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ZWEIMONATLICH

Jahr 54

OFFIZIELLES ORGAN DES
DIVINE LIGHT ZENTRUMS
8400 WINTERTHUR SCHWEIZ



Aktuelle Ausgabe

Mai/Juni 2019

  

INHALT

Texte aus Ansprachen und Gesprächen von

 

Swami lebt in einem doppelten Bewusstsein: Er ist sich der äußeren Welt, so wie sie ist, bewusst, und doch erkennt er intensiv, dass alles nur eines ist – ein einziges göttliches Bewusstsein.

Wo immer ich gehe, wird ein Tempel errichtet, eine Kirche gebaut. Das ist unvermeidlich.

Die Gottheit wirkt auf diese Weise, mischt sich ständig in mein Leben ein und ist immer bei mir.

Swami Omkarananda


Die Wahrheit

Die Wahrheit kennt keine Objekte außerhalb ihrer selbst. Sobald der Gedanke sich auf die Erfahrungsebene einstellt, wo er in der Lage ist, die Objektivität in die Subjektivität seines Bewusstseins hineinzunehmen, zerplatzt die „Seifenblase“ und Licht scheint aus jedem Atom des Raums emporzuflammen; die Welt scheint überflutet mit Sonnen, die in Weißglut erstrahlen, und Unwissenheit und Unvermögen jeder Art verschwinden ein für alle Mal.

Die ganze Tiefe dieser Entdeckung im Bewusstseinsbereich kann nur jenem klar werden, der in einem Zustand der gedanklichen Anpassung lebt, wie sie die Meditation erforderlich macht, in der Objekte und Subjekte ihre Masken abwerfen und um den Kern der Wahrheit zu tanzen beginnen.

Alles spiegelt sich dann in allem wider, und jedes Ding ist überall zugegen.

Da gibt es weder Ursache noch Wirkung, denn alles ist sowohl Ursache als auch Wirkung.

Da gibt es weder Subjekt noch Objekt, denn alles erstrahlt in Allwissenheit, in der Verschmelzung von Unendlichkeit und Ewigkeit.

Diese Bewusstseinsherrlichkeit wird allgemein in der Sprache der Dichtung und des Bildes dargestellt und kann auch anders nicht erhellt werden. Hier ist das Ziel des Lebens erreicht, und hier haben die Fragen des Menschen ein für alle Mal ihre Beantwortung gefunden.

Es ist die Einstellung, die alles entscheidet

Die Transformation des Menschen muss im Geist und in Gedanken stattfinden.

Alle im Geist und in Gedanken vollbrachten Handlungen sind nicht nur wirklicher als materielle Gegenstände, sondern bestimmen das ganze Schicksal des Menschen.

Was wir in Gedanken und im Geist sind, ist daher von höchster Wichtigkeit.

Angenommen, wir könnten beständig das Mantra wiederholen und dabei über seine Bedeutung und das Wesen des Göttlichen nachdenken, dann wäre als Folge dieses Vorgangs nach einigen Jahren unser Unterbewusstsein so umgewandelt, dass innen und außen nur noch das Licht der göttlichen Gegenwart leuchten würde.

Gedanklich müssen wir also das Göttliche verehren.

Der Mensch ist vor allem Geist; und geistige Taten führen deshalb zur Gotterfahrung.

Sogar materielle Handlungen, wenn sie im Geist der Verehrung Gottes ausgeführt werden, führen zur geistigen Entwicklung. Es ist die Einstellung, die unseren materiellen Tätigkeiten Wert verleiht.

Deshalb beschäftigt sich der geistig Strebende ernsthaft mit der gedanklichen Verehrung des Göttlichen. Er befindet sich in der Gesellschaft des Göttlichen. Er lädt das Göttliche nicht nur ein, in seinem Herzen zu wohnen, sondern er eilt auf das Göttliche zu, wo immer er sich auch befinden mag, und seine Bemühungen, immer beim Göttlichen zu sein, gewinnen schließlich die Oberhand.

Der Mensch ist vor allem Seele. Jene, die das vergessen, machen im Leben viele Fehler.

Jene, die das wissen, fühlen sich spontan dazu bewegt, das innere spirituelle Leben zu hegen, zu nähren und zu bereichern. Verehrung im Geist – in Gedanken und Gefühlen – eine solche Verehrung muss immer lebendig sein, unabhängig davon, ob gleichzeitig auch noch eine äußerliche Verehrung stattfindet oder nicht.

Religion

Wenn man es recht analysiert, kann eigentlich niemand irreligiös sein.

Selbst der Ungläubige glaubt an seinen Unglauben. Selbst jener, der Gott verneint, glaubt an die Existenz des Verneinenden, das heißt, an sich selbst.

Hier stellt sich jedoch die Frage, ob diese Art des Glaubens die Bedürfnisse der Seele und der Gefühle, die Bedürfnisse einer forschenden und prüfenden Vernunft, den Hunger des Geistes stillen kann.

Der Mensch kann nicht für immer mit einer solchen Einstellung auskommen.

