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ZWEIMONATLICH

Jahr 54

OFFIZIELLES ORGAN DES
DIVINE LIGHT ZENTRUMS
8400 WINTERTHUR SCHWEIZ



Aktuelle Ausgabe

November/Dezember 2019

  

INHALT

Texte aus Ansprachen und Gesprächen von

 

Es ist der Geist, der ein Fenster zum Unendlichen öffnet, jener Geist, der mit jedem Schritt, bei jedem Ereignis menschlicher Erfahrung eine Gottheit in jedem Gesicht erkennt; ein Geist, der selbst aus Gottes Bewusstsein geformt ist und der alleinige Bewohner der Reiche der zeitlosen Ewigkeit ist, der Reiche eines endlosen Lichts, einer endlosen Schönheit, und der aufgehört hat, nur die menschliche Intelligenz eines menschlichen Genies zu sein, der Geist, nach einer Lösung für jedes Rätsel, das die menschliche Unwissenheit in ihrer Suche nach Erkenntnis dem Menschen, der Welt und Gott auferlegt hat, eifrig suchte, der Geist, der zu dem geworden ist, was er jetzt ist: eine sich selbst und alles wahrnehmende Kraft des inneren, sich selbst sehenden und allsehenden Bewusstseins.

Swami Omkarananda

Um dich vor allem Karma, den Auswirkungen des Gesetzes von Ursache und Wirkung und den Einflüssen der Kräfte der Dunkelheit oder Unwissenheit zu schützen, musst du dich am Göttlichen festhalten. Wenn das Übel kommen will, wird es abgehalten werden, weil du dich ans Göttliche klammerst. Wenn das Gute kommen will, wird es aus dem gleichen Grund hundertfach vermehrt werden.

Wenn du sicher sein willst, musst du dich immer ans Göttliche klammern. Gott hat uns zwei Hände gegeben: Eine Hand muss sich stets am Göttliche festhalten, mit der anderen Hand können wir tun, was wir wollen.

Swami Omkarananda

Göttliches Leben

Eine Zeit göttlichen Lebens, ewiger Einheit und vollkommener Harmonie liegt vor uns.

Lasst jeden Tag unseres Lebens erfüllt sein von einer neuen Botschaft, der Botschaft der Liebe, der Botschaft des Dienens, der Botschaft der Weisheit. Heute ist der beste Tag, um ein geistiges Leben zu beginnen, um einzutreten in den natürlichen Prozess, der zur Erfahrung Gottes führt.

Fühle die erhaltende Gnade Gottes und seine Gegenwart! Gott wird deinem sich intensiv sehnenden Herzen offenbar, dem Herzen, das ganz erfüllt ist von Liebe zu Ihm.

Richte deinen Blick nach innen und du wirst finden, dass Gott in dir ist.

Schau nach innen und lebe ein inneres Leben, um dich mit der Liebe Gottes in Einklang zu bringen.

Geistiges Leben ist ein Leben in Fülle und Vollkommenheit. Lebe von jetzt an solch ein Leben und verströme Frieden und Segen rings um dich herum.

Fürchte nichts und wünsche nichts anderes als das Bewusstsein Gottes zu erlangen, das dein wahrer Urgrund und die unsichtbare Quelle aller Kraft ist.

Gib alles auf, was dir den geistigen Pfad versperrt. Zerreiße die Schleier, die das Gesicht Gottes vor dir verbergen!

Zerstöre die Festungen blinder Leidenschaften und Abhängigkeiten!

Übe Unterscheidung zwischen dem, was göttlich ist und dem, was nicht göttlich ist.

Verbrenne die Neigung, dich ans niedere Selbst, dein Ego, zu klammern.

Wache schnell aus dem Traum des Nichtwissens auf!

Verschwende nicht diesen Tag und die Zeit des Lebens, die noch vor dir liegt!

Sammle die Strahlen deines Geistes und denke nur noch an eines, an Gott, um den unermesslichen Segen zu erfahren, der jenseits aller Sorgen liegt.


Liebe

Achte immer auf die Liebe, denn sie ist das erhaltende Gesetz des Lebens.

Liebe ist das Urprinzip des Universums.

Ohne Liebe ist das Leben eng, begrenzt, voller Unglück.

Ohne Liebe ist das Leben eine Beute zahlloser Übel.

Ohne Liebe ist das Leben ein Opfer von Sünde und Hass.

Doch ein Leben in Liebe gelebt, ist ein Leben überfließender Freude.

Der Liebe ist nichts unmöglich: alles wird dir gehören, und alle werden gut zu dir sein!

Verwirkliche diese Liebe im täglichen Leben! Liebe ist die eigentliche Natur deines wahren inneren Selbst.

Handle nicht gegen das geistige Gesetz! Die glorreiche Wirklichkeit der Wahrheit ist, dass sie als Liebe existiert.

Aus Liebe bist du geboren, aus Liebe wirst du erhalten, und zur Liebe wirst du einmal zurückkehren.

Meditiere über die Liebe, setze diese Liebe in die Tat um, denn Liebe ist dein Atem, dein Schutz und deine Stärke.

Mögest du wach sein und dein Herz für die göttliche Liebe offenhalten, denn Liebe ist das Größte, die höchste Macht, über der nichts anderes steht.

Mögest du den Pfad der Liebe betreten, der zugleich der Pfad des Lichts ist!

Die großen Erleuchteten

Alle jene, die nach Göttlicher Vollkommenheit gesucht oder diese erreicht haben, sind noch unter uns. Wie und warum ist das möglich? – Aus dem einfachen Grund, weil sie eins sind mit der göttlichen Vollkommenheit und diese überall anwesend ist. Sie sind da, wo immer das göttliche Bewusstsein ist. Erleuchtete sind nicht wirklich erleuchtet, wenn ihre Erleuchtung nicht in göttlicher Vollkommenheit gipfelt.

Doch begeben wir uns zurück auf die Ebene der Gedanken. Jeder Gedanke, den diese großen Menschen gedacht haben oder denken, ist hier und jetzt anwesend, befindet sich im universalen Raum.

In diesem großen Universum des Göttlichen geht nichts je verloren, nichts wird jemals wirklich zerstört; deshalb sind alle Gedanken, alle Segnungen, alle Gefühle jener Erleuchteten für uns und jedermann erreichbar, für jeden, der dafür empfänglich ist.

Die bloße Tatsache dieser ihrer Anwesenheit auf Erden ist eine ausreichende Garantie für Frieden und Glück auf der Welt.

Die Menschheit schreitet voran und hat jenen kleinen Anteil an Frieden und Glück, den sie jetzt besitzt, nicht aufgrund ihrer eigenen Anstrengungen erreicht, sondern aufgrund der Segnungen und guten Schwingungen, die sie beständig von den höheren Mächten empfängt.

Wenn wir die entsprechenden Techniken und Methoden anwenden, haben wir die Möglichkeit, die Gegenwart jener Erleuchteten zu erfahren und ihre Dienste in Anspruch zu nehmen.

Die Segnungen aus dem Herzen jener Großen fließen beständig der ganzen Menschheit zu. Es gibt kein Maß, mit dem man die Segnungen und deren Wohltaten messen könnte, die der Menschheit durch die Gegenwart der großen Erleuchteten zufließen.

Schließlich leben wir nicht in einer mechanischen, materiellen Welt, sondern in einer Welt universaler Kräfte, universaler Energien, universaler Mächte. Aus diesem Grund sind auch die Gedanken und Gefühle eines jeden Individuums wertvoller und machtvoller, was ihren Einfluss auf das Geschick der Menschheit angeht, als das, was einer mit Händen und Füssen zu erreichen versucht.

Aussagen Erleuchteter:

Die göttliche Existenz ist das Ehrfurcht einflößende ICH BIN, das in sich selbst eins seiende und all-bewusste Sein im ständigen Wechsel unserer Erfahrungen.

Swami Omkarananda

Die Menschheit schläft. Sie beschäftigt sich allein mit Nutzlosem.

Ihre Erfahrung dieser Welt ist falsch.

Sufi-Meister Samai, aus Afghanistan

Wenn ihr es fertig bringen würdet, keinen Gedanken aufsteigen zu lassen, würdet ihr im Nu Erleuchtung haben. Lasst euren einzigen Gedanken die Ewigkeit sein.

Zen-Buddhismus

Das Universum ist ein geistig Ding.

Lao-Tse

Ein Mensch, der ständig mit dem Mantra beschäftigt ist, trägt es in sich und verbindet es mit dem Ewigen, Absoluten. Sein einziger Gedanke ist das Unendliche.

Swami Omkarananda

Der wirkliche Gott ist reines Bewusstsein, und wir alle sind seine Manifestationen.

Bewusstsein ist die Substanz, aus der wir geformt sind.

