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ZWEIMONATLICH

Jahr 56

OFFIZIELLES ORGAN DES
DIVINE LIGHT ZENTRUMS
8400 WINTERTHUR SCHWEIZ




Mai/Juni 2021

  

INHALT

Texte aus Ansprachen und Gesprächen von

 


blumen

Im Alltag hegen die Menschen Liebe zueinander, doch ist diese immer mehr oder weniger auch von Selbstsucht und Abneigung begleitet. Manchmal mag man den anderen, manchmal nicht. Das jedoch ist nur eine bedingte Liebe, die keine Wunder wirken kann.

Ersetze eine solche nur menschliche Liebe durch eine Liebe, die folgende Merkmale hat:

Sie gilt Gott im anderen, ist deshalb wahre Liebe und infolgedessen höchste Anbetung, von völligem Vertrauen beseelt.

Swami Omkarananda


Wirkliche Freude ist eine vollkommen unabhängige Freude. Sie wird nicht durch den Gebrauch der menschlichen Sinne hervorgerufen. Sie ist nicht das Ergebnis der Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. Sie ist von allem unabhängig und bedingungslos. Man kann sie überall und jederzeit haben, ohne einen Finger zu rühren oder irgendwohin gehen zu müssen, ohne etwas sehen oder berühren zu müssen.

Diese Freude ist wirkliche und ewige Glückseligkeit. Wenn dann der alte, abgenutzte Körper wegfällt, ist es diese Freude, die bestehen bleibt. Diese Freude oder Glückseligkeit ist das wahre Wesen deiner unzerstörbaren inneren Wirklichkeit, des Bildnisses Gottes, des Selbst in dir.

Es ist meine Freude, die unendliche Freude, die ich dir gebe.

Meine Freude ist unermesslich und unauslotbar, und sie wird da sein, wo immer ich auch bin. Sie ist identisch mit meinem Sein und Bewusstsein: Sat Chit Ananda.

Sie ist vollkommen unabhängig und unbedingt: deshalb habe ich diese Freude unter allen Umständen, Tag und Nacht.

Diese Freude gebe ich dir.

Der Preis dafür und die Fähigkeit, diese absolute göttliche Freude zu genießen, ist Reinheit des Herzens.

Bewahre und vermehre diese Reinheit. Beschäftige dich freudig mit Arbeiten und Diensten, die du Gott weihst.

Die Freude, die ich dir gebe kannst du genießen, ohne etwas Wertvolles zu besitzen, ohne etwas Köstliches zu essen.

Es ist einfach eine Freude, die absolut unabhängig, an nichts gebunden und durch nichts bedingt ist.

Swami Omkarananda


Das vedische Konzept ist universal

Wir sagen nicht, dass wir Inder sind und deshalb nur die indischen Inkarnationen Gottes verehren. Für uns sind sowohl Christus, Rama, Krishna und Buddha große Manifestationen des Göttlichen. Sie sind für uns Offenbarungen der ewigen Wahrheit.

Ein wahrer Hindu ist eine universale Person. Er hat keinen Streit mit anderen Religionen. Für ihn gibt es keine fremden Götter. Jeder Gott, gleich welcher Religion, ist für den Hindu sein eigener Gott.

Natürlich gibt es auch in Indien Fanatiker, die sagen: „Rama, aber nicht Krishna ist mein Gott!“ oder umgekehrt. Diese Leute schaffen Schwierigkeiten, doch sind sie keine wahren Hindus.

Der Hinduismus als solcher ist etwas Universales, er lebt von universalen Einsichten. Es ist eine Schande für einen Hindu zu sagen: „Ich bin ein Inder!“ Er ist nämlich ein universaler Mensch, der sich der ganzen Menschheit zugehörig fühlt.

Es ist auch eine Schande zu sagen: „Krishna allein ist der größte Gott! Christus ist nur zweitrangig!“, und so weiter. Man muss beide gleichermaßen verehren, denn die Verehrung beider führt zur Erfahrung der Wahrheit.

Krishna, Jesus, Rama oder Buddha waren nicht die letzten Inkarnationen Gottes. Es gab vor ihnen welche, und andere werden ihnen folgen.

Es sind sogar jetzt in unserer heutigen Zeit Inkarnationen Gottes mitten unter uns.

Auch Christus wird noch einmal kommen. Und auch das wird nicht das letzte Mal sein. Danach kommt er noch einmal, immer wieder – endlos, solange die Schöpfung existiert. Er muss einen Körper annehmen, wenn die Zeit es notwendig macht.

Und wenn wir Augen haben zu sehen, werden wir erkennen, dass alle Menschen Inkarnationen Gottes sind – sie sind seine Schöpfung, und Gott weilt in ihren Herzen. Zusammenfassend kann man sagen: Als Sohn hat Christus alle Charakteristika des Vaters. Wir sind alle Söhne des Göttlichen. Wir könnten Christus selbst sein, wenn wir wollten. Und es weilt nicht nur ein Christus unter uns.

Wir müssen unsere Intelligenz entwickeln, unsere Bereitschaft, diese Inkarnationen Gottes zu erkennen, zu verstehen und ihnen nachzufolgen.

Wie kann man dieses absolute, ewige, unendliche, unfassbare, unsichtbare, allvollkommene Licht im täglichen Leben erfahren, ganz bewusst im Wachzustand?

Wie ist es möglich, Gott ganz bewusst zu erfahren?

Dazu gibt es viele Methoden.

Die unendliche, ewige, vollkommene, unsichtbare, unfassbare Wirklichkeit aller Wirklichkeiten ist auch barmherzig und nimmt von Zeit zu Zeit eine menschliche Gestalt an, um den Menschen zu helfen. Diese menschliche Gestalt bezeichnet man als Inkarnation Gottes.

Dasselbe, was wir im Tiefschlafzustand als zeitlose, raumlose Freude und unendlichen Frieden unbewusst erfahren, ist eine allgegenwärtige, unendliche, ewige, absolute, unfassbare Wirklichkeit.

Niemand kann diese Wirklichkeit in objektiver Weise erfahren, als Objekt, als Gegenüber; man erfährt sie nur dadurch, dass man eins mit ihr wird – wie im Tiefschlafzustand!

Obwohl diese Wirklichkeit weder Augen noch Ohren hat, obwohl sie zeitlos, raumlos, ohne Name und Form ist, hört und sieht und weiß sie doch alles. Sie nimmt alles gleichzeitig überall wahr.

Diese Inkarnationen Gottes oder der Göttlichen Mutter helfen den Menschen durch ihr Vorbild und ihre Botschaft.

Wenn wir ihren Lehren und ihrem Vorbild folgen und sie in die Tat umsetzen, können wir die Erfahrung des Ewigen und Unendlichen erlangen.

Große Seelen, Inkarnationen Gottes, tief berührt vom Leid anderer, zeigen den Menschen den Weg zu Gott.

Diese göttlichen Inkarnationen zeigen uns, welche Eigenschaften, welche Kräfte, welches Wesen dem Unendlichen und Ewigen zu eigen sind. Sie zeigen uns, dass das Göttliche als unendliche Liebe, unendliche Weisheit, Schönheit und Güte überall zugegen ist.

Auch Mystiker und Weise sind Verkörperungen des göttlichen Wesens, der göttlichen Stille, des göttlichen Friedens, der göttlichen Güte, der göttlichen Unabhängigkeit und Souveränität.

Gott braucht einen Repräsentanten. Der Kaiser kann nicht in unser Haus kommen. Er schickt einen Botschafter. Und dieser Botschafter muss alle Vollmachten des Kaisers haben. Die Inkarnationen Gottes sind die Botschafter Gottes. Es sind Heilige, Weise, die in Einheit mit Gott leben. Solche Repräsentanten leben hier auf der Erde, in der Welt von Raum und Zeit, wo die Menschen sie sehen und mit ihnen sprechen können, wo die Menschen dem sichtbaren Gott durch die Arbeit ihrer Hände dienen können.

Der Guru

Wenn der Guru eine göttliche Inkarnation ist und dieselben Eigenschaften wie Gott hat, dann ist er ein wahrer Guru, andernfalls nicht! Ein solcher ist dann bestenfalls wie ein Lehrer an der Schule oder vielleicht wie ein Professor, aber kein Guru!

Der Guru ist endlose Barmherzigkeit und Liebe. Er hat Platz für alles. Du kannst auf den Guru schimpfen und ihn verleumden – er hat Platz dafür! Er verwirft dich deshalb nicht. Du kannst dem Guru untreu sein – er hat Platz dafür! Er wird nie sagen, dass du ihm untreu warst. Das ist das Wesen des Guru!

Der Guru soll in seinen Eigenschaften dem Göttlichen ähnlich sein. Nur so ein Guru ist eine wahre Hilfe.

Was haben all die billigen Gurus der modernen Welt den Menschen zu bieten? – Können sie ein Licht anbieten, das größer ist als das Licht der Upanischaden? Sie stehlen ihr Wissen und ihre Methoden stückchenweise aus den existierenden Schriften, und verteilen sie halb verdaut an die Leute.