Wenn der Körper gesund ist, die Umstände gut sind und es anscheinend keine Schwierigkeiten im Leben gibt, versucht der Mensch mit Dreistigkeit die Existenz einer übernatürlichen Macht zu leugnen.

Doch ist es wahr zu sagen, dass Prüfungen, das heißt Situationen, in denen die menschliche Kraft an ihre Grenzen stößt, das Fundament geistigen Strebens oder der Religion begründen. Solange der Mensch nämlich nicht eine gewisse Unzulänglichkeit in den Bedingungen des Lebens erkennt, solange er nicht einen Mangel in seinem Bewusstsein, seiner Erfahrung und seinem Leben feststellt, wird er nicht nach göttlichem Frieden, nach von Gott kommender Stärke und Weisheit suchen, und sein Bewusstsein wird sich nicht nach dem ausstrecken, was das Höchste, Edelste und Größte ist – Gott oder die Wahrheit.

Was ist „Wahrheit“?

Wahrheit ist das, was vollkommen ist. Wahrheit ist vollständig. Sie ist ohne die Schwierigkeiten und Unvollkommenheiten, ohne die Bedürfnisse und Unzulänglichkeiten des Lebens. Wahrheit ist Unendlichkeit, Absolutheit.

Das ist die Wahrheit.

Wenn wir uns unserer Endlichkeit bewusst sind, wissen wir gleichzeitig auch um die Existenz einer Unendlichkeit. Wir können nicht von der Existenz einer Grenze – hier ist es die Endlichkeit – reden, wenn wir nicht gleichzeitig wissen, dass etwas jenseits dieser Grenze ist.

Wir können nicht wissen, dass wir leiden, wenn wir nicht um die Möglichkeit einer anderen, vom Leiden verschiedenen Erfahrung wissen.

Wir können nicht wissen, dass wir sterblich sind, wenn es nicht einen Zustand der Unsterblichkeit gäbe.

Wir können nicht wissen, dass wir Menschen sind, wenn wir nicht wissen, dass es noch andere wie uns gibt.

In dieser Erscheinungswelt gilt die allgemeine Regel, dass das Feine vom Groben verhüllt oder verdeckt wird.

Die Wahrheit oder die innere Essenz von allem versteckt sich hinter ihrer äußeren Erscheinung. Die Substanz wird von Name und Form überdeckt.

Um die innere Wahrheit, die zugrunde liegende Essenz wahrzunehmen, müssen wir Beobachtung mit Unterscheidung und unvoreingenommenem Nachforschen verbinden.

Wenn wir das nicht tun, werden wir nur einen oberflächlichen Schimmer der Dinge erhaschen und ihre Substanz verfehlen. Die Religion kann keine Ausnahme von dieser Regel beanspruchen. Ihre wirkliche Bedeutung wird von vielen nicht richtig verstanden und zwar genau aus dem oben erwähnten Grund. Es fällt auf, dass es kein aufrichtiges Erforschen der wahren Tragweite der Religion gibt.

Anstatt richtig – in ihrem wahren Licht als der größte gemeinsame Faktor und als universale, vereinigende Kraft in der Welt – verstanden zu werden, wurde die Religion missverstanden und als ein trennendes Element betrachtet, das die Ursache so manchen Streites, vieler Konflikte und gar von Kriegen bildete.

Der Begriff „universal“ in Bezug auf die Religion wird bei vielen vielleicht ein skeptisches Lächeln hervorrufen. Universalität ist das entscheidende Charakteristikum wahrer Religion.

Unter wahrer Religion verstehen wir Religion in ihren reinen Grundzügen, und nicht als System überlieferter Begriffe.

Die Wirklichkeit der Religion liegt weder in Ritualen, äußerlichen Zeichen, traditionellen Bräuchen, noch in persönlicher Kleidung oder sozialen Sitten, die von den Anhängern der verschiedenen Aspekte religiösen Lebens angenommen wurden. Das sind nur die sich stets wandelnden Erscheinungen an der Oberfläche.

Schon ein wenig Nachdenken und Fragen eröffnet uns die unmissverständliche Wahrheit, dass Religion der Ur-Impuls im Herzen eines jeden Menschen ist. An der Basis der Religion steht der fundamentale Drang zum Selbstgewahrsein. Dieses Prinzip pulsiert in den Herzen aller.

Jeder hat eine positive und eine negative Seite in seinem Wesen, die sich in den Neigungen und dem äußerlichen Benehmen des Individuums ausdrücken. Religion soll uns befähigen, unsere negative Seite mit Hilfe der verborgenen, in jedem Menschen schlummernden positiven Wesenszüge zu überwinden.

Der Prozess der Selbst-Kultivierung sichert uns ein wachsendes Verständnis der Tatsache, dass wir im Wesentlichen das sind, was alles Übrige auch ist, und dass alles Übrige nur eine Wiederholung ad infinitum dessen ist, was wir zutiefst in uns selbst sind.

Dieser Prozess gelangt zunächst zur Entfaltung, indem wir wahrhaftig, demütig, rein, barmherzig, leidenschaftslos, versöhnlich, selbstlos, großzügig und freigebig sind.