Swami Omkarananda

Gott ist das unendliche Sein, und ihr alle seid seine Inkarnationen.

Der Mörder, der morgen gehängt wird, ist ganz und gar Gott, der vollkommene Gott.

Es ist schwer zu begreifen, aber es kann erfahren werden.

Vivekananda

Erkenne Buddha in jedem Wesen, höre ein Mantra in jedem Ton, sieh Nirwana an jedem Ort.

aus dem Buddhismus

Durch das mystische Mantra berühren wir Gott in jedem Ding.

Swami Omkarananda

Nichts gibt es, was Tao* nicht ist.

Tschuang Dsi

Nichts gibt es, was nicht Gott ist, was nicht Bewusstsein ist.

Swami Omkarananda

Was macht das Unendliche endlich? – Nur das Körperbewusstsein.

Was macht aus einem Gott einen Menschen? – Nur das Körperbewusstsein.

Was macht aus einer endlosen Stille, dem Frieden, den wir im Tiefschlafzustand genießen, ein schmerzhaftes, problembeladenes, tägliches Leben? – Nur das Körperbewusstsein.

Das Körperbewusstsein bestimmt alles: Unsere Gedanken, Gefühle, unseren Lebensstil.

Swami Omkarananda

Der wahre Name eines jeden Menschen ist Bewusstsein.

Die Seele eines jeden Menschen ist Bewusstsein.

Der Körper eines jeden Menschen ist Bewusstsein.

Swami Omkarananda

Ich habe klar erkannt: GEIST ist nichts als Berge, Flüsse und die große, weite Erde, als die Sonne, der Mond und die Sterne.

Zen-Buddhismus

In allen Dingen erkenne Tao, dann fühlst du dich mit allem Dasein eins, und die gesamte Natur wird dir so vertraut wie dein eigenes Selbst.

Denke nicht zu viel an den an sich so unbedeutenden Körper. Dies ist nur das Gefühl eines Gefangenen, der befreit werden soll von seinen falschen Vorstellungen, und der sich nun ängstigt, die dunkle Zelle, den Körper, zu verlassen, in der er so lange Zeit zugebracht hat.

Sieh den Tod nicht als Gegensatz zum Leben, denn beide sind unwirklich, beide sind nur ein Wechsel und ein Schein.

Was wirklich ist in dir, deine Seele, kann niemals sterben, deshalb gehört deine Todesangst niemals deiner Seele an, die unsterblich ist.

Taoismus

Erfahre ich mich als Körper, dann habe ich auch die Vorstellung von Welt und Gott.

Ist diese Stufe überschritten, und man erfährt sich als gestaltlos, dann gibt es weder Körper, Welt noch Gott; denn diese drei sind Vorstellungen auf der Stufe der Relativität.

Sri Ramana Maharshi

Es gibt nicht Gott, Mensch und die Welt. Nur Gott ist da, und Gott ist Liebe.

Swami Omkarananda

Wenn ich die Augen öffne, sehe ich Gott, wenn ich esse, weiß ich nicht, was ich gegessen habe, mein Bewusstsein ist im Bewusstsein Gottes versunken.

Nichts kann ich erfahren, ohne Gott zu erfahren.

Swami Omkarananda

Wenn ich vom Tisch aufstehe, weiß ich nicht, was ich gegessen habe.

Mein Auge bleibt immer in Einfalt auf Gott gerichtet und mein Herz von Liebe zu Ihm erfüllt.

Ich danke Ihm für seinen Beistand und unterhalte mich mit Ihm auf unzählige Weise, in größter Einfalt und immer so, dass ich seiner Gegenwart stets fest bewusst bleibe.

Die gänzliche Überlassung an Gott und seine Vergegenwärtigung ist der sicherste Weg.

Bruder Lorenz

Wenn du dich nun jederzeit – ob sitzend, gehend, stehend oder liegend – nur auf die Beseitigung des Umherdenkens konzentrierst, so wirst du mit der Zeit unweigerlich die Wahrheit entdecken.

Huang Po

Das ganze spirituelle Leben besteht in Wirklichkeit darin, sich die göttliche Gegenwart beständig zu vergegenwärtigen.

Swami Omkarananda

Das ganze geistliche Leben besteht aus der Vergegenwärtigung Gottes.

Wenn man sich darin so übt, wie man soll, wird man in kurzer Zeit ein geistlicher Mensch.

Diese Übung würde ich allen Leuten anraten, denn ich halte sie für ebenso leicht wie notwendig.

Bruder Lorenz

Nur die Selbstbeobachtung, die Innenschau des gesammelten Blicks jenseits des zerstreuten Vielfaltsgedankens führt allein zum Ziel. Beobachtet die Dinge, wie sie sind, und grübelt nicht über andere Leute nach.

Huang Po

Das Buddha–Wesen ist dein Ur-Antlitz.

Zen-Buddhismus

Blicke in dein eigenes Inneres: Da ist der Beobachter, der Seher, der dich das richtige Sehen lehrt, wenn dein Gemüt still geworden ist.

Swami Omkarananda

Der Beobachter in dir ist dein eigentliches Antlitz.

Swami Omkarananda

Ein reines Leben zu führen bedeutet, immer an das Göttliche in dir zu denken. Was in einer bestimmten Situation zu tun ist, erhellt sich dann aus dem eigenen Inneren, denn dort sind die Antworten auf alle Fragen und Probleme bereits vorhanden.

Swami Omkarananda

Gott sprach zu mir:

Denke Du an MICH, so werde ICH durch dich denken.

Katharina von Siena

Das Gottgedenken ist ein vorzügliches Mittel auf dem mysti schen Weg, es ist der zentrale Weg der sufischen Methode und als Universalmittel der kürzeste Weg zu Gott.

Gottgedenken ist die Hauptstütze des mystischen Wegs.

Keiner kommt zu Gott, es sei denn durch anhaltendes Gottgedenken.

Sufismus

Das Geheimnis der inneren Weiterentwicklung liegt in der Konzentration auf nur ein Einziges – auf die göttliche Gegenwart.

Darin besteht in Wirklichkeit das ganze spirituelle Leben.

Swami Omkarananda

Wenn man die wirkliche Substanz des Körpers erkennt, ist man befreit und eins mit dem allgegenwärtigen, allwissenden, allsehenden, alles beobachtenden, allvollkommenen Gott.

Swami Omkarananda

Der Mensch ist ein Geistwesen. Alles hat seinen Mittelpunkt im Menschen.

Doch der Mensch gibt sich hinsichtlich des Wissens, der Ideale und der Ziele, die er anstrebt, täglich Täuschungen hin.

Er hat sich in ein kör perhaftes Erleben und Begrenztsein hinein hypnotisiert, so dass alles, was in Wirklichkeit in ihm ist, ihm als außerhalb seiner selbst erscheint.

In der inneren Kon stitution des Menschen ist alles angelegt, was man im gesamten Kosmos erkennen und begreifen kann.

Swami Omkarananda

Gott ist die subtilste, unsichtbare unendliche Energie, gegenwärtig in jedem Punkt dieser unserer Welt.

Swami Omkarananda

Gewahre die Gegenwart des höchsten Herrn, der in der Mitte des Herzenslotus sitzt. Er ist der Beobachter des Tanzes des Intellekts, der Sitz höchster Liebe. Er ist jenseits von Gemüt und Sprache.

Er ist das rettende Schiff, das all die Sorgen jener beendet, die im Begriff sind, im Meer des weltlichen Lebens zu ertrinken.

Er ist vom Wesen des strahlenden Seins jenseits des Denkens. Er ist das Unverzichtbare, das vom Gemüt nicht begriffen werden kann.

Er ist das beständige, tiefe Unbewegliche, das weder Licht noch Dunkelheit ist, das frei ist von allem Zweifel und Schein, dessen Bewusstsein vom Wesen der höchsten Seligkeit ist.

Maytreya Upanishad

Lege deine Sorgen zu Füßen des Herrn des Universums nieder, der alles vollbringt. Verbleibe allezeit standhaft im Herzen, im transzendenten Absoluten.

Gott kennt die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Er wird deine Zukunft für dich bestimmen und auch die Arbeit tun.

Was getan werden muss, wird zur rechten Zeit getan werden.

Sorge dich nicht! – Verbleibe im Herzen und übergib deine Handlungen dem Göttlichen!

Sri Ramana Maharshi

Wenn das Herz wandert oder abschweift, dann bringe es sanft zurück zum Punkt der Kontemplation der Gegenwart des Meisters.

Und selbst wenn du eine ganze Stunde nichts anderes tätest als es nach jedem Abschweifen jedes Mal wieder zum Punkt der Gegenwart Gottes zurückzubringen, dann hättest du deine Stunde gut genutzt.