Gottes Weisheit ist allgemein zugänglich. Sie ist für alle da! In den heiligen Schriften ist alles enthalten. Darin sind endlose Pfade, endloses Wissen und endlose Weisheit enthalten. Tantra, Mantra, Yantra, Yoga – alles ist da! – Aber Wissen und Weisheit sind nicht zum Verkauf gedacht. So etwas gibt es nicht! Ein käufliches Wissen ist kein Wissen. Einige halten es geheim, um es attraktiver für die potenziellen Käufer zu machen. Ein solches Wissen kann nicht wahrhaftig zur unendlichen und ewigen Glückseligkeit führen. Es heftet dich an ein nur vorgestelltes Licht, aber vereint dich nie mit der grenzenlosen Liebe und dem Licht Gottes.

Der Guru soll der Menschheit den Weg zeigen. Er ist ein Wegweiser an der Straße zu Gott, ein Wegweiser, der aber nie sagt: „Hänge dich an mich! Ich allein kann dir die Freiheit geben!“

Der wahre Guru lässt dem Gottsuchenden grenzenlose Freiheit und erlaubt dessen inneren Kräften freie Entfaltung und Entwicklung. Der wahre Guru macht den Schüler selbst zum Guru. Das ist das Wesen des Gurus. Er sieht keinen Unterschied zwischen sich und dem Schüler. Er stellt sich nicht über den Schüler. Das gibt es nicht!

Der Guru, der auf einem fantastischen Sessel sitzt, der aussieht wie ein Königsthron, ist ein Guru, bei dem das Ego regiert. Braucht er diesen Thron, um seine Größe zu zeigen, seine Heiligkeit? – Es ist das Ego, das den Thron braucht, um seine eigene Größe hervorzuheben. Ein wahrer Guru braucht so etwas nicht.

Der Guru ist ein fantastisches, namenloses, gestaltloses Licht; er ist Liebe, Schönheit, ewiges Leben und grenzenlose Weisheit. Er liebt alle und alles. Er macht keinen Unterschied zwischen sich und anderen.

Wenn ein Guru sagt: „Hänge dich an mich, ich bin der einzige und richtige Weg!“, dann irrt er. Wenn er sagt, er vermittle die einzige Weisheit, dann irrt er wieder. Ein solcher Guru führt seine Schüler in die Irre.

Buddha ist ein besonderer Typus; er fällt unter keine allgemeine Norm

Er ist den Weg der Erkenntnis gegangen, abstrakter Erkenntnis, nicht den Weg einer reichhaltigen, fundamentalen Erkenntnis.

Wie verhält es sich in meinem Fall? – Ich denke an Gott als eine Mutter, die bei mir steht, als Vater, der mit mir geht, der mit mir isst und trinkt.

Unsere Beziehung zu Gott kann vielseitig und reichhaltig sein, sie muss nicht notwendigerweise abstrakt und isoliert sein wie in einer rein intellektuellen Annäherung an Gott, in der man alles ablehnt und verneint, die Welt als Illusion abtut und von Gott als dem absoluten Nichts spricht.

All das gilt nicht für mich.

Du bist ein Kind Gottes

Wenn deine Unwissenheit einmal beseitigt ist, wirst du Wundern gegenüberstehen.

Shankara kann dir keine andere Weisheit geben als die, die in meinem Herzen verborgen ist. Ich bin er und er ist ich. Shankara und Omkarananda sind ein und derselbe: ein Licht, eine Wahrheit, eine grenzenlose Erkenntnis.

Ich lebe als das Königreich des Himmels, nicht als ein Körper, nicht als ein Objekt im objektiven Universum, ein Objekt unter vielen Objekten.

Es ist dein Schicksal, deine Bestimmung, Gott zu sein. Es ist Gottes Aufgabe, aus dir einen Gott zu machen. Vielleicht hat Gott einen Fehler gemacht. Er hat dich und alle Wesen und Menschen erschaffen – all die endlichen, begrenzten Wesen.

Gott ist ein unendliches Wesen. Weil er dich erschaffen hat, hat Er eine für dich unnatürliche Situation geschaffen, denn du stammst vom unendlichen Gott ab. Deshalb wirst du keine Ruhe und keinen Frieden finden, solange du deine angestammte Unendlichkeit nicht wieder zurückerlangt hast. Und Gott muss bei dir bleiben und dir auf deinem Weg dahin helfen.

Es ist also deine unausweichliche Bestimmung, das Unendliche wiederzuerlangen, das ewige Leben zurückzugewinnen, egal, ob Christus je gelebt hat, egal, ob es die Bibel gibt oder nicht, egal, ob es Swami Omkarananda gibt oder nicht.

Und es ist Gottes Bestimmung, bei dir zu bleiben als Gnade, als Liebe, als Erleuchtung, als Wissen, als Bibel, als Christus, als Swami Omkarananda, um dir zu helfen, das ewige Leben zu erlangen.

Es gibt keine andere Lösung für die Probleme des Lebens!

Es ist nicht alles vorbei, wenn du stirbst, das heißt, wenn du diesen Körper ablegst und verlässt.

Es ist Unsinn und nutzlos, Selbstmord zu verüben, und es ist keine Lösung für die Fragen des Lebens. Der körperliche Tod ist keine Lösung. Man entkommt den Problemen nicht, denen man dadurch entgehen will.

Das Leben selbst ist ein großes Fragezeichen. Nur das Unendliche ist die Lösung für alle Lebensprobleme. Die einzige Lösung für den Menschen liegt in der Erkenntnis seiner Göttlichkeit. Solange du menschlich bist, wirst du keine Ruhe haben, auch nicht wenn du stirbst.

Du wirst in einem anderen Körper wieder erwachen. Es ist eine endlose Kette von Geburt und Tod.

Können wir das Leben nach dem Tod wissenschaftlich beweisen? – Ja, wir können es, aber nicht mit dieser Wissenschaft, die selbst dem Bereich der Unwissenheit und Dummheit angehört.

Mit dieser Wissenschaft können wir gar nichts beweisen, denn sie ist auf beiden Augen blind.

Seit mindestens 400 Jahren hat die heutige Wissenschaft einen ungeheuren Aufschwung genommen. Doch trotz Raketen und Mondlandung ist die Wissenschaft grob und primitiv geblieben. All das bedeutet nichts, hat keinen Wert.

Wie gewaltig sich die Wissenschaft auch entwickeln mag, ist sie doch bedeutungslos im Vergleich zur Intelligenz, die im göttlichen Bewusstsein in dir verborgen liegt.

In diesem Bewusstsein kannst du die Vergangenheit und die Zukunft sehen, alle deine früheren und zukünftigen Leben betrachten.

Es gibt in Indien Bücher, die Nadis genannt werden. In diesen Büchern, die vor Tausenden von Jahren von Weisen geschrieben wurden, ist alles aufgeschrieben, was sich in Zukunft ereignen wird.

Das Bewusstsein ist in der Lage, das vergangene Leben und die Zukunft von jedem einzelnen zu sehen. Was für eine Wissenschaft ist das? Kann die heutige Wissenschaft das? Kann die Wissenschaft Bewusstsein erzeugen?

Die empirische Wissenschaft verwechselt die groben physischen Empfindungen mit Bewusstsein. Sie denkt, dass die Gehirnzellen Bewusstsein erzeugt hätten. Das ist Unsinn!

Trotz der neuesten und Aufsehen erregenden Entdeckungen und Leistungen der Wissenschaft bleibt sie mit ihren Forschungen dennoch einer primitiven Ebene verhaftet.

Sie kann niemals ein Ersatz für das Bewusstsein mit seinen unendlichen Fähigkeiten werden, den unendlichen Fähigkeiten des göttlichen Bewusstseins im Inneren.

Es gibt nichts Größeres als das, was in dir ist

Das ist eine Tatsache. Es ist die Wahrheit. Ein unendliches Bewusstsein ist in dir.

Heutzutage werden Hunderte und Tausende Bücher digital gespeichert. Auf kleinstem Raum haben gewaltige Datenmengen Platz.

Millionen von Büchern sind in deinem Bewusstsein gespeichert. Alle Universen, die es gibt, befinden sich in deinem Bewusstsein. Dein Bewusstsein kann sich unendlich ausdehnen. Es enthält alles in sich.

Wie die alten Griechen schon sagten, ist der Mensch Mikrokosmos, der den ganzen großen Makrokosmos enthält.

Es ist eine Täuschung, die dir sagt, es gäbe ein materielles Universum außerhalb von dir. Das ist Unwissenheit.

Wenn du einst die Fähigkeit erlangt hast, dich in dein eigenes Bewusstsein zurückzuziehen, wirst du sehen, dass das ganze große Universum nur ein kleines Staubkorn im unendlichen Raum deines inneren Bewusstseins ist.

Deinem wahren Wesen nach bist du der Mikro- und der Makrokosmos. Du bist die Unendlichkeit. Dein eigenes Bewusstsein wird dir das offenbaren.

