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ZWEIMONATLICH

Jahr 52

OFFIZIELLES ORGAN DES
DIVINE LIGHT ZENTRUMS
8400 WINTERTHUR SCHWEIZ



Aktuelle Ausgabe

November/Dezember 2018

  

INHALT

Texte aus Ansprachen und Gesprächen von

 

Man wird schwerlich einen tiefer schürfenden Geist finden, dem nicht eine eigentümliche Religiosität zu eigen ist ...

Seine Religiosität liegt im verzückten Staunen über die Harmonie der Naturgesetzlichkeit, in der sich eine so überlegene Vernunft offenbart, dass alles Sinnvolle menschlichen Denkens und Anordnens dagegen ein gänzlich nichtiger Abglanz ist. …

Unzweifelhaft ist dies Gefühl nahe verwandt demjenigen, das die religiös schöpferischen Naturen aller Zeiten erfüllt hat.

Albert Einstein


Die Menschheit beherrscht die Wissenschaft der Materie.

Das Reich Gottes auf Erden naht, wenn die Menschen auch die Wissenschaft des Bewusstseins meistern lernen.

Das Bewusstsein als solches in seiner Unendlichkeit ist Gott.

Das Reich in dir ist größer als das Reich außen. Nichts außerhalb deiner selbst ist so wunderbar wie das, was in dir liegt.

Der Weise kennt sich selbst und das höchste göttliche Bewusstsein in seinem Inneren und ist deshalb absolut glücklich, friedvoll und machtvoll. Der Durchschnittsmensch hingegen ist zutiefst unwissend in Bezug auf sich selbst. Alles rund herum kennt er, nur nicht sich selbst. Das ist der Grund für des Menschen Freudlosigkeit, Elend und Verlorenheit, wie sie uns täglich begegnen.

Swami Omkarananda

Gott ist alles

Das goldene Herz, Gedanken, Karma

Gott ist nur in einem goldenen Herzen lebendig und wahrnehmbar. Was ist ein goldenes Herz? – Jenes Herz, das rein, leuchtend, duftend und schön ist. In so einem Herzen ist Gott lebendig. Er schenkt einem solchen Herzen göttliche Weisheit, göttliche Erfahrungen und ein wohl fundiertes göttliches Leben.

Wie kommt man zu einem solchen Herzen? – Eine große Anstrengung ist dazu nötig: Das Herz muss vollkommen rein werden, und um das Herz zu reinigen, ist eine fast so unmögliche Anstrengung nötig wie die des Vogels, der das Meer austrinken will.

Warum ist es so schwierig, das Herz zu reinigen? – Es ist deshalb so schwierig, weil das Herz der Sitz der Gedanken und Gefühle ist. Und diese Gedanken und Gefühle sind gefährlich, sehr gefährlich, denn aller Schmutz, alle Sünden, Probleme und falschen Vorstellungen sitzen dort in den Gedanken und Gefühlen des Menschen.

Diese Gedanken und Gefühle, die das menschliche Gemüt ausmachen, sind uralt. Milliarden Jahre alt ist das Gemüt und es hat alles Gute, aber auch alles Schlechte, allen Schmutz vergangener Lebenszeiten in sich gespeichert.

Wenn nun das Schlechte überwiegt, dann verhält es sich folgendermaßen: Du willst sicher Gutes tun, aber immer denkst du etwas Falsches, vielleicht Böses. Manchmal hast du Lust dazu, etwas zu tun, von dem du genau weißt, du solltest es besser sein lassen. Und oft denkst oder fühlst du etwas, was völlig im Widerspruch zu deinem inneren ureigenen göttlichen Wesen steht.

Jeder Gedanke ist eine Kraft, eine Energie, eine machtvolle, psychische Energie. Die Energie des elektrischen Stroms kann uns töten, aber das ist nicht so schlimm, es schadet uns nicht wirklich. Aber die psychische Energie folgt dir Leben auf Leben!

Eine Naturgewalt kann dich umbringen, doch das bedeutet nichts! Ein neuer Körper ist schon für dich bereit. Aber das Feuer der Gedanken und Gefühle kann die Seele selbst zerstören.

Wie kannst du nun dein Herz von allen Gedanken und Gefühlen frei machen und erkennen, ob du darin einen Fortschritt erzielt hast?

Der Zustand deines Herzens sowie die Art deiner Gedanken und Gefühle sind in deiner Aura sichtbar. Die Aura ist eine für die körperlichen Augen unsichtbare Ausstrahlung. Jeder Gedanke ist in deiner Aura sichtbar, aber er hinterlässt einen Eindruck auch in deinen Händen und Augen.

Gedanken sind wie Radiosender. Deine Gedanken strahlen hinaus in den Kosmos, und wenn es negative, vielleicht hässliche Gedanken sind, richten sie überall Schaden an, und die entsprechende Wirkung fällt verstärkt auf dich zurück. Deshalb sind schlechte Gedanken für alle gefährlich.

Gedanken können auch

unsere Retter sein!

Göttliche Gedanken führen uns zur Gotterfahrung, zur Erfahrung der unendlichen Glückseligkeit und Vollkommenheit, zu einem Leben ohne Ende.

Dein Gemüt kann dich binden, quälen und töten. Dasselbe Gemüt kann ein wunderbares Mittel in deinen Händen sein. Es kann dein Herz reinigen und dich zur Erfahrung Gottes führen. Alles hängt vom Wesen deiner Gedanken ab.

Welche Gedanken pflegst du? – Gedanken sind in deiner Aura sichtbar; du kannst sie nicht verbergen! Wenn du denkst, du könntest deine Gedanken verheimlichen, dann irrst du dich gewaltig. Die Bäume neben dir wissen, was du denkst und fühlst, welches Schicksal du mitgebracht hast!

Und warum hast du gerade dieses Schicksal? – Du hast es deiner Gedanken- und Gefühls energien wegen!

Diese Energien verwirklichen sich selbst, und das nennt man dann Schicksal.

Gute Energien ergeben ein gutes Schick sal, schlechte Energien ein schlechtes Schicksal.

Gedanken sind Mächte und Kräfte. Sie haben Farbe und Form, sie haben Augen, sie sind Personen und Energien.

Jeder deiner Gedanken produziert eine chemische Substanz, die sich über deinen ganzen Körper verteilt, die überallhin fließt. Gedanken können dich heilen; Gedanken können dich töten; Gedanken können dich binden oder befreien.

Das Auge Gottes in dir beobachtet deine Gedanken und sagt dir, ob deine Gedanken richtig oder falsch, gut oder schlecht, weltlich oder geistig gesinnt sind. Das Auge Gottes wohnt zwar als die beobachtende Intelligenz in dir, aber du bemerkst seine Anwesenheit nicht einmal, und wenn doch, kümmerst du dich wenig oder gar nicht darum. Es ist eine Stimme in dir, die Stimme des Gewissens, die alles, was du tust, kommentiert.

Deine Gedanken bestimmen, wer und was du bist

Gedanken sind Mächte und gewaltige Kräfte. Sie gehen hinaus in die ganze Welt, in den ganzen Kosmos. Wenn du einen Gedanken pflegst, weiß die ganze Welt davon. Auch die Engel und andere Geistwesen wissen sofort, was du denkst.

Gedanken sind Mächte, die sofort in deiner Aura sichtbar werden. Manchmal ist deine Aura heller, manchmal dunkler. Das kann man sehen. Gedanken haben auch Form, Gestalt und Farbe. Gedanken sind Lichter.

Die mächtigen Kräfte der Gedanken stehen dir zur Verfügung. Das musst du wissen. Du kannst damit machen, was du willst: Gutes oder Schlechtes.

Es hilft dir nichts, hier zu sitzen und zu sagen: Ich will das Unendliche und Ewige erfahren; Gott soll mir die Vollkommenheit einfach schenken!

Das ist nicht möglich! Du hast dein Karma mitgebracht, all die dunklen Kräfte, die guten, lichten Kräfte, und jede Kraft drängt danach, sich durch dich zu verwirklichen. Du bist ein Sklave all dessen, woraus sich dein Gemüt zusammensetzt: alle möglichen Arten von Kräften, Erinnerungen, Ängsten, Neigungen, Wünschen, Leidenschaften und so weiter.

Wenn du Gotterfahrung

haben willst, muss dein Herz erst einmal rein sein

Ein reines Herz ist ein goldenes Herz, und Gott sitzt in so einem goldenen Herzen.

Die Reinheit des Herzens offenbart, dass Gott überall ist, dass es innen und außen nichts gibt außer Gott.

Der wahre Gottliebende hat ein goldenes Herz. Aber niemand weiß davon. Sein äußerliches Benehmen unterscheidet sich nicht von dem eines anderen. Er spricht, isst und arbeitet wie alle anderen. Niemand hat eine Ahnung von seinem goldenen Herzen. Es ist ein geheimes Herz, und weil es geheim ist, gedeiht es. Wenn man es der Öffentlichkeit zeigt, geht es zugrunde; alles ist dann verloren.

Es ist äußerst schwierig, das Herz eines Heiligen, eines Weisen, eines Gottkenners zu verstehen.