Franz von Sales

Vom Werk nicht lassen, doch lassen von des Werkes Wirkung.

Um Wirkung unbekümmert werken, das ist das hohe Lassen – der Gang der Freien.

Meister Eckhart

Gott ist Geist.

Geist ist das wahrhaft Wirkliche im Menschen und der ganzen Natur.

Swami Omkarananda

Glaube nicht, dass Gottes Gnade sich allein durch Freuden und Behaglichkeit kundtut.Gottes Gnade kommt vielmehr in Gestalt von Härten, Not und Prüfungen.

Je mehr Schwierigkeiten und Prüfungen du erfährst, umso schneller schreitet die Läuterung voran, umso schneller eilst du dem Ziel entgegen, umso größer ist die Gnade Gottes in deinem Leben.

Solange jedoch die Menschen ihre Begrenztheiten und innere Zerrissenheit, ihr Elend und ihre Sorge bejahen, sich nicht davon zu lösen und darüber zu erheben wünschen – solange bleibt ihr der Weg ins Reich des Göttlichen versperrt.

Swami Omkarananda

Sri Vidya Devata – die höchste Göttliche Mutter – wird auch „Shiva-para“ genannt – jenseits von Shiva; solche Shivas sah Sie Millionen Mal.

Shiva ist der Zerstörer. Was zerstört Er? – Das, was erschaffen wurde.

Aber zerstört Er wirklich alles Erschaffene? – Nein! Denn alles entsteht von Neuem und zwar genau nach demselben Muster, dem Muster des Sri Chakras.

Das ist ein universales kosmisches Muster.

Shiva zerstört, aber immer wieder erhebt sich die Schöpfung nach dem gleichen Muster – in endlosem Kreislauf.

Shiva ist hilflos hier: Soviel Er auch zerstören mag, alles entsteht immer wieder von Neuem.

Swami Omkarananda

Das Testament des einfachen Menschen

Das Herz sagt Dinge, die tiefer sind als alle Lehren der Philosophie.

Die Seele weiß manchmal um Wahrheiten, die höher sind als jene, die je gepredigt wurden.

Der Richter in unserem Inneren ist jedem äußeren Richter überlegen.

Wir glauben, weil etwas in uns intuitiv erkennt.

Jeder, der von Gott hört, scheint mit Gott weit vertrauter zu sein als jener, der von ihm spricht. Unsere uralten, unverbrüchlichen inneren Verbindungen mit Gott zeigen sich nicht selten im Alltagsleben.

Wir hegen größere Liebe und Zuneigung für den Heiligen als Sympathie für den Sünder: Darin offenbaren wir die Wahrheit, dass jeder irgendwo in sich den Heiligen verbirgt.

Unser Streben ist immer größer als unsere Bedürfnisse es erfordern.

Bei ruhiger Analyse stellen wir fest, dass unsere Kraft immer größer ist als unsere Probleme.

Man braucht kein Beethoven zu sein, und auch nicht jemand der Musik studiert, um Beethoven beurteilen und schätzen zu können und um festzustellen, welches Musikstück Beethovens besser als ein anderes ist.

Obschon man kein Einstein ist, fällt es dennoch leicht, alles zu bewundern, was es an Bewundernswertem in der Wissenschaft gibt.

Das Entstehen und

Vergehen der Welten vor dem Hintergrund

des Absoluten

Zeitalter wechseln sich ab; sie bilden eine Kette, einen Kreis oder ein Rad.

Dieses Rad dreht sich, es hat keinen Anfang und kein Ende.

Es ist ein endloses Drehen, das nie aufhört. Es ist ein Kreislauf, und der Wechsel von einem Zeitalter zum nächsten setzt sich ohne Anfang und Ende fort.

Wann das erste Zeitalter einmal begann, weiß niemand. Man kann sagen, es habe mit Gott begonnen. Und wann hat Gott begonnen? – Gott hat keinen Anfang und kein Ende.

Weil die Wahrheit ewig ist, weil Gott ewig ist, kommen und vergehen diese Welten, kommen und vergehen die Universen auf ewige Zeit.

Auch die Zeit ist endlos. Es gibt eine Ewigkeit der Zeit und eine zeitlose Ewigkeit.

Gott ist die zeitlose Ewigkeit. Er ist immer da. Er war immer. Er ist jetzt und wird immer sein. Er ist die Ewigkeit ohne Zeit. Anantam avyayam ist die unwandelbare Unendlichkeit. Der zeitlose Gott verändert sich nicht.

Solange der Tiefschlaf währt, erfahren wir keine Veränderung. Es herrscht eine zeitlose Stille und ein zeitloser Friede, die keinem Wechsel unterliegen. Gott ist die zeitlose Ewigkeit. In Ihm gibt es keinen Wandel.

Und dann sind da andererseits diese Universen, die sich ohne Ende aneinanderreihen, vor jedem Universum wieder ein anderes Universum. Wir können endlos zurückgehen, ohne einen Anfang zu finden. Das gleiche gilt für die umgekehrte Bewegungsrichtung, die Zukunft. Es ist ein Kreis.

Solange es die zeitlose Ewigkeit gibt, gibt es auch die Zeitewigkeit. Die Zeit verändert und zerstört schließlich alles, und diese zerstörerische, verändernde Aktivität setzt sich endlos fort. Die Zeit ist aber auch die Ursache für die Geburt der Universen und deren Erhaltung. Es ist eine Art Illusion, diese Zeitewigkeit. Da gibt es kein Ende.

Wir sagen, dass unser Kaliyuga eine schlechte Zeit sei, voll von Mord, Betrug und Kriegen. Das gilt aber nur für jene, die sich mit ihrem physischen Körper gleichsetzen, die sich in Unkenntnis ihres wahren Wesens im Zeit-Raum-Universum verloren haben.

Aber für diejenigen, die suchen und ihre Einheit mit Gott erlangen, herrscht ewige Freiheit, endlose Schönheit, endlose Glückseligkeit. Sie bleiben unberührt von dieser Welt und ihren Übeln.

Die Lösung für die Probleme eines Lebens in der Zeitewigkeit, im Zeit-Raum-Universum, besteht darin, dass wir zur zeitlosen Ewigkeit zurückkehren.

Weisheit, Vernunft und das tiefere Studium der Phänomene der Existenz treiben uns in den Schoß des Göttlichen, in den Schoß der zeitlosen Ewigkeit. Dort sind wir frei. Von dort aus können wir die entstehenden und vergehenden Universen betrachten, ohne davon berührt zu werden: Geburt, Leben und Tod in endloser Folge.

In der Unendlichkeit des höchsten Bewusstseins ereignet sich alles, was sich ereignet, nicht wirklich.

Das materielle Universum, von dem du denkst, es werde zerstört, wird lediglich in etwas anderes umgewandelt. Es gibt keine wirkliche Zerstörung oder Auflösung. Die höchste Energie, die die materiellen Prozesse steuert, ist unzerstörbar.

Wir leben nicht in einem aus materiellen Atomen zusammengesetzten Universum, denn es gibt in Wirklichkeit nur diese Energie. Sie ist die Seele und das wirkliche Wesen des physikalischen Universums, in dem wir leben und uns bewegen. Diese höchste Energie, die in sich eine Unendlichkeit an Bewusstsein und Erkenntnis trägt, ist immer und unter allen Umständen bei dir.

Du bist eng mit ihr verwandt und deshalb bist auch du unzerstörbar. Nichts kann dir wirklich etwas anhaben.

Natürlich kannst du wie eine Puppe aus Lehm zerstört werden, wenn du eine solche Erfahrung in deinem Leben zulassen willst, aber dies wäre eine Erfahrung, die lediglich dem gedanklich-psychischen Bereich, dem Gemüt, angehört. Eine Erfahrung wie diese hat keine Wirklichkeit im Gottbewusstsein.

Die Wissenschaft ist zwar fähig, das Atom zu manipulieren, es zu spalten und Energie daraus zu gewinnen, aber sie kann nicht sagen, was hinter dem Atom und der Energie liegt, was deren eigentliche Essenz ist, wodurch sie entstanden sind und was sie zu dem macht, was sie sind. – Darauf hat die Wissenschaft keine Antwort.

Die erleuchteten Mystiker gehen anders vor: Sie dringen in eine Welt des Bewusstseins ein, die der Urgrund und die Grundlage aller manifestierten Phänomene ist. Sie dringen bis zur unendlichen Intelligenz vor und erlangen so über die hinter dem Atom stehende Kraft Wissen aus erster Hand.

Sie berühren das unendliche, fundamentale Prinzip, stützen sich deshalb auf Erfahrung und erklären das Universum und unsere Erfahrung darin in Begriffen des fundamentalen, universalen, allschöpferischen Bewusstseins. – Dies ist das höchste Wissen, weil nichts anderes mehr hinter und über diesem Bewusstsein steht. Das schöpferische Prinzip ist dieses Bewusstsein.