Nur das grenzenlose Bewusstsein ist Glück. Glück ist ein unveräußerlicher Bestandteil des Bewusstseins. Dieses Glück ist selbst Schönheit; es ist Liebe, es ist Weisheit, es ist das Wesen Gottes; es ist Gott selbst.

Der Name Gottes ist unendliche Glückseligkeit. „Herr, in deiner Gegenwart ist die Fülle der Freude“, sagt die Bibel. Gott ist die Fülle der Freude: „Das bin ich. Das esse ich. Das atme ich ein. Das ist mein Glück und mein unendlicher Friede.“

Was ist Chit? Was ist Ananda? – Chit ist dasselbe wie Ananda. Chit ist unendliches Bewusstsein, und in diesem Bewusstsein ist Ananda – unendliche Glückseligkeit.

Das Bewusstsein in dir, das unendliche Bewusstsein, das Bewusstsein hinter deinem Bewusstsein – dieses Bewusstsein ist unendlich, ist Glückseligkeit, ist Friede, ist Schönheit und Liebe, ist Vollkommenheit und Weisheit und höchste Vernunft. Es ist die schöpferische Kraft, aus der alle Dinge hervorkommen. Es ist die Basis aller Erfahrungen.

Du brauchst keine Welt,

kein Universum, um glücklich zu sein

Wenn die ganze Welt ein wunderbares Paradies wäre, könnte das meiner Freude nichts hinzufügen – nicht ein bisschen! Meine Vollkommenheit ist vollständig. Ich brauche keine zehntausend Paradiese zu erschaffen, um etwas mehr Freude und Glück zu genießen. All das kann meine Glückseligkeit nicht vermehren.

Ob ich Asche auf meinem Teller habe oder die köstlichsten Speisen – es macht keinen Unterschied für mich. Ob ich vierzig Tage hungere oder vierzig Monate, ob ich esse oder nicht – es ist das Gleiche.

Das Glück in mir ist vollständig. Das Leben in mir ist vollständig.

Ich bin, was ich behaupte.

Ich kann es beweisen. Was ich sage ist meine Erfahrung, keine Theorie. Ich kann jede Herausforderung annehmen und zeigen, dass das, was ich sage, die Wahrheit ist.

Mystiker sind keine Schwätzer, die reden ohne zu wissen, ohne die Wirklichkeit dessen, wovon sie sprechen, zu kennen.

Wenn Kant über das „Ding an sich“ spricht, ist das seine Theorie, seine Vermutung oder auch eine logische Schlussfolgerung; aber er erfährt es nicht.

Ein anderer Philosoph wird eine andere Behauptung aufstellen. Das sind alles Dummheiten, nicht Wirklichkeiten.

Verglichen mit wahren Mystikern sind Kant, Goethe und Shakespeare kleine Kinder, die vor sich hin plappern.

Mystiker sind das Herz Gottes. Wenn sie sagen, dass sie überall sind, dann ist das in wörtlichem Sinn wahr. Wenn sie sagen, dass sie hier sind und für immer hier sein werden, dann ist das so.

Es ist eine organische Wahrheit, wenn ich sage, dass ich der Gottheit von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehe. Das ist eine Wirklichkeit, kein Wunschdenken. Ich arbeite nicht mit Wünschen.

Wünsche kommen und gehen. Wünsche sind die Bürde eines jeden Menschen.

Ein Mensch der Wahrheit ist eines mit allen

Ein Mensch der Wahrheit arbeitet mit Fakten und Wirklichkeiten.

Wenn er sagt, Christus und Shankara sind ein und dasselbe, dann ist das eine wörtliche Wahrheit. Und er kann sie beweisen.

Wenn er sagt, es gibt ein unvergängliches Bewusstsein in dir, dann ist das eine fundamentale Tatsache, die heute, morgen und für alle Ewigkeit wahr ist.

Im Bewusstsein gibt es unendlich viele Dinge. Bewusstsein ist Friede, Vollkommenheit und eine Kraft in sich selbst.

Bewusstsein ist unendliche Kraft. Es ist Schönheit, Poesie, Kunst, Wissenschaft, Vernunft, Reinheit, Schweigen, Absolutheit, Ewigkeit.

Wo schläft Swami Omkarananda? – Er schläft im Schoß der Ewigkeit! Was steht auf, wenn er aufsteht? – Die Unendlichkeit! Was bewegt sich, wenn er sich bewegt? – Das Herz der selbstlosen Liebe, die Gegenwart des Göttlichen!

Das ist das Wesen eines Sannyasi! Er ist nicht der Körper, in dem er lebt. Er ist nicht die Worte, die er spricht. Er ist nicht der Intellekt, den er benutzt. Er ist nicht das Ego, das er einsetzt, um bestimmte Aufgaben in dieser Welt zu vollbringen. Er ist nicht die Individualität.

Er ist nicht ein Ding unter vielen Dingen, ein Körper unter vielen, ein Individuum unter unzähligen. Er allein ist unvergänglich, immer glücklich, immer von Frieden erfüllt, unerschütterlich, ohne Wünsche, ohne Probleme.

Ohne dass er es nötig hätte, kümmert er sich um die Probleme aller anderen und ist geschäftig wie eine tüchtige Mutter, die für ihre Kinder sorgt.

Er selbst jedoch hat kein Verlangen nach irgendetwas. Er braucht nichts für sich selbst. Er ist ein Asket. Er hat keine Angst vor dem Tod oder vor Nervenzusammenbrüchen. Weder das eine noch das andere gibt es für ihn. Es gibt kein Schicksal, keinen Raum, keine Umstände für ihn – er steht immer über allem.

Das ist das wahre Wesen eines Sannyasi oder eines Swami, einer Person mit totaler Hingabe an Gott, eines wirklichen, praktischen Philosophen.

Er ist ein Philosoph, aber nicht im akademischen Sinn, sondern ein Philosoph, der in dem verwurzelt ist, was unvergänglich und unwandelbar ist, dessen Erkenntnisse aus dem Unvergänglichen kommen und die deshalb immer gültig sind.

Er ist ein Advaita-Vedantin. Er glaubt an einen Gott, an die eine Wahrheit, die eine Wirklichkeit. Seine Vernunft stammt aus dieser Wirklichkeit.

Er ist ein rigoroser Metaphysiker. Er akzeptiert nichts, das nicht den Test der schärfsten Vernunft und des klarsten Urteils besteht. Er akzeptiert keine Gründe, die aus Halbwissen hervorgehen, die einmal gültig, unter anderen Umständen ungültig sind. Er fordert ein Wissen, das immer gültig und deshalb wirklich wissenschaftlich ist.

Das allein kann wissenschaftlich genannt werden, was unveränderlich ist, gültig unter allen Umständen und zu jeder Zeit.

Leider ist die Wissenschaft, wie wir sie kennen, auf vergängliches Wissen beschränkt, das sich immer wieder ändert.

Christus hat gesagt: „Ich bin die Wahrheit. Ich und der Vater sind eins.“

Wahrheiten wie diese sind Axiome, axiomatische Feststellungen, algebraische Formeln, die ewig gültig sind.

Ich bin hier, um dir ein Wissen zu vermitteln, das gültig ist und dich nie verlassen wird, ein Wissen, das für die Denker und Intellektuellen der Universitäten und Lehrinstitute schwieriger zu begreifen ist als für dich.

Du kannst spirituelle Wahrheiten viel besser verstehen als jene Denker, weil diese sich in die festen Mauern ihrer Vorurteile eingeschlossen haben.

Sie denken, dass das Wissen, das sie in Händen halten, das höchste ist, und dass es nichts Besseres geben kann, und dass alles, was nicht mit ihren Ansichten übereinstimmt, absurd, kindisch oder abergläubisch ist.

Aber natürlich gibt es auch Ausnahmen unter den Professoren, sensitive Leute, die ernsthaft nach ein wenig echtem Fortschritt und Erleuchtung streben, auch wenn sie es nicht öffentlich zugeben.

Es ist die Pflicht eines Swami, allen interessierten und qualifizierten Suchern die Schätze Gottes zu vermitteln.

„Wir beten jetzt zum allgegenwärtigen, allsehenden, allbeschützenden, allliebenden Gott, uns allen mehr Weisheit, größere Vernunft, eine unterscheidende Intelligenz zu geben, die in der Lage ist, die Dinge klar zu sehen; wir bitten Ihn, uns Meisterschaft über das Leben und seine Umstände zu schenken.

Möge die Gnade Gottes uns allen ein friedvolles Herz gewähren, das fähig ist, über den Versuchungen und Prüfungen des Lebens zu stehen.

Möge die Gnade Gottes unseren Willen stärken, unsere Intelligenz erleuchten, durch unsere Hände arbeiten, unser Leben mit Gottes Güte, seinem Frieden, seiner Schönheit und Kraft erfüllen.

Mögen wir frei sein von Illusionen und Täuschungen. Mögen die Horizonte der Erkenntnis sich ausdehnen. Möge das Göttliche bei uns bleiben und wie unser Schatten mit uns gehen.