Das bedeutet, ein göttliches Leben zu führen, ein Leben, das frei ist von Lust, Gier, Ärger, Hass, Eifersucht, Stolz, Egoismus, Heuchelei und allem, was negativ und unedel ist.

Religion ist eine Beziehung – eine bewusste Beziehung, eine dynamische und vielfältige Beziehung – zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen, das sowohl Schöpfer als auch Erhalter des Endlichen und die innere Unendlichkeit des Endlichen an Wissen, Kraft, Liebe, Licht, Friede und Freude ist.

Das Streben, sein eigenes Selbst – das göttliche Selbst – zu erkennen, macht die Charakteristik der Religion aus.

Wenn es nur eine Wahrheit gibt, dann kann es auch nur eine Religion geben, obwohl diese in verschiedenen Entwicklungsphasen auftreten mag.

Im praktischen Leben jedoch können wir niemals nur eine einzige Religion haben. Die Temperamente der Menschen sind verschieden. Alle Menschen denken nicht in der gleichen Weise. Obwohl sie alle Menschen sind, unterscheidet sich ihre Art zu denken. Sie sind verschieden erzogen und haben von Geburt an unterschiedliche Vorstellungen. Aus diesem Grund ist es sehr schwierig, die Einteilung in verschiedene Religionen abzuschaffen.

Wir müssen einen Geist entwickeln, der die Menschen, auch wenn sie anders denken als wir, versteht, ob sie nun zu unserer eigenen Familie, Religion, Rasse oder Nation gehören oder nicht. Während wir das tun, sollten wir uns stets der einen göttlichen Essenz und des göttlichen Wesens in allen bewusst sein.

Wir müssen tolerant werden, verständnisvoll. Das ist der eine, entscheidende Wesenszug jeder anständigen, vernünftigen, edlen Beziehung zwischen Mensch und Mensch.

Vom Standpunkt der Wahrheit, Gottes, der Liebe und des Lichts aus gesehen, können wir allerdings erkennen, dass es eine einzige wahre Religion gibt.

Mit diesem Verstehen ausgerüstet, müssen wir Toleranz, Universalität, Weite der Lebensanschauung, Großzügigkeit des Herzens, eine harmonisierende und vereinigende Sichtweise entwickeln.

Alle müssen wir als Brüder oder Schwestern betrachten. Alle sozialen Beziehungen sollten einige dem Sozialen übergeordnete Wirklichkeiten als Grundlage haben; anders werden wir nie glücklich sein können.

Wir müssen beständig ein Gewahrsein des Höchsten, auf das wir uns stützen können, im Hintergrund unseres Denkens und Fühlens haben.

Ein Ideal bleibt nicht für alle Ewigkeit ein Ideal. Es kann verwirklicht werden.

Wenn ein Ideal überhaupt nicht verwirklicht werden kann, kann es auch nicht in unserem Bewusstsein enthalten sein.

Die Tatsache, dass wir fähig sind, uns Vollkommenheit vorzustellen zeigt, dass es Vollkommenheit gibt.

Die Tatsache, dass es in uns einen Drang, unendlich zu werden gibt, zeigt, dass es für uns möglich ist, unendlich zu werden.

Dass wir den Tod fürchten zeigt, dass wir unsterblich sind.

Die Tatsache, dass wir nach unbegrenztem Bewusstsein streben, zeigt, dass wir unbegrenztes Bewusstsein verwirklichen können.

Dieses unbegrenzte Bewusstsein kann verwirklicht werden, wenn wir die universale Religion leben. Diese Religion ist die Religion Gottes, der Wahrheit, der Liebe und des Lichts, des Glaubens und des Guten, des Dienens und der göttlichen Erkenntnis, die sich in verschiedenen Menschen auf verschiedene Weise manifestiert.

Wir haben verschiedene Religionen, nicht nur den Hinduismus, den Buddhismus, das Christentum, den Islam, und viele andere, auch jeder einzelne hat seine eigene Religion.

Jede Gesellschaft hegt eine andere bevorzugte Lebensanschauung. Verschiedenen Lebensabschnitten kann man verschiedene Stadien von Religion zuordnen. Doch wie Teile sich zu einem Ganzen fügen, so sollten alle diese Aspekte der Religion zu einer einzigen, universalen Religion vereinigt werden.

Religion ist nicht bloß Ansichtssache, auch nicht nur ein Ideal oder eine Vorstellung, sondern der Weg rechten Denkens, Fühlens, Handelns und Lebens. Religion sollte durchdrungen sein vom Bewusstsein des einen Gottes.

Wem das Wort Gott nicht gefällt, der kann ein anderes verwenden.

An dieses Bewusstsein müssen wir unser soziales, unser individuelles Leben, unser nationales Leben anpassen. Auf der Grundlage des unendlichen Bewusstseins, nach dem wir alle streben, sollen wir unser Leben gestalten.

Die Religion anderer ihrer eventuellen Fehler wegen mit einer verächtlichen Haltung zu betrachten, steht in direktem Gegensatz zum Geist der Religion. Es ist grob und unverantwortlich zu sagen: „Meine Religion ist vollkommen; meine Religion ist besser und praktischer als alle anderen.“

Solch parteiische Vorstellungen fördern Disharmonie und Missverstehen. Alle Religionen sind von Gott gekommen; jede Religion ist gut. Diese Aussage ist unser einziges Dogma und als solches harmlos.

