ich bin ewig, ich bin vollkommen. Darum erfüllt sich, was ich mir wünsche, jedoch habe ich keine Wünsche und darum auch keine Probleme. Durch die Gnade Gottes bin ich rein. Gott ist mein Leben; Gott ist meine Stärke; Gott ist mein Name; Gott ist mein Herz; Gott ist meine Gestalt.“

Swami Omkarananda

Ein neues Jahr der Freude

Ein neues Jahr göttlichen Lebens, höchster Freude, ewiger Einheit und vollkommener Harmonie liegt vor uns: Lasse jeden Tag dieses neuen Jahres erfüllt sein von einer neuen Botschaft, der Botschaft der Liebe, der Botschaft des Dienens, der Botschaft der Weisheit.

Heute ist der vorzüglichste Tag, der glückverheißendste Tag, der beste Tag, um ein geistiges Leben zu beginnen, für eine neue Geburt, um einzutreten in den natürlichen Prozess des rechten, seelischen Verlangens, Gott zu verwirklichen.

Fühle die erhaltende Gnade Gottes und Seine Gegenwart! Gott wird dem Herzen offenbar, das sich intensiv nach Ihm sehnt, dem Herzen, das ganz erfüllt ist von Liebe zu Ihm.

Richte deinen Blick nach innen und du wirst finden, dass der Herr in dir ist. Schau nach innen und lebe ein innerliches Leben, um dich selbst mit der Liebe Gottes in Einklang zu bringen.

Geistiges Leben ist ein Leben der Fülle und Vollkommenheit. Lebe von jetzt an solch ein Leben und verströme Frieden und Segen rings um dich herum.

Fürchte nichts und wünsche nichts anderes, als das Bewusstsein Gottes zu erlangen, in dem du schon verwurzelt bist und das die unsichtbare Quelle aller Kraft ist.

Übe Unterscheidung mit durchdringender Intelligenz. Verbrenne die Neigung, dich ans Ego zu klammern, werde ein Heiliger noch in diesem Jahr!

Wache schnell auf! Freue dich in Gott! Verschwende nicht diesen Tag und dieses Jahr! Sammle die Strahlen deines Geistes; übe dich in einhelliger Konzentration, um die Unermesslichkeit des Segens zu erfahren, der jenseits aller Sorgen liegt.


Die Göttliche Mutter

Das dynamische unendliche Bewusstsein

Ohne die Gnade Gottes kannst du keinen Fortschritt auf dem geistigen Pfad machen. Hier bedeutet Gott „Sein, Existenz“. Gott in diesem Sinne ist ein so unvorstellbares, absolutes, unendliches Sein, dass Er nicht auf das reagiert, was mit dir geschieht. Er macht sich keine Sorgen um dich. Er ist eine unendliche Existenz, unvorstellbar, vollkommen und völlig gleichgültig gegenüber der Existenz von Welten, die aus Seinem unendlichen Sein hervorgegangen sind. Nur das dynamische unendliche Bewusstsein – die Göttliche Mutter – kann dir Gnade gewähren.

Angenommen du träumst: Im Traum siehst du ein Schlachtfeld. Hunderte von Häusern werden bombardiert und in die Luft gesprengt. Millionen von Leuten werden umgebracht. – Wie wirkt sich das auf dich aus? Du stehst der Situation gleichgültig gegenüber. Du bist nicht davon betroffen, weil du weißt, es ist nur ein Traum. Es ist alles unwirklich, niemand stirbt, schon gar nicht du selbst.

Für Gott als unendliche Existenz sind wir alle unwirklich. Wenn du Gott berichtest, dass dein Bruder leidet, dann wirst du keine Antwort bekommen. Er wird nicht antworten und reagieren.

Warum? – Weil Er weiß, dass alles unwirklich ist, dass alles nur ein großer Traum ist. Leben und Leiden deines Bruders waren nicht wirklich vor einer Million Jahren und werden eine Million Jahre später ebenso wenig wirklich sein.

Gott ist nicht berührt, Er ist von nichts betroffen. Jahrmilliarden sind für Ihn nicht einmal ein Sekundenbruchteil. Doch im unendlichen Sein Gottes wohnt die Göttliche Mutter, die das dynamische unendliche Bewusstsein ist. Sie ist allbarmherzig, Sie spürt und empfindet alles. Sie weiß, was mit deinem Bruder geschieht, und Sie kann verstehen, dass dein Bruder leidet, und schnell kommt Sie zu seiner Rettung. Das ist die Göttliche Mutter.

Jene Intelligenz in Gott, die eine unendliche Liebe in sich beherbergt und für jedes Geschöpf sorgt, nennen wir Göttliche Mutter.

Gott antwortet nicht. Doch wenn du dich an Gott als Mutter, als Liebe oder Licht, als Gnade oder Frieden wendest, dann wirst du eine Antwort erhalten.

Wenn du der unendlichen Existenz eine Eigenschaft zuordnest und dich an diese wendest oder diese verehrst, dann findest du diese Eigenschaft in der Göttlichen Mutter.

Alle Eigenschaften sind in der Göttlichen Mutter. Sie sind die Göttliche Mutter. Jede Form von Intelligenz ist die Göttliche Mutter.

Jede Form von Frieden, wo immer du sie antriffst, ist die Göttliche Mutter. Jede Form von Macht, begrenzt oder unbegrenzt, ist die Göttliche Mutter. Alle Eigenschaften in der unendlichen Vollkommenheit, in ununterbrochener, ewiger Einheit mit dem Unendlichen, gegenwärtig in all den verschiedenen Seins, das ist die Göttliche Mutter.

Gott in Wirksamkeit, Gott in Liebe zu Seiner Schöpfung – das ist die Göttliche Mutter.

Gott als Erlöser und Retter der Menschheit – das ist die Göttliche Mutter.

Gott als der Erhalter aller Geschöpfe – das ist die Göttliche Mutter.

Gott als der Befreier der Seele des Menschen zur höchsten Erfahrung und Verwirklichung – das ist die Göttliche Mutter.

Doch diese Göttliche Mutter ist keine Frau, wie du jetzt vielleicht denkst. Und doch ist Sie zu allen Frauen und allen Männern geworden.

Ohne Sie gibt es kein Leben, keine Intelligenz, keine Aktivität, keine Macht, keine Schönheit, keine Weisheit, keinen Frieden, keine Bewegung, keine Kraft.

Ich möchte dich hier in diesem Zusammenhang noch auf etwas hinweisen: Jeden Tag meditierst du und wiederholst das Mantra. Aber diese Art spiritueller Übung allein genügt nicht. Du musst innerlich ebenso schön werden wie das Mantra. Dein Herz, dein Gemüt, dein Leben müssen so großartig werden wie das Mantra.

Das Mantra ist unendliche Liebe. Es ist allsehendes, allwissendes Licht. Es ist die Göttliche Mutter – dynamisch, höchst aktiv, alles durchdringend.

Dein Verhalten, dein Charakter, dein Leben müssen sich den Eigenschaften der Göttlichen Mutter angleichen.

Wenn du deine Augen schließt, steigen plötzlich Gedanken auf. Dein erster Gedanke gilt vielleicht der Person, die du am meisten liebst oder hasst. Sofort musst du sagen: „Das ist die Göttliche Mutter!“

Siehst du einen Menschen, den du nicht leiden kannst, musst du sofort in deinem Herzen sprechen: „Das ist die Göttliche Mutter!“ anstatt deiner Abneigung freien Spielraum zu lassen. Nur dann kann die Gnade des Göttlichen auf dich herabsteigen. Die Liebe der Göttlichen Mutter erreicht dich nicht, solange du voller Unvollkommenheiten bist. Sie wird dir als Mutter aus der Entfernung helfen, aber Sie kann nicht durch dich arbeiten, nicht in deinem Herzen wohnen.

Was ist die Göttliche Mutter? – Eine unendliche Wahrheit, die unendliche Schönheit, unendliche Vollkommenheit ist, die alle Bedingtheiten und Zustände der Existenz und des Bewusstseins transzendiert. – Das ist die Göttliche Mutter.

Kannst du dir ein Wesen vorstellen, das alle Bedingtheiten und Zustände der Existenz und des Bewusstseins transzendiert? – Es ist unvorstellbar!

Was sind diese Zustände und Bedingtheiten? – Du bist ein menschliches Wesen. Dein Dasein als Mensch ist ein Zustand des Bewusstseins. Dein menschliches Bewusstsein ist ein Zustand des Bewusstseins. Im Schlaf hast du einen anderen Zustand des Bewusstseins.