Wenn wir die wahre Natur der Energie ergründen, das verursachende und erhaltende Prinzip hinter der Energie finden wollen, dann werden wir das göttliche Bewusstsein berühren und erklären, dass es nichts anderes gibt als Gott – Gott allein. Überall werden wir dann das Unendliche als Bewusstsein erblicken, als die unbegrenzte Existenz, als den Grund und das Sein von allem, was wir sehen und erfahren, als den Grund und das Sein des ganzen universalen Systems.

Gott kann keine Schöpfung erschaffen, ohne darin seine eigenen Spuren zu hinterlassen.

Überall können wir Gott fangen; überall ist Er anwesend. Warum? – Weil Er die Grundlage und Substanz, das einzig Wirkliche dieses ganzen Weltentheaters ist!

Wann entstand diese Unendlichkeit des Bewusstseins, die Gott ist? Von wo aus nahm Gott seinen Anfang? – Es gibt keinen Anfang, kein Ende, keinen Anfangspunkt, keinen Endpunkt. Er ist alles überall, und es gibt nicht einmal ein „überall“, denn Gott allein ist.

Ist dieses Königreich Gottes ein Punkt oder ein endloser Raum? – Nichts lässt sich darüber aussagen. Es ist überall das Gleiche, und es gibt keine Entfernung in ihm. Es gibt kein Hier und Dort und keine Richtungen. Es ist ein wunderbares Königreich Gottes. Es ist unendliche Freude, Unsterblichkeit, Unvergänglichkeit, eine Ewigkeit ohne Anfang und Ende.

Es gibt kein „innen und außen, hinten und vorne, oben und unten“. All diese Bezeichnungen sind bedeutungslos. Überall ist es ein und dasselbe. Es gibt kein „irgendwo“ in ihm. Es allein ist. Es ist eine unbeschreibliche Erfahrung.

Die Tatsache, dass das Universum eine Selbstoffenbarung des göttlichen Bewusstseins ist, gilt nur für den Betrachter, der zu verstehen versucht, was das Universum ist.

Für das Göttliche selbst gibt es keine Offenbarung oder dergleichen! Es allein ist überall – überall Licht, Frieden, Selbsterkenntnis, absolute Erkenntnis, unbedingte Vollkommenheit.

Betrachte dieses Universum einmal durch ein großes Teleskop, wie herrlich es ist! Du siehst fantastische Gebilde: Galaxien, Sonnen, Spiralnebel, unendliche Räume! – Aber vergiss nicht, dass in deinem eigenen Körper jede Zelle ein Universum in sich selbst ist! Jedes Atom ist ein kleines Universum in sich selbst und birgt ungeheure Energien – aber das auf einer groben, physikalisch-materiellen Ebene.

Betrachte das Atom mit psychischen Augen, und es offenbart dir etwas ganz anderes! Betrachte das Atom mit den Augen des Geistes in dir, und wieder offenbart es dir etwas völlig anderes!

Mosaik der Wahrheit

Der Raum kennt Es nicht, doch ist Es in ihm. Der Raum sieht Es nicht, doch ist Es in ihm. Es ist in dir, doch du siehst Es nicht, du nimmst Es nicht wahr, du erfährst Es nicht. Es aber bleibt von deinem Nichtwissen unberührt, ist immer vollkommen. Es ist ein Sein, überall zugegen, innen wie außen; auch im Stein – und der Stein weiß nichts davon; auch im Körper – und der Körper kennt Es nicht.

Es ist das Göttliche!

Die Wirkungen sind vergänglich; die eine Ursache ist unzerstörbar und immerzu schöpferisch.

Wir wissen vermittels des Allwissenden. Wie ausgedehnt unser Wissen auch sein mag, wir sind unwissend, solange wir nicht unsere bewussten und lebendigen Verbindungen mit dem allwissenden Sein wiederhergestellt haben.

In der Selbstverwirklichung hat der Tod des einen, das begrenzt war, das Leben des anderen, des Unbegrenzten, hervorgebracht.

Das unvergängliche Licht im Begrenzten ist eins geworden mit dem Licht des Unvergänglichen, des unbegrenzten Seins.

Die zwei sind eins geworden.

Jede Wissenschaft, die sich damit befasst, tiefer in die Natur des göttlichen Selbst im menschlichen Individuum einzudringen, ist eine wirklich große Wissenschaft.

Sie stattet die Menschen mit einem Wissen aus, das sie retten kann, und macht aus ihnen Götter – das heißt, sie macht sie göttlich in ihrer Natur, in ihrem Wissen, in ihrer Kraft, ihrem Frieden und ihrer Vollkommenheit.

Nur eine solche Wissenschaft kann in Harmonie sein mit den großen und unvergänglichen Werken der Offenbarung und der höchsten geistigen Erfahrung der Welt.

Das menschliche Gemüt kann einen kleinen Himmel oder eine große Hölle erzeugen, während das göttliche Selbst im Innern eine Unendlichkeit des Lichts, der Liebe, des Friedens, der Freude, der schöpferischen Schönheit und des Lebens ist und das Ganze des allvollkommenen Königreichs des Himmels ausmacht.

Wenn wir das Selbst haben, haben wir alle Genialität, alle Kräfte, die ganze Wahrheit, das ganze Wissen – all diese unendlichen Werte.

Suche das Königreich des Himmels! Sei so vollkommen wie der Vater im Himmel!

Erkenne das Göttliche in dir und überall! Ergreife die Macht aller Mächte!

Erkenne jenes Leben, welches das Leben allen Lebens ist!

Erkenne die Wahrheit, welche die Wahrheit aller Wahrheiten ist!

Erfahre jenes Licht, das die Sonne, den Mond und die Sterne erleuchtet!

Dieses Licht ist ewig.

Es ist das Licht, das hinter der Energie leuchtet, auf die die moderne Wissenschaft das Universum reduziert.

Was ist der Hintergrund, die Substanz, die erhaltende Kraft hinter allen Formen von Energie im Universum? – Es ist das alles erhaltende, unendliche Sein, die alles zeugende, unendliche Macht des Bewusstseins. Es ist das Selbst, das die wirkliche Energie hinter allen Energien ist. Es ist das unsichtbare Licht hinter allen Lichtern.

Was ist die Quelle aller Phänomene? Was ist das universale Prinzip hinter unseren Sinneserfahrungen? Was ist jene höchste, unvorstellbare, unauslöschliche Macht, die Millionen von Universen erschaffen hat?

Was ist jenes wundersame Ding, das wir den menschlichen Geist nennen, der solche Wunder vollbringen kann und doch nur eine winzige Kraft darstellt im Vergleich zu dem, was hinter ihm steht?

Was ist seine Quelle? Wer ist sein Schöpfer? – Das zu wissen heißt, das Selbst zu kennen. Wenn wir das Selbst kennen, kennen wir den universellen Geist, die Welt, die Energie, das Leben, das Universum – alles.

Die göttlichen Kräfte erhalten das ganze Universum. Sie sind allgegenwärtig, sie sehen uns, hören uns, fühlen uns, wirken durch uns. Sie erlegen uns Schwierigkeiten auf, wenn wir gegen die Gesetze der Natur verstoßen, oder aber erleichtern uns unseren Weg.

Es gibt vielerlei Arten von Natur, nicht nur die sichtbare, die unser Intellekt erfassen kann, sondern auch jene, die uns durch unser psychisches Wesen und Erfahren zugänglich werden.

Es gibt vielerlei Möglichkeiten, das Universum zu verstehen und zu kennen.

Verständnis und Erkenntnis des Universums müssen nicht unbedingt über die physischen Sinne oder wissenschaftlichen Instrumente, sondern sie können auch direkt durch das Bewusstsein, durch die Seele der Seele in uns, erlangt werden.

Der Erleuchtete ist sich der unbegreiflichen Macht Gottes nicht nur im Universum von Zeit und Raum, sondern auch jenseits des Universums, jenseits von Zeit und Raum bewusst. Er lebt in einer Welt der wahren Wunder und staunt angesichts der Unendlichkeit des Bewusstseins.

Er hat nicht nur Zugang zu den Welten innerhalb von Zeit und Raum, nicht nur Zugang zu diesem physikalischen Universum, sondern auch zu allen unsichtbaren Welten wie der mentalen, psychischen und geistigen Welt. Er kann in die Seele der Menschheit vordringen, wie auch in allen Welten leben und sie aus eigener Erfahrung unmittelbar erkennen.

Solcherart ist der Bewusstseinszustand eines Erleuchteten und die Größe, die durch Erleuchtung erlangt wird, und solcherart sind die Kräfte des Gottbewusstseins.