Tatsächlich ist das Göttliche das Herz unseres Herzens, das Leben unseres Lebens, die Seele unserer Seele, das Bewusstsein unseres Bewusstseins, das unendliche Bewusstsein.“

Es ist die Gnade Gottes, die uns bereits empfänglich für die göttliche Gegenwart gemacht und unseren Erfahrungshorizont erweitert hat.

Lasst uns deshalb versuchen zu verstehen, welche Schritte wichtig sind, um eine noch höhere geistige Erfahrung zu erlangen.

Der erste Schritt besteht im Nachdenken

Auf diesem Pfad, diesem großartigen, göttlichen Pfad der spirituellen Entwicklung besteht der erste Schritt im ausdauernden, tiefen und vielseitigen Nachdenken über Sinn und Bedeutung des Lebens, über das Wesen des Seins im Allgemeinen, über Vergangenheit und Zukunft des Lebens sowie insbesondere über das Wesen der Wahrheit oder Gottes.

Durch Nachdenken können wir das Wissen über uns selbst, die Welt und die Wirklichkeit, die sich in und hinter dieser Welt verbirgt, erweitern und vertiefen; durch vertieftes Nachdenken können wir mehr über uns und die umgebende Welt erfahren, unser eigenes Wesen und das Wesen der Welt zu ergründen versuchen.

Der erste Schritt besteht deshalb darin, mehr und tieferes Wissen zu erwerben, und zwar nicht allein durch Nachdenken, sondern indem man sich auch mit dem befasst, was die Größten unter den Menschen, jene mit Intuition und vollkommener Begabung Ausgestatteten durch ausdauerndes und intensives Bemühen oder auch durch Offenbarung entdeckt haben.

In diesem Prozess des Fragens und Forschens, der unsere Intelligenz reicher macht, vertieft sich nicht nur unsere psychologische Selbsterkenntnis, sondern wir erhaschen auch Einblicke in das, was dahinter liegt. Es ist also recht, wenn wir unsere eigene Psyche einer Prüfung unterziehen, unsere unterbewusste und unbewusste Seite erforschen, unsere Ziele, zentralen Neigungen und Zwänge entdecken

Aber das genügt nicht. Es ist wichtig und wesentlich, dass wir auch über das Wesen, den Ursprung und das Ende des Universums nachdenken sowie über den Sinn und Zweck der Schöpfung im Allgemeinen.

Schließlich gelangen wir auf diesem Weg zur Kontemplation über die Wahrheit oder Gott.

Diese zweifache Methode des Nachdenkens – über uns selbst und das uns umgebende Universum einerseits, sowie über die Wahrheit andererseits – muss eine genügend lange Zeit praktiziert werden, und zwar solange, bis uns die ganze Bedeutungstiefe unseres eigenen Seins und Daseins sehr klar geworden ist und unser Denken völlig von allem Täuschenden und Irreführenden frei ist. Dann erst beginnen wir, uns selbst zu verstehen. Wir sehen, dass wir in jeder Richtung begrenzt sind, dass in uns ein unaufhörlicher Kampf tobt mit dem Ziel, allen Begrenzungen zu entkommen, die hindernden Fesseln, die uns angelegt sind, zu zerreißen, um wahres Glück, wahren Frieden, wahre Vollkommenheit und Kraft zu erlangen.

Wir alle kennen die Sehnsucht nach mehr Glück, nach dauerndem Glück, nach Frieden und Sicherheit, nach Unsterblichkeit und einem Leben, das frei ist von Disharmonie, Stress und allen Arten von Tragödien.

Wir alle wollen Meister unser selbst und unserer Umgebung sein, und wir sehnen uns nach immer mehr Wissen, Erkenntnis und Schönheit.

Es sind diese grundlegenden zentralen Antriebe in unserer Veranlagung, die im durchschnittlichen menschlichen Individuum in all ihren entstellten und verdrehten Formen ihr Spiel treiben, anstatt dort ihre Erfüllung und Vollendung zu suchen, wo diese zu haben sind.

Die grundlegende Sehnsucht nach Wissen, Schönheit, Harmonie, Freiheit, Vollkommenheit und Kraft drücken sich beim Durchschnittsmenschen als das Muster des täglichen Lebens und Strebens aus.

Und dieses Muster ist voll von erstickenden und frustrierenden Begrenzungen.

Nun fragen wir uns, warum diese zentralen Neigungen überhaupt im menschlichen Individuum zu finden sind. Und woher kommt diese unerfüllbare Sehnsucht nach Glück, Frieden, Freiheit, Schönheit, Wissen und Todlosigkeit? – Der Grund dafür ist, dass Gott selbst als das Bewusstsein hinter unserem Bewusstsein in uns wohnt. Er ist das, was die Seele unserer Seele ist, das was man den unbegrenzten, unbedingten, absoluten und unendlichen Gott nennt.

Dieser Gott erhält uns, drückt sein Wesen durch uns aus. Er versucht, dem Individuum eine vollständige Erfahrung seines eigenen göttlichen Wesens zu gewähren.

Was ist das Wesen dieses Gottes, der der Atem unseres Atems ist?

Sein Wesen ist unendlicher Friede, absolute Kraft, unendliche Freiheit, unendliches Licht, unendliches Bewusstsein, unendliche Erkenntnis, unbegrenztes, zeitloses Leben.

Deshalb also finden wir auf der psychologischen Ebene der menschlichen Erfahrung diese Neigung zu Frieden, Glück, Freiheit, Unsterblichkeit etc.

Weil Gott unendliche Fülle und unendlicher Reichtum ist, besteht im menschlichen Individuum die Tendenz, Dinge zu erwerben und zu besitzen.

Die Tendenz nach immer mehr

Das Kind will immer mehr und besseres Spielzeug. Der Geschäftsmann häuft immer mehr Reichtum an. Der Arzt möchte gern ein berühmter Arzt sein. Der gewöhnliche Mensch hätte gern mehr Dinge, die er sein Eigentum nennen kann.

Diese auf Erwerb gerichtete Tendenz im Menschen ist sehr aktiv.

Der Gelehrte ist süchtig nach mehr Wissen. Der Diktator hat einen Machtrausch und bringt ein Land nach dem anderen unter seinen Einfluss. Die schöne Blondine wäre gern die Allerschönste. Einem starken Mann ist seine Stärke noch nicht genug: Er will noch stärker sein.

Diese Tendenz nach immer mehr, mehr zu sein, mehr zu erwerben und mehr zu besitzen ist universal. Aber wenn diese Tendenz auf die materielle Existenz beschränkt wird, sitzen wir in der Falle.

Wenn wir aber diese Neigung auf das Unendliche, das Göttliche richten, dann werden sich die ursprünglichen Eigenschaften des göttlichen Bewusstseins offenbaren.

Unterscheidungskraft, Weisheit und eine höhere Sensitivität sollten einem Menschen sagen: Ein Haus ist genug, ein Auto ist genug, ein komfortables und anständiges Leben reicht mir.

Hat man das erreicht, sollte die auf Erwerb ausgerichtete Tendenz im Menschen eine andere Richtung nehmen.

Der Mensch hat Liebe und Weisheit in seinem Herzen, aber beide sind zu klein. Er sollte sich größere Weisheit und mehr Liebe aneignen. Er sehnt sich nach Vollkommenheit, also sollte er danach streben, selbst vollkommener zu werden. Er sollte seine auf Erwerb ausgerichtete Tendenz auf den Gewinn von mehr Wissen, von höherem Wissen einsetzen, zur Entwicklung von moralisch-seelischen Eigenschaften, zur Entfaltung der Eigenschaften des inneren Bewusstseins.

Die Entwicklung der Fähigkeiten des inneren Bewusstseins, von Liebe und Weisheit – das ist wirklicher Gewinn.

Stirbt der Mensch einmal, was nützen ihm dann seine Häuser und Bankkonten? – Nichts wird ihm folgen!

Aber seine Liebe, sein Wissen, seine Hingabe, seinen Glauben und seine Güte kann er mitnehmen, wohin er auch gehen wird.

Äußerer Reichtum muss dazu genutzt werden, um die inneren Reichtümer zu entdecken.

Eine andere menschliche Tendenz ist die Tendenz der Selbsterhaltung

Niemand will sterben. Jedermann fürchtet sich vor dem Tod. Aber alle lieben das Leben!

Um das Leben zu bewahren, betreiben wir den ganzen Aufwand unseres Daseins.

Der Selbsterhaltungstrieb ist sehr stark. Wir essen, um zu leben. Wir schlafen, um zu leben. All unsere Aktivitäten gruppieren sich auf eine Art um diesen Selbsterhaltungstrieb.

Wir wollen nicht altern. Wir versuchen, den Alterungsprozess hinauszuschieben und wollen immer jünger erscheinen als wir sind.