Im Tiefschlafzustand hast du wieder einen anderen Zustand des Bewusstseins. Als Arbeiter, Künstler, Dichter, Philosoph hast du jeweils einen anderen Zustand des Bewusstseins. Nach dem Tod des physischen Körpers wechselst du in einen anderen Zustand des Bewusstseins.

Jenes Bewusstsein nun, das keiner von allen möglichen Bewusstseinszuständen ist, das alles transzendiert, das ist die Göttliche Mutter.

Die ganze Natur hat ein Bewusstsein; das Universum hat ein Bewusstsein. Ist dieses Bewusstsein das Bewusstsein der Göttlichen Mutter? – Nein! Sie transzendiert alle Zustände des Bewusstseins.

Hat die Göttliche Mutter schon vor sechs Millionen Jahren existiert? – Ja, aber nicht nur vor sechs Millionen Jahren, sondern schon vor anfangloser Zeit war Sie da.

Eine Beschreibung der Göttlichen Mutter könnte zum Beispiel so aussehen: Sie hat ein Halsband, auf dem Millionen von Perlen aufgereiht sind. Jede Perle enthält alle Zeitalter der Universen. Millionen Mal und Abermillionen Mal wurde das Universum schon erschaffen, und die Wissenschaft sagt, das jetzige Universum sei Milliarden von Jahren alt. So wie dieses Universum wurden schon Millionen von Universen erschaffen und wieder aufgelöst, wieder erschaffen und wieder aufgelöst.

Sei erfüllt mit dem Feuer der Weisheit und der Entsagung. Selbst wenn dir die ganze Schöpfung als Geschenk angeboten würde, nimm sie nicht an!

Wenn die Göttliche Mutter ein Bewusstsein ist, das alle Zustände und Bedingtheiten überschreitet, wie sollst du dann dein Leben gestalten, um es dem Ihren ähnlich werden zu lassen?

Wenn du der größte Philosoph der Welt wärst, außerordentlich heilig, mit allen Wunderkräften begabt – so wärst du doch ein armer Narr. Warum? – Weil du begrenzt wärst auf dein Philosophen-Bewusstsein. Oder du bist ein unsterblicher Dichter und auf dein Bewusstsein als Dichter begrenzt, dann hast du keinen Zugang zur Göttlichen Mutter.

Du hast zu Ihr nur Zugang, wenn du auch diese Zustände und Bedingtheiten hinter dir lässt. Wenn du dir das überlegst, wirst du leicht erkennen, was für ein reines Leben du führen musst, willst du Ihr begegnen.

Wenn du dich immer an das Wesen der Göttlichen Mutter erinnerst, wirst du schnell gereinigt, und du wirst all das, was ich dir gesagt habe, selbst erkennen. Diese wahre Weisheit wirst du erlangen, wenn du mit Hilfe des Mantras einen gewaltigen Fortschritt erzielt hast.

Höre nicht auf, das Man tra zu wiederholen. Wiederhole es beständig, halte dein Herz und Gemüt dabei die ganze Zeit über in einem Zustand der Reinheit und nähere dich dadurch dem Sein und Wesen Gottes in deinem Leben und Verhalten an. Du wirst deinen Fortschritt an deiner eigenen Meditation ablesen können.

Durch das Mantra kannst du alles über das Wesen der Göttlichen Mutter erfahren. Du musst nur weitermachen.

Gnade ist die Aufmerksamkeit des Göttlichen, die du suchst. Gnade ist die Intensität, mit der du dich dem Göttlichen zuwendest.

Gnade ist deine Nähe zu Gott, der in dein Leben gekommen ist.

Gnade ist nichts anderes als ein Ausdruck deiner intensiven Liebe zum Göttlichen.

Gnade ist nichts anderes als deine Offenheit dem Göttlichen gegenüber und die Antwortbereitschaft des Göttlichen auf deine Offenheit.

Wenn deine Offenheit dem Göttlichen gegenüber groß ist, wenn dein Verlangen nach dem Göttlichen groß ist, wenn deine Liebe für das Göttliche zunimmt, wenn du der Begrenzungen und Freuden des Lebens überdrüssig bist und nichts anderes mehr verlangst als die Vollkommenheit, Kraft, Weisheit und Stärke des Göttlichen, dann steigt die göttliche Gnade auf dich herab. Dann wirst du jeden Tag in das Bewusstsein des Göttlichen, in die Erfahrung Seiner Gegenwart geleitet. Wenn du die vorgenannten Bedingungen erfüllst, wo sind dann deine Unvollkommenheiten und Fehler? – Setzt nicht jeder Schritt auf dem Pfad des Fortschritts die Zerstörung einiger Unreinheiten, Fehler und Unzulänglichkeiten voraus?

Lass dich deshalb nicht von deinen Unvollkommenheiten, Schwächen und Begrenzungen erschrecken! Ich bitte dich, nicht von deinen Sünden zu sprechen, aber ich bitte dich auch, nicht mehr zu sündigen.

Halte dich daran und du wirst die Gnade des Göttlichen erlangen und dein geistiger Fortschritt ist sichergestellt.

Die Göttliche Mutter und ich

Niemals zuvor hat das Leben auf Erden seine eigenen ewigen Wunder erschaut, wie jetzt hier – die endlosen Wunder im unendlichen Bewusstsein und Licht.

Es gibt vielerlei Arten von Mystikern. So natürlich, wie Gedanken in dir aufsteigen, war es für mich seit meiner frühesten Kindheit, dass ich mit den Offenbarungen des unendlichen Wahrheitsbewusstseins lebte, und ich ruhe jetzt in der absoluten Einheit der unendlichen Wahrheit, in seiner Selbstidentität in allem, in jedem Einzelnen und überall.

Aber dann, seit meinen jungen Jahren, lebte mit mir eine zweite Person, eine, die ich berühren kann, die mich berührt, die mir Stunde für Stunde dient, die zu mir spricht und zu der ich sprechen kann, die von allen Seiten über mich wacht, die jede Stunde und jeden Tag meines Lebens auf Erden plant und ordnet; eine, die höchst liebenswert und liebevoll ist, eine von höchster Schönheit und höchstem Wert, die in ihrer Hand endlose Universen hält – Universen, die schon vergangen sind, und Universen, die jetzt von den zeitgenössischen Wissenschaftlern untersucht werden, und zukünftige Universen, die in der zeitlosen Ewigkeit ausgebreitet sein werden; eine Person, die ewig hier und jetzt ist; die vollkommen erfüllt ist und deren Lächeln niemals vergeht.

Es ist die Göttliche Mutter. Du kannst Sie in meinem Gesicht sehen, in meinen Augen und in meinen Händen, in meinem Herzen, meiner Seele, meinem Leben und meinen Gedanken; und du kannst mich in Ihr sehen – in Ihren Augen und durch Sie, in jener Wahrheit, in jenem Sein, welches das Sein aller Wesen ist.

Du kannst Sie sehen, wo immer Gott erfahren wird, wo immer Gott hingegebene Herzen sich in Gemeinschaft mit der göttlichen Gegenwart erheben. Du kannst Sie erfahren durch Gebet und Meditation, durch selbstloses Dienen oder Arbeit für Wahrheit und Gerechtigkeit.

Keine Ekstase in dieser Welt hat Dauer. Jedes Glück der Welt vergeht. Doch die Ekstase, in der wir leben – ich und die Göttliche Mutter – setzt sich ununterbrochen fort. Lies es an meinen Augen ab, den ganzen Tag lang und das ganze Jahr hindurch.

Zusammen sprechen wir von euch allen, von jedem Einzelnen von euch; von der Vergangenheit und der Zukunft eines jeden Einzelnen von euch und von der Vergangenheit und der Zukunft der Welt.

In einem Augenblick sehen wir das Ewige und finden im Ewigen alle Augenblicke, aufgereiht wie die Perlen eines kleinen Rosenkranzes.

Das Leben ist kein Leben, wenn es nicht in der ewigen Ekstase des göttlichen Bewusstseins verwurzelt ist, in der Ekstase der absoluten Schönheit und Weisheit, äußerster Reinheit und eines unaussprechlichen Friedens.

Ich freue mich darauf, dir mit Schätzen dienen zu können, von denen kein menschliches Wesen je auch nur zu träumen hoffen kann.

Wer bin ich?

Ich bin der unendliche Geist. Ich bin das grenzenlose göttliche Licht.

Der Körper existiert nicht, er gehört nicht zu mir. Er ist wie die Wolke, die kommt und geht; ich habe nichts mit ihm zu tun.

Ich bin das allvollkommene, allschöne, unbegrenzte Bewusstsein.