Der Weise und Gottkenner ist nicht das, was die Leute von ihm denken. Sie sagen, er sei freundlich und gütig, sanftmütig und dies und jenes, aber das ist nur der rein äußerliche Anschein.

Innerlich ist er etwas ganz anderes: ein Licht, ein reines Herz, das Herz Gottes selbst, weil außer Gott nichts anderes darin wohnt; und Gott offenbart sich nicht, es sei denn einem Menschen, der dazu bereit und rein genug ist.

Jeder Gedanke ist ein Licht

Jedes Gefühl ist ein Licht, eine Energie. Falsche Gedanken sind niedere Energien, die zerstörerisch wirken und Disharmonie schaffen.

Du kannst täglich deinen Fortschritt messen. Er ist in deiner Aura sichtbar. Jedes Mal, wenn du gute und göttliche Gedanken hast, leuchtet deine Aura hell auf, ein neues Licht kommt in deine Aura, neue Kräfte werden hinzugefügt, deine Anziehungskraft wird größer. Alles liegt in deinen Händen!

Ich habe schon gesagt, dass du das Auge Gottes in dir trägst. Es ist die beobachtende Intelligenz in dir, und die sagt dir, welcher Gedanke gut und welcher schlecht ist. Und trotzdem machst du oft auch ganz bewusst das Gegenteil dessen, was du als richtig erfühlst, und danach sagst du: „Entschuldigung!“

Aber niemand kann das entschuldigen! Wenn ein Kind seine Hand ins Feuer legt und sie sich verbrennt, was hilft es ihm dann zu sagen: „Mami, Entschuldigung! Ich habe mir die Hand verbrannt!“

Es tut weh, und die Narben bleiben.

Du musst einen Wächter im Herzen postieren, der beobachtet, welche Gefühle und Gedanken jeden Augenblick aufsteigen, der fragt: „Was denke ich jetzt gerade? Was fühle ich? Was rede ich?“ Deine Gedanken werden nämlich auch in deinen Worten sichtbar, auch wenn du vielleicht deine Worte dazu verwendest, deine Gedanken zu verbergen, weil du die Rolle eines Engels spielen willst. Aber das hilft nichts, man sieht hindurch!

Wir haben auch Ohren und Augen. Wieso haben wir Ohren und Au gen? – Weil Gottes Intelligenz anwesend ist, die allsehende Energie aller Energien, das Licht aller Lichter.

Und diese Energie ist in jedem Menschen, in jedem Stein, in jedem Baum, in jedem Ding.

Wir leben in einem vibrierenden Universum, voller Leben und Bewusstsein.

Das ganze Universum ist aus Licht erbaut, es befindet sich im Licht, es schwimmt im Licht.

Das Gleiche gilt für unseren Körper. Alles ist voll elektrischer Energie; alles ist gleichzeitig Sender und Empfänger.

Du kannst den Segen der unsichtbaren Heiligen und Weisen empfangen, wenn dein Herz rein ist, wenn deine Gedanken rein und selbstlos sind. Es ist wahr, dass deine alte Natur dich quält. Du darfst es nicht zulassen, dass diese alte Natur dich beherrscht; du musst sie beherrschen, auch gegen deinen eigenen Willen, diesen falschen Willen. Du musst diese Selbstbeherrschung aufbringen.

Du musst dein Gemüt durch beste Gedanken, inspirierende Gedanken erheben; du musst ständig erleuchtende Gedanken pflegen, immer wieder und ohne Ende göttliche, spirituelle Gedanken in dir aufsteigen lassen.

Ein leichtsinniges Leben kann nicht zum Fortschritt führen. Du musst ernsthaft sein, ernsthaft, aber mit Heiterkeit, Demut, Sanftmut, Liebe, Opferbereitschaft, Selbstaufgabe, selbstlosem Dienen. Du musst dienen, ohne eine Gegenleistung dafür zu erwarten.

Tue genau das, was gegen die menschliche Natur geht: Die Menschen sind gierig; der menschliche Charakter kann niemals zur Gotterfahrung führen.

Ein reines Herz ist notwendig, eine totale Umwandlung.

Du musst daran arbeiten, Schritt für Schritt nur noch die besten und wunderbarsten Gedanken zu pflegen. Du musst dich immer wieder von Neuem beherrschen, dich beobachten, reiner werden, ständig der Stimme deines Gewissens lauschen. Kritisiere andere nicht, weder öffentlich noch insgeheim! Gebrauche keine bösen Worte! Du bist nicht hier, um den Richter zu spielen, zu beurteilen oder zu verurteilen! Überlasse diese Aufgabe den unfehlbaren Gesetzen Gottes! Und es gibt diese unfehlbaren Gesetze Gottes!

Wenn ein Mensch Böses tut, bestraft er sich selbst, weil die Gesetze automatisch dafür sorgen.

Niemand kann ein Gesetz verletzen, ohne nicht die entsprechende Strafe oder Auswirkung zu erleiden. Ursache und Wirkung (actio und reactio) sind immer da. Wenn jemand etwas Böses getan hat, ist es nicht deine Aufgabe, ihn zu verurteilen. Er straft sich selbst. Du solltest dazu schweigen: keine Verurteilung, keine falschen Worte, kein Geschwätz! Geschwätz ist Träger von Gedanken, und diese sind Kräfte.

Ein gutes Herz spricht sehr wenig den ganzen Tag hindurch. Es hört nichts Falsches, reagiert nicht auf etwas Falsches, Gewöhnliches oder Weltliches. Es beschäftigt sich innerlich damit, sich an Gott festzuhalten, am allmächtigen, allwissenden, allsehenden Gott. Alles in ihm dreht sich um diese Gottheit, dieses Licht, diesen Erhalter des ganzen Universums, diesen Schöpfer, diesen Herrn, der das Leben unseres Lebens, die Seele unserer Seele, die Intelligenz unserer Intelligenz ist.

Du kannst deinen eigenen Fortschritt beobachten

Deine Gedanken und Gefühle sind für deinen Fortschritt verantwortlich. Wie wunderbar sind deine Gedanken?

Du liest spirituelle Bücher: Was davon setzt du in die Tat um? Hast du jemals darüber nachgedacht, dich darauf besonnen, es ausgeführt? Hast du diese Weisheit zu deinem Leben, deinem Charakter, deiner eigenen Erfahrung gemacht? – Das ist die Frage! Tatsache ist: Wenn dein Herz nicht rein ist, wird diese Weisheit ausgelöscht. Ein reines Herz ist notwendig. Und du bist für den Zustand deines Herzens verantwortlich. Du selbst bestimmst das Wesen deines Herzens, die Art und Qualität deines Lebens, die Farben deiner Aura.

Jeder wahre Hellseher kann deine Gedanken und Gefühle sehen und auch ein wenig von deiner Zukunft. Alles wird in deiner Aura und in allem, was von dir ausstrahlt, sichtbar.

Jeder Gedanke strahlt, entsendet negative oder positive Schwingungen, je nach Art der Gedanken.

Niemand kann seine Gedanken verheimlichen. Deshalb musst du sehr vorsichtig sein und beste Gedanken pflegen und jedem unnützen Geschwätz aus dem Weg gehen, denn kaum treffen sich zwei Leute, schimpfen sie über andere oder reden über belanglose, unnütze Dinge.

Das ganze Leben ist ein Bereich voller Herausforderungen. Es gibt immer Herausforderungen, viele Herausforderungen. Jemand tut dir etwas Böses an, und du reagierst böse. Du solltest das aber nicht tun!

Reagiere nicht auf das Negative in den anderen! Erinnere dich an den Rat Jesu Christi, der sagt: „Wenn dich jemand auf die eine Wange schlägt, dann halte ihm auch noch die andere hin!“ Bleibe ruhig, zeige keine Reaktion, besiege den Zorn, der in dir aufsteigen will!

Jedes Wort, das du sprichst, hat Kraft – die Kraft der Gedanken. Jedes Wort ist eine Macht. Am Anfang war das Wort, und das Wort hat die Welt erschaffen.

Das Wort ist ein Ton, ein Laut. Ein Laut ist Licht, Energie, Kraft. Das Wesen dieser Energie bestimmt das Wesen deines Charakters, deines Lebens, deiner Güte, deiner Heiterkeit, deines Glücks oder Unglücks, deines Friedens oder deiner Unruhe.

Jeden Tag kannst du deinen Fortschritt an der Art der Gedanken, die du hegst, abmessen. Versuche zu erkennen, welche Gedanken du hast, welche alltäglichen und auch welche geheimen Gedanken in dir aufsteigen.

Dein innerer Zustand und Fortschritt ist für unzählige Beobachter sichtbar. Der erste und nächste Beobachter sitzt in dir selbst. Du weißt, welche Gedanken du hegst, auch wenn sie dir nicht gefallen. Du weißt es, wenn deine Gedanken nicht die richtigen sind.

Wenn du wunderbare, inspirierende Gedanken hast, lebst du ein edles Leben der Selbstbeherrschung. Gib deinen niedrigen Begierden, Instinkten und Emotionen nicht nach, lass sie nicht zum Ausdruck kommen, sondern beherrsche sie, wandle sie um!

Erfülle dir deine Wünsche nicht, denn je mehr du deine Wünsche erfüllst, desto mehr werden nachkommen.