Das zur Vollendung entfaltete Bewusstsein des wahren Mystikers kann die Zeit nach rückwärts oder auch vorwärts verlagern oder allen Raum ins unmittelbare Hier verwandeln.

Sein Geist bewegt sich in einem raumlosen, zeitlosen Universum. Sein Bewusstsein ist das Licht hinter allen Lichtern.

Raum und Zeit sind bedeutungslos für ihn. Alles, was er sieht, weiß und durch die Sinne wahrnimmt, wird als Gebilde des grundlegenden unendlichen Be wusst seins und dessen Energie und Kraft erfahren.

Das Leben weist in letzter und wesentlicher Analyse auf das eine, alles integrierende, alles einschließende und alles umwandelnde Ziel, auf die absolute Gottheit hin. Es gehört zum Innersten des Lebens, auf etwas hinzuweisen, das jenseits seiner selbst liegt.

Dies wiederum ist im Leben selbst enthalten und kann daher mehr oder weniger erkannt und verwirklicht werden – und zwar gerade unter den Bedingungen des irdischen Lebens.

Da dieses Ziel im Leben selbst enthalten ist, bringt es spezifische Fähigkeiten zum Ausdruck, die sich weder von irgendetwas im Unbewussten ableiten noch in irgendeinem Bereich unseres bewussten Denkens finden lassen.

Diese Kräfte sind darum auch höher als die Kräfte und Fähigkeiten, die den psychologischen Bereich des Menschen ausmachen.

So wie die Dampfwolke sich dem ihr innewohnenden Gesetz entsprechend ausdehnt und im Raum verteilt, so gilt für das Einzelwesen das unvermeidliche Gesetz, sich mit der großen unzerstörbaren, von jeder relativen Individualität befreiten, absoluten Individualität zu vereinen.

Alles Leben und alle psychologischen Erfahrungen weisen über sich selbst hinaus, sind ein Mittel, das auf ein Ziel jenseits seiner selbst ausgerichtet ist. So ist der Beruf ein Mittel, um den Lebensunterhalt zu erwerben, und dieser wiederum ist ein Mittel, Freude und Werte im Leben zu verwirklichen. So ist alles irgendwie ein Mittel. Ein Mittel aber mit dem Ziel zu verwechseln heißt, sich der Illusion auszusetzen.

Da solche Ziele begrenzter, bedingter, zeitweiliger Natur sind, werden sie fragwürdig, sobald man sie in der Hand zu haben meint – und eben dadurch wird der Ausblick auf das Ziel, das über sie hinausweist, frei.

So führen sie weiter zu höheren Zielen, bis das erfahrende menschliche Bewusstsein des letzten Ziels gewahr wird, das die höchste Wirklichkeit voll grenzenloser Vollkommenheit ist.

Dass zwei und zwei vier ergibt, ist eine unwandelbare Tatsache, die in allen Ländern und zu allen Zeiten gilt. Auf solche Tatsachen lässt sich eine Wissenschaft aufbauen.

Für die Psychologie gilt entsprechend, dass sie nur wahr und wissenschaftlich sein kann, wenn der zentrale Gegenstand ihrer Untersuchung und Interpretation unwandelbar für alle Länder und Zeiten gültig ist.

Ein solches zentrales Prinzip besteht in der Konstitution menschlich-psychologischer Erfahrung tatsächlich: Es ist das sich stets gleichbleibende, unwandelbare Prinzip im veränderlichen Netzwerk der Gedanken, Gefühle und Handlungen, im gesamten Aufbau der Persönlichkeit und als die allen gemeinsame Grundlage dasselbe in jedem Menschen.

Das Endliche weist aufs Unendliche. Jedes Phänomen bezieht sich in organischer Weise auf das dahinter stehende Noumenon, das heißt, es weist auf ein Geistiges im Hintergrund hin, ein Zusammentreffen des Absoluten mit dem Individuellen.

Einem tiefgründigen Denken entgeht die Leinwand nicht, auf die das Bild gemalt ist.

Alles Leben, Streben, Erleben, Bedürfen, Erringen weist auf etwas hinter dem unmittelbar Gegebenen hin.

Das Leben ist ein beständiger Prozess sich selbst übertreffender Fähigkeiten. Jeden Tag ändern sich unsere Gedanken, unsere Gefühle, unsere Körperzellen; die ganze Welt ändert sich jeden Augenblick. Veränderung charakterisiert den ganzen Prozess.

Es befindet sich etwas Einzigartiges im menschlichen Individuum; denn, während seine Gedanken und Gefühle sich ändern, sein körperlicher Organismus einer ständigen Umwandlung unterliegt, ist doch etwas in ihm, das unveränderlich ist.

In einem einzigen Augenblick geht durch die Erkenntnis der Wahrheit der ganze Traum der Welt zu Ende.

Das Leben ist substanzlos wie ein Traum.

Bei seinem Versuch, den verborgenen Hintergrund der kosmischen Offenbarung zu verstehen, entdeckt auch der moderne Wissenschaftler, dass überall eine höchst erstaunliche Intelligenz am Werke ist.

Überall wirkt die höchste Intelligenz des Göttlichen. Sie ist es, die als innerstes Geheimnis auch allem Duft und aller Farbe, die sich in einer Blüte offenbaren, zugrundeliegt.

Wie ist es nur möglich, dass diese unsere Welt, die scheinbar aus Materie zu bestehen scheint, außer duftenden Blüten und anderen Wundern in der Natur auch den menschlichen Geist und das menschliche Denken mit all seiner Genialität und seinem tiefen Erkennen hervorbringt?

Zahllose Wunder finden sich ja nicht nur in der Natur, sondern auch im menschlichen Bereich als offenbare Auswirkung jener höchsten Intelligenz, die überall im Kosmos verborgen im innersten Herzen der Materie wohnt und ihrem ganzen Wesen nach voll Schöpferkraft und voll unendlicher Möglichkeiten ist.


Was ist das Selbst?

Die Gottheit unendlichen Erbarmens, unendlicher Liebe und Schönheit – das ist das Selbst.

Die Sonne ist nicht nur außen, sondern auch innen und in jedem Atom.

Das Atom kann gespalten werden und Kraft und Energie werden daraus entlassen; aber im Atom ist auch Bewusstsein, das, wenn es aktiv wird, Sonnen wie unsere zu Millionen produziert. Jedes Atom ist so allmächtig wie jedes andere und so allmächtig wie Gott selbst.

Jede Seele, jedes Selbst ist so vollkommen wie die Gottheit, so schön wie die Gottheit, so allwissend wie die Gottheit.

Alles ist ein und dasselbe. Es gibt keine zwei Dinge wie Mensch und Gott. Gott allein ist. Es gibt keine vielen verschiedenen Dinge. Es gibt nicht Gott, Mensch und die Welt. Nur Gott ist da, und Gott ist Liebe.

Niemand kann das erschaffene Universum überwinden – die Gesetze der Materie, die Grenzen des Raums, das Wirken der Zeit, die Umstände des Schicksals –, außer er sei ein metaphysisches Wesen.

In der ganzen Schöpfung ist allein der Mensch damit begabt, die Gesetze der Natur zu transzendieren. Er ist nicht nur ein metaphysisches Wesen, sondern er trägt die Fähigkeit in sich, diese Tatsache zu erkennen und zu erfahren.

Das ist es, was den Menschen zur Krone der Schöpfung macht. Es ist diese Tatsache, die sein Schicksal als Überwinder von Raum und Zeit, von Umständen und Materie, sowie deren Gesetze bestimmt.

Ob wir nun die Poesie moderner Dichter, die Hymnen des uralten Veda, die Bibel oder das Leben der großen Heiligen studieren – überall werden wir Beschreibungen der Überwindung des Todes und Gesänge der Unsterblichkeit finden, wie auch Aussagen über den Menschen als ein unsterbliches Wesen in einer sterblichen Hülle.


Das, was ist

Das Sein ist die Quelle allen Friedens, aller Freude, aller Kraft und Erfüllung. Der Weise lebt von innen heraus. Er lebt aus den Tiefen des Friedens, der Freude, der Erleuchtung.

Wer nicht weise ist, lässt sich von der Oberfläche des Lebens gefangen nehmen. Er verstrickt sich in den Kreislauf der psychologisch-sinnlichen Erfahrungswelt, in der ein Übel dem nächsten die Hand reicht.

Er lässt sich von seinen oberflächlichen Erfahrungen beherrschen anstatt sich, wie der Weise, darüber zu erheben.

Die Antwort auf das Rätsel des Lebens liegt in der Erleuchtung, und Erleuchtung liegt innerhalb der Reichweite eines jeden Menschen, der sich darum bemüht, genauso wie das Glück des tiefen Schlafs für jeden Menschen zugänglich ist.