Die negativen Züge der menschlichen Natur sind sehr schwer auszurotten. Doch unaufhörliche, beharrliche Anstrengungen garantieren schließlich den Erfolg. Am Anfang wird das Gemüt revoltieren, die Sinne werden rebellisch werden. Man muss das Negative durch fortgesetzte Bemühungen durch das Positive ersetzen.

Ethische Vollkommenheit

Will man sich in der Praxis der Gewaltlosigkeit üben, muss man geduldig sein, in beständiger Übung fortschreiten, ohne dass man dabei die Bosheit anderer ermutigt oder seine grundlegende menschliche Würde aufgibt.

Geduld ist eine herrliche Tugend wie auch Selbstlosigkeit, Reinheit, Wahrhaftigkeit, Vorurteilslosigkeit, Großzügig keit und Liebe.

Doch sollte man sich in diesen Eigenschaften unter Anwendung des gesunden Menschenverstandes üben. Das kann zum Beispiel heißen, dass man die Wahrheit sagt, ohne dabei die Geheimnisse anderer auszuplaudern; großzügig zu sein, ohne dadurch seine eigenen Angehörigen ihrer Grundbedürfnisse zu berauben; selbstlos zu sein, ohne von anderen das gleiche Maß an Selbstlosigkeit zu verlangen; andere zu lieben, ohne sich selbst dadurch gemein oder verachtenswert zu machen; Losgelöstheit zu praktizieren, ohne nachlässig oder herzlos zu werden; sich im Geist der Entsagung zu üben, ohne verantwortungslos und respektlos seinen Pflichten gegenüber zu werden.

Letztlich stellt die ethische Kultur das Kriterium des religiösen Fortschritts dar.

Wer ethisch nicht vollkommen ist, kann niemals eine verwirklichte Seele sein. Kein religiöses Prinzip, das konträr zur Ethik steht, ist gottgegeben oder von Gott inspiriert.

Ein Glaubensbekenntnis, das mit unfairen Mitteln, durch Gewalt oder an politische Klauseln gebunden zu Neubekehrungen aufhetzt, ist das Gegenteil wahrer Religion.

Ein mit dem Angstkomplex manipulierendes religiöses Prinzip ist primitiv und unerwünscht. Die Verlockung des Himmels und die Angst vor ewiger Verdammnis können kein vernunftbegabtes Gemüt beeindrucken.

Gott zu fürchten, ist gar nicht wünschenswert, doch einige der großen Religionen ermahnen uns immer noch dazu.

Wer Gott fürchtet, kann kaum eine aufrichtige Hingabe hegen oder Gott gegenüber eine zärtlich liebende Haltung einnehmen.

Einige sagen zur Verteidigung, dass ein Kind seine Eltern liebt, doch deren Strafe fürchtet, und so sei es auch zwischen Mensch und Gott.

Wahr ist, dass alle Kinder am Anfang ihre Eltern lieben. Wenn aber die Eltern glauben, sie könnten ihre Kinder durch Strafe bessern, anstatt sie von ihren Fehlern durch Verstehen, beschützende Bestätigung und weise Führung abzubringen, dann werden sie meistens erleben, dass ihre Kinder sie zu hassen beginnen, wenn sie erwachsen werden.

Genauso verhält es sich auch mit unserer Beziehung zu Gott in Hinsicht auf unvermischte Liebe und Hingabe: Solch eine Liebe kennt keine Furcht.

Gottesliebe ist das grundlegendste religiöse Prinzip

Gottesliebe hebt alle Begrenzungen und Unterschiede auf. Sie fließt beständig hin zur ganzen Schöpfung und scheint wie die Sonne gleichermaßen auf alle. Sie ist ein mächtiges Mittel, um die Krankheiten von Furcht und Hass zu heilen.

Diese reine Liebe ist eine unwiderstehliche Kraft. Für den, dessen Herz mit reiner Liebe erfüllt ist, ist die Stimme seines Gewissens die Stimme Gottes.

Er setzt sich dafür ein, die Leiden anderer zu lindern. Er hat das selbstlose Dienen als Ideal. Der Wille des Herrn fließt durch ihn. Er ist immer freudig und fürchtet sich nie. Er bringt Friede und Harmonie ins Leben aller, die ihm begegnen.

Die Grundlage dauernder Einheit der ganzen Menschheit ist die Religion reiner Liebe. Reine Liebe ist auch die grundsätzliche Bedeutung von Religion für die Menschheit.

Der reine und höchste Stand kann sehr leicht erlangt werden, wenn man alles mit gleicher Schau betrachtet, ein ausgeglichenes Gemüt und Unterscheidungskraft besitzt, sich zu den Weisen gesellt und ohne Unterbrechung das forschende Fragen nach der Wahrheit übt.

Der Strebende, der sich in der Gleichheitsschau übt, muss die Ebene seines Bewusstseins durch Selbstverleugnung und fortgesetzte Meditation zu solcher Höhe erheben, dass er dadurch fähig wird, die verschiedenartigen Einflüsse zu überwinden, die von den zu den wahrgenommenen Objekten gehörenden Tendenzen und von den das Bewusstsein im Universum umgebenden Kräften ausgeübt werden.