Du bist der beste Wächter über deinen Fortschritt. Du entwickelst dich schnell, wenn deine Gedanken immer wunderbar sind, selbstlos, verzeihend, allumfassend und Gott gewidmet. Jeder Gedanke, jedes Gefühl soll unter der Aufsicht von Gottes Millionen Augen in deinem Herzen entstehen.

Gedanken sind Mächte, und du hast die Freiheit, deine Gedanken und Gefühle zu wählen.

Gedanken und Gefühle sind dein Leben, sie sind dein Charakter, sie sind dein Besitz. Sie sind alles, was du innerlich wie auch äußerlich hast. Gedanken machen einen Menschen aus, einen Sünder, einen Heiligen.

Und du kannst diese Macht der Gedanken nutzen, um vorwärtszukommen.

Ein guter Mensch mit einem reinen Herzen kritisiert nicht, wenn er sieht, dass mit diesem oder jenem Menschen etwas nicht stimmt. Er sieht es, aber er sagt nichts. Warum? – Weil das nicht seine Sache ist. Aber was macht er? – In seinem Herzen betet er diese Person als den lebendigen, allwissenden, gnadenvollen Gott an.

So handelt ein Mensch mit einem reinen Herzen, und in einem solchen Herzen wohnt Gott. Dort hat Er seinen permanenten Sitz. Und alle Gedanken und Gefühle in einem solchen Herzen sind Gottes Gedanken und Gefühle. Sie fließen direkt aus dem Herzen Gottes selbst.

Das Herz eines solchen Menschen wird von Gottes Herz ersetzt. Gott übernimmt sein Leben und lebt es für ihn. Und Gott selbst wird in seiner Aura sichtbar.

Die Schätze der Erde

Eine Kultur ist wahrhaft groß, wenn sie dem Menschen mit Gotterfahrung den höchsten Rang und Wert zuerkennt, wenn sie Gottkenner und Gottliebende hervorbringt, die ein Segen für die ganze Schöpfung sind, und deren Anwesenheit es zu verdanken ist, dass sich die heilenden und harmonisierenden Einflüsse des Göttlichen über die menschliche Gesellschaft und die gesamte Schöpfung ausbreiten.

Gottliebende sind die Schätze der Erde. Sie sind die wahrhaft berufenen Führer und echten Wissenschaftler, die wahren Wohltäter der Menschheit. In ihren Händen liegt der Schlüssel zu den unerkannten Geheimnissen, den undurchschaubaren Mysterien des Universums, zur Lösung der Schwierigkeiten im irdischen Bereich.

Jemand, der Gott kennt, weiß um alles; er kennt das menschliche Leben und die Welt. Ihm ist das Geschehen im Kosmos, die gesamte Schöpfung, die war, die ist und sein wird, kein Geheimnis mehr, denn in ihm hat sich das Göttliche in all seinen Dimensionen verwirklicht.

Zeitlosigkeit, ein Merkmal der höchsten Wirklichkeit

Das, was alle großen Religionen als Gott bezeichnen, enthüllt sich der tiefsten Erfahrung als die letztgültige Wirklichkeit, die höchste Wahrheit.

Es ist das unermessliche Sein mit seinen grenzenlosen Dimensionen, seiner Unendlichkeit an Frieden, Schönheit, Wissen und Glückseligkeit.

Es ist die allgegenwärtige, unbeschreibliche Existenz, das Wunder aller Wunder, das für jeden Menschen überall und jederzeit erfahrbar ist.

Sein – Existenz

Ohne das Sein gibt es nichts.

Ohne Sein gibt es keine Grundlage für irgendetwas.

Es gibt Berge, Steine, Bäume, Menschen, Tiere. Sie alle sind da, sie existieren. Der Stein hat eine Existenz, ein Sein.

Wenn kein Stein vorhanden ist, dann ist das Nichtexistenz. Sobald du sagst, dass ein Stein da ist, ist es Existenz. Dieses Ist, dieses Da-Sein ist Existenz.

Existenz ist die Grundlage von allem, was du siehst, weißt und erfährst. Das Universum ist. Es hat Existenz.

Du bist da; deshalb hast du Existenz. Der Tisch ist da; deshalb hat der Tisch Existenz.

Ohne Existenz als Voraussetzung können wir nichts wahrnehmen. Alles Seiende hat Existenz als Grundlage. Gott ist die Quelle von allem. Diese letzte Existenz – die Basis von allem – das ist Gott.

Was brachte dieses Universum ins Dasein? – Das, was das Universum ins Dasein brachte, ist die höchste Existenz, das höchste Sein, die letzte Wahrheit, die höchste Wirklichkeit.

Die letzte Wahrheit oder höchste Wirklichkeit ist unendliche Existenz, grenzenlos und absolut, ohne Anfang und Ende.

Vor vielen Milliarden Jahren existierte kein Universum, und nach einiger Zeit wird es kein Universum mehr geben. Das Universum hatte einen Anfang, und deshalb wird es auch ein Ende haben. Gott hat keinen Anfang und kein Ende. Das begrenzte Universum kam aus dem unbegrenzten Gott. Die kurze Existenz des Universums kam aus der ewigen Existenz Gottes und wird von der unbegrenzten, absoluten und unendlichen Existenz erhalten.

Gott ist Existenz, eine absolute, unendliche, unbedingte Existenz ohne Anfang und Ende.

Die Welt existiert; du existierst; die Dinge um dich herum existieren. Alles hat also einen gemeinsamen Faktor: Existenz. Und Existenz ist Gott.

Auf welche Weise erkennst du das? Wer sagt dir das? Wer lässt dich all das erfahren? – Es ist das Bewusstsein. Wärst du ein Stein oder ein Stock, wüsstest du nicht, dass Gott existiert, dass alles existiert.

Das Wissen, dass die Dinge existieren, das ist Bewusstsein, eine Aktivität des Bewusstseins, ein Bewusstseinsprozess.

Du bist am Leben, und du bist dir deines Lebens bewusst; du kennst dich selbst und die Dinge um dich herum – das ist Bewusstsein.

Wo immer also Existenz ist, da ist auch Bewusstsein. Bewusstsein und Existenz sind unzertrennlich. Es sind die beiden Seiten derselben Münze.

Weil du weißt, dass du und die Dinge um dich herum existieren, bist du glücklich. Wenn du etwas verlierst, bist du unglücklich. Das Bewusstsein deiner selbst, das Bewusstsein der Tatsache, dass du existierst, dass du nicht etwa tot bist, das ist Glück an sich.

Und wo immer also Bewusstsein, Selbstgewahrsein und Erkenntnis sind, da ist Glück, da ist Freude, das heißt, Bewusstsein und Freude gehören zusammen.

Existenz ist die Grundlage des Bewusstseins, und Bewusst sein ist die Grundlage allen Erkennens, aller Freude, allen Glücks.

Der Esstisch ist gedeckt mit wohlschmeckenden Speisen. Es sind zwei Personen hier: die eine ist wach, die andere schläft.

Der Schlafende hat keine Freude an den Speisen, aber der Wache freut sich auf das Essen, und das Wasser läuft ihm im Mund zusammen. Die Freude dieser Person kommt aus dem Wissen um die köstlichen Speisen auf dem Tisch. Der Schlafende hat diese spezielle Freude nicht, weil sein Bewusstsein zeitweilig inaktiv ist.

Wo immer Sein ist, da ist auch Bewusstsein; und wo immer Bewusstsein ist, da ist auch Freude. Das sind die grundlegenden Aspekte der höchsten Wahrheit, und alles Übrige ergibt sich aus diesen dreien: Sein, Bewusstsein, Seligkeit.

Aus dem Bewusstsein sind alle Sprachen, alle Wissenschaften, alle Künste, alle kreativen Aktivitäten hervorgegangen.

Alles ist im Bewusstsein vorhanden, alle Arten von Schönheit und Glück, alle Kräfte und Fähigkeiten, alles Geniale, alle Werte und alles Wissen sowie Licht und Liebe. Alles ist im Bewusstsein enthalten, alle Farben, Formen, Namen, alle Phänomene und Universen.

Dass man sich all dessen bewusst ist, ist Freude in sich selbst.

Die beste Beschreibung Gottes ist Sein, Bewusstsein, Seligkeit.

Hier in diesem Leben haben wir die materielle Welt und den Körper und wir wissen, dass wir leben und freuen uns daran; aber wir sind begrenzt, deshalb haben wir keine Erfahrung der reinen Freude, des reinen Glücks.

Gott ist jenes Glück, das kein Unglück kennt. Er ist reine Freude.

Unser Glück kennt das Unglück, unser Leben wechselt zwischen Schmerz und Vergnügen hin und her. Unser Glück hält nicht auf die Dauer an, es ist auch nicht unbedingt, sondern hängt von vielen Dingen und Umständen ab. Deshalb ist unser Leben ein Problem und wird es so lange bleiben, bis wir die Glückseligkeit Gottes erlangt haben, die unbedingte und ewige Seligkeit Gottes.

Das Universum ist

eine Manifestation des Göttlichen

Wenn wir die Welt vom Standpunkt göttlicher Erfahrung aus betrachten, erscheint das ganze All als das Göttliche selbst, als eine Erscheinungsform des Unendlichen.