Erleuchtung ist unbegrenzter Friede, Kraft, Freude und Gesegnetsein. Sie ist die Quelle aller größten und dauerhaften Werke, aller schöpferischen, aufbauenden und wirklich förderlichen Arbeit, die der Menschheit über Jahrtausende hinweg Bereicherung schenken.

In dir liegt der unbedingte und unendliche Friede, das unendliche Glück. In dir ist die unendliche Wirklichkeit. In dir ist das höchste Reich göttlichen Seins und Bewusstseins. Es befreit dich von allen menschlichen Bedingungen und gießt dir jede denkbare göttliche Eigenschaft, Fähigkeit und Erfahrung ein.

Ein Schlafender gelangt unbewusst in diese zentrale Welt des Friedens und der Freude, während der Mensch der Erkenntnis und Kontemplation, der aus der Erleuchtung heraus Großes vollbringt, bewusst in diese eintritt, um dann, inmitten aller Arbeit, aus jenem Frieden heraus zu leben, der alles Verstehen übersteigt, aus jener Freude heraus, die unerschöpflich und von allem unabhängig ist; er schöpft aus jener Kraft, die über allen Kräften steht, aus jener Freiheit, die alle anderen Freiheiten weit überragt.

Jede andere Freiheit, Kraft und Freude, jeder andere Friede ist nur eine abgeleitete, begrenzte und unverlässliche Ausdrucksform davon. Außer in dieser zentralen Existenz im Inneren, in diesem göttlichen Bereich, in der Wahrheit, gibt es keine unbegrenzte Freiheit, keine von allem unabhängige Freude, keine alles besiegende Macht, keinen immerwährenden Frieden und keine alles zur Erfüllung bringende Vollkommenheit.

Im Wissen darum, dass es sich um den Schatz aller Schätze, das Wunder aller Wunder handelt, gehen einige ganz bewusst in seine unendliche schöpferische Stille, Schönheit und Freude ein, und zwar durch besondere kontemplative Zustände, durch innige göttliche Hingabe oder durch das Wirken höchster Genialität und Weisheit voll Liebe, Güte, Dienst- und Opferbereitschaft, welche die innere Umwandlung hervorbringt.

Einige betreten seinen unerschöpflichen Quellgrund voll Frieden, Freude und Erleuchtung, indem sie ihr Bewusstsein vom Gewahrsein aller Begrenzungen freimachen und es in der Wirklichkeit und Stille des inneren Seins verweilen lassen genauso wie der Schlaf das Bewusstsein des Schläfers vom Körper und der Umgebung des äußeren Lebens befreit.

Im Tiefschlafzustand berührt jeder Mensch auf der ganzen Welt die gleiche innere Existenz, das gleiche innere Sein und findet während dieser Zeit die völlige Befreiung von jeder Belästigung, die das Leben mit sich bringt. Das Kind, die Frau, der Mann, der Vogel und die anderen Tiere, sie alle kennen den Schlaf und gehen auf diese Weise in eine Welt der Stille und des Glücks ein. Und doch sind sich nur wenige dieses Zustands bewusst, selbst nicht beim Erwachen, es sei denn durch eine vage Erinnerung: „Ich befand mich in einem tiefen friedlichen glücklichen Schlaf.“

Je mehr wir von diesem inneren göttlichen Sein, das wir mit jedem anderen Wesen im Universum teilen, erkennen und wissen, umso stärker werden unsere Intelligenz und unser Charakter, unsere Persönlichkeit, unser ganzes Leben. Wir werden dann nicht mehr von den Launen des Schicksals und der Umstände umhergetrieben, denn dann sind wir weise, und etwas aus dem Wesen und Charakter des göttlichen Seins in uns fängt an, sich in unserem täglichen Leben und Verhalten nach außen kundzutun.

So sind wir also zuerst und zuletzt im tiefsten Grund jene zentrale Existenz, die vom Schlafenden unbewusst berührt wird, damit sein Körper die für ihn notwendige Erholung findet, sich sein psychologisches Wesen beruhigt und seine ganze Seele sich an jenem Glück labt, nach dem sie sich sehnt; denn in Wahrheit ist dieses Sein, das von Menschen hoher Weisheit und Liebe bewusst berührt wird, unser wahres Wesen.

Während sich alles innen und außen ändert, bleibt das innerste Sein des unendlichen Friedens, der Freude, der Kraft, der Freiheit und der Vollkommenheit unwandelbar dasselbe. Es ist das Einzige, worauf wir uns verlassen können, auf das wir angewiesen sind und von dem alles, was Wert hat, selbst der Atem unseres Lebens, abhängt.

Nur was absolut vollkommen ist kann die unwandelbare Wahrheit sein, von der die Bibel als dem Felsen spricht, auf den wir unser Leben bauen sollen. So lange wir nicht zu einer tiefen Erkenntnis dieser inneren Existenz, dieser göttlichen Wahrheit gelangen, fehlt es unserem Leben am eigentlichen Gehalt, ganz gleich, wie intelligent und stark, wie reich und mächtig wir sonst sein mögen. Wer nicht in dieser oder jener Weise die Gnade dieser großen, wunderbaren Wirklichkeit besitzt, muss irgendwann einmal zusammenbrechen.

So wollen wir um tiefere Erkenntnis ringen und bewusste Beziehungen zu diesem göttlichen Sein suchen. Es gibt Menschen, die sich vom Zorn oder von Ehrgeiz treiben lassen; wieder andere sind von Neid, Gier oder Eifersucht besessen, von Angst gequält und ihrer Unwissenheit ausgeliefert.

Wir aber wollen uns völlig von diesem inneren Sein ergreifen lassen und all unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen, unser ganzes Leben aus dieser Stille, diesem Frieden, diesem Licht, dieser Freiheit, Freude und Kraft fließen lassen. Der Wert, die Würde, die Kraft und Größe unseres Lebens beruhen auf der inneren Erfahrung und Erkenntnis unseres wesenhaften göttlichen Seins.


Was wesentlich ist

Das Wesentliche ist die Wahrheit. Sie schafft zahllose Heilige Schriften. Weil diese Schriften im Zeit-Raum-Universum entstehen und sich innerhalb der Dimension der Zeit alles verändert, kommen und gehen auch die Heiligen Schriften.

Wenn die Welt zerstört wird, verschwinden mit ihr auch alle Heiligen Schriften sowie die ganze Menschheit.

Doch es wird eine neue Schöpfung entstehen, und die Wahrheit wird wieder Heilige Schriften durch solche Persönlichkeiten, in denen sie selbst völlig verwirklicht ist, projizieren.

Jene, die die Wahrheit erfahren, sind auch jene, die sie erschauen, die sie leben. Leben, erschauen, erfahren sind eines. Es ist ein dynamischer Selbstausdruck des Bewusstseins in sich selbst und als es selbst. Wenn du die Wahrheit berührst und erfährst, verstehst du alles – alle Geheimnisse des Lebens und des Universums.

Wann immer eine Schöpfung besteht und wann immer wir nach Wahrheit streben, offenbart uns die Gottheit Ihr eigenes Wesen, Ihr eigenes herrliches Sein, sobald wir den höchsten Punkt der Wahrheitserfahrung erreicht haben.

Dann sind wir für immer in der göttlichen Erfahrung fest verankert. Wir können unsere Augen nicht öffnen, ohne die göttliche Wirklichkeit zu erfahren. Das ganze Leben, die ganze Welt wird zum Königreich der Wahrheit. Jede Erfahrung wird eine Erfahrung der göttlichen Wahrheit. Wir sind fest im ewigen Leben hier und jetzt gegründet. Alle Ängste sind entschwunden. Wir leben in einer grenzenlosen Glückseligkeit hier und jetzt. Wir sind unbeeindruckt von allen äußerlichen Ereignissen.

Hier und jetzt erfahren wir den Frieden, der alles Verstehen übersteigt, und der nur im Unendlichen in uns selbst erfahren werden kann, und der seine Mitte in unserem Herzen hat.

Zerstöre die Welt – die Wahrheit bleibt. Erschaffe Millionen Welten – die Wahrheit ist da. Löse Millionen Welten auf – so ist doch noch die Wahrheit da.

Zerstöre den Körper – die Wahrheit bleibt. Alles in der Welt vergeht, aber das, was in allem enthalten ist, was die Welten, alle Wesen und Dinge erhält, der Geist, die Wahrheit, das ist unsere Seele, das ist das unzerstörbare Bildnis Gottes in uns. Das ist die Seele deiner Seele.

Diese Welt gehört der Wahrheit und wird von der Wahrheit erhalten.