Das subjektive Bewusstsein des Strebenden durchdringt diese manifestierten Tendenzen mit Hilfe der Kraft seines intelligenten Willens und gewahrt die universelle Essenz, die den Hintergrund und die Substanz aller Formen bildet.

Diese Methode der Wahrnehmung der Einheit in der Vielheit macht das Gemüt ausgewogen, da es weder von Kräften aus dem umgebenden Universum noch aus der eigenen inneren Welt, die schon durch Unterscheidung und Meditation von ihren eingerosteten Inhalten gereinigt ist, in Erregung versetzt werden kann.

Gemeinschaft mit den Weisen übermittelt solche Schwingungen des Lichts und der Harmonie, dass sich das grobe Gemüt – einmal von ihnen erfasst – auf der spirituellen Wanderschaft wohl fühlt.

So wie die Sonne ihr Licht verstrahlt, wo immer sie ihre Bahn zieht, so strahlen auch die Weisen Weisheit und Frieden aus, wo immer sie gehen.

Alle, die mit ihnen in Berührung kommen, werden schnell umgewandelt, weil die von ihnen ausgehende Kraft vom reinen Bewusstsein, welches das Absolute selbst ist, erzeugt wird.

Das Bewusstsein hinter dem Denkenden

Hinter den Worten, die ausgesprochen werden, stehen Gedanken; hinter diesen Gedanken steht der Denkende; und hinter dem Denkenden befindet sich das höchste göttliche Bewusstsein.

Der normale Mensch weiß gewöhnlich nichts über dieses höchste göttliche Bewusstsein hinter dem Denkenden. Alles, was er erkennt, ist das Objekt, an das er denkt.

Sein Körper ist ein Objekt, die körperlichen Freuden und sinnlich wahrnehmbare Gegenstände sind Objekte. Er ist darin gefangen. Er ist nicht kritisch genug und versteht nicht, warum er denkt, wie er denkt und mit wessen Hilfe er denkt. Er ist eingesperrt in eine Welt der Objekte.

Ein normaler, denkender Mensch ist gefangen in den Gedanken, die er denkt. Er kennt den Denkenden nicht. Ein großer Philosoph kennt den Denkenden, doch auch er kennt das höchste göttliche Bewusstsein nicht. Ein Weiser und Mystiker aber kennt das höchste göttliche Bewusstsein hinter dem Denkenden.

Das höchste göttliche Bewusstsein ist die höchste Gottheit. Es ist überall dort anwesend, wo jemand an etwas denkt.

Es ist auch dort, wo etwas ist oder existiert. Es ist in jedem Menschen hinter dem Denkenden in ihm.

Wenn jemand etwas denkt oder sagt, dann steht dahinter das göttliche Bewusstsein.

Wenn irgendwo ein Baum wächst, ist das göttliche Bewusstsein anwesend. Der Baum existiert; was dahinter ist, das ist das göttliche Bewusstsein.

Wo immer etwas ist, ein Stein oder sonst etwas, dann ist dahinter noch etwas anderes: das göttliche Bewusstsein.

Der Stein ist. Hinter diesem Sein ist ein höheres Sein, ohne das der Stein nicht sein kann.

Hinter jedem Denkenden ist das höchste Bewusstsein, ohne das der Denkende nicht denken kann.

Und dieses göttliche Bewusstsein, das überall und in allem ist, muss erkannt werden.

Nichts und niemand kann sich der allsehenden, allwunderbaren Gegenwart des Göttlichen entziehen.

OM NAMO NARAYANAYA OM

Das Unendliche ist innen und außen, links und rechts, vorne und hinten, unten und oben. Das heißt: Alles überall ist durchdrungen von einem dynamischen, unendlichen Bewusstsein, das endlose Kräfte, Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Verfügung hat.

Die innewohnende Wirklichkeit – Narayana – ist auch außen und überall, wie der Raum, der in dir ist und sich außerhalb von dir erstreckt.

Genauso ist das unendliche Bewusstsein in dir und außerhalb von dir und überall. Es ist ein endloses, unbegreifliches Bewusstsein.

Du erfährst im Tiefschlaf eine endlose Stille, und das Wesen des unendlichen Bewusstseins gleicht dieser Stille. Es ist unbegrenzt, absolut. Es ist dein eigenes Wesen; du wohnst darin, es ist dein Zuhause.

Dieses unendliche Bewusstsein ist dein wahrer Körper, deine wahre Intelligenz, dein wahres Wesen. Alles andere von dir Erfahrene fällt weg, ist nur eine Erscheinung, sichtbar nur durch die Aktivität des Gemüts, des Denkens.

Wenn dein Gemüt wach ist, nimmt es die Vielheit wahr und verschleiert die Unendlichkeit. Aber wenn es schläft, wenn es im Tiefschlaf ist, dann verschwindet die Vielheit der Welt. Was erfährst du dann? – Nur Stille und Frieden. Das ist tatsächlich so, und es ist wirklich, es ist die Wahrheit.