Sehen wir indessen auf unser Universum mit den Augen des physischen Körpers, ist es ein Materiegebilde voller Beschränkungen innerhalb enger Grenzen, nichts weiter.

Blickt man auf den Menschen aber aus der Schau des Göttlichen, verschwindet er in der Gestalt, wie ihn die Körpersinne wahrnehmen, und an seine Stelle tritt die Gottheit selbst.

Überall existiert allein die eine Wirklichkeit, das eine höchste Bewusstsein, das einzige Sein in all seinen Aspekten, alles durchdringend, allwunderbar, allschöpferisch und allvollkommen.

Wenn wir uns selbst von der Warte des Göttlichen aus betrachten, verschwindet der Körper und an seine Stelle tritt das Göttliche!

Ein Mensch, der Gotterfahrung begegnet überall dem Göttlichen, grüßt es in allem und ist in ständiger Gemeinschaft mit Ihm. Schönheit und Glückseligkeit in unbegrenztem Maß und Frieden, der alles Verstehen übersteigt, ist die tägliche Erfahrung dessen, der in der Gott erfahrung lebt. Ein Glück ohne Grenzen hat seinen Mittelpunkt in seinem Herzen, unendliches Wissen und uneingeschränkte Freiheit nennt er sein eigen.

Wie erreichen wir den

Mittelpunkt unseres Seins?

Wie dringen wir bis zu jenem tiefsten Wesenskern vor, in dem wir Gott begegnen, so wie Hunderte vor uns? – Es kann auf vielerlei Weise geschehen.

Herzensreinheit und göttliche Gnade, Glaube und Hingabe an Gott führen zu diesem Erleben; intuitives Erkennen ist ein weiterer Weg zur Erfahrung Gottes.

Wir können aber auch durch Offen barungen zum Einssein mit dem Höchsten gelangen. Innerhalb eines Augenblicks kann Gott sich uns offenbaren, egal wo wir uns befinden oder was wir gerade tun.

Tiefes Nachsinnen, das zur Kontemplation wird, der Weg des Intellekts und der Vernunft also, ist eine weitere Methode, mit deren Hilfe wir zu unserem innersten Wesenskern vordringen können.

Ohne auf weitere Einzelheiten einzugehen, wollen wir nun den Mittelpunkt in uns analysieren und Weiteres darüber ausfindig machen.

Dieser Mittelpunkt hat nichts mit der Mitte des Körpers zu tun. Es handelt sich bei diesem Mittelpunkt um das Zentrum unseres Bewusstseins im Innersten unseres unsterblichen Seins.

Um dieses Zentrum zu erreichen, schließen wir die Augen und richten die Aufmerksamkeit unserer Intelligenz nach innen. Was sehen wir da? – Ein paar Gedanken und einige Gefühle. Wie können wir darum wissen? – Etwas in uns nimmt diese Gedanken und Gefühle wahr. Immer ist etwas in uns, das beobachtet, und dann sind da die Objekte, die beobachtet werden. Der Beobachtende in uns sieht sich den Objekten, die er beobachtet, gegenüber und ist dadurch der Natur der beobachteten Objekte entsprechend in seiner Wahrnehmung und Erkenntnis begrenzt.

Das gilt ganz allgemein für den Zustand des Menschen. Darüber hinaus zu gehen scheint zunächst nicht möglich zu sein. Haben wir jedoch ein wenig Geduld und lassen uns auf die Suche nach dem Mittelpunkt des eigenen Inneren ein, transzendieren wir den Bereich der Gedanken und Gefühle.

Dringen wir so immer tiefer in das beobachtende Bewusstsein ein, gelangen wir an einen Punkt, wo es nichts mehr zu beobachten gibt, wo nur noch der Beobachter selbst als reines Bewusstseinslicht da ist. Und somit sind wir jenseits der Subjekt-Objekt-Beziehung.

Was ist sonst noch in diesem reinen Bewusstseinslicht enthalten? – Es ist von unbeschreiblicher Schönheit und Erhabenheit. Dieses lichtvolle Bewusstsein, das ohne jegliche Dualität als reines, objektloses Sein-Bewusstsein leuchtet, ist unser Mittelpunkt und wesentliches Sein.

In diesem Sein-Bewusstsein gibt es keinerlei Zeit. Die Zeitvorstellung kommt erst in dem Augenblick ins Spiel, in dem sich zwei Dinge gegenüberstehen: der Beobachter als das Subjekt und das Beobachtete als das Objekt. Im Mittelpunkt des Bewusstseins hingegen gibt es nichts mehr zu beobachten.

Dieses unendliche, unbegrenzte Sein-Bewusstsein ist das Höchste in uns, es ist unsere verborgene Göttlichkeit. Es ist ein unendliches Licht, eine grenzenlose Glückseligkeit, eine unbeschreibliche Schönheit, ein allumfassendes Wissen, eine unendliche Erkenntnis, eine absolute Vollkommenheit und Kraft sowie ein Friede, der das Verstehen übersteigt.

Nichts gibt es darin, was Widerstand oder Widerspruch erzeugen würde, nichts, was man fürchten müsste. Weil keine zu erfahrenden Objekte darin enthalten sind, gibt es auch keine Zeit.

Zeit taucht gleichzeitig mit dem Raum und dem Bereich der Erfahrungen auf. Sie ist Bestandteil der Welterfahrung.

Wo immer es die Dualität von Erfahrenden und Erfahrenem gibt, ist auch das Bewusstsein von Zeit vorhanden. Und wo Zeit ist, da sind auch Begrenzungen, da gibt es Unvollkommenheit, Unglücklichsein und Vergänglichkeit.

Die Begrenztheit des

Menschen in der Zeit

Die Zeit bringt ständige Veränderungen mit sich; Zeit ist untrennbar mit Begrenzung und Veränderung verbunden. Die Zeit zerstört aufgrund ihrer Eigenschaft der Vergänglichkeit menschliches Glück, menschliches Leben, den Körper und alles, was sich der Mensch in Jahrzehnten angestrengter Bemühungen erarbeitet hat.

Zeit schafft wechselnde Umstände. Solange du Sklave der Zeit bist, bist du unglücklich und begrenzt, bist von allen Seiten bedrängt, und ständig hast du zu wenig Zeit.

Du hast Wünsche, die sich nicht erfüllen lassen, du erfährst wenig Glück, aber viel Leiden. Solange du statt im zeitlosen Sein im Zeitbewusstsein lebst, wirst du dich schwach und unsicher fühlen. Wahres und dauerhaftes Glück gibt es im menschlichen Dasein nicht.

Auch kannst du kein absolutes Wissen haben, solange du im Raum-Zeit-Erleben stehst, sondern nur relatives Wissen. Du sagst z. B., dies sei ein kleines Pflänzchen, doch bald ist es zum großen Baum herangewachsen und widerlegt damit deine Feststellung.

Die Zeit trägt zu Widersprüchlichkeiten bei. Wahrnehmung und Erkennen ändern sich beständig, deshalb sind alle menschlichen Behauptungen nur bedingt gültig.

Wenn du im August sagst, wir hätten Sommer, stimmt das, aber wenn dann der Winter da ist, widerspricht das deiner Feststellung und Erfahrung im August. Jegliches Wissen und Erkennen innerhalb der Zeiterfahrung ist durch Begrenztheit, Vergänglichkeit, Fragwürdigkeit gekennzeichnet und daher nur von relativem Nutzen.

Aus diesem begrenzten Zustand tritt der Mensch heraus, sobald er den Mittelpunkt in seinem Inneren gefunden hat. Jedes Wissen und Erkennen innerhalb der Erfahrbarkeit von Zeit ist begrenzt, vergänglich, fragwürdig – relativ nützlich. Aus diesem Zustand wird der Mensch befreit, sobald er den Mittelpunkt in seinem Inneren findet.

Todlosigkeit ist nur im

Zeitlosen zu finden

Wenn du dich völlig von der Außenwelt zurückziehst, die Augen schließt, tief in dein Innerstes eintauchst, bis du dich in der Erfahrung des objektlosen Bewusstseins verlierst, dann berührst und erfährst du das Zeitlose, die unzerstörbare, aus sich selbst leuchtende Wirklichkeit, das Ebenbild Gottes, das allvollkommene Sein: Gott selbst!

Es ist das Sanctum Sanctorum, das Heiligste des Heiligen, das Herz deines Daseins und Wesens, der Mittelpunkt in dir!

Hier in diesem Herzen, diesem wahren Heiligtum Gottes, hast du die Erfahrung des Zeitlosen; hier existiert nichts anderes als reines, objektloses Bewusstsein. Du allein bist, und du bist allvollkommen. Du bist All erfüllung, alles ist in dir. Du bist zeitlos und raumlos. In diesem Stadium transzendierst du alles.

Wenn du das Zeitlose erlebst, bist du von den Sorgen und Problemen des Zeitlichen befreit, von allen Wünschen, Bedürfnissen und Verlangen, die alle Menschen sonst bedrängen. Du hast deine Existenz im Herzen der göttlichen Vollkommenheit gefunden.

In diesem zeitlosen Sein gibt es keinen Tod, sondern nur ewig währendes Leben.