Diese Wahrheit ist Licht. Sie ist in meinen Augen. Sie ist meine Persönlichkeit. Niemand kennt mich. Die Wahrheit kennt mich. Die Wahrheit ist mein Schatz, sie ist mein Leben. Ich bin unzerstörbar. Ich kenne keine Sorgen und kein Leid. Probleme existieren für mich nicht. Mein Leben ist erfüllt in der grenzenlosen Wahrheit, im grenzenlosen Sein.

Mein Wesen ist Licht. Mein Wesen ist Liebe und Frieden. Mein Wesen ist Glückseligkeit. Ich lebe nicht in mir selbst, ich lebe in allen Wesen und gebe mein Herzblut, um ihnen zu helfen.

Ich erfahre mich überall: in meinen Feinden, in meinen Freunden, in jenen, die sich als zu mir gehörend betrachten, in den Steinen und in den Wellen, in den Wolken und im Schnee, auf den Straßen und überall in allen Umständen. Ich sehe die Wahrheit in jedem Antlitz der Schöpfung.

Indem ich hier bin, bin ich überall. Ich gehöre keiner Nationalität und keiner Religion an. Alle Formen und Gestalten sind meine Formen. Ich bin die verkörperte Liebe, die Verkörperung von Freude und Frieden. Ich bin die Verkörperung der Wahrheit.

Die Wahrheit ist die Wirklichkeit aller Wirklichkeiten. Sie ist die Seele meiner Erfahrung. Sie ist die Seele meines Lebens. Sie war, sie ist und wird immer sein.

Das ist die Wahrheitserfahrung, die vom Herzen der göttlichen Existenz geoffenbart wird. Alles andere ist wie ein Traum.

Dieses Spiel des Lebens ist ein Gebundensein an Begrenzungen. Es ist eine Szene, ein Schauplatz, welcher die Wahrheit verbirgt. Doch kann der Mensch zum Erkennen der Wahrheit erwachen. Zeitlosigkeit und Raumlosigkeit sind sein natürlicher Zustand, und er kann das erfahren, während die Erfahrung der Welt der Dualität mit Gut und Böse, Glück und Unglück, Freud und Leid für den Menschen nicht natürlich sind.

Der Mensch lebt hier auf Erden, um einen Bewusstseinszustand zu erreichen, der ewiges Leben, vollkommener Frieden, unendliche Freude und das Ziel der Evolution ist.

Das wahre Wesen des Menschen

Die eine höchste Wirklichkeit ist auch das wirkliche Wesen des Menschen. Es ist das uns innewohnende schöpferische Bewusstsein, ein Bewusstsein, das keine Grenzen kennt. Es ist unsere Existenz.

Das Ziel des Lebens liegt darin, dieses Bewusstsein zu erkennen. Ohne dieses Bewusstsein, diese Existenz, gibt es keinerlei Erfahrung von irgendetwas, denn dieses Bewusstsein ist die Grundlage aller Erfahrungen. Es ist die zentrale Wirklichkeit alles Seienden.

Es ist unser geistiges Herz, es ist die Tiefe in uns, in der unsere Intelligenz und alle unsere Fähigkeiten ihren Ursprung haben.

Dieses Bewusstsein ist grenzenlos. Es birgt Tiefen innerhalb von Tiefen in sich, Höhen jenseits von Höhen und überschreitet jegliche Ausdehnung. Es ist eine dimensionslose Dimension.

Das ist der wirkliche Mensch!

Der Mensch, der sich mit einem Körper, einer begrenzten Gestalt identifiziert, ändert sich ständig.

Alles das, was der Mensch an der Oberfläche zu sein scheint, ist begrenzt, kann überwunden und umgewandelt werden.

Unsere Gedanken können wir beobachten, steuern und uns eine neue Denkweise aneignen.

Wir können unser wahrnehmendes Bewusstsein auch über alle Gedanken und das gesamte Gemüt erheben und als das verbleiben, was wir jenseits allen Scheins wirklich sind.

Diese Wirklichkeit ist das Eine ohne ein Zweites. Sie ist der Faktor, der alle Wesen eint.

In ihr sind alle eins. In ihr leben wir und atmen wir.

Da ja die unendliche Wirklichkeit in dir ist, bist du als Pilger zur inneren Einkehr berufen. Dein wahres Wesen zu ergründen und schließlich zu deiner eigenen Erfahrung zu machen, ist die Aufgabe, die dir im Leben hier auf dieser Welt gestellt ist.

Alles kommt und vergeht wieder, aber die Wirklichkeit in uns kommt weder noch verschwindet sie. Sie schläft nicht, wenn wir schlafen. Sie wacht immer und leuchtet ewig ohne Unterbrechung.

Das Ziel des Lebens

Es gibt Phänomene, Wahrheiten und Kräfte, die noch außerhalb des Erfahrungsbereichs des Menschen liegen, die aber wirklich sind. Die größte Wahrheit aber ist, dass im Menschen eine Kraft wohnt, die selbst die Quelle aller anderen Kräfte ist.

Es ist ein unendliches Bewusstsein in ihm, das selbst Erzeuger und Erhalter all der Trillionen Welten ist.

Die Kraft, die diese Welt und Millionen Universen jenseits des unseren ins Leben gerufen hat, und Welten innerhalb von Welten auf subtileren Ebenen und Abstufungen des Bewusstseins erschaffen hat – diese Kraft ist im Menschen; sie ist sein Eigen.

Die unendliche Genialität des göttlichen, allschöpferischen Bewusstseins, das Trillionen von Lebensformen, Welten, Wirklichkeiten und Kräften erschafft und erhält, ist auch Eigentum des Menschen und stellt seine vielfältigen, unbegrenzten Möglichkeiten dar.

Wenn der Mensch es fertigbringt, sich dieses gewaltigen, unvorstellbaren Reichtums des Göttlichen, das innerhalb seines eigenen Herzens wohnt, bewusst zu sein, wird es ihm möglich sein, das Göttliche umfassender zu erfahren und im täglichen Leben auszudrücken.

Das Einzige, was er dann noch wahrnimmt, ist das fortgesetzte Bewusstsein des Göttlichen überall innen und außen, des Göttlichen, das die Quelle aller Universen ist.

Wenn der Mensch diese höchste Intelligenz und dieses absolute Bewusstsein, das Gott ist, berühren kann, hält er den höchsten Magier in seiner eigenen Hand, der die unendliche Vielfalt alles Existierenden ins Dasein gerufen hat.

Es gibt keinen größeren Magier, keinen größeren Künstler, keinen größeren Dichter, keinen größeren Menschen als Gott selbst.

Und dieser Gott sitzt nicht irgendwo in den Wolken. Er ist eine immer wache und aktive Kraft in deinem inneren Sein. Er ist jene höchste Intelligenz, die hinter deinen mentalen Aktivitäten, deiner psychischen Persönlichkeit und deinem Lebensatem steht und ihre Substanz und Grundlage ist.

Die Herausforderung, die das Leben ist, ruft nach einer Lösung. Die Lösung besteht nicht darin, irgendwelche Tricks anzuwenden, sondern allmählich die göttliche Vollkommenheit zu entfalten, die schon in uns anwesend ist. Die Antwort auf die Probleme des Lebens ist die Entwicklung der wirklich göttlichen Liebe in uns selbst, die Erweiterung unserer Weisheit und Erkenntnisfähigkeit, die Bereicherung unserer inneren Erfahrung und eine stets stärker werdende Manifestation unserer Seelenkraft, das heißt, des Bewusstseins in uns.

Eine schnelle innere Entwicklung ist die Antwort auf die Probleme des Lebens.

Wenn unsere Persönlichkeit, unser inneres Wesen durch göttliche Aktivitäten bereichert wird, dann werden sich automatisch all die übernatürlichen Kräfte manifestieren. Diese übernatürlichen Kräfte und unsere außergewöhnliche Güte und Weisheit sind Auswirkungen unseres Fortschritts auf dem Pfad zu Gott.

Das Ziel des Lebens ist also Gott selbst, weil Gott die zentrale, unerschaffene, unendliche Kraft ist. Er ist der Atem unseres Atems. Er ist die Seele unserer Seele. Er ist die Kraft unserer Kraft – und wenn wir eins mit Ihm sind, sind wir erst wir selbst.

Und wenn wir dann wir selbst sind, sind wir sicher, harmonisch, glücklich, unüberwindlich, unendlich.

Das Leben auf der Erde ist eine schwache Reflexion des wirklichen Lebens, das uns erwartet

Das Leben im unendlichen Bewusstsein ist das wirkliche Leben. Das Leben, das du hier auf dieser Erde führst, ist ein Gefängnis, ein Vertriebensein aus den Wundern des inneren Seins.

Es gibt höhere Welten, die Welten der Götter und Göttinnen, in denen die Wesen ewig leben; sie werden nie alt und schlafen nie.