Du nimmst die Welt durch deine Sinnesorgane wahr – eine sehr flüchtige Erfahrung, die von vielen Faktoren abhängt. Wenn deine Sinnesorgane einen Fehler aufweisen, wird deine Erfahrung der Dinge dadurch ebenso fehlerhaft sein, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass deine Sinnesorgane nur einen kleinen Bruchteil dessen, was da ist, wahrnehmen können.

Und die Welt verändert sich ständig, unter Umständen wird sie einmal auch ganz verschwinden.

Du kannst dich nicht auf deine eigenen wechselnden Erfahrungen verlassen. Aber die Wahrheit der Wahrheiten, ohne die du nichts erfahren kannst, ist Narayana.

Diese Wahrheit ist immer da: unveränderlich, zeitlos, ewig, allgegenwärtig.

Du musst existieren, um Objekte erfahren zu können. Wenn du nicht da bist, wenn du nicht existierst, wie könntest du dann erfahren, was sich zur Erfahrung präsentiert?

Dieser Narayana ist eine lebendige Person.

Die Unendlichkeit – das unendliche Bewusstsein – lebt unendlich in jedem Punkt des Raums. Jeder Punkt des physikalischen Raums ist mit endlosen Energien angefüllt.

Du denkst, da wäre leerer Raum, aber dieser leere Raum ist mit unerschöpflichen Energien erfüllt. Es ist eine Welt der Energien.

Was erhält diese Welt der Energien? – Es ist das Bewusstsein, die Intelligenz, das Feuer, das Licht.

Intelligenz ist Licht; Bewusstsein ist Licht.

Dieses Licht ist Narayana.

Du kannst diesem Licht jeden Namen geben – Vater oder Mutter, Gott oder Christus.

Das Licht, das Narayana ist, kann dir in jeder Form erscheinen und zu dir sprechen. Die formlose Unendlichkeit kann endlose Formen annehmen, also auch die Form, die du liebst und als Gegenstand deiner Verehrung in deinem Herzen hegst.

Es ist falsch zu denken, dass das unendliche Bewusstsein nicht antworte, wenn man es anruft, dass es weder Ohren noch Augen habe. Es hat Ohren und Augen überall. Unendlich viele Augen hat dieser Gott.

Diese Tatsache ist unter anderem im Narayana Suktam reflektiert:

„Dieses Universum ist das ewige Wesen, Narayana, das Unvergängliche, das höchste Ziel. Mit tausend Köpfen, tausend Augen, die leuchtende Quelle des Entzückens für das ganze Universum.“

Du kannst also, noch während du in einem Körper auf dieser Erde weilst, Beziehungen zu Gott aufnehmen oder du kannst deinen eigenen Körper in tiefer Meditation vergessen und im unbegrenzten Frieden, der Freude und Vollkommenheit des unendlichen Bewusstseins aufgehen.

Dieses Bewusstsein trägt alle diese Eigenschaften in sich: Es ist Frieden, Schweigen, Freude, Vollkommenheit, Schönheit, ewiges Leben.

Narayana ist die dem Menschen innewohnende Wirklichkeit.

Das Licht, das in uns wohnt, ist auch in der Sonne und in den Sternen. Es ist das gleiche Licht. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Licht in der Sonne und dem Licht in deinem Herzen. Licht ist überall.

Weil unsere Augen und andere Fähigkeiten unseres Gemüts sehr begrenzt sind, erfahren wir Licht als Dunkelheit.

Die Kraft der Illusion (Maya) ist in dein Gemüt eingepflanzt. Das Gemüt ist eine Kraft der Täuschung: Es lässt Dinge als wirklich erscheinen, die nur dem Anschein nach wirklich sind. Wenn deine Aufmerksamkeit auf das Unendliche gerichtet ist, wenn du es als das Herz deines Herzens, die Liebe deiner Liebe, die Intelligenz deiner Intelligenz, die Seele deiner Seele liebst, wird dieses Unendliche eines Tages plötzlich vor dir stehen, und zwar genau in der Form, in der du es verehrst.

Das Sonnenlicht teilt sich in die sieben Regenbogenfarben auf. Narayana hat endlose Farben, und doch hat er andererseits gar keine Farben.

Im Tiefschlaf ist alles dunkel. Es ist nichts da außer Stille, und aus dieser endlosen Stille und Dunkelheit erhebt sich ein Traum; dann ist Licht da, alles ist von Licht erfüllt, du kannst Dinge erkennen und sehen, was sich abspielt – und das alles in der Dunkelheit einer endlosen Stille im Tiefschlaf.

So ist es auch in Bezug auf diese Welt: Was du als die Dunkelheit dieser Welt ansiehst, enthält in sich das Bewusstsein des Göttlichen, in dem all die endlosen Kräfte, Fähigkeiten und Farben verborgen sind.

In einem einzigen Augenblick kann Gott dieses ganze Universum auslöschen und wieder neu erschaffen, oder auch Millionen solcher Universen.

Gott kann auch psychische Universen erschaffen. Wir haben hier unser physikalisches Universum. Wenn du einschläfst, kannst du im Traum andere Welten erleben. Es existieren Universen innerhalb und außerhalb von dir.