Wo die Zeit herrscht, gilt das Gesetz des Todes. Die materielle Welt ist zeitgebunden, und darum regiert in ihr der Tod.

Die Gebirge vergehen, die Flüsse versiegen und selbst die Erde stirbt. Dein Körper zerfällt, und alles in dir und um dich herum hat ein Ende; alles unterliegt der Herrschaft der Zeit, dem Wandel, der Vergänglichkeit.

Die Sonne von heute ist nicht dieselbe wie die Sonne von gestern. Gestern hatte sie mehr Energien als heute, und morgen wird sie noch mehr an Kraft verloren haben.

Da die Sonne auch dem Gesetz der Zeit untersteht, was Veränderung und Vergänglichkeit bedeutet, wird sie jeden Tag kleiner, weil sie Energie abstrahlt. So verliert sie ständig an Kraft und wird eines Tages ganz verschwinden. Sie stirbt.

Die Zeit macht auch dem Menschen als Erdenwesen ein Ende. Gestern warst du jung und glücklich, aber alles verändert sich mit den Jahren; die Zeit raubt die Jugend und lässt Ängste aufkommen, was wohl die Zukunft bringen mag.

Sagen wir einmal, du seist Herrscher über ein riesiges Imperium, das sich ständig vergrößert. Dennoch verursacht die Zeit dir Kummer und Sorgen.

Du denkst vielleicht: „Alexander der Große hat sein Reich wieder verloren, Napoleon auch, das Römische Reich besteht auch nicht mehr. Wird uns ein gleiches Schicksal ereilen?“ – Ängste und Befürchtungen steigen auf. Was auch immer du besitzen magst, immer bist du auf die eine oder andere Weise von der Zeit bedroht.

Vielleicht warst du früher sehr arm, heute bist du reich geworden, doch morgen kommt eine Geldentwertung und macht dich wieder arm. Die Zeit bringt Veränderungen und Schwierigkeiten mit sich, und solange du im Zeitlichen lebst, wird es immer Probleme geben.

Nicht umsonst sagen die Weisen, der Mensch ist seiner Unwissenheit wegen zu bedauern, egal, ob er im täglichen Leben ein Kaiser, ein Bettler oder der reichste Mann der Welt sei. Alles, was irdische Größe ausmacht, ist äußerlicher Art, ist flüchtig und vergänglich.

Selbst wenn du den ganzen Reichtum der Welt erwerben solltest, würde alles einmal unter deinen Händen zerrinnen.

Und wäre dir alle Macht auf Erden gegeben, so wäre das nichts und letztlich dein Ruin, sofern du nicht zugleich wahre Gott erkenntnis hast.

Höchste Weisheit drängt

den Menschen zur

Erfahrung des Zeitlosen

Ein Herz ist in dir, für das es keine Zeit gibt, ohne dessen Vorhandensein du überhaupt nicht wüsstest, dass es eine Zeit gibt. Es ist die zeitlose Wesenheit in dir, die dich insgeheim, unbemerkt und in aller Stille befähigt, das Erlebnis der Zeit zu haben. Es ist der zeitlose Hintergrund, vor dem sich die Zeiterfahrung abspielt, der unbewegliche, unveränderliche Bildschirm der Zeitlosigkeit, auf dem die flüchtigen, sich unaufhörlich wandelnden Bilder der Zeit ablaufen.

Wenn du jenseits der Zeit stehst, erfährst du grenzenlose Vollkommenheit. Alle großen Menschen der Gotterfahrung haben immer wieder verkündet: „In dir ist das Königreich des Himmels, in dir ist Gott, erkenne und erfahre Ihn! Hast du Gott erfahren, verschwinden alle Kümmernisse, und es gibt für dich fortan weder Zeit noch Tod.“

Unter allen Menschen gibt es nur den einen, der, obwohl noch in der Welt von Zeit, Raum und Materie lebend, ihr dennoch nicht verhaftet ist: Das ist der Mensch der Gotterfahrung und der Gottesliebe.

Er ist fest in seinem Mittelpunkt verankert und hat das gefunden, was in der Bibel als der Fels bezeichnet wird. Auf diesen Felsen baut er sein Haus und sein Leben. Er allein in der ganzen Menschheit ist sicher und absolut beschützt, denn er lebt im Zeitlosen, während er sich zugleich als Mensch unter Menschen in der Welt von Zeit und Raum bewegt. – Erkenne also Gott, erlebe Gott, und alle Unzulänglichkeiten fallen von dir ab, und sogar der Tod hat keine Macht mehr über dich.

Solange du noch irgendwie im Bereich des Zeitlichen lebst, bist du der Unwissenheit ausgeliefert und lebst in Grenzen und Problemen, die zu überwinden dir unmöglich erscheint.

Erst wenn du dich aus dem Bereich der Zeit zurückziehst und im Mittelpunkt deines göttlichen Bewusstseins ruhst, berührst du das Zeitlose, das Ewige, das immerwährende Leben und wirst eins mit ihm.

Die ganze Vielfalt der Natur ist ein Ergebnis der Zeit. Zeit regiert die Natur, und du bist ihr Geschöpf, weswegen du ebenso der Zeit unterworfen bist.

Solange du deinem Bewusstsein nach im Zeitgebundenen lebst, wirst du unglücklich sein und jegliche Vollendung wird dir unerreichbar erscheinen.

Als Naturwesen wirst du immer in den Fallen der Natur gefangen bleiben. Doch im Augenblick, in dem du dich in den Mittelpunkt deiner Existenz zurückziehst – in das objektlose Bewusstsein, in das Leben deines Lebens, in deine Göttlichkeit –, bist du im Reich der Gnade!

Im Reich der Gnade gibt es keine Furcht und keinen Tod, keine Krankheit, keine Schwäche, weder Sorgen noch Unglück irgendwelcher Art. Du lebst in immerwährender Seligkeit, unerschöpflicher Kraft, immerwährendem Frieden.

Das Königreich des Himmels liegt also in dir, im Mittelpunkt deines Seins. Davon berichten alle heiligen Schriften der Welt; es steht auch in der Bibel: „Das Reich der Himmel ist in euch!“

Erkenntnis des Selbst durch Innenschau

Lange Jahre des Strebens nach Weisheit befähigten die alten Griechen, die höchste Botschaft zu übermitteln: „Erkenne dich selbst!“ Es ist dasselbe wie die Aussage, dass das Königreich Gottes im Menschen ist.

Was in dir ist es nun, das erkannt werden soll?

Deine Gedanken und Gefühle zu erkennen macht dich nicht glücklicher, denn die sind flüchtiger Art und nicht imstande, deine Probleme zu lösen; vielleicht bringen sie sogar weitere Probleme mit sich.

Könnte durch Nachdenken allein die Problematik menschlichen Lebens gelöst werden, wäre man bald damit fertig.

Was also soll in dir erkannt werden? Wohin soll dich der Weg in dein Inneres führen? – Er soll dich zu deinem eigenen Ich, dem göttlichen Selbst führen, zu jenem Bewusstsein, das alles beobachtet, doch selbst von nichts und niemandem beobachtet werden kann.

Zeitlosigkeit, Raumlosigkeit und unendliche Vollkommenheit sind seine Merkmale.

Dieses Sein ohne Grenzen ist der Kern deines Wesens, das Himmelreich in dir, das Königreich Gottes, das Ebenbild, die ewige Wahrheit, dein höchstes Selbst. Es ist dein wahres wirkliches, wesenhaftes Sein.

Der Körper ist nicht dein wirkliches Selbst. Bevor du in diesem Körper geboren wurdest, hattest du eine andere leibliche Gestalt. Und nach dem Tod dieses jetzigen Körpers wirst du einen anderen annehmen. Der Körper kommt, der Körper geht, doch bist du nicht mit ihm identisch.

Ebenso verhält es sich mit den Gedanken, die kommen und gehen. Oder meinst du vielleicht, du seist dein guter Gedanke selbst – identisch mit ihm? – Im nächsten Augenblick schon ist er verschwunden, und ein anderer, bedeutungsloser steht an seiner Stelle, und viele Neue tauchen auf, und bevor du sie alle vergleichen kannst, sind sie alle verschwunden, und wieder andere treten an ihre Stelle und erzwingen deine Aufmerksamkeit. Mit welchem von all diesen vielen Gedanken willst du dich schließlich identifizieren?

Du bist nicht deine Gedanken; du bist der Beobachter deiner Gedanken, die aufsteigen und vergehen wie Wasserblasen. Du kannst mit ihnen spielen, du kannst sie hervorrufen und wieder fortschicken. Du kannst jeden Gedanken durch einen anderen ersetzen und ihm die gewünschte Form geben, und du kannst dich auch ganz vom Gedankenreich distanzieren, denn dieses ist nicht dein wesenhaftes, unwandelbares Selbst.

Ebenso sind deine Gefühlswelt und dein Unterbewusstsein nicht dein eigentliches Selbst. Beide wandeln und verändern sich. Wie wir wissen und leicht sehen können, ist alles Veränderliche vergänglich. Jetzt ist es noch da, im nächsten Augenblick ist es vielleicht schon verschwunden oder hat eine andere Form angenommen. Was vergänglich ist, kann nicht wesenhaft wahr sein. Warum sich also um etwas Sorgen machen, das doch bald nicht mehr existiert? – Wir wollen stattdessen lieber an etwas denken, das unsterblich ist und bleibenden Wert hat.