Nur in der materiellen Welt muss der physische Körper schlafen, er wird alt, verfällt, wird abgelegt und weggeworfen.

Wiederhole aus diesem Grund das Mantra Tag und Nacht, auch während der Arbeit. Dann wirst du erleben, dass Wunder geschehen!

Vergiss deine körperlichen Erfahrungen und sieh dich als Licht, als Bewusstsein, als Kraft, als Gnade, als eine Schönheit Gottes.

Du sollst an die zeitlose Ewigkeit denken, die du vor dir hast. Du bist ein Bürger des Himmels. Ändere deshalb deine Einstellung und lebe als eine wundervolle, duftende Blume Gottes, und eine gewaltige neue Kraft wird in dich einströmen.

Ich bitte dich, das Mantra zu wiederholen; du kennst die Kraft des Mantras noch nicht, aber später wirst du wissen, was das Mantra wirklich ist.

Bevor es soweit ist, wiederhole das Mantra blindlings und unter allen Umständen. Denke, du hättest nur noch fünf Minuten zu leben, und in diesen fünf Minuten kannst du nicht mit Nichtigkeiten spielen. Das Leben ist eine ernste Angelegenheit, und wir müssen unsere innigen Beziehungen mit den höchsten Kräften der Gottheit wiederherstellen.

Das Mantra ist ein wunderbarer Pfad, ein göttlicher Pfad, ein mystischer Pfad

Je mehr du auf diesem Pfad fortschreitest, je mehr du das Mantra wiederholst, desto mehr Wunder werden geschehen.

Was du in zehn Leben voller Anstrengungen nicht erreichen kannst, erreichst du mit dem Mantra in zehn Tagen oder zehn Monaten – das ist das Geheimnis.

Wenn du das Mantra wiederholst, dann fühle das unendliche Bewusstsein überall um dich herum, innen, außen und überall.

Wenn du das Mantra wiederholst, muss sich das Gemüt in einem Zustand der Auflösung befinden, es muss ins Gottbewusstsein hinein verschwinden wie das Salz ins Wasser.

Alles, was du für die Gottheit tust, ist ein Opfer und wird vom allerbarmenden Herzen der Gottheit mit großer Freude angenommen.

Gott wacht ständig über uns, er weiß alles über uns und ist erfreut, wenn wir ihm in Gedanken etwas anbieten.

Er weiß alles, Er hat absolute und ewige Verzeichnisse. Gottes Hände arbeiten durch Millionen von Agenturen rund um die Welt, die Verzeichnisse von allem anlegen – von der Tante, den Pferden, den Bäumen.

Die ganze lange Geschichte der Bäume ist in Gottes Hand geschrieben, die Geschichte jedes einzelnen Baumes, jedes einzelnen Vogels, jeder einzelnen Blume, jedes Tieres und jedes Menschen. Alles ist in der Hand Gottes verzeichnet.

Gott ist eine allwissende wunderbare Intelligenz. Wenn du das Mantra immer mehr wiederholst, wirst du all diese Geheimnisse direkt erfahren und aus erster Hand kennen lernen.

Eine gewaltige innere Reinheit und Empfänglichkeit für Gottes Gegenwart ist notwendig, Treue der Gegenwart Gottes gegenüber in allen Prüfungen, Schwierigkeiten und Tests.

Gott wird uns prüfen und sehen, was geschieht. Er wird uns auch allen möglichen dunklen Zeiten aussetzen und schauen, ob wir uns trotzdem noch nach Ihm sehnen.


Ebenen des Bewusstseins

Hinter all den vorüberziehenden Gedanken und Gefühlen ist ein Bewusstsein in uns, dessen wir hier und jetzt gewahr werden können.

Wir haben die direkteste Wahrnehmung nicht von den physischen Objekten außerhalb von uns, nicht einmal von unseren eigenen Gedanken, sondern von der Realität in uns.

Wir besitzen keine direkte Erkenntnis von irgendetwas, außer von der Wahrheit, die Gott ist.

Das können wir uns selbst gleich beweisen: Wir können unsere Augen schließen, von den aufsteigenden Gedanken Abstand nehmen und sie analysieren.

Es gibt noch ein höheres Bewusstsein in uns, das den Beobachter unserer Gedanken beobachtet.

Eine direkte Erfahrung haben wir nur von diesem beobachtenden Wesen in uns, nicht aber von anderen Dingen. Diese erfahren wir nur indirekt. Wir sehen die Dinge mit Hilfe unserer Augen, die wir als Instrumente benutzen.

Manchmal, wenn unsere Augen einen Defekt haben, sehen wir die Dinge anders; eben mit diesem Defekt behaftet. Jemand der Gelbsucht hat, sieht alles gelb. Das ist die Unzuverlässigkeit indirekter Wahrnehmung.

Und wenn wir unsere Gedanken beobachten, können wir fragen: „Wer ist es, der die Gedanken sieht?“ – Es ist unser Gemüt – das kleine Ich – das uns über unsere Gedanken berichtet.

Daraus geht hervor, dass auch das Gemüt nur ein Instrument ist – ein Instrument der Wahrnehmung. Wenn das Gemüt fehlerhaft ist, wird auch unsere Wahrnehmung der Gedanken Fehler aufweisen.

Das Gemüt liefert uns also nur einen indirekten Bericht, der seinen eigenen Zustand mit reflektiert. So ist also subjektiv wie auch objektiv gesehen unser Erkennen nur indirekt.

Wir erkennen durch unsere Sinne und deren Erweiterung, die wissenschaftlichen Instrumente. Aber es gibt etwas in uns, von dem wir direkte Erkenntnis haben – eine Erkenntnis durch sich selbst und in sich selbst.

Im Schlaf sind die Funktionen der Wahrnehmungsinstrumente suspendiert. Die schlafende Person nimmt überhaupt nichts wahr.

Sinne, Denken und überhaupt alle Wahrnehmungen sind ausgeschaltet. Es gibt keine Subjekt-Objekt-Beziehung.

Wenn der Schläfer erwacht, hat er dennoch die Vorstellung, gesund geschlafen zu haben.

Jenes Bewusstsein, das Zeuge des Tiefschlafs war und ihm berichtet, dass er gesund geschlafen habe, ist ein permanentes Prinzip.

Es ist für uns wichtig, dieses Prinzip zu analysieren, und wir müssen den Menschen ein sehr deutliches Bild davon liefern, so dass sie die Existenz dieses wunderbaren Bewusstseins klar erkennen und anerkennen können.

In der Erkenntnis dieses permanenten Prinzips liegt die Wahrheit, und alle schöpferischen Möglichkeiten sind darin enthalten.

Das gleiche innere Bewusstsein kann in meditativen Zuständen bewusst erfahren werden. Anstatt einzuschlafen und es unbewusst zu berühren, können wir es in der Meditation bewusst kontaktieren.

Wir müssen uns hinsetzen, das nach außen strebende Gemüt zum Schweigen bringen, nach innen forschen und den Beobachter finden. Was geht in uns vor sich?

Wir müssen zurückgehen, immer weiter nach innen, bis wir schließlich den letzten Beobachter finden, der alles sieht. Wir müssen zutiefst über ihn meditieren. Sein Wesen ist unendlich und unbegrenzt. Er ist Frieden und Vollkommenheit; Er ist unzerstörbar und unsterblich und in ihm gibt es weder Raum noch Zeit.

Verwirklichung

Lenke deine Aufmerksamkeit auf die Wunder, die sich in deinem innersten Bewusstsein befinden.

Die innere Welt ist eine Welt endlosen Entzückens, es ist eine Welt unendlichen Friedens und der Vollkommenheit, es ist eine Welt, die sich selbst erhält, die aus sich selbst leuchtet und die sich selbst genügt.

Obschon es wahr ist, dass der Mensch auf seiner jetzigen begrenzten Ebene eine äußere Welt der Unvollkommenheit erfährt, so ist es ebenso wahr, dass eine innere Welt der Vollkommenheit in ihm existiert.

Wenn dein ganzes Wesen erfüllt ist von einer großen, bedingungslosen, alles einschließenden Liebe, einer Liebe, welche alle Geschöpfe umfasst, wenn das Feuer deiner geistigen Suche brennt, wenn die Weisheit in dir erwacht und sich zum Ausdruck bringt, dann wirst du Tag für Tag der göttlichen Gegenwart in dir immer bewusster werden, einer Gegenwart, die nicht nur in dir, sondern auch über dir, unter dir, um dich herum und überall ist.

Schließlich wirst du selbst zum Meer des allschöpferischen Lichts, zum unbegrenzten, unendlichen Licht der allgegenwärtigen Gottheit.

Das ist unser aller Ziel.




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