Wenn die Menschen mich beleidigen, betrifft mich das nicht; es sind Worte, die nichts bedeuten. Wenn jemand mich lobt, betrifft mich das nicht. Es sind Worte, die nichts bedeuten. Weder das Lob noch die Beleidigung berühren mich.

Wenn ich keine Umgebung vorfinde, in der ich gut leben kann, wenn der Winkel der Welt, in dem ich mich aufhalte, voller Schwierigkeiten und Probleme ist und ich keine Kleider zum Anziehen habe, dann macht mir das nichts aus. Ich bin nicht der Körper. Ich bin das allvollkommene göttliche Bewusstsein.

Wenn alle Feinschmeckerlokale der Welt mir gehörten, wäre das belanglos für mich, denn ich bin nicht am Essen interessiert. Ich bin das allvollkommene, endlose Glück und Licht Gottes.

Sinnesfreuden sind bedeutungslos für mich, und ich werde meine unendliche Freiheit und Glückseligkeit nicht für einen Löffel flüchtigen Vergnügens opfern.

Ich bin die unendliche, unbeschreibliche, grenzenlose Schönheit und Freude. Ich wurde nie geboren. Ich bin todlos. Ich habe keinen Anfang und kein Ende. Ich bin unendlich.

Es kommt mir nicht darauf an, in welchem Zustand der Körper ist. Der Körper wird geboren, der Körper vergeht, der Körper ist nicht besser als ein Stein. Ich habe nichts mit dem Körper zu tun.

Ich gebe meine innere Freiheit und Vernunft nicht für ein Leben im Körper auf. Solange ich aber im Körper zu leben habe, werde ich nicht aufhören, in meinem eigenen inneren Zustand des göttlichen Bewusstseins zu verweilen, unberührt von den Zuständen des Körpers, uninteressiert an den Aktivitäten des Körpers.

Ich werde mich nicht an den Körper, der sich dauernd ändert und schließlich vergeht, binden oder mich von ihm versklaven lassen.

Ich werde ein grenzenloses Licht der Schönheit, des Friedens, der Kraft, der Anmut, der Vollkommenheit bleiben. Das ganze Universum ist nicht einmal ein Staubkorn in meinem inneren Sein.

Durch beständige Meditation und Mantrawiederholung, durch beständiges, unermüdliches Dienen, durch kompromisslose Hingabe an jenen Ort, von dem ich dieses Wissen erhalten habe und an dem ich es üben kann, werde ich geistigen Fortschritt machen und dieses allwunderbare, unendliche göttliche Licht in größerer Fülle erkennen.

Ich werde versuchen, mit diesem unendlichen göttlichen Bewusstsein eins zu werden und als dieses zu leben.

In allen Umständen und unter allen Bedingungen werde ich kompromisslos mein Herz, mein Gemüt, mein Bewusstsein und meine ganze Aufmerksamkeit jener wunderbaren, unbeschreiblichen, unsterblichen, ewigen Vollkommenheit widmen, die Reichtum, Schönheit und Freude ist.

Übe beständig diese Disziplin, und dein Leben wird vollkommen rein werden, reiner als das Leben der gewöhnlichen Heiligen der Welt. Und wenn deine Reinheit zunimmt, wirst du die Wahrheit meiner Worte auf wunderbare Weise bestätigt finden.

Niemand lehrte mich je diese Dinge. Alle diese Wahrheiten kommen aus dem inneren Bewusstsein meines Herzens. Ich habe nirgendwo gelesen, was ich dir sage. Und wieviel Weisheit da in meinem inneren Herzen ist, kann niemand sagen – sie ist endlos. Wenn du Reinheit des Herzens hast, wirst du sofort dieses Licht des Göttlichen erfassen.

Nichts kann dich dann mehr versuchen, nichts kann dich dann mehr zum Irdischen herunterziehen.

Wenn alle Freuden dieser Welt hier versammelt wären, würdest du nicht einmal hinschauen und wenn doch, dann würden sie dir als etwas äußerst Schmerzhaftes erscheinen, denn dein Bewusstsein ist in der endlosen, unbeschreiblichen Glückseligkeit des allsehenden, allwissenden, alles durchdringenden Bewusstseins verwurzelt.

Dein Herz wird diese Wahrheit verstehen, wenn es rein geworden ist. Es ist ein Zeichen von mangelnder geistiger Entwicklung, wenn Menschen sich dem Streben nach den großen Zielen dieser Welt hingeben.

Es ist eine irregeleitete Seele, die sich danach sehnt, ein Napoleon, ein Alexander der Große oder sonst eine große Persönlichkeit in der Welt zu werden. Es ist eine irregeleitete, unwissende Seele, die sich nach den Vergnügungen des Lebens sehnt. Die Weisen leben in einem wundervollen Königreich des Himmels hier, dort und überall.

Wenn dein Herz wunderbar und rein ist, dann hast du die wahre Erfahrung des Königreichs des Himmels.

Heute war ich an einem schönen Ort. Obwohl der Ort wundervoll war, war weder mein Herz noch mein Bewusstsein an diesem Ort als solchem, sondern im Königreich des Himmels an diesem Ort. Dieses Königreich wird für jene sichtbar, die reinen Herzens sind. Wer reinen Herzens ist, sieht, fühlt und erkennt eine andere Welt innerhalb dieser Welt und lebt in ihr.

Wenn das Herz rein ist, bleibt das Bewusstsein unberührt von den Objekten der äußeren Welt. Es ist nicht an äußeren Dingen interessiert, denn es ist erfüllt mit Licht, Frieden, Reinheit, Glückseligkeit und unbeschreiblichem Frieden.

Übe also immerzu diese Disziplin und lass dein Herz sprechen:

„Ich bin das unendliche göttliche Licht, das unendliche göttliche Bewusstsein, der unendliche göttliche Frieden, ich bin ungeboren, zeitlos, ich bin allvollkommene Schönheit und Fülle.“

Es war immer meine Pflicht, meine ganze bewusste Aufmerksamkeit auf Gott zu richten. Die Arbeit, die ich verrichte, beschäftigt mein Bewusstsein nur am Rande. Alle Tätigkeiten erledige ich auf diese Weise, während mein zentrales Bewusstsein sich ganz dem Göttlichen widmet.

Bei einem normalen geistig Strebenden, der genügend Fortschritt gemacht hat, sieht das etwas anders aus. Mit seiner ganzen Aufmerksamkeit widmet er sich seiner Arbeit, lebt sein normales Leben, während er im Hintergrund seines Bewusstseins ständig den Gedanken an Gott aufrechterhält und über die Natur Gottes nachsinnt. Die ständig im Hintergrund seines Bewusstseins wirkende Wahrnehmung Gottes beschützt ihn und führt ihn weiter und weiter.

Wenn du ein wahrer geistig Strebender sein willst, muss ein Teil deines Bewusstseins immer mit Nachdenken über Gott und der Wiederholung des Mantra beschäftigt sein, während du deine Arbeit mit bewusster Aufmerksamkeit verrichtest.

Das Geheimnis meiner Furchtlosigkeit

Ich kenne keine Furcht. Warum? – Weil ich in der Furchtlosigkeit der unendlichen Gottheit verwurzelt bin. Der Tod hat hier keine Bedeutung.

Was können Atombomben zerstören? – Sie zerstören Materie. Können sie auch die Seele zerstören? – Sie können es nicht. Niemand und nichts kann die Seele zerstören. Warum also Angst haben? Wo ist da der Tod?

Gott ist mein Lebensatem. Ich lebe im Bewusstsein Gottes. Dieser Umstand gibt mir gewaltige Kraft. Er ist auch das Geheimnis meiner Unsterblichkeit. Es ist das Gottbewusstsein, welches das Geheimnis meiner vollkommenen und absoluten Furchtlosigkeit unter allen Umständen und zu allen Zeiten ist.

Dieses Gottbewusstsein ist die Grundlage meines Vergnügens und meiner Freude, und deshalb brauche ich zu meinem Glück nichts Äußerliches.

Ein furchtloses Leben zeichnet den geistigen Menschen aus. Und so ein Leben zu gewinnen, ist das Ziel deines Daseins.

Einheit im Bewusstsein

Schließe deine Augen und breite ein Herz der Liebe für die ganze Schöpfung aus. Schließe deine Augen und breite in allen Räumen einen großartigen, göttlichen Gedanken aus.

Wirkliche Einheit ist die Einheit von Herz und Liebe, die Einheit des Bewusstseins.

Wenn du diese hast, bist du Meister einer unbeschreiblichen und immerwährenden Glückseligkeit. Diese muss und kann in dieser Minute erfahren werden.