Menschliche Güte, menschliche Tugenden gehören auch nicht zu deinem wesentlichen Sein. Göttliche Güte und Werte sind dein wahres Wesen und Sein, denn sie sind zeitlos; sie sind in Gott, in deinem Mittelpunkt, im höchsten, absoluten Bewusstsein in dir.

Darum lautet der Rat des Heiligen: „Suchet zuerst Gott, und alles andere wird euch hinzugegeben werden!“ Sobald du nämlich Gott hast, brauchst du nichts anderes mehr; es kann dir weiter nichts hinzugefügt werden, denn alles ist in Gott enthalten. Erst wenn er Gott erkannt hat, ist der Mensch in Sicherheit, wenn er das göttliche Königreich in sich erlebt; denn dann hat er seine Mitte gefunden, seine zeitlose Existenz, die vollkommene Wirklichkeit, das Ewige, das Unzerstörbare, welches das Gleiche in allen ist.

Das Zeitlose, Ewige ist es, das die ganze Schöpfung erhält. Es ist im Kind, das dort neben der Tür sitzt, und es ist im Alten mit seinem Stock; es ist in jedem Menschen und jedem Geschöpf.

Diese alles erhaltende, ewige, unveränderliche Substanz muss erkannt werden. Die Fähigkeit dazu ist im Menschen angelegt, sozusagen als Widerspiegelung des höchsten Bewusstseins in ihm.

Deine Intelligenz und alle deine Fähigkeiten sind aus diesem Bewusstsein hervorgegangen. Deshalb ist jedes geistige Vermögen, mittels dessen du das objektlose Bewusstsein erkennen kannst, selbst eine Gabe und Eigenschaft dieses Bewusstseins.

Du erkennst Gott durch Gott; du erkennst Ihn, indem du zu Ihm wirst. Gott zu erfahren heißt Gott zu sein!

Die menschliche Vernunft kann dieses Phänomen nicht begreifen. Das Zeitlose zu erfahren, selbst zum Zeitlosen zu werden heißt, Unsterblichkeit zu erlangen, die Grenzen des Raum-Zeit-Universums zu überschreiten und in das Reich des Unvergänglichen, Allvollkommenen einzugehen.

Seit deiner Geburt hier auf Erden und schon davor hast du in dir das Zeitlose getragen, das Ebenbild Gottes, das Königreich des Himmels, die ewige Wahrheit, die unwandelbar, allvollkommen und ganz und gar frei ist. Immer schon hast du mit deiner Göttlichkeit gelebt, ohne von ihr zu wissen. Beginne von heute an, bewusst und wissend mit ihr zu leben. Dann kennst du Christus, dann kennst du auch Gott und lebst im Königreich Gottes und aus ihm heraus, während du dich noch in der Welt von Zeit und Raum bewegst und innerhalb des Bereichs der Natur und der Materie lebst.

Versuche dir ein umfangreiches Wissen über dieses Gebiet anzueignen, sei es durch gründliches Lesen von Büchern jener, die höchste Gott- und Wahrheitserfahrung hatten, oder durch besondere geistige Übungen. Auf die eine oder andere Weise bemühe dich, Kenntnis zu erlangen über das zeitlose Sein, über Christus in dir und in allen.

Je mehr du die ewige Wahrheit erkennst, begreifst und in dir erfährst, umso gesegneter und kraftvoller ist dein Leben.

Du ruhst dann in unerschütterlicher Geborgenheit, und alle Illusionen haben ein Ende.

Der Mensch ist Geist im Geist Gottes

Vom Standpunkt der Wirklichkeit aus gesehen ist jeder ein unzertrennlicher Teil der ewigen Gottheit: Das ist die wahre Sicht des Lebens.

Wert und Würde eines Menschen erkennt man am Standpunkt, den er dem Leben gegenüber einnimmt.

Man kann das Leben unter gesellschaftlichen oder auch unter wirtschaftlichen Perspektiven ins Auge fassen; man kann es vom psychologischen oder vom philosophischen Gesichtspunkt aus betrachten oder auch unter religiösen oder anderen Aspekten. Unsere Lebenseinstellung ist jedenfalls ausschlaggebend für die Art unseres Charakters wie auch für unser gesamtes zukünftiges Geschick. Diejenige Einstellung zum Leben ist zweifellos die beste, edelste und auch kulturell wertvollste, welche die höchste Wirklichkeit als ihren Mittelpunkt definiert.

Der Mensch ist Geist. Wie lässt sich eine solche Behauptung rechtfertigen? – Es gibt hundert Erfahrungen im täglichen Leben, die das bezeugen.

Wenn du schläfst, hast du vom Körper Abstand genommen und scheinst umherzuwandern. Viele Menschen haben im Schlaf, im Traum oder im Halbschlafzustand die Erfahrung gemacht, dass sie den Körper verlassen und ohne ihn umherwandern, um dann schließlich wieder in den Körper zurückzukehren.

Dies allein deutet schon an, dass der Mensch Geist und nicht nur Körper ist. Religionen sprechen von Himmel und Hölle, in die der Mensch nach dem Tode geht. Der Körper ist dann abgelegt und wird zurückgelassen. Was aber ist es, was in den Himmel oder die Hölle wandert? – Es ist der Geist, und der Geist ist der wahre Mensch. Er ist unvergänglich. Der Körper ist vergänglich und stirbt einmal. Der Geist hat demnach Vorrang.

Woher nimmt der Mensch die Fähigkeit zu sprechen, die Fähigkeit, etwas wahrzunehmen, zu lieben, nach Freiheit und Glück zu verlangen? – Das sind keine Fähigkeiten des Körpers, es sind Ausdrucksformen des in ihm wohnenden Geistes, Ausdruck seines inneren Seins. Der Geist trägt alle Qualitäten in sich.

Die Bibel sagt uns, dass der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen ist. Und Gott ist Geist, Bewusstsein. Die ganze Philosophie der Bibel, ihr ganzes Gedankengut baut auf der Grundlage „Der Mensch ist Geist“ auf, und weil Gott Geist ist, sollen wir Ihn im Geist verehren und anbeten. Wie gesagt, der Geist ist voller Intelligenz, voller Bewusstsein, voller Fähigkeiten, Möglichkeiten und Kräfte. Er transzendiert die engen Grenzen, denen unser physischer Körper unterworfen ist.

Sagen wir, da ist ein geschlossener Raum, die Türen sind versiegelt, die Fenster verschlossen. Ein Geist kommt dennoch da hinein. Wie ist das möglich? – Für den Geist bilden dicke Wände kein Hindernis. Als Geist stellt der Mensch fest, dass die physischen Begrenzungen der materiellen Welt seinem Wirken und Selbstausdruck kein Hindernis entgegenstellen.

Wir sind Geist, wir sind Gedanke, wir sind Bewusstsein, wir sind nach dem Bilde Gottes, das heißt gemäß dem Wesen Gottes erschaffen. Die Seele des Göttlichen wohnt in uns. Wir sind deshalb ein Tempel des Göttlichen.

Alles beruht auf deiner Einstellung zum Leben, auf deiner Sichtweise dem Leben, dir selbst und den anderen gegenüber. Sobald du weißt, dass du ein Kind des Göttlichen bist, eine Offenbarung Gottes, ein Geist, der das Licht des Göttlichen, das Leben Gottes in sich trägt, hast du eine neue Sicht des Lebens gewonnen, und ganz von selbst wird sich ein Wandel in dir vollziehen. Das Leben wird für dich zum Bereich des Wachstums und der inneren Entfaltung. Jede Schwierigkeit wird zu einem Anlass und Mittel, um daran zu wachsen und Fortschritt zu machen.

Die Einstellung, die wir dem Leben, uns selbst und den anderen gegenüber hegen, ist von höchster Wichtigkeit. Die Erkenntnis des Göttlichen verwandelt deine Einstellung zum Leben völlig. Das eigentliche Wesen des Geistes zu erkennen, der du ja letztlich bist, ist wahre Weisheit.

Wir sollten uns diese höhere Erkenntnis aneignen, die Erkenntnis des Geistes, der sich von Gefühlen und Gedanken unterscheidet und hinter diesen als deren Grundlage steht.

Gedanken, Gefühle und unbewusste und unterbewusste Tendenzen kommen und gehen. Du bist etwas anderes als dein Unterbewusstes. Das Unterbewusste ist voll von Impulsen und Regungen, Trieben und Neigungen, aber all das bist du nicht. Du bist mehr als sie! Du existierst immer als Bewusstsein, als das göttliche Selbst.

Im Zentrum deines Herzens wohnt ein von allem unberührtes, unvergängliches Licht, das fähig ist, die ganze psychologische Natur des Menschen umzuwandeln.

Im innersten Brennpunkt deines Wesens strahlt das Licht Gottes, das von deinen moralischen Schwächen unberührt bleibt, das von keinem Kummer und keinem Vergnügen erreicht wird, das von allem unabhängig ist. Je mehr du dir darüber im Klaren bist, desto stärker und friedlicher bist du, umso lichter ist deine Intelligenz, umso reiner dein Leben, umso mehr bist du Herr über die Umstände und Gegebenheiten des Daseins.