Welchen Namen geben wir den Universen in deinem Kopf? – Wir nennen sie „psychische oder mentale Universen“.

Und so gibt es die verschiedenen Ordnungen von Universen. Die physikalischen, die psychischen oder mentalen, die astralen Universen und andere, unsichtbare Universen. Wo befinden sich alle diese Universen? – In Narayana!

Ein solcher Narayana ist dein Vater, auch deine Mutter, und du kannst nie von diesem Narayana getrennt werden.

Wenn deine Mutter irgendwo im Haus ist, aber du nicht weißt wo, dann brauchst du nur zu rufen, und sie kommt. Dein Wort hat die Macht, sie herbeizurufen. Das Gleiche geschieht, wenn du Narayana rufst. Er wird kommen!

Es braucht eine lange Zeit, bis dein Herz rein genug ist, deine Intelligenz geschärft und deine verborgenen inneren Wahrnehmungskräfte, die nur zur Wahrnehmung des Göttlichen da sind, sich genügend entfaltet haben, um das Göttliche erfahren zu können. Bis es so weit ist, musst du nach dem Göttlichen rufen!

Narayana hat seine Ohren und Augen überall. Er sieht dich immer. Während er überall um dich herum ist, ist er gleichzeitig als Licht in deinem Herzen, in deinen Augen und deiner Intelligenz. Ohne Intelligenz kannst du dir nichts vorstellen. Alles, was du denkst und dir vorstellst, geschieht im Licht. Intelligenz ist Licht. Augen haben Licht. Die Seele ist Licht. Und all das ist Narayana.

Oder Shiva; Shiva und Narayana unterscheiden sich nicht. Sie sind ein und dasselbe.

Wenn du die rote Farbe im Regenbogen berührst, berührst du auch das zentrale weiße Licht. Denn das Rot kommt aus diesem weißen Licht und besteht ohne es gar nicht.

Das Gleiche gilt für die anderen Farben. So könnte man sagen, das Rot wäre Narayana, das Gelb Shiva. Wie das weiße Licht sich in die sieben Aspekte der Spektralfarben zerlegen lässt, so kann man auch sagen, Narayana oder Shiva seien nur zwei Aspekte des Unendlichen, und das Unendliche hat unendlich viele Aspekte, Eigenschaften und Kräfte, wobei jeder Aspekt das ganze Unendliche in sich vereint.

Das ist die für das menschliche Fassungsvermögen unvorstellbare Mathematik des Unendlichen.

Wenn du dieses Bewusstsein hast und Narayana in deiner bewussten Wahrnehmung, in deinem inneren Herzen trägst, dann weißt du, dass Er hier ist als eine allsehende, allgegenwärtige, allliebende und allbeschützende Gegenwart; dann kann dich keine dunkle Kraft angreifen, und du bist unbesiegbar in der Welt. Kein Zweifel kann dich übermannen, wenn Gott immer bei dir ist. Du kannst über alles lachen, denn du bist größer als alles. Das ist im Kern die Bedeutung des Narayana Suktams.

Die heutige Wissenschaft hilft uns, die Unendlichkeit besser zu verstehen. Sie sagt, dass alle Atome aus Energie- oder Lichtpartikeln bestehen, dass also dein ganzer Körper aus Lichtpartikeln besteht. Ein Licht, eine Elektrizität ist in deinem Körper, die vom zentralen Licht herstammt.

Auch ein Blatt von einem Baum besteht aus Lichtpartikeln. Überall ist Energie. Was die Leute tote Materie nennen, ist nicht tot, denn in dieser sogenannten toten Materie steckt das grenzenlose Wirkungsvermögen des unendlichen Bewusstseins.

Verehre also die ganze Schöpfung, die lebenden Wesen und die sogenannte tote Materie, denn du weißt nun um die göttliche Gegenwart in allem Existierenden.

Das ganze Universum ist Licht!

Die Wissenschaft versichert uns, dass das ganze Universum aus Energie oder Lichtpartikeln besteht. Dieses Stück Holz hier kann in irgendetwas anderes umgewandelt werden – in einen Elefanten, eine schöne Frau oder eine Form Gottes.

Das mag für manche Ohren absurd klingen, aber es ist eine wissenschaftliche Tatsache. Die Lichtpartikel, die Energien in diesem Stück Holz, können jede beliebige andere Form annehmen. Man reduziert ein Stück Materie auf seine letzten konstituierenden Bestandteile und formiert sie neu – darin liegt nichts Absurdes.

Auf diese Weise konnten die großen Yogis und Weisen jede Form annehmen, die sie wollten, auch wenn sie das nie taten, um damit anzugeben oder weil sie es gebraucht hätten. Wenn sie es je taten, war es aus einer Notwendigkeit heraus – zum Wohl anderer. Sie konnten genauso gut stillschweigend in ihrer unerschöpflichen, unendlichen Erkenntnis verbleiben.

Man kann also eine Blume in einen Papagei verwandeln oder aus einem Papagei einen Stein machen – einfach durch eine veränderte Anordnung der Atome.

In der griechischen und indischen Mythologie kann man Geschichten finden, in denen Menschen in Steine verwandelt werden oder Steine in lebendige Menschen.

Das alles ist möglich, weil das unendliche Bewusstsein mit seinen endlosen Möglichkeiten und Kräften überall zugegen ist und alles durchdringt.

Wenn deine Aufmerksamkeit vollkommen mit dieser Unendlichkeit der Unendlichkeit, der Liebe der Liebe, dem Herzen des Herzens, der Intelligenz der Intelligenz, der Seele der Seele befasst ist, dann beginnt diese Unendlichkeit in deinem Herzen zu tanzen.

Und wenn Gott in deinem Herzen tanzt, wird alles besser in deinem Leben, alles wird schließlich wunderbar.

Du musst nur deine Spiritualität auf jede mögliche Weise vertiefen. Und das ist keine bloße Theorie. Jeder kann das!

Du brauchst nur zu rufen: „Narayana, Narayana, Narayana“, und göttliche Gegenwart und Macht ist schon da. Du musst nur noch lernen, sie auch wahrzunehmen.

Der allgegenwärtige Mittelpunkt

Eine weitere Perspektive als die des Astronomen ist die des geistigen Individuums. Er weiß, dass die Welt etwas ist, das aus der Substanz des göttlichen Bewusstseins besteht und geformt ist, ähnlich wie im Traumzustand die ganze Welt des Traums aus dem Bewusstsein des Träumenden besteht, seien es nun schwere Eisenbahnschienen, große Felsen und Berge – alles im Traum ist zusammengesetzt aus dem immateriellen Nichts, das man Bewusstsein nennt.

Genauso besteht dieses kosmische System und somit diese Erde aus dem Bewusstsein in der Intelligenz des Göttlichen, in der Intelligenz des grenzenlosen Seins, das Gott ist.

Wenn du das erkennst und erfährst, wirst du eins mit dem Herzen und der Seele des Kosmos, eins mit dem Herzen des Göttlichen; deine Begrenzungen als menschliches Wesen werden überschritten, du bist aus der Gefangenschaft der menschlichen Individualität befreit. Du lebst in weiteren Dimensionen, deine Weltsicht ist von der anderer völlig verschieden.

Lasst uns deshalb die Wahrheit verstehen, dass höchste Glückseligkeit, unendlicher Frieden, unendliche Kraft und Erkenntnis, Schönheit und Vollkommenheit bereits in unserem inneren Wesen als ewige Tatsache vorhanden sind.

Was tun deshalb weise Menschen? – Anstatt in der Außenwelt nach Frieden und Glück zu suchen, suchen sie am richtigen Ort – der inneren Wirklichkeit!

Auf diese Weise hat Christus sein unzerstörbares Glück in der Einheit mit dem Vater gefunden. Er konnte ununterbrochen in diesem inneren Königreich des Himmels leben, mit dem Ergebnis, dass er auf diese äußere Welt des Unglücks, der menschlichen Disharmonie, des menschlichen Irrtums und Leidens blickend sagen konnte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt ... Ich habe die Welt überwunden.“

Das Leben, wie wir es kennen, ist voller Probleme. Kein Leben in dieser Welt ist wirklich stark, furchtlos, frei, friedlich und gesegnet, außer es ist um das Königreich des Himmels in uns herum organisiert.

Gruppiere dein ganzes Leben um diese Wahrheit, diese Gottheit, die unendliche Erkenntnis ist, unendliche Stärke, Frieden, Schönheit und Vollkommenheit.

Dieser erreichbare innere Zustand des göttlichen Bewusstseins drängt sich auf unterschiedlichste Weise ständig unserer Aufmerksamkeit auf.

Das göttliche Bewusstsein versucht, sich uns darzustellen, zum Beispiel in unseren guten Absichten, in unserer Liebe zur Musik, in unserer Suche nach geistigen Erkenntnissen, in unserem Streben nach immer größerer Schönheit, Persönlichkeit und Macht.

Durch all dies kommt etwas vom Druck, den die in uns latent anwesende göttliche Vollkommenheit auf uns ausübt, zum Ausdruck.

All diese Tendenzen können zu Instrumenten gemacht werden, mit Hilfe derer wir uns der Erfahrung der göttlichen Vollkommenheit nähern können.

Lasst uns eine einfache Tatsache erkennen: In uns ist hier und jetzt alles Große, Großartige und Vollkommene, das wir irgendwann in der entfernten Zukunft oder nach dem Tod im Himmel zu gewinnen suchen.

Alles Wunderbare ist jetzt und hier schon in uns! Es gibt keine Schätze im Kosmos, die nicht auch in uns vorhanden wären.

Alles Wunderbare, Große und Edle, das wir in der Schöpfung finden können, ist nur ein schwacher, vergänglicher Schatten der Wirklichkeit in uns.

Die Musik eines Beethoven, die Schriften eines Goethe, die Philosophie Kants, unsere Technik und die Wissenschaften, unsere Zivilisation mit ihren riesigen Stahlbauten, alles Kostbare, alles Gold, alle Edelsteine – all das wird vergehen! Es wird zum