Geläutertes Gold

Abgesehen von allem anderen kann etwas Großes, Gutes, das Gott für die Wahrheitssucher tun will, nicht vollbracht werden, außer Gott selbst gehe durch entsprechend schwierige Situationen. Solche Umstände verneinen Seine unendliche Größe nicht, sondern illustrieren und bestätigen sie erst. Jene, die reinen Herzens und mit Weisheit begabt sind, sind in der Lage, das einzusehen.

Das Unendliche hat seine eigene Logik und sein eigenes Spiel innerhalb des Spiels.

Wenn einst das Gold durch Läuterung aus den Prüfungen hervorgeht und die Welt in Erstaunen versetzt, wenn menschliches Urteil verzweifelt aufgibt und erklärt: „Alles ist verloren“, erst dann wird alles erblühen.

Mikrokosmos und Makrokosmos

Die Gesamtheit des Göttlichen ist in allem und jedem. Sowohl im Menschen wie auch in den Steinen.

Die alten Griechen haben unter dem Einfluss der alten Inder entdeckt, dass der Mensch ein Mikrokosmos ist, dass der ganze Kosmos im Menschen enthalten ist. Das ist die Wahrheit. Das ist eine wissenschaftliche Tatsache.

Nicht nur, dass der Mensch ein Mikrokosmos ist, er ist auch die Miniatur-Unendlichkeit. Er trägt in sich die ganze Unendlichkeit. Alles ist in ihm, was in Gott ist.

Das Gleiche gilt auch für jeden Planeten und jeden Stein. Alles ist im Stein enthalten, was im Unendlichen enthalten ist. Sogar im leeren Raum, in jedem Punkt des leeren Raums ist alles enthalten, was im Unendlichen ist.

Diese Erfahrung hat man, wenn man auf dem Pfad der spirituellen Entwicklung vorwärts kommt. Es ist eine Sache der Erfahrung, nicht der Theorie.

Alle Wunder eröffnen sich dem Gottliebenden, der sich über die menschlichen Grenzen hinaus entwickelt hat.

Und jeder kann das erfahren, weil es sich um eine wissenschaftliche Tatsache handelt, die wieder und immer wieder erfahrbar ist – von jedem, der eine solche Erfahrung sucht.

Disziplinen des Bewusstseins

Spirituelle Disziplinen sind stille, innerliche Disziplinen. Sie sind eine Sache des Herzens und des inneren Bewusstseins.

Gott ist nicht von unseren lauten Gebeten angetan, sondern von der Liebe in unseren Herzen, dem Glauben in unserer Seele, dem Streben unseres Geistes, der Güte unserer Handlungen und der Hingabe, die wir Ihm entgegenbringen.

Manchmal kann sich unsere Liebe zu Gott auch in lauten Gebeten ausdrücken. Das ist etwas anderes. Aber alle spirituellen Disziplinen sind in erster Linie eine Disziplin des Bewusstseins.

Wir können im Bewusstsein Gottes schlafen und am Morgen aufstehen, wir können mit Gott spazieren gehen, leben und arbeiten.

Der Körper: ein Übel oder Tempel Gottes?

Manchmal ist es notwendig, den Körper als ein Übel zu betrachten, obwohl es auch die andere Seite gibt, die sagt, dass der Körper der Tempel Gottes ist.

Das ist ein wertvoller Gedanke, aber wenn du keinen Hunger nach dem göttlichen Königreich hast, macht das wenig Sinn.

Dann kann es nützlich sein, den Körper als ein Übel anzusehen und zwar in dem Sinn, dass er deinen Geist begrenzt, dass er die Kräfte des Bewusstseins begrenzt, dass er ein vergängliches Ding ist und sterben muss und in dem Sinn, dass wir seinetwegen hart arbeiten und unser tägliches Brot verdienen müssen.

In dem Sinn, dass sich seinetwegen und durch ihn alle tierischen Leidenschaften und Zwänge Ausdruck verschaffen und er, der Körper, dem Tierreich angehört und nicht der göttlichen Welt; und in dem Sinn, dass er Krankheiten, Müdigkeit und Schwächezuständen ausgesetzt ist und ständig gepflegt, gewaschen und gereinigt werden muss.

Wenn du dir der Begrenzungen des Körpers bewusster wirst, der Begrenzungen des gesellschaftlichen Lebens, der Begrenzungen der Welt, in der du lebst, dann steigt ein Verlangen in dir auf, aus all diesen Begrenzungen herauszukommen.

Die Welt hat ihre Begrenzungen. Jetzt ist es kalt, dann warm; einmal ist Frieden, dann Krieg; man hat zu viele Sorgen und Schwierigkeiten. Die Leute denken mehr an sich selbst als dass sie Liebe für andere empfinden würden. Und wahre Liebe findet man nur bei Gott, niemals in Menschenherzen.

Wenn du über all das nachdenkst, dann wird natürlicherweise ein größeres Verlangen nach Vollkommenheit in dir entstehen, und der Wunsch, aus dieser chaotischen Situation herauszufinden.

Muss man dem Meister folgen?

Ich bin kein Meister, so wie die Welt es meint. Ich versuche nur, der Gottheit zu gestatten, Ihren Willen durch mich auszudrücken.

Da ich keinen eigenen Willen und kein eigenes Wirken habe, ist der göttliche Wille mein Wille geworden, und das göttliche Wirken mein Wirken.

Insofern es sich so verhält, sind die Anweisungen und Vorschriften der Bibel oder die Regeln und Vorschriften des Hinduismus meine Vorschriften und Anweisungen.

Wenn du also der Bibel oder den heiligen Schriften des Hinduismus folgst, folgst du den Worten des Meisters. Wenn du versuchst, gut zu sein, wenn du deine eigene Weisheit entwickelst und erweiterst, wenn du Willenskraft entwickelst, wenn deine Nähe zu Gott täglich spürbarer wird, dann folgst du sicher meinen Regeln und Vorschriften.

Alles, was dich zu größerer Güte, Reinheit, Kraft, zu größerem Frieden, innerer Stärke und zur Gotterfahrung führt, kannst du als meine Vorschrift betrachten. Ich habe kein Gefühl für Dualität. Das Gefühl, dass etwas mir gehört, existiert nicht. Der springende Punkt ist, dass ich einfach nur der Gottheit erlaube, durch mich zu wirken. Und weil du Kontakt mit mir aufgenommen hast, liegt die Verantwortung, dich zur unendlichen Vollkommenheit zu führen, nun in den Händen des Göttlichen. Weil du durch mich zum Göttlichen Kontakt aufgenommen hast, kann es sein, dass dein Kontakt mit mir sogar noch im nächsten Leben fortgesetzt wird – denn die Gottheit reproduziert mich immer wieder!

Was ist dem Willen der allwissenden, allbarmherzigen und unendlichen Gottheit heilig und lieb? – Es ist dein Glück, dein Wohlergehen, dein Frieden, dein Gedeihen, deine Entwicklung, dein Wachstum und deine Rückkehr ins Königreich des Himmels.

Für all das ist die Gottheit verantwortlich, und darum ich.

Ich diene dir nicht mit der Kraft meines persönlichen Willens oder eines persönlichen Individuums; ich versuche lediglich, der Gottheit Ihr Wirken zu erlauben.

Kosmisches Bewusstsein

Was ist das Wesen des kosmischen Bewusstseins? – Der Zustand des kosmischen Bewusstseins liegt jenseits jeder Beschreibung. Er erzeugt Ehrfurcht, höchste Freude und unvermischte Seligkeit. Dieser Zustand des kosmischen Bewusstseins befindet sich unterhalb des absoluten Bewusstseins, in dem der Seher, das Sehen und das Gesehene eins werden.

Der Seher entspricht hier dem Erkennenden oder dem Subjekt, das Sehen dem Erkennen, das Gesehene dem Objekt. Im kosmischen Bewusstsein gibt es noch einen Seher und etwas, das gesehen wird. Kosmisches Bewusstsein ist das vollkommene Gewahrsein der Einheit des Lebens.

Der Weise fühlt, dass alles im Universum mit Leben erfüllt ist, so dass es nicht so etwas wie eine blinde Kraft oder tote Materie gibt; er fühlt, dass alles lebendig, vibrierend und intelligent ist. Er hat ein Gefühl der Universalität, ein Bewusstsein des ewigen Lebens.

Jener, der kosmisches Bewusstsein erlangt hat, fühlt, dass das Universum ganz ihm gehört. Er ist eins mit dem höchsten Herrn, mit der universalen Erkenntnis und dem universalen Leben. Er hat sein himmlisches Auge geöffnet und erfährt eine Seligkeit, die jenseits allen Verstehens und aller Beschreibung liegt.