Bringe die Eigenschaften des Geistes in deinem Leben zum Ausdruck!

In erster Linie bist du Geist, und als solcher bist du eine Verkörperung unzähliger vorzüglicher Eigenschaften, die im äußeren Leben offenbar werden sollen.

Liebe ist ein solches Merkmal des Geistes in dir, das ganz wesentlich ist und sich nicht von ihm trennen lässt. Sie kennzeichnet dein innerstes Wesen. Je mehr du sie aus dir hervorleuchten lässt, umso mehr wird dein Leben durch die Schätze des Geistes bereichert.

Ein weiteres Merkmal des Geistes in dir ist Erkenntnis. Je mehr du Erkenntnis in deinem Leben zum Ausdruck bringst, desto mehr stehst du über den Dingen, umso leichter wirst du die äußeren Verhältnisse meistern.

Friede ist ein weiteres Merkmal eines göttlichen Herzens. Je mehr Frieden du ausstrahlst und in deinem Verhalten zeigst, desto mehr bist du Meister über die Umstände und lässt dich nicht mehr von ihnen kleinkriegen.

Du kannst von deinen Erfahrungen innerlich Abstand nehmen. Du kannst dich von allen äußeren und sogar den inneren Erfahrungen distanzieren.

Das ist möglich, weil wir Geist sind und sich das Bewusstsein aus dem Körper, in dem wir wohnen, zurückziehen kann. Als Geist sind wir voll der unendlichen Qualitäten des Geistes, voll der endlosen Attribute des Göttlichen.

Wie reich, schön und kultiviert unser Leben ist, beruht darauf, wie viele der wunderbaren Eigenschaften des Göttlichen in unserem Leben die Führung übernommen haben.

Das ist es, was man auf den Geist säen nennt, und je mehr wir das tun, umso mehr entfaltet sich die innere Weisheit, umso mehr werden wir uns des ewigen Lebens bewusst, das ja das Leben des Geistes in uns ist. Alle Todesfurcht verschwindet dann. Es liegt eine zeitlose Zukunft vor uns. Es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Der Geist, der das Göttliche ist, ist endlos in seinen Möglichkeiten und kann alles erschaffen, alles erhalten. Er ist das Wunder aller Wunder.

So wie der Körper ein grobes äußerliches Gebilde des Geistes ist, so ist der menschliche Geist, das Gemüt in dir, ein grobes Gebilde, das aus dem noch viel feineren göttlichen Geist hervorgeht. Und das ist der Geist allen Geistes.

Die Seele deiner Seele, die noch feiner ist als Geist, ist göttliches Licht, göttliche Intelligenz. Zutiefst in dir befindet sich der Tempel Gottes. Diese Wohnung des Göttlichen ist voll grenzenloser Eigenschaften und unendlichen Dimensionen. Der göttliche Geist ist unermesslich, er ist höher als das Höchste.

Versuche, dir das Höchste vorzustellen und du wirst finden, dass dein denkender Geist immer noch höher ist als das Höchste, das du dir vorstellen kannst.

Du bist mehr als du denken, erfahren, empfinden oder dir vorstellen kannst.

Wie schon der Johannes in einem seiner Briefe sagte: „Der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist.“

Je mehr du das Göttliche im Geist anbetest, umso mehr findest du Befreiung von der Versklavung durch den Körper. Je mehr du dich vom Zugriff der Materie und des Körpers befreist, desto lichter, geistiger und friedlicher bist du. Du erkennst deine Zukunft als unbegrenzt und zeitlos. Du weißt, dass du unzertrennlich bist von Gott. Größer als das Größte ist Er überall und jederzeit in allen Wesen mit all seinen unendlichen Qualitäten zugegen, mit seiner absoluten Vollkommenheit und Kraft, mit seinem grenzenlosen Licht und seiner Schönheit.

Das Leben ist eine wunderbare Wissenschaft, wenn du es vom Standpunkt des Geistes Gottes aus betrachtest, der ja dem Leben innewohnt. Die Größe und Schönheit eines Menschen beruht darauf, inwiefern er die Qualitäten seines inneren Geistes im äußeren Leben zum Ausdruck bringt.

Lebe als das Größere in dir! Lebe als das, was das Größere in dir ist, als ein mit der zeitlosen Wirklichkeit verbundener Geist.

Der Geist in uns wird beständig von der Essenz der Wirklichkeit des Unendlichen erhalten, des göttlichen Vaters, des Königreichs Gottes. Die Wirklichkeit ist unerschöpflich in ihren Schätzen, ihren Reichtümern und Möglichkeiten.

Sei groß in der Seele, groß im Herzen, groß in der Weisheit, groß im Frieden! Das ganze Leben wird dann zu einem Gesang. Jede noch so große Versuchung, jede noch so herausfordernde Situation wird zum Mittel innerer Evolution.

Als Geist zu leben, das ist das wahre Geheimnis des Glücks und der Kraft des Lebens. Sobald wir uns mit dem Körper, in dem wir weilen, identifizieren, entstehen Probleme, ergreifen Ängste von uns Besitz.

Etwas anderes und mehr als der Körper zu sein, ihn zu beherrschen, nicht von ihm beherrscht zu werden, darin liegt die Würde des Menschen. Das ist Bildung, darauf beruht Kultur, und dementsprechend zu leben ist das Geheimnis bleibenden Glücks.

Als Geist, als Kinder Gottes, als Kinder des Lichts sollen wir hier auf Erden leben. Je mehr wir in der Erkenntnis des Geistes wachsen, umso erleuchteter wird unser Denken sein.

Wir sind gesegnete Offenbarungen Gottes und können nie vom Göttlichen getrennt werden. All unsere Unvollkommenheiten sind vorübergehender Natur. Wir können und sollen sie auch hinter uns lassen und das je eher desto besser.

Alle geistigen Bemühungen führen letztlich zur Überwindung der Unvollkommenheiten des Lebens und des Körpers, die sonst unser Denken und Fühlen, unser Herz und unseren Geist eingrenzen und versklaven.

Weil der Geist in dir unvergänglich und unzerstörbar ist, geht er nicht mit dem körperlichen Tod zugrunde. Wenn du das weißt, gewinnst du eine neue Einstellung zum Leben. Du lebst dann nicht mehr für die wenigen Jahre, die du vor dir hast, sondern für unzählige Jahre und die Zeitlosigkeit des Geistes, die vor dir liegt.

Geist zu sein in einem materiellen Universum, darin liegt die Würde des Menschen.

Geist ist Bewusstsein; als Bewusstsein lebe hier in dieser Welt! Weil göttliches Bewusstsein auch Liebe ist, lebe auch als Liebe!

Ein Licht zu sein in einer dunklen Welt, das ist das Privileg des menschlichen Lebens. Göttlich zu sein in einer Umwelt, die so menschlich ist, das ist das Privileg eines jeden unter der Sonne Geborenen. Dieses Vorrecht muss angewandt und ausgeübt werden. Wir dürfen es nicht ungenutzt lassen, wenn wir Leid und Sorge vermeiden und ein Leben in Glück und Frieden für uns und zum Nutzen der Mitmenschen führen wollen.

Gedanken für

jede Woche des

kommenden Jahres

1. Alles nur Menschliche in uns muss sterben; aber alles Göttliche in uns soll aufstehen und Gott umarmen.

2. Betrachten wir unser Haus als den Ort, wo Gott wohnt. Betrachten wir alles, was wir besitzen, als Eigentum Gottes.

Wir sollen unser ganzes Leben in ein göttliches Leben umwandeln. Alles, was wir tun, soll im Bewusstsein der Nähe Gottes geschehen. Sogar wenn wir etwas Wasser trinken oder Brot essen, sollen wir es zuerst Gott darbieten und dann in seinem Namen zu uns nehmen.

3. Versuche nie, jemandem die Wahrheit aufzudrängen. Versuche niemanden zu bekehren. Achte zuerst auf deinen eigenen Fortschritt und schaffe in deiner Familie eine wundervolle Harmonie.

4. Achte nicht auf Visionen. Sogar wenn dich Gott durch die Vororte des Himmels führen sollte, erfreue dich dessen nicht. Sage zu Ihm: „Ich will Dich selbst und nur Dich! Ich will nicht Deinen Himmel, sondern Dich allein!“

5. Es gibt keine größere Dunkelheit als unser Nichtwissen über unsere Beziehung zu Gott. Alle unsere Probleme, Sorgen und Ängste ergeben sich daraus. Daher sollten wir uns mit der größten Eile aufmachen, um die Gottheit zu erfahren.

6. Beginne deine Arbeit täglich mit einem neuen Herzen, mit einer neuen Kraft und mit einer neuen inneren Sichtweise, die Gott in allem erschaut.

7. Unsere Kraft und unsere Größe bestehen darin, jede Macht, die dem Göttlichen widersteht, aus dem Weg zu räumen.

8. Entwickle in dir die wahre Urteilskraft und die richtige Sicht der Dinge, die Kraft zur Unterscheidung zwischen dem, was gut und dem, was nicht gut ist; zwischen dem, was wirklich und dem, was unwirklich ist; zwischen dem, was wertvoll und dem, was wertlos ist, was Gott ist und was nicht Gott ist.