Wenn wir diese Tendenz nicht in eine höhere Richtung lenken, und zwar unter der Führung unserer Kraft des Nachdenkens und unserer Weisheit, dann finden wir uns als Opfer dunkler Kräfte wieder in einer Falle!

Wenn wir auch nur versuchen würden, diese Neigung der Selbsterhaltung in eine höhere, wahrere Richtung zu lenken, dann würden wir verstehen, dass sie eine Perversion ist, eine Verdrehung des aus sich selbst existierenden, sich selbst genügenden Wesens unseres inneren Bewusstseins, des Gottes in uns, der unser wirkliches Sein ist, der wir unserem innersten Wesen nach selbst sind.

Dieses innerste Wesen ist unsterblich, unzerstörbar. Es ist das Eine ohne ein Zweites, allmächtig, unsterblich, es kann nicht vernichtet werden. Es gibt keine Kraft, die sich ihm entgegenstellen könnte.

Weil es unsterblich, unzerstörbar, sich selbst erhaltend, alles enthaltend ist, haben wir auf der psychologischen Ebene diese Krankheit, unsere belanglose, vergängliche äußere Form – den physischen Körper – verewigen zu wollen.

Dabei handelt es sich um eine Entstellung der ursprünglichen Bedeutung dieser Tendenz in uns, denn wir können uns nur dann wirklich und für immer bewahren und erhalten, wenn wir das unsterbliche, unzerstörbare Sein in uns erfahren.

Eine weitere Tendenz in uns ist die Sehnsucht nach Einheit

Es gibt diese Tendenz in sozialen Gruppen oder zwischen zwei Menschen: die Sehnsucht nach Einheit, Harmonie, Gemeinschaft.

Metaphysisch gesehen ist die Quelle dieser Sehnsucht im Wesen Gottes zu finden, das Einheit, vollkommene Harmonie und deshalb Glück ist.

Alles befindet sich in diesem Einen, das Gott ist. Er ist der Eine in den Vielen, und die Vielen sind in dem Einen. Weil Er einer nur ist, weil Er identisch mit sich selbst ist, ist unendliche Harmonie in Ihm, sind unendliche Glückseligkeit und Schönheit in Ihm.

Dieses wesentliche Charakteristikum des göttlichen Bewusstseins in uns wird auf der psychologischen und menschlichen Ebene in eine große Anzahl unglückseliger Tendenzen pervertiert. Unfähig, die Einheit mit Gott zu erlangen, versucht der Mensch, alle Arten von körperlichen oder sozialen Formen von Einheit herzustellen, ohne aber je einen wirklichen Erfolg damit verzeichnen zu können, und das weder auf der politischen noch der menschlichen Ebene.

Viele Zivilisationen sind entstanden und wieder verschwunden. In der äußeren Welt können wir keine wirkliche Einheit erreichen.

Wir können im äußeren Bereich Einheit soweit wie möglich anstreben und von da aus als Grundlage die wirkliche Einheit – die Einheit mit Gott – zu erreichen versuchen.

Nur in der Einheit mit unserem inneren göttlichen Sein, unserem göttlichen Selbst, können wir vollständiges Glück und Sicherheit haben. Die menschlichen Erfahrungen zeigen sehr klar, dass Glück, das auf äußere Harmonie und Einheit gründet, immer prekär ist und keine lange Zeit anhält.

Die Tendenz, immer mehr Wissen anzusammeln

Täglich nimmt die Welt an Wissen zu. Wir wissen verblüffend mehr über das Universum, die Welt und die Natur als unsere Vorväter. Gleichzeitig aber werden unser Herz, unser Wesen und unsere Seele mit jedem Fortschritt an äußerem Wissen immer primitiver.

Wir scheinen uns durch unser Wissen selbst zu schaden, und unser Wissen scheint auch immer gefährlicher zu werden; es scheint uns sogar zerstören zu wollen.

Es gibt keine Möglichkeit, wirkliches Glück, Vollkommenheit oder Erleuchtung durch diese Art rastloser Suche nach mehr Wissen in der äußeren Welt zu erlangen. Dabei handelt es sich lediglich um eine Verdrehung der wesentlichen Neigung in uns, das göttliche Sein zu erkennen.

Deshalb müssen wir ein wenig weise sein und uns und unseren Weg nicht im verwirrenden äußeren Wissen verlieren.

Wir müssen diese Sucht nach immer mehr Wissen in die richtige Richtung lenken, indem wir Gott, das Sein unseres Seins, zum Objekt unseres Wissens und Erkennens machen. Der beste und einzige Weg, alles zu wissen, ist Gott zu erkennen. Wenn wir Gott kennen, kennen wir auch alles Übrige.

Aber wenn wir uns abmühen, alles Übrige zu kennen, verfangen wir uns immer mehr in der Unwissenheit bezüglich der Existenz Gottes, werden von Schwierigkeiten und Problemen überwältigt und verhindern so den weiteren Prozess unserer Suche.

Wir müssen dasjenige erkennen, durch dessen Erkennen wir alles übrige erkennen.

Erkenne Gott! Erkenne das, was das höchste Wesen in dir und überall um dich her ist, dann wirst du Allwissenheit erwerben, dann wirst du alles wissen und zwar direkt und unmittelbar.

Die Tendenz, glücklich sein zu wollen

Jeder Mensch will glücklich sein, und in seinem Streben nach Glück begeht er hundert Irrtümer. Er ist voller Unruhe und denkt, wenn er eine Reise rund um die Welt machen würde, wäre er glücklich und zufrieden. Während er unterwegs ist, hat er das Gefühl, glücklich zu sein; aber dann, wieder daheim, überfällt ihn von Neuem die Unruhe und er plant etwas anderes.

Jeder kann beobachten, wie sehr sich die Menschen anstrengen, um etwas Glück oder Vergnügen zu erhaschen und wie sie immer wieder frustriert werden und von vorne anfangen müssen. Viele heiraten, gründen eine Familie und hoffen auf das große Glück. Und was kommt danach? Werden sie wirklich glücklich? – Wir sehen, dass es keine einzige Seele gibt, die in und durch diese Welt wirklich glücklich geworden ist.

Wer weise ist, stürzt sich nicht in solche Aktivitäten, was aber nicht heißt, dass diese Art von Glück aus dem Leben verbannt werden sollte. Es heißt nur: Mache jedes Glück, das dir zufällt, sofort zum Ausgangspunkt, um wahres und bleibendes Glück zu finden. Versuche, deiner Sehnsucht nach Glück eine neue Richtung zu geben!

Wo finden wir unser wahres Glück? – Wir finden es in dem, was eine Unendlichkeit an Schönheit, Reichtum, Kraft, Vollkommenheit und Leben ist.

Wenn wir Gott zum Zentrum unseres Glücks machen, Ihn zum Ziel unseres Lebens bestimmen, dann wird unser Glück im täglichen Leben und auch das Glück in unserem inneren Wesen gesichert sein.

Die Sehnsucht nach dauerhaftem Frieden

Es gibt im menschlichen Individuum auch die Tendenz dazu, in einem unerschütterlichen Frieden zu leben.

Die meisten Menschen denken, sie könnten in den Bergen den ersehnten Frieden finden. Doch entschlüpft der Frieden ihrem Zugriff. Stattdessen scheint Ruhelosigkeit ihr Leben zu beherrschen. Frieden kann nicht in einer von Gegensätzen geprägten Welt von Raum und Zeit gefunden werden.

Die Suche nach Frieden in der äußeren Welt ist ein großer Irrtum. Friede können wir hier und jetzt haben, in uns selbst, in einem anderen Bewusstseinszustand, einem Zustand, in dem Gott die einzige Wirklichkeit ist, in dem wir die Erleuchtung der Gottgegenwart erfahren.

Gott allein ist vollkommener Friede. Sein Name ist unendlicher Friede. Ihn zu berühren, zu erkennen, zu fühlen, zu erfahren – das ist der Weg zum Frieden, das ist das Ziel des Lebens, das ist die Psychologie menschlichen Strebens, dessen metaphysische Grundlage damit ihren psychologischen Ausdruck findet.

Wenn sich all diese zentralen Antriebe oder Tendenzen zu einer einzigen Kraft des Strebens nach Vollkommenheit oder Gotterfahrung vereinen, dann wird das ganze Leben auf eine höhere, würdigere Ebene emporgehoben und in Kraft und Licht verwandelt.

Der nächste Schritt

Vom Nachdenken, das den ersten Schritt hin zur Erfahrung Gottes darstellt, gehen wir nun über zur nächsten Stufe eines wirklichen und allumfassenden Strebens, das die Ketten der Begrenzungen des Lebens, die uns gefangen halten, sprengen soll, das die physischen, emotionalen und mentalen Hindernisse auflösen soll.

Es soll ein Streben nach echtem Wachstum sein, einem Wachstum der Kräfte von Herz und Geist, von Wille und Seele; einem Wachstum, das den Frieden und die Glückseligkeit Gottes zu einem normalen Zug unseres alltäglichen Lebens macht; einem Streben, das die Ursache aller Irrtümer, Begrenzungen und allen Unglücks auflöst; einem Streben, das uns immer höhere Ebenen des inneren Bewusstseins und der Evolution erreichen lässt; einem Streben danach, Gott von Angesicht zu Angesicht zu erblicken und in seinen Vollkommenheiten zu leben, noch während wir auf dieser Erde weilen; einem Streben, das uns die Maske unserer menschlich-begrenzten Person abzulegen befähigt und dem Anspruch Geltung verschafft, als die Kinder Gottes, die wir sind, zu leben.

Ein weiterer wichtiger Schritt

Auf dem Pfad zur Vollkommenheit oder Gotterfahrung ist es ein weiterer wichtiger Schritt, dass wir universal werden, das heißt, dass wir die engen Grenzen unseres persönlichen Daseins auf alle und alles ausweiten und somit zur universalen Person werden, die alles Existierende umfängt.

Gott ist universal

Gott ist kosmisch und überkosmisch. Er ist in der Schöpfung enthalten und transzendiert sie dennoch zur gleichen Zeit. Er ist nur Einer. Er ist unbegrenzte Weite, vollkommenes Glück und vollkommener Friede. Er ist die homogene, alles durchdringende Essenz.

Wir können Ihn nicht wirklich erkennen, wenn wir nicht werden wie Er.

Unser Bemühen auf diesem Pfad ist es also, zu werden wie Er. Um Ihn erfahren und erkennen zu können, müssen wir versuchen, so universal zu werden wie Gott selbst es ist.

Die Situation, in welcher der Mensch sich befindet, ist ein Zustand großer Dunkelheit und Unwissenheit.

Deshalb sind die Menschen so unglücklich.

Wenn wir das Unendliche, das wir sind, begrenzen und endlich machen, ist das Ergebnis Unglück, Schwäche, Begrenzung an Wissen, Erfahrung und Leben.

Das menschliche Individuum ist das Unendliche in der Form eines endlichen Wesens. Diese Individualität ist ein Zustand des Leidens, der Unwissenheit, deshalb müssen wir versuchen, darüber hinaus zu gelangen.

Durch die Gnade Gottes, des Unendlichen, steigt in uns das Streben auf, größer zu werden als wir gegenwärtig sind.

Wir sollen aufhören, endliche, begrenzte Individuen zu sein. Wie können wir das zustande bringen? – Wir müssen universal werden, indem wir das entdecken, was in uns selbst und in der Gesamtheit alles Existierenden universal, transzendent und göttlich ist – eben jenen Faktor, der allen und allem gemeinsam ist.

Es gibt viele unterschiedliche Formen von Nasen, aber sie alle atmen dieselbe Luft. Die individuelle Form der verschiedenen Nasen spielt hier keine Rolle. Der Atem ist allen gemeinsam.

Wenn wir das gemeinsame Prinzip entdecken und verstehen, wird diese Entdeckung zu unserem Führer.

Das Nachsinnen über das, was allen gemeinsam ist, ist der erste Baustein im Prozess, der uns über unser abgekapseltes individuelles Dasein hinauswachsen und universal werden lässt.

Das, was wir gemeinsam haben, ist nur eines.

Die wertvollsten Dinge sind eines: Gott ist einer; das Leben ist eines; Bewusstsein ist eines; der Atem, der das Leben erhält ist einer nur. Und weil diese Dinge, die wir alle gemeinsam haben, das Wesentliche unserer Persönlichkeit ausmachen, sind wir unserem Wesen nach gegenseitig ineinander enthalten.

Jemanden zu verletzen heißt deshalb, sich selbst zu verletzen. Jemandem Wohlergehen zu wünschen heißt deshalb, sich selbst Wohlergehen zu wünschen.

Wir müssen also universal werden und die Tatsache anerkennen, dass der Lebensatem in uns derselbe ist wie in der Fliege oder im Vogel.

Wir müssen mit dem Licht und der Kraft der Vernunft entdecken, dass das Bewusstsein in allen anderen das gleiche Bewusstsein ist wie in uns, dass die Gottheit in allen Wesen die gleiche ist wie in uns.

Im Versuch, universal zu werden, müssen wir uns immer mehr des einen Lebens, das wir mit dem Rest der Schöpfung gemeinsam haben, bewusst werden. Wir müssen uns immer bewusster werden, dass das innerste Herz in uns auch das innerste Herz in allen Dingen und Wesen ist.

Von diesen ersten Schritten an werden die Gnade Gottes und höhere Formen der Kontemplation uns weiterführen, hin zu einem Zustand innerer Erleuchtung, in dem unser Herz von selbst erklärt: „Ich bin das Licht in den Sternen. Ich bin in den Vögeln und Tieren der Welt. Ich bin überall und zu allen Zeiten.“

Vergöttlichung

Von der Umwandlung unserer persönlichen Gefühle und Gedanken in universale Gefühle und Gedanken gehen wir einen Schritt weiter zur Vergöttlichung.

Was heißt das?

Die menschliche Erfahrung sagt: Alles ist Materie, alles ist weltlich, körperlich, irdisch. Das ist der Bericht der menschlichen Sinne.

Die Erkenntnisse und Ansichten, die in dieser Welt gewonnen werden, sind in anderen Erfahrungsbereichen nicht gültig.

Die Gnade Gottes und die Reinheit unseres Herzens entschleiern uns eine andere Welt der Erfahrung innerhalb dieser Welt der Begrenzungen, eine großartige göttliche Welt, eine zeitlose, unzerstörbare, allvollkommene Welt, die uns sagt, dass überall nur Gott allein existiert, dass alles göttlich ist.

Sie sagt uns weiterhin, dass wir im Grunde genommen geistige Individuen sind, die in sich die endlosen Kräfte und Möglichkeiten des göttlichen Wesens tragen.

Es wird uns gezeigt, dass sich die Gottheit in den Bäumen, den Menschen und in allem, was wir sehen und was uns begegnet, befindet, dass alle unsere Energien vom Göttlichen stammen, dass wir im Göttlichen und durch das Göttliche leben und dass das ganze Leben ein großartiges göttliches Phänomen ist.

Aus diesem Grund müssen wir alles vergöttlichen.

Wir müssen die Tatsache akzeptieren, dass der Atem göttlich ist, dass das Leben göttlich ist, dass die Erde heilig ist, dass wir uns im Göttlichen befinden, dass wir vom allsehenden Auge der allwissenden Gottheit beobachtet werden, dass wir von der allerhaltenden Essenz der höchsten Wirklichkeit erhalten werden.

Wir müssen ferner die Tatsache akzeptieren, dass es keinen Tod, keine Krankheit, keinen Missklang in unserem inneren Wesen gibt, dass die Quelle wirklicher Schönheit, wirklichen Friedens und Glücks in uns selbst liegt, dass wir hier und jetzt bedingungslose Glückseligkeit erfahren können, eine Glückseligkeit, die unabhängig ist von Menschen, Dingen und Emotionen.

Wir müssen die Menschen, die uns begegnen, als wirkliche Verkörperungen des göttlichen Seins anerkennen. Was immer ihre äußeren Merkmale sein mögen, es gilt die grundlegende Tatsache, dass der Gott, der in uns ist, derselbe Gott ist, der in ihnen, in jedem Einzelnen und überall ist.

Auch wenn wir jemandem mündlich widersprechen und ihn äußerlich gemäß seinem Status und den Umständen entsprechend behandeln, so können wir uns doch insgeheim in unserem inneren Herzen und Bewusstsein die Freude gönnen, mit dem Göttlichen in dieser Person in Kontakt zu treten.

Diese Vergöttlichung ist der wichtigste Schritt auf unserem Weg zur Begegnung mit Gott.

Meditation

Der nächste und letzte Schritt in unserer Bewegung hin zur Gotteserkenntnis ist die Meditation.

In einem Zustand wirklicher und echter Meditation befinden wir uns dann, wenn unser Bewusstsein vollkommen vom Körper und der Umgebung, von jedem Gewahrsein der Welt abgezogen und im strahlenden Licht, der Kraft, dem Frieden und der Freude der allgegenwärtigen Gottheit aufgegangen ist.

Wenn wir diese Art von Meditation Tag für Tag, Monat für Monat, vielleicht sogar jahrelang aufrechterhalten können, gelangen wir zu einer permanenten, allumfassenden göttlichen Erleuchtung.

Da diese Erleuchtung ununterbrochen und von Dauer ist, gibt es in diesem Zustand nichts mehr, das uns von Gott trennt. Gott selbst lebt und spricht dann durch uns.


Der Wert des Mantras

Jede Wiederholung des Mantras ist wie ein wundersamer Diamant, der in die Schatzkammer des Himmels gesandt wird, und eines Tages, vielleicht erst nach Jahren oder nach einem oder mehreren Leben, erlebst du das Königreich des Göttlichen und steigst zum Himmel empor.

Dann wirst du dort unter den himmlischen Schätzen deine Diamanten erblicken, Millionen von ihnen, so viele wie du Mantras wiederholt hast. Der Wert der Diamanten steigert sich mit der Größe der Hingabe, mit der du die Mantras erfüllt hast. Der Wert der Diamanten steigert sich ferner durch das Licht der höheren Intelligenz in dir und dein Nachsinnen über das Göttliche, mit dem du die Mantra-Rezitation begleitet hast.

Darum ist es ein ständiger, ein ewiger Wert, den du dir damit erwirbst.

Dieser Wert kann niemals entwertet werden, sondern nimmt immer nur an Wert zu. Es ist ein Schatz für immer.

Die Intelligenz des Menschen durchdringt den ganzen Körper. Wenn dem kleinen Zeh etwas geschieht, weiß es sofort der ganze Körper. Ebenso ist die göttliche Intelligenz überall vorhanden, im gesamten Raum und selbst im menschlichen Körper; man muss sich nur auf sie einstimmen.

Es sind die mystischen Silben, die eine solche Einstimmung möglich machen.

Die verschiedenen Mantras bringen die aufwärtsstrebende Seele mit den entsprechenden Kräften der höchsten Wirklichkeit in Verbindung, die überall im Kosmos sind.

Diese Mächte helfen dem Meditierenden zu ständig fortschreitender innerer Erleuchtung, bis er schließlich jene Höhe erreicht hat, auf der er im Einklang mit dem Unendlichen ist.

Die Wiederholung der Mantras macht nicht nur die Intelligenz lichtvoller, sondern steigert auch die Wahrnehmungsfähigkeit des Meditierenden in einem solchen Maß, dass er die Wunder der Schöpfung erschaut, aber auch das wahrnimmt, was als zeitlose, unwandelbare und allvollkommene Gegenwart in der Schöpfung anwesend ist.

Er erfährt den unendlichen Frieden, die unendliche Schönheit, die unendliche Seligkeit und ist von grenzenlosem Glück erfüllt.


Gott erfährt man durch Gott selbst

Wie erfährst du, was in deinem Traumzustand geschieht?

Du erschaffst deine Träume in deinem Bewusstsein, und ein Teil deines Bewusstseins betrachtet gleichzeitig, was du selber geschaffen hast.

Kein anderer Mensch kann deine Träume betrachten. Niemand hat eine Ahnung davon, was du in deinen Träumen erlebst. Und du selbst betrachtest deine Träume nicht mit deinen körperlichen Augen und auch hörst du dort nicht mit deinen körperlichen Ohren.

Mit keinem deiner Sinnesorgane kannst du etwas in deinen Träumen wahrnehmen oder erfahren.

Nur ein Teil deines eigenen Bewusstseins, das den Traum geschaffen hat, erfährt ihn auch. Es ist das Traumbewusstsein, mit dem du die Traumphänomene erfährst.

Eine andere Möglichkeit, um etwas im Traum wahrzunehmen, gibt es nicht.

Auf dieselbe Art und Weise erfährt man Gott: durch Gott, mit Gott, als Gott.

Man wird Gott, ehe man Gott erfahren kann; mit anderen Worten: Man erfährt Gott, wenn man eins wird mit Gott.

Mit Gottes eigenem Bewusstsein erfährt man Gott; mit Gottbewusstsein, als Gottbewusstsein, durch Gottbewusstsein wird Gott erfahren.

Gott wird nicht durch den Intellekt oder irgendein anderes Medium erfahren. Keine deiner Fähigkeiten erreicht diesen Ort.

Nur durch Gott in dir erfährst du Gott: mit Gott, in Gott, als Gott.

Um diese Stufe zu erreichen, musst du grenzenlose Reinheit des Herzens besitzen. Und diese Reinheit wird durch endlose Meditationen, durch unaufhörliches Gebet und andere Disziplinen erlangt.

Im Zustand der Reinheit kommt die Gottesschau ganz von selbst zustande.

Innerlich erschaut man Gott mit Gottes Bewusstsein, nicht mit dem Gemüt, nicht mit den Gedanken oder Gefühlen.

Jenseits der Gedanken und Gefühle wird das Bewusstsein Gottes berührt, wird Gott durch Gottes Bewusstsein erfahren.

Gott wird durch Gott, mit Gott, in Gott, als Gott erfahren. Eine solche Erfahrung ist Gotterfahrung.

Alles andere ist nur Gerede.


Meine Mission

Meine einzige Mission besteht darin, der ganzen Menschheit, der ganzen Schöpfung, jedem Vogel, jedem Planeten, jedem Menschen zu helfen, das endlose Glück, das Reich Gottes, die Wahrheit zu erfahren. Alle meine Ansprachen sind nur ein Aufruf zu dieser Erfahrung: „Komm zu mir, ich gebe dir ewiges Leben, ewige Ruhe, Frieden, Freude, Vollkommenheit, Erfüllung – jetzt und hier!“ Das ist die Botschaft des Lichts, des Göttlichen.

Jeder Vogel, jeder Baum, jeder Mensch ist eine direkte Manifestation Gottes. Hier gibt es weder Freund noch Feind, alle sind ein und derselbe Gott.

Doch in der Welt der Erscheinungen und der Dualität geht das Spiel von Freund und Feind weiter.

Aber damit haben wir nichts zu tun. Keiner nimmt Schaden an diesem Spiel außer jene, die keinen Halt haben an der Wirklichkeit, an Gott.

Hier geht es um Tatsachen, und zwar Tatsachen, die dem lebendigen, glühenden Leben entspringen. Deshalb bitte ich dich, über alles was ich gesagt habe, nachzudenken, und über Nacht wirst du ein Weiser, ein Mystiker, ein wahrhaftes Gotteskind, ein Licht Gottes werden. Das ist es, was wir wollen.

Schließe nun deine Augen und entzünde im ganzen Kosmos zahllose Kerzen für das Wohlergehen der Menschheit und zahllose Kerzen zur Verehrung des Göttlichen.

Lass unzählige duftende Blumen zur Ehre des Göttlichen herabregnen.

OM


Körper und Geist

Jeder Fehler kann aufgehoben werden. Die Bibel hat recht, wenn sie sagt: „Die Liebe Christi tilgt alle Sünden“, ungeachtet, wie viele es sind oder wie alt sie sind; denn in der menschlichen Konstitution gibt es transformierende Kräfte.

Der Mensch ist nicht zu hundert Prozent eine materielle Erscheinung, sondern ein Kind Gottes! Er hat engere Beziehungen zu Gott als zur Materie, und darauf beruht seine Erlösung. Der Mensch ist in erster Linie ein vollkommen reiner, schöpferischer Geist.

Das ist das Geheimnis seines unablässigen Fortschreitens dem Größeren entgegen, seines Wachstums an Licht, an Liebe, an Weisheit und Erkenntnis.

Es gibt kein Ende der Herrlichkeit, die der Mensch erreichen kann.

Es gibt kein Ende des Lebens, dessen er sich erfreuen kann.

Es gibt kein Ende des Friedens, des Glücks, der Macht und der Erkenntnis, die er gewinnen kann.

Der Mensch hat eine tiefe innerliche Verwandtschaft, eine „Blutsverwandtschaft“ mit dem Göttlichen.

Seine Verwandtschaft mit seinen Eltern und Geschwistern ist nur äußerlicher Art, ein Drama auf der Bühne des Lebens.

Christus sagt zu Maria und Josef: „Du bist nicht meine Mutter und er ist nicht mein Vater; Gott ist mein Vater.“

Wenn du in deinem Wesen immer größere Reinheit erlangst, dann nimmst du Gott so deutlich wahr, wie du jetzt die Menschen wahrnimmst.

Die Bibel sagt das Gleiche: „Gesegnet sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“

Der Mensch hat konstitutionelle, in seiner Anlage verankerte Beziehungen zu Gott. Er hat keine konstitutionellen und organischen Beziehungen zur Materie.

Das ist der Grund, warum alles der Materie Zugehörige unter seinen Händen zerbricht und zugrunde geht.

Und wenn immer er sich an materielle Werte und Dinge klammert, zerrinnen sie unter seinen Händen und lassen ihn friedlos, unglücklich, ratlos und verwirrt zurück, voller Probleme, Ängste und Befürchtungen, schwach und hilflos dem Unglück ausgesetzt.

All das verschwindet durch die Erkenntnis des Göttlichen.

Wir erweisen uns selbst einen großen Gefallen, wenn wir mit Ernsthaftigkeit und Intensität unser geistiges Wissen und Erkennen vertiefen.

Mit geistiger Erkenntnis wird das Leben zum Himmel! Die ganze Welt erscheint in einem anderen Licht.

Das Auf und Ab von Lust und Schmerz, von Erfolg und Rückschlägen werden erträglich, wenn du geistige Erkenntnis besitzt.

Unsere Belohnung ist das Göttliche, das allsehende, allliebende Sein. Das ganze Leben ist von Frieden und Schönheit erfüllt.


Die Erfahrung des Selbst als höchste Freude

Die wahre Freude liegt in der höchsten Selbst-Erfahrung, in der Erfahrung des göttlichen Selbst.

Der wahre Meister ist einer, der immer in dieser Erfahrung lebt und darin verbleibt. Soweit er gemäß dem göttlichen Plan noch ein äußeres Leben führt, ist dieses für ihn nur eine Schau, die ihn unberührt lässt, eine vom Willen des Göttlichen gelenkte Geschichte. Er selbst hat damit nichts zu tun. Er ist etwas anderes als diese äußerlichen Ereignisse. Seine Sinne sind im grenzenlosen Licht aufgelöst und deshalb erfährt er sich selbst als das grenzenlose Licht.

Das ist die Einheitserfahrung, die höchste mystische Erfahrung. Mit dieser Erfahrung im Herzen lebt und bewegt sich der Meister in dieser Welt wie eine gewöhnliche Person, wie ein Mensch unter vielen Menschen, doch was in ihm vor sich geht, ist das Wunder: Es ist die Erfahrung der göttlichen Wirklichkeit, die Erfahrung des Reiches Gottes.

Er ist zu Lebzeiten befreit. Er kennt keinen Tod. Was stirbt, ist der Körper, aber nicht die Erfahrung des grenzenlosen Lichts, die das Licht selbst ist, das Licht, das niemals stirbt.

Das ist der Meister.

Das ist unendlicher Friede.

Das ist unendliche Schönheit.

Das ist unendliche Erkenntnis.


Eine Welt des Lichts

Stelle dir vor, du träumst und schaffst deine eigene, große Welt im Traum, mit Menschen, Tieren, Bäumen, Häusern etc.

Oder Millionen Menschen schlafen und träumen, und jeder erschafft seine eigene Welt in seinem Traum.

Ist es nicht unbeschreiblich, wie herrlich dieses Bewusstsein und seine Möglichkeiten sind?

Keine Ekstase, keine Droge, kein Wein – nichts in der Welt kann eine solche Berauschung im Menschen verursachen wie Weisheit, wie das Erschauen des Unendlichen, Ewigen.

Wenn wir diesem Schauen folgen, können wir auf alles andere verzichten.

Deshalb haben Buddha und andere Weise alles aufgegeben, um die Erleuchtung zu suchen.

Sie haben die ganze Welt ausgeschaltet und sind in das Bewusstsein hineingesunken. Darin entdeckten sie Welten innerhalb von Welten, eine schöner als die andere.

Es gibt tatsächlich Welten innerhalb von Welten, und Welten jenseits von Welten – endlos an der Zahl. Und jenseits dieser Welten und ihrer Wunder steht die unendliche Wahrheit, unberührt von allen Ereignissen, und seien sie noch so gigantisch.

Unser Planet Erde befindet sich inmitten anderer Himmelskörper. Tag und Nacht ist der Himmelsraum rund um unsere Erde von wunderbaren Sternen erleuchtet. Jeder Erdenbewohner ist ein Sternengeschöpf, und als solcher lebt er inmitten eines Meeres leuchtender Himmelskörper.

Die Stumpfheit und Begrenztheit der menschlichen Sinne ist so groß, dass wir die Idee haben, die Sterne befänden sich nur gerade über unseren Köpfen und mit der Morgendämmerung seien sie wieder verschwunden.

Aber Tag und Nacht ist die Erde rundum von Sternenlichtern umgeben. Der ganze Kosmos ist eine Welt des Lichts und ist in seiner Schönheit eine immerwährende Anbetung des Göttlichen.

Über deinem Kopf, im Bereich der Sterne, ist alles von Musik ohne Ende erfüllt, von unendlichen Harmonien und Tönen.

Om ist die Quelle, der Urlaut, und aus diesem Urlaut ist das ganze Universum, ist der ganze Kosmos geboren.

Und dieses ganze herrliche Universum befindet sich in jedem Körper, in jedem Menschen, überall.

Was hier ist, ist auch dort, und was dort ist, ist gleichzeitig auch hier.

Es ist ein Mysterium und ein Wunder des Bewusstseins.

Das göttliche Selbst ist das Wunder aller Wunder. Nichts ist so wertvoll wie das Göttliche. Seine unmittelbare Gegenwart kann erfahren und genossen werden mit Hilfe der Mantras, weil diese nichts anderes sind als Energien, Energiekörper, göttliche Bewusstseinskörper.

Mit Hilfe der Mantras kommt eine lebendige Berührung mit dem Göttlichen zustande.

Eine Person, die wahrhaft Gott liebt und ein wenig Reinheit im Herzen hat, fühlt mit jeder Wiederholung des Mantras die lebendige Gegenwart des Göttlichen.

Denn Mantra und Gott sind ein und dasselbe.


Das, was ist

„Das, was ist“ ist in Wahrheit und in Wirklichkeit, als Erfahrungstatsache das unendliche Bewusstsein voll endloser Wunder und von herrlichstem Glanz.

Gedankliche Konstruktion ist all das Elend, das wir erfahren. Ein Trick der Gedanken sind alle Begrenzungen. Sie sind die Folgen des Nichtwissens.

Im Gegensatz zu diesem Nichtwissen steht die Erfahrung Gottes, wenn wir erwachen und uns zur Aktivität der Allwissenheit unseres inneren Seins, zum Licht des göttlichen Bewusstseins in uns erheben. In dieser Erfahrung gibt es nichts als Gott und nur Gott allein hier und überall.

Was sind wir in Gott? – In Gott sind wir gesegnet mit unendlicher Schöpferkraft, in Gott können wir endlose Wunder vollbringen, denn das Göttliche Bewusstsein kennt keine Grenzen, und unser Frieden, unsere Kraft, unsere Vollkommenheit werden ganz und gar unbegrenzt und unendlich sein.

Wir bewegen uns langsam auf diese Vollkommenheit zu – ganz langsam; doch liegt es in unseren Händen, dieses Fortschreiten in Richtung Vollkommenheit zu beschleunigen.

Wir können unser Herz mit Hingabe ans Göttliche erfüllen. Wir können uns wunderbaren Arbeiten widmen, guten Arbeiten und Taten, um auf diese Weise unser ganzes inneres Sein sowie unser äußeres Leben zu disziplinieren, damit wir etwas von jener Erkenntnis Gottes erlangen mögen.

Unsere Natur und unsere Liebe müssen universell werden. Die Verehrung des Göttlichen wird dann instinktiv und ganz von selbst in uns erblühen.

Wir müssen sogar in der Lage sein, dem leeren Raum die Hand zu reichen, denn was unsere Sinne als leeren Raum empfinden, ist in Wahrheit erfüllt mit den endlosen Wundern des Göttlichen Bewusstseins.

Unendliche Stärke, Macht und Bewusstsein sind nicht nur in uns, sondern ebenso in jedem Punkt des Raums anwesend.

Lass alles in dir sagen: „Ich bin das unendliche Sein, das zu diesem Körper geworden ist.“


Gott tut alles

Gott ist der einzige Schöpfer, der einzige Handelnde, der einzige Erhalter. Er ist die einzige Kraft im ganzen Universum.

Der Mensch ist ichbezogen und denkt: „Ich tue alles, ich esse, ich arbeite, ich tue dies und das.“

Doch der geistig Strebende ist bereit, die Tatsache anzuerkennen, dass Gott allein der Handelnde ist.

Gott bestimmt unser ganzes Leben, das Leben eines jeden Geschöpfes, die ganze Schöpfung. Er ist der Erhalter.

Der Körper wird weder von der Nahrung noch von dir erhalten. Es ist Gott, der ihn erhält. Gott ist Erhalter und Handelnder. Gott ist alles.

Wenn du dir dieser Tatsache immer bewusst bist, wird dein Ego schwächer und schwächer.

Und wenn dein Ego schwächer wird, wird deine Geistigkeit stärker. Dann nimmt auch deine Empfindsamkeit für die göttliche Gegenwart zu, und das Göttliche übernimmt ganz bewusst einen Teil der Führung deines Lebens.

Das Göttliche tut alles für dich, weshalb du mit wenig Mühe viel erreichen kannst, und das nur, weil dein Egoismus schwächer geworden ist.

Deine Empfindsamkeit für die unmittelbare göttliche Gegenwart wird intensiver, wenn du über Folgendes nachdenkst:

„O Gott, Du allein bist der Handelnde. Du tust alles.

Ohne Dich kann kein Blatt vom Baum fallen, kein Wind wehen, kein Planet sich bewegen.

Ohne Dich ist kein Leben möglich, keine Entwicklung und keine Tätigkeit. Du bist der Erhalter allen Lebens.

Du bist alles, was wir sehen, hören, berühren, Du bist alles, die ganze Schöpfung.

Du bist die Steine, die Flüsse, die Meere, die Musik, die Wissenschaft, die Menschen und Tiere. Alles bist Du!

Du bist die Seele in allen Menschen. Wir erkennen Dich als unsere Seele an und als die zentrale Seele in allen Geschöpfen und Dingen.

Anbetung sei Dir!“

OM

swamiabendhimmel


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