Ein Yogi des kosmischen Bewusstseins entwickelt den kosmischen Sinn und besitzt kosmisches Verstehen. Er ist sich bewusst, dass er sich in der unmittelbaren Gegenwart Gottes befindet.

Während der Erleuchtung bricht das Schleusentor der Freude und er erkennt, dass das tiefe, immerwährende Fundament der Freude in jedem Herzen existiert, dass das unsterbliche Leben als Grundlage in allen Wesen ist, dass diese ewige, allumfassende, alles einschließende Liebe jedes Teilchen, jedes Atom der Schöpfung umhüllt, trägt und lenkt.

Sünde, Sorge und Tod sind für ihn nur noch Worte ohne Bedeutung. Er fühlt das Elixier des Lebens, den Nektar der Unsterblichkeit in seinen Adern fließen. Sein Gesicht leuchtet mit einem strahlenden Licht. Seine Augen leuchten. Sie sind Teiche der Freude und der Seligkeit. Er fühlt, dass die ganze Welt in einem Meer erfüllender Liebe gebadet ist. Er fühlt, dass die ganze Welt sein eigener Körper ist, dass alle Hände und Füße seine Hände und Füße sind. Stuhl, Tisch und Baum haben eine kosmische Bedeutung. So könnte sich der Yogi an keinem Ort je fremd fühlen.

Das kosmische Bewusstsein ist eine innewohnende, natürliche Anlage aller Menschen. Es ist in der Mehrheit der menschlichen Wesen inaktiv oder nicht in Funktion.

Yogisches Training und Disziplin sind nötig, um den erhobenen, seligen Zustand des kosmischen Bewusstseins zu erwecken.

Der erleuchtete Weise

Wie kann ich erkennen, ob ein Mensch bleibende Gotteserkenntnis besitzt?

Die wahre Größe eines verwirklichten Yogis ist unbeschreiblich. Er ist allwissend, seine Berührung ist reinigend. Er hat intuitive transzendente Erkenntnis und eine klare Einsicht in das Herz aller Dinge und Wesen. In seiner Gegenwart erfährst du eine tiefe Empfindung von Frieden, Harmonie, Inspiration und innere Erhebung.

Ein verwirklichter Yogi ist befreit, schon während er noch auf dieser Erde lebt. Er ist ein großer geistiger Held, ein erleuchteter Weiser, eine Kraftstation göttlicher Energie. Er blickt auf alle mit großer Liebe und Barmherzigkeit. So wie einer, der eine Brille mit grünen Gläsern trägt, überall grünliche Objekte sieht, so sieht der verwirklichte Yogi überall das alldurchdringende, aus sich selbst leuchtende Bewusstsein.

Er fühlt tatsächlich, dass alles nur er selbst ist. Die Schlangen, Skorpione, Tiger, Bären und Löwen sind so sehr ein Teil seiner selbst wie seine eigenen Augen, seine Nase, Hände und Füße. Er ist eins mit der Blume, mit dem Äther, der Sonne, dem Ozean, den Bergen und dem Himmel. Er hat eine kosmische Vision und kosmische Gefühle.

Ein Yogi, der noch während seines Lebens im physischen Körper Befreiung erlangt hat, wird nicht mehr von den blinden Kräften der Anziehung und Abstoßung beherrscht. Er unterliegt nicht mehr der Dualität. Für ihn gibt es keinen Unterschied mehr zwischen dem Schurken und dem Heiligen, zwischen Gold und Stein, Ehre und Schande.

Er sieht die eine Wirklichkeit oder Gott überall und in allen Dingen. Sein Gemüt ist zufrieden und still. Er hat kein bisschen selbstsüchtiges Interesse und ist unter allen Umständen absolut frei von Sorgen, Schwierigkeiten, Mühen und Plagen, Versuchungen, und Ängsten. Er ist nicht Sklave seiner Stimmungen; er ist immer gut gelaunt und von Frieden erfüllt.

Seine höheren Vorzüglichkeiten sind zur vollen Entfaltung gelangt; alle göttlichen Attribute sind voll in ihm erweckt. Jede seiner Schwächen und Begrenzungen sind allesamt verbrannt. Er leuchtet in seiner eigenen ursprünglichen Herrlichkeit, in seiner eigenen wesentlichen Natur des göttlichen Bewusstseins. Er verströmt Frieden und Freude überall.

Immer wieder haben mich die Weisen und Heiligen in den Bergen des Himalayas überrascht, wenn sie mir verrieten, welche Persönlichkeiten sie in meiner Begleitung sahen – göttliche Persönlichkeiten.

Wo immer ich bin, ist auch die Gegenwart des Göttlichen, die Form des Göttlichen, das seit Tausenden von Jahren mit meiner Seele verbunden ist, aber für die Augen des gewöhnlichen Menschen unsichtbar bleibt.

Vollkommenheit im Yoga ist notwendig, um diese göttlichen Gestalten zu sehen. Man muss ein Brahmavid sein, ein Kenner Brahmans der absoluten Wahrheit, ein Siddha im tantrischen Bereich oder auf dem Gebiet des Sri Vidya. Man muss übernatürliche Kräfte besitzen, um diese unsichtbaren Phänomene wahrnehmen zu können.

Die Weisen verströmen durch ihre bloße Gegenwart unaufhörlich geistige Schwingungen. Und in diesen vedischen Mantras ist eine gewaltige Kraft enthalten, aber nur ein Mensch mit Gotterfahrung ist im Stande, diese Kraft aufzuschließen. Ohne das sind diese Mantras leere Worte.

Es waren nicht diese Veda-Mantras, die mich zur Gotterfahrung geführt haben, sondern es war meine Gotterfahrung, die mir die Kraft, den Wert, die Bedeutung und die Herrlichkeit, die in diesen Mantras verborgen liegen, erschlossen hat. Und es ist diese lebendige Gotterfahrung, welche die Kraft in diesen Mantras aktiviert und ihre Wirkung entfaltet.

Jedes Mantra, das wiederholt, jede Feuerzeremonie, die in meinem Namen oder irgendwie in Verbindung mit mir durchgeführt wird, erlangt sofort Kraft und Macht.

Ich hatte als Guru einen der größten Weisen aller Zeiten – einen Mann mit Gotterfahrung und Gottverwirklichung. Wer und was er war, wurde mir durch meine eigene Erfahrung Gottes offenbart.

Es gibt prinzipiell keine größeren oder kleineren unter den Gurus der Gotterfahrung; es gibt aber verschiedene Grade und Arten der Gotterfahrung. Man kann nie ans Ende der Gotterfahrung gelangen.

Gott ist unendlich und absolut. Je mehr man Ihn erfährt, desto mehr kann man Ihn erfahren. Hat man eine Unendlichkeit der Erfahrung sozusagen hinter sich, eröffnet sich schon eine andere Unendlichkeit. Das ist der Grund, warum Shiva immer in Meditation ist: Er erfährt Gott immer und immer wieder.

Und es gibt keinen größeren Gott als Shiva. Er ist die höchste göttliche Vollkommenheit, und doch wartet jenseits dieser höchsten göttlichen Vollkommenheit eine andere höchste Erfahrung auf Ihn.

Er braucht eine Unendlichkeit an Zeit, um die Unendlichkeit der Wunder in sich selbst auszuloten und zu erfahren. Er ist ununterbrochen in einem Zustand von Tapas.

Er ist der Sannyasi. Er ist Yogeshwara, der Herr des Yoga. Er ist auch Yogishwara, der Herr der Yogis. Er ist der Meister für alle Sannyasis. Er ist mein Guru. Er ist Dakshinamurti. Er ist Om kareshwara, Tryambakeshwara und Parameshwara. – Er ist alles.

Der ganze Kosmos ist mein Ashram, das ganze Universum und die ganze Welt ist ein Zentrum göttlichen Lichts

Nirgends gibt es einen Ort, an dem OM nicht anwesend ist. Das ganze Universum ist aus dem OM entsprungen und wird vom OM erhalten. OM ist der Atem meines Lebens. OM ist mein Zustand.

OM ist nicht mein Name, sondern meine Substanz, mein Wesen, die Seele meiner Seele. Meine Worte kommen aus dem OM. Meine Gedanken steigen aus dem OM auf.

Ich lebe im OM, ich lebe aus dem OM. Ohne OM habe ich keine Existenz. OM ist die Wirklichkeit der Wirklichkeiten; es ist die Weisheit der Weisheit, das Licht der Lichter, die Kraft der Kräfte.

OM ist die höchste Kraft im Universum. OM ist unbegrenzte, ewige, zeitlose, absolute Kraft. OM ist Bewusstsein. OM ist Ton, Licht Schönheit und Wissenschaft.

OM ist Wissen, Kunst, Tanz, Rhythmus und Schwingung – Schwingung überall in der Welt. Schwingung hat das Universum ins Leben gerufen. Schwingung ist Gott.

Es gibt eine Dimension innerhalb der Schwingung, die nicht Schwingung ist, die jenseits der Schwingung ist, und doch sind beide – die Schwingung und die Dimension der Schwingungslosigkeit – identisch. Die Schwingung und die Dimension der Schwingungslosigkeit sind ein und dasselbe. Sie können nicht auseinander genommen werden.

Das unendliche Bewusstsein ist identisch mit dem unendlichen Sein. Sie können nicht voneinander getrennt werden. Es wird auch immer ein Universum geben.

Das Spiel des unendlichen Bewusstseins nimmt nie ein Ende. Doch jenseits des Spiels des unendlichen Bewusstseins herrscht eine endlose Stille, und diese Stille erhält das Spiel des unendlichen Bewusstseins.

Satchidananda ist mein wahres Wesen. Es ist mein Name und mein Atem. Da lebe ich. Lebte ich nicht in Satchidananda, würde ich die Herausforderungen des Raum-Zeit-Universums nicht überstehen.

Ich lebe da – im Wesen des OM. OM ist Gott. Es gibt nichts als die Wahrheit. Alle Religionen sind verschiedene Zungen derselben Weisheit, derselben Wahrheit, derselben Wirklichkeit, desselben Gottes.

Dieser Gott lebt hier und jetzt mit all seiner gewaltigen Kraft und seinem unermesslichen Sein. Alles, was die Weisen und Heiligen durch die Jahrtausende hindurch erfahren haben, ist hier und jetzt zugegen.

Dieser Gott, der hier ist, ist genauso mächtig wie der Gott im Himmel oder anderswo, genauso mächtig wie Er vor zehn Millionen Jahren war oder in zehn Millionen Jahren sein wird. Überall ist Seine unendliche Vollkommenheit anwesend.

Die geistige Welt ist ohne Ende

Heilige können nicht mit ihren gegenwärtigen Erfahrungen zufrieden sein. Sie müssen reichere Erfahrungen machen und von einer Erleuchtung zur anderen gehen.

Die spirituelle Welt ist ohne Ende. Eine Erleuchtung muss mit einer anderen gekrönt werden, und so haben sich die Weisen zu vervollkommnen.

Sogar Shiva selbst befindet sich in beständiger Meditation und Kontemplation. Immer noch entdeckt er neue Wahrheiten, neue Wunder und neue Herrlichkeiten in seinem eigenen ewigen, zeitlosen, unsterblichen, allvollkommenen Sein. Das ist das Wunder! Gott ist das Wunder der Wunder! Und ihr seid Träger dieses Wunders der Wunder!

Der erste Schritt

Das göttliche Leben nimmt seinen Anfang erst nach einer grundlegenden Erfahrung Gottes. Wenn du nicht im Bewusstsein des allgegenwärtigen, allwissenden Gottes gegründet bist, hat dein spirituelles Leben noch nicht begonnen.

Der erste und grundlegende Schritt in deinem spirituellen Leben muss ein überwältigendes Bewusstsein der Allgegenwart Gottes sein.

Ich kann meine Hand nicht bewegen, ohne Gott zu berühren.

Das Licht in deiner Seele

Das Licht, das du in dir selbst trägst, ist das göttliche Licht. Es ist Gott selbst, und dieser Gott ist unendlich mehr als alles, was du im Universum sehen kannst.

All die Schönheit, alles Licht im Universum ist null und nichts, verglichen mit dem Licht des Göttlichen in deiner eigenen Seele. Von dort sollst du dir dein Licht und deine Freude holen. Wie? – Durch Hingabe, Liebe und Reinheit. Solange aber dein Bewusstsein in den Sinneswahrnehmungen gefangen ist, musst du leiden und bist nur ein Tier unter Tieren. Du hast Angst, Probleme, Eitelkeit, Ego, Arroganz, Feigheit – alle möglichen Untugenden. Damit verdirbst du dir dein Leben und lebst eher in einer Art Hölle. Das Glück, das die Menschen im Leben finden, ist kein Glück; es ist eine Täuschung und eine große Trübsal.

Ebenbild Gottes –

das, was du in deinem Herzen trägst

Du bist, was du suchst – und weißt es nicht

Je tiefer ich in der göttlichen Erfahrung verwurzelt bin, umso mehr verehre ich dich, denn aufgrund dieser Erfahrung bist du für mich der lebendige Gott, derselbe Gott, den ich täglich erfahre – im Innern wie im Äußern, überall, in allen Situationen und Zuständen, in allen Lebenslagen.

Je tiefer ich in diese Erfahrung eindringe, umso mehr sehe ich dich unmittelbar als Gott selbst, als Christus, als die Wahrheit selbst. Deine äußere Erscheinung verschwindet, und deine wahre Natur offenbart sich mir.

Die unbeschreibliche Fülle in deinem Innern

Je mehr ein Mensch in der göttlichen Erfahrung versunken ist, um so mehr erlebt er die ganze Schöpfung als Gott selbst, als eine Selbstoffenbarung der unendlichen Schönheit, des unendlichen Lichts und Bewusstseins, der unendlichen Freiheit, des unendlichen Friedens und der unendlichen Vollkommenheit – einer Vollkommenheit, die keine Wünsche kennt. Allein schon zu sein heißt, alles bereits haben. Allein schon zu sein bedeutet die Erfüllung aller Wünsche. Denn dort ist jeder erdenkliche Wunsch erfüllt, was zur Folge hat, dass es keine Wünsche mehr gibt.

Es ist eine unbeschreibliche Vollkommenheit, und diese Vollkommenheit ist überall und zu allen Zeiten gegenwärtig. Da gibt es keine Zeitalter, wie die menschliche Geschichte sie kennt.

Hier finden wir nur das ewige Jetzt, das ewige Hier. Alles ist Hier; es gibt keine Distanz.

Der ganze Kosmos wird zu einem winzigen Punkt im Herzen des göttlichen Lichts, des göttlichen Bewusstseins, der göttlichen Wahrheit, des göttlichen Seins, der göttlichen Existenz.

Warum, so frage ich dich, begegnest du Gott nur im Tiefschlafzustand?

Warum findest du nur im Schlaf so großen Frieden, so große Freude und Ruhe? Warum nicht im Wachzustand, in allen Lebenslagen, in allen Umständen und Situationen des Lebens?

Wenn du vollständig ruhig, friedlich und froh bist im Tiefschlafzustand, bist du Gott. Bedenke, welche Autobiografie du dir schaffst, wenn du während deines ganzen Lebens in dieser Verfassung bleiben kannst!

Deine Autobiografie wird wie die meine sein: Ich habe keine Autobiografie außerhalb des Wesens und der Natur der Wahrheit, die ohne Geburt ist, ohne Tod, ohne Anfang, ohne Ende, ohne Schmerzen, ohne Probleme – ein Leben, das erfüllt ist von einem Meer der Ruhe und Stille, einer schöpferischen Stille – ein Gemüt, das in sich selbst jede nur denkbare kreative Freude birgt.

Man wird zum Dichter aller Dichter, zum Philosophen aller Philosophen, zum Mystiker aller Mystiker, zum Wissenschaftler aller Wissenschaftler, wenn man in dieser Wahrheit, in diesem Sein, in dieser Existenz bleibt und die Einheit mit der Existenz erfährt, die überall, in allen Dingen, in allen Personen gegenwärtig ist.

Warum erfährst du beim Einschlafen eine totale Loslösung von der ganzen Welt?

Deine Tiefschlaferfahrung wird nur dadurch möglich, dass du dich von der ganzen Welt, vom Bewusstsein der ganzen Welt, trennst.

Du verzichtest dabei auf alle Freuden, die mit den Sinnen wahrgenommen werden, weil du weißt, dass die Voraussetzung zur Erlangung der Freude und des Friedens im Tiefschlaf der Zustand endloser Ruhe und Stille ist, des Friedens und der Vollkommenheit, des Zustands, in dem du wunschlos bist. Und warum hast du keine Wünsche mehr während des Tiefschlafs? – Weil du in der Fülle der Freude, des Friedens und der Ruhe weilst. Während dieses Zustands bist du direkt im Schoß des Göttlichen. Unglücklicherweise geschieht dies für dich jedoch in totaler Unwissenheit und Dunkelheit.

Warum machst du diese Erfahrung nicht ganz bewusst?

Wie machst du diese Erfahrung zu einem dauerhaften Merkmal während des Wachzustands im täglichen Leben? Das ist hier die dritte Frage.

Im Wachzustand wirst du wieder mit allen deinen Lebensschmerzen, mit deinen Fragen und Problemen konfrontiert, mit all deinem Elend, mit Stress und Spannungen, die aber verschwinden, sobald du in deine wunderbare innere Existenz, in Gott, in Christus, hineinsinkst.

Christus ist jenes Prinzip, dem du im Tiefschlaf begegnest. Nur dieses Prinzip allein, dieser Christus, gibt dir wahren Frieden.

Das Himmelreich ist

ein Bewusstseinszustand

Befreie dich selbst von dieser sinnlich wahrnehmbaren Welt durch Meditation, durch Gebet! Wenn du betest, musst du in demselben Zustand sein wie im Tiefschlaf. Von diesem Standpunkt aus betrachtet findest du das Himmelreich Gottes überall, in allen Lebenslagen und unter allen Umständen. Diese Botschaft zu vermitteln ist das zentrale Ziel des Omkarananda Ashrams. Trotz der Herausforderungen der äußeren Welt, die dieses Licht zerstören wollen, nehmen wir endlose Mühen auf uns, diese Botschaft zu vermitteln.

Dieses Wissen macht dich über Nacht völlig glücklich, friedlich, enthebt dich aller Probleme – ein Leben lang! Bei so einem Wissen, so einer Erfahrung, die wir vermitteln, handelt es sich nicht um eine theoretische Weisheit oder Erkenntnis, sondern um eine lebendige Erfahrung.

Und wenn immer möglich suche einen Ort, eine Umgebung auf, wo du diese Erfahrung erlangen und die Weisheit und das Wissen aus dieser Erfahrung in allen Lebenslagen anwenden kannst.

Wenn du in Tiefschlaf fällst, erwachst du zur Wirklichkeit – und das was du mit dem Tagesbewusstsein denkst, fühlst, wahrnimmst, tust, erfährst, ist der eigentliche Traum.

Diese ganze äußere Welt und deine körperlichen Erfahrungen – deine Geburt und deine Lebensgeschichte, deine Familie und die entsprechende Umwelt, deine Gesellschaft und Gemeinde – sind lediglich vorübergehende Illusionen. Wenn du aus dem Tiefschlafzustand herauskommst, dann beginnst du zu träumen, dann beginnt der wahre Traum, der Albtraum. Und dieser Albtraum findet kein Ende, sofern nicht plötzlich etwas passiert, vielleicht eine schreckliche Erfahrung, die dich aufweckt.

Sobald du erwachst, lachst du über den ganzen Albtraum, weil du erkennst, dass alles nur ein Traum war. Die ganze äußere Welt ist nichts anderes als immer derselbe Traum. Im Tiefschlafzustand gibt es keine Welt, keine Kontinente, keine Nationen, auch kein England und keine Schweiz, weder Deutschland noch Indien oder Afrika, auch keinen Planeten Erde, keine Sonne und keinen Mond. Du bist endlose Vollkommenheit, endloses Licht, endlose Liebe.

Dieses Dasein, dieses Sein im Tiefschlaf ist nicht nur Friede, Freude, Stille, die du erfährst, sondern auch Liebe, Schönheit, Wert aller Werte, Wahrheit aller Wahrheiten, Wirklichkeit aller Wirklichkeiten.

Meditation heißt, die Welt und die Geschöpfe loslassen.

Warum löst du dich nicht los von der ganzen Welt,

während du im Wachzustand bist und wenn du meditierst?

Schaffe dieselben Voraussetzungen, die du schaffst, um im Tiefschlaf diese unendliche Ruhe, Schönheit, Stille und diesen unendlichen Frieden zu erlangen. Lass alle Sinne schlafen und damit auch alle Sinneserfahrungen ruhen, wie es während des Schlafs geschieht.

Das ist wahre Meditation – während du sozusagen tief schläfst, jedoch völlig bewusst bist, wie im Wachzustand, das heißt, dass du von der Welt der Sinne, der materiellen Welt, der Welt von Zeit und Raum, der Welt der Gegensätze abgeschnitten bist. Gibt es Gegensätze im Tiefschlafzustand? –Nein. Da ist Friede ohne Unruhe, Freude ohne Schmerzen, Leben ohne Probleme, Schönheit, die unendlich, absolut ist; deshalb benötigst du nichts.

Brauchst du einen Lippenstift im Tiefschlafzustand oder ein Schokoladengetränk oder Kuchen, oder willst du eine goldene Armbanduhr besitzen? – Nichts von alledem. Denn du hast alles, was notwendig ist, in deinem Tiefschlafzustand. Deine Freude ist so vollkommen, dass dich der Besitz einer goldenen Armbanduhr weder bereichern noch erfreuen könnte; sie würde dich höchstens stören, niemals bereichern. Du bist von allen diesen begrenzten und begrenzenden Erfahrungen der Welt der Sinne losgelöst.

Schöpfung und Geschöpfe waren seit eh und je eins mit ihrem Schöpfer, aber sie

wissen es nicht

Bewusste Erkenntnis und bewusste Erfahrung erst brechen den Bann, erlösen aus dem Traum, in dem sie gefangen sind.

Diese Wirklichkeit aller Wirklichkeiten ist überall. Sie ist allgegenwärtig, allsehend, allwissend, ist in allen Köpfen, in allen Körpern, in allen Herzen gegenwärtig. Sie pocht in allen Herzen, ohne vom Pochen des Herzens berührt zu werden. Sie wohnt in allen Menschen, ohne begrenzt zu sein. Sie ist unbegrenzt in allen begrenzten Dingen, ist endlose Freude in allem Leben, in allen Gestalten, die ihrerseits jedoch von allen möglichen gegensätzlichen Erfahrungen geplagt werden.

Sie ist ewige Reinheit, ewiges Wissen und ist die Quelle aller Religionen, aller heiligen Schriften.

Das, was ich erfahre, das, was ich bin, ist die wahre Quelle aller heiligen Schriften und aller Religionen. Die ganze Schöpfung kommt zu mir zurück in diese innere Wahrheit und wird eins mit mir. Die Einheit ist schon da, aber die Welt, der ganze Kosmos muss sie erst erfahren.

Welt und Geschöpfe, der ganze Kosmos – eine

fantastische illusionistische Schau!

Die Welt ist nichts als eine Erscheinung. Plötzlich ist sie – aus dem Nichts kommend – da. Doch ohne Wahrheit ist es nicht möglich, dass sie in Erscheinung tritt. Es muss eine Person dahinter stehen, und diese Person ist das absolute Sein – Shiva.

So wie ein Film auf eine Leinwand oder auf einen Fernsehbildschirm projiziert wird, so wird die ganze Erscheinungswelt auf dieses Sein projiziert. Auf der Leinwand selbst bleibt nichts haften; sie bleibt immer dieselbe. Während einer Filmvorführung siehst du auf der Leinwand ganze Wälder brennen. Verbrennt dabei die Leinwand? – Nein. Sie bleibt sich immer gleich.

Auch wenn du darauf Fröhlichkeit, Leute springen und tanzen siehst, stimmt das etwa die Leinwand fröhlich? Springt und tanzt sie mit? – Nein!

Doch ohne Leinwand ist auch keine Filmgeschichte möglich. So ist das Sein in dir die Leinwand für die Schau dieser Welt und für deine körperlichen Erfahrungen. Es ist eine Illusion.

Diese Illusion kommt aus dem Nichts und geht ins Nichts zurück. Du hast mit dieser Illusion nichts zu tun. Verharre im Zustand der Verinnerlichung!

Bleibe wo du im Tiefschlafzustand bist: in der Wahrheit, im Frieden, in der Freude!

Bleibe dein ganzes Leben lang in diesem Zustand, während du in der äußeren Welt arbeitest, während du mit anderen sprichst, während du einen Vortrag hältst, während du dich in den schlimmsten Lebensumständen befindest.

Bleibe in diesem verinnerlichten Zustand, auch wenn du von anderen verleumdet und verfolgt wirst, aber auch wenn Menschen dich verehren und anbeten, dich als Gottes Sohn oder als eine Gott-Inkarnation betrachten sollten.

Bleibe verwurzelt in der Wahrheit in allen Lebenslagen, in allen gesellschaftlichen Situationen, unberührt von dieser äußeren Schau.

Bleibe immer in dieser Intelligenz, in diesem Bewusstsein, in Christus, in der wahren Natur der endlosen Wahrheit, Wirklichkeit, in Gott. Das ist deine vordringlichste Aufgabe.

Komm zu mir...

Meine einzige Mission ist, der ganzen Menschheit, der ganzen Schöpfung, jedem Vogel, jedem Planeten, jedem Menschen zu helfen, dieses endlose Glück, das Reich Gottes, die Wahrheit zu erfahren. Alle meine Bücher sind nur ein Aufruf zu dieser Erfahrung. Komm zu mir, ich gebe dir ewiges Leben, ewige Ruhe, Friede, Freude, Vollkommenheit, Erfüllung – jetzt, hier!

Das ist die Botschaft der Erfahrung, des Lichts, des Göttlichen.

Jeder Vogel, jeder Baum,

jede Person ist eine direkte Manifestation Gottes

Hier geht es um Tatsachen, Tatsachen, die dem lebendigen, glühenden Leben entspringen. Deshalb bitte ich dich, über alles was ich gesagt habe, nachzudenken, und über Nacht wirst du ein Weiser, ein Mystiker, ein wahrhaftes Gotteskind, ein Licht Gottes. Das ist es, was wir wollen.

Schließe nun deine Augen und entzünde Kerzen ohne Zahl im ganzen Kosmos für das Wohlergehen der ganzen Menschheit und für das Göttliche. Lass zahllose duftende Blumen auf alle Altäre des Göttlichen regnen. Jeder Vogel, jeder Baum, jede Person ist eine direkte Manifestation Gottes.

Hier gibt es weder Freund noch Feind, alle sind ein und derselbe Gott. Doch das Spiel von Freund und Feind geht weiter in der Welt der Erscheinungen. Aber damit haben wir nichts zu tun. Keiner nimmt Schaden an diesem Spiel außer jenem, der keinen Halt an der Wirklichkeit, an Gott hat, an der Ewigkeit, Unendlichkeit, am Frieden, an der Freude des Göttlichen.

Wir wünschen allen Geschöpfen ein langes Leben, Gesundheit, Friede, Freude, Erleuchtung und Einheit mit dem Göttlichen, mit der Wirklichkeit, für deren Erkenntnis die Wissenschaft noch Millionen Jahre weiteren Fortschritts benötigt, um sie letztlich zu einem integralen Teil ihrer Erkenntnis, ihres Gedankenguts und Systems zu machen.

Meine Anbetung sei dir und allen Menschen als direkte Manifestationen, als Träger des Reiches Gottes, als Ebenbild Gottes!

Mach dir kein Kopfzerbrechen darüber, wie du meditieren sollst

Versuche zunächst einfach über das Wesen und die Wirklichkeit Gottes nachzusinnen. Versuche zu erfühlen, was Gott ist. Jemand hat das Universum erschaffen. Es gibt eine unendliche Realität, die allsehend und allwissend ist.

Und es ist wahr: Gott ist überall zugegen und weiß alles. Er bewahrt jedermanns Tun und Denken in sich. Er ist an deinem Arbeitsplatz gegenwärtig und sieht, was du tust und was du denkst.

Meditation bedeutet Stillsein. Warum in dieser Stille nicht über ein unendliches Bewusstsein, ein unendliches Licht, einen unendlichen Frieden nachdenken? – Empfinde, wie ein Meer des Friedens dich von allen Seiten umgibt, wie Licht sich in dich ergießt, wie Liebe dich erfüllt und von dir Besitz ergreift. Gott als Licht, Gott als unendliche, absolute Liebe. Gehe mit diesen Gedanken um, und du wirst sehen, dass du neugeboren wirst.

Meditation bedeutet, dass Herz und Sinn erfüllt sind mit Gott. Bist du liebend mit Ihm verbunden, dann fällt es leicht, bei Ihm zu verweilen, ganz gleich, ob du die Augen offen oder geschlossen hast.

Wenn du mit geschlossenen Augen in der Meditation nur Dunkel vor dir siehst und unruhig wirst, dann öffne die Augen und versetze dich geistig in die Gegenwart Gottes. Fühle bewusst, dass Gott in dir und außerhalb von dir, rings um dich her mit Licht und Liebe zugegen ist.

Im Tiefschlaf, wenn alles still ist, begegnest du deiner Seele

Diese Seele ist in dir. Sie ist die zentrale Wirklichkeit in deinem Leben. Alles andere ist nur Erscheinung.

Dieses zentrale Prinzip allein ist wirklich. Es ist der Beobachter, das allwissende Prinzip, das göttliche Prinzip in dir. Es ist die Schönheit aller Schönheiten. In ihm ist Stärke, Vollkommenheit, Erfüllung, Reichtum jeder Art, Jugend, ewiges Leben und jeder denkbare Segen.

Deshalb spricht der Gottsucher immer mit dem Göttlichen, er ist beständig in Gotterfahrung. Alles, was er tut, führt ihn zur Gotterfahrung. Essen, Trinken, Sehen, Hören – alles führt ihn zu einer Erfahrung Gottes.

Es gibt keinen Punkt im unermesslichen Raum ohne Energie. Du kannst ohne Energie nicht leben. Überall ist Kraft. Kraft ist Gott. Du kannst keinen einzigen Augenblick leben, wenn du keine Kraft hast. Mit Kraft denkt die Intelligenz. Mit Kraft bewegen sich Körper und Wille. Alles ist Kraft, innen und außen – überall ist Energie an der Arbeit.

Wo Energie ist, wirkt Gott.

Gott wohnt in dir als deine Intelligenz, als deine Kraft, als dein Leben und als deine Sehnsucht nach Gotterfahrung.

Auf alle möglichen Arten kann man Gott verehren, seine Gegenwart und sein Wirken anerkennen, eins mit Ihm werden. In allen Zuständen erfährt der wahre Gottliebende Gott – in Glück und Unglück, im Leben und im Tod, denn alles ist von Gott durchdrungen.

Selbst in einem Stück Metall ist Er anwesend. Innen und außen, in allen Gestalten, in allen Formen anerkennt der Gottsuchende die unmittelbare Gegenwart des Göttlichen.

Weihe alles Gott

Solange deine Augen dir ihren Dienst nicht versagen, widme sie Gott und schaue überall nur Gott.

Solange deine Kehle dir ihren Dienst nicht versagt, wiederhole ununterbrochen den Namen Gottes.

Solange die Ohren dir ihren Dienst nicht versagen, höre nur das, was göttlich ist.

Solange der Körper dir seinen Dienst nicht versagt, lass ihn im Dienste des Göttlichen seine Arbeit verrichten.

Das ist die Philosophie des Gottliebenden.

Lass dich nicht von den Problemen und Klagen deiner Umgebung herabziehen, sondern setze dich immer vollständiger und mit größerem Vertrauen dem mächtigen Licht der göttlichen Gegenwart aus.

Mache Gott zum Mittelpunkt deines Lebens

Weder Erziehung noch äußerer Besitz, noch materieller Wohlstand – nicht einmal die Kunst oder andere höhere Werte – sind die Lösung für das Problem des Lebens. Denn alles innerhalb und außerhalb von uns ist begrenzt und der Zeit unterworfen.

Nur wenn wir Gott suchen, sind wir sicher.

Indem wir Gott anstelle von mehr Erziehung, mehr Wissenschaft, mehr Wohlstand, zu unserem zentralen Lebenssinn machen, können wir das Problem des Lebens lösen.

Die Welt ist das Gebiet, auf dem wir der Erfahrung der göttlichen Wirklichkeit entgegenwachsen. Haben wir Gott erst einmal zum Mittelpunkt unseres Lebens gemacht, wird die Welt ein großartiges Übungsfeld für die Entfaltung unserer inneren Seelenkraft und unseres Bewusstseins. Unsere Besitztümer und unser Reichtum, unsere Intelligenz und unser Wissen werden dann zu Mitteln unseres Fortschritts.

Lenke deine Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass das Göttliche jetzt bei dir ist. Tatsächlich war diese Wirklichkeit zu keinem Zeitpunkt und an keinem Ort je von dir getrennt.

Gott ist die Substanz deines Lebens und wird dir immer beistehen, wird dir helfen zu wachsen und dich zu entwickeln. Wenn wir Ihn erwählen – und dessen kannst du dir sicher sein –, dann wird Er auch uns erwählen. Das Göttliche ist das erste und das letzte, in dem wir bewusst verankert sein müssen. Wenn du das tust, wirst du alle Arten von Segnungen im Leben empfangen. Mag sein, dass in den Anfangsstadien einige Schwierigkeiten auftauchen, doch im Laufe der Weiterentwicklung werden diese von dir abfallen.

Wenn die göttliche Wirklichkeit das zentrale Ziel deines Lebens geworden ist, dann wird die Welt für dich zu einem Bereich, in dem du die Gottheit erfahren kannst.

Swami Omkarananda




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