9. Wir sollten kosmisch weite, universale Persönlichkeiten werden, wirklich gesegnete Söhne und Töchter Gottes.

10. Gestalte dein Leben so, wie es der heilige Franziskus tat; mache es zu einer Kraft, einem Feuer und einer Flamme des Gottbewusstseins.

11. Werde ein Mensch, der den Pfad des höchsten Bewusstseins geht, und achte stets darauf, dein Gemüt ganz rein, durchsichtig klar und ruhig zu halten.

12. Dies ist die Botschaft der Bibel: „Stirb um zu leben!“

Lass das Ego sterben und werde wiedergeboren im Geist!

Wenn wir das Ego verbrennen, löst es sich völlig in der Gottheit auf. Das ist Sinn und Zweck unseres Daseins!

13. Denke an die einfache Wahrheit, dass du ein gesegnetes Kind Gottes bist, und dass Gott zutiefst an deinem Wohl und Wachstum interessiert ist.

14. Jeder einzelne von uns ist eine Offenbarung der göttlichen Macht.

15. Möge das Leid in unserem Leben noch so groß sein; die Macht Gottes in uns, die Fähigkeit, es zu besiegen, ist noch größer!

16. Solange wir nur in unserem Körperbewusstsein leben, sind wir Millionen Kilometer weit weg von Gott.

17. Ein Wutausbruch, der zehn Minuten dauert, raubt uns mehr Kraft als zwei Tage körperlicher Schwerarbeit und ohne etwas zu essen.

Schlechte Eigenschaften wie Hass, Neid, Ärger, Empfindlichkeit und Ungeduld schaden dir mehr als dem, gegen den sie sich richten.

Sei also heiter und sieh nur gute Eigenschaften in den Menschen. Lerne bewundern, was andere erreicht haben, dann wird der Neid verschwinden.

18. Je größer unsere Hingabe an Gott ist, desto tieferen Frieden erfahren wir.

19. Wie gewaltig die Wellen und Stürme auch immer sein mögen, die das Meer aufrühren, im tiefsten Meeresgrund ist Stille und Schweigen.

Entdecke die Tiefen in dir!

20. Leben, Kraft, Frieden und Freude können wir nur von dem einen Ort beziehen, der unsere tiefste Wurzel und unser starker Baum ist: Gott!

21. Unser Glück besteht im Suchen und in der Erfahrung unserer Identität mit dem unendlichen Meer des göttlichen Bewusstseins.

22. Sende allen Wesen Gedanken des Friedens und der Liebe. Segne jeden Menschen, dem du begegnest; das wird Wunder in deinem Leben bewirken und das noch in dir vorhandene Böse ins Gute verwandeln.

23. Nur durch die Umstände des menschlichen Lebens können wir all die göttlichen Kräfte in uns entwickeln.

24. Selbst deine kleinsten und geringsten Bemühungen, Wünsche und Gedanken wirken sich auf deine Weiterentwicklung kraftvoll positiv aus, wenn sie sich einzig und allein aufs Göttliche beziehen.

25. Versuche täglich, deine Fähigkeiten und Kräfte zu entfalten. Die innere Entwicklung ist allein für sich genommen schon eine freudige Angelegenheit.

26. Solange du nicht Gott suchst und berührst, wirst du nie imstande sein, über den Tod zu lachen und in Frieden und Freude gesund zu leben.

27. Kämpfe nicht mit deinem Ego in der Dunkelheit! Versuche vielmehr, von der lichtvollen positiven Seite her damit fertig zu werden.

28. Du sollst deinen Körper als Tempel Gottes betrachten und deine Pläne zu göttlichen Plänen machen.

Du musst Gott durch dich atmen und handeln lassen; dann wirst du erleben, dass deine Kräfte von den Kräften des Alls überflutet werden.

Deshalb wäre es deiner völlig unwürdig, würdest du wegen Schwierigkeiten oder bei Misserfolg kapitulieren!

29. Wir sind trotz unserer menschlichen Verschiedenheiten einzigartige Offenbarungen Gottes.

30. Unser Leben muss zum Spielfeld werden, auf dem Gott sein göttliches Spiel ausführen kann.

31. Statt von Instinkten und Impulsen getrieben, sollten wir von Weisheit und Erkenntnis geleitet sein.

32. Verirre dich nicht im Wald der Begrenzungen, versuche vielmehr, deinem Lebensziel näher zu kommen und das göttliche Prinzip in allen Dingen zu erkennen.

33. Hundert Lichter werden dir helfen auf deinem Lebensweg. Es fehlt dir an nichts.

Die Führung, die du brauchst, das Wissen, das notwendig ist und die dazugehörige Inspiration wird dir zuteil, wenn du nur ernstlich nach Vollkommenheit trachtest.

34. Ein Leben, das bereit ist, das Kreuz auf sich zu nehmen, ist ein Leben, das sich opfert im Dienen und Glauben, in der Hingabe und im heldenhaften Kampf gegen alles, was nicht von oben kommt.

35. Der Ruf Gottes ergeht an diejenigen, die bereit sind, in unbegrenztem Maß zu lieben, sich in allen nur möglichen Richtungen zu meistern und ihre geistigen Kräfte immer höher zu entwickeln und zu vervollkommnen.

36. Wenn wir imstande wären, Gott alle Sterne und alle Reiche als Geschenk zu geben, um Ihn selbst dafür zu bekommen, hätten wir so gut wie nichts gegeben.

37. Versuche deine körperlichen Übel unbeachtet zu lassen. Erkenne die relative Wirklichkeit deines menschlichen Zustands und sieh den göttlichen Willen darin.

38. Das wirkliche Licht und das einzige wahre Bewusstseinszentrum in dir ist ohne Geschlecht. Ein Einswerden auf körperlich-menschlicher Ebene ist nicht möglich.

Suche die Verbindung und die Einheit mit Gott!

39. In uns ist eine stete Ruhelosigkeit, weil wir irgendwie zu ahnen beginnen, dass Gott unser Schicksal und unsere Vorbestimmung ist.

40. Unsere innere Entwicklung hängt nicht nur von der Kontemplation über das göttliche Wesen ab, sondern auch von der fortwährenden Anstrengung, die Kräfte der Liebe und der Weisheit in uns zu entfalten und im täglichen Leben zum Ausdruck zu bringen.

41. Ob ein Mensch dein bester Freund oder Todfeind ist, immer solltest du in der Lage sein, ihn zu segnen.

42. Versuche während deiner täglichen Arbeit dein Herz immer mehr in Liebe zu weiten.

Sei weniger kritisch deinen Mitmenschen gegenüber, beurteile und verurteile die anderen um dich herum nicht.

Sei stattdessen um deinen eigenen Fortschritt bemüht, denn dann wirst du auch deiner Umwelt besser dienen können.

43. Gehe nie zur Ruhe, ohne dich an Gott zu erinnern.

Nimm Gott in all deine Arbeit mit hinein.

Sorge dafür, dass mit jedem Atemzug der Gedanke an Gott in dir aufleuchtet!

44. Gott ist direkt in uns, nicht außerhalb von uns.

Gott ist der wahre Mann, die wahre Frau.

Gott ist der Geist in unserem tiefsten Bewusstsein.

45. Wir möchten großartig, weise und gut sein, doch das ist nicht genug. Stets können wir noch größer, weiser oder besser werden. Es kann für unseren Frieden, unsere Freude und Liebe keine Grenze geben, wenn wir immer wieder versuchen, das schon Erreichte zu überschreiten.

46. Die geistigen Disziplinen der unaufhörlichen mentalen Anbetung Gottes führen uns zur Erfahrung des wundervollen göttlichen Bewusstseins.

Es ist eine Anbetung, in der wir uns bewusst sind, dass nicht wir leben, sondern Gott in uns lebt, eine Anbetung, in der wir wissen, dass keine Kraft uns selbst gehört, sondern dass allein die allmächtige Kraft Gottes in uns und durch uns wirkt.

47. Lebe als wahrer Mensch! Lass deine Augen Freude und Weisheit ausstrahlen; lass deine Sprache wahr und sanft sein, dann wird dein Leben erblühen!

48. Versuche in deinem ganzen Bestreben königlich zu sein – ein König oder eine Königin des Lichts, der Liebe und Vollkommenheit.

49. Wenn es heute dunkel in dir und um dich her ist – morgen wird es hell sein.

Wenn dir heute Gott noch ferne zu sein scheint – morgen wird Er dir nahe sein.

Um Ihn zu suchen musst du nicht weit gehen; du brauchst nur deinen Blick nach innen wenden und in dein Herz schauen!

50. Blicke nicht in die Zukunft, sondern bleibe stets dem ersten Schritt treu, dann wird auch der zweite gut!

51. Eine Liebe, die unbegrenzt ist, die ausdauernd und unfehlbar ist, die nicht begehrt, sondern bedingungslos ist, eine Liebe, in deren Feuer alle Unreinheiten verbrannt sind, ist jene Liebe, zu der wir von allem Anfang an bestimmt sind.

52.

Erwarte nichts,

wünsche nichts, begehre nichts.

Gott bringt dir alles,

was nötig ist.

Liebe Ihn!

swamiji

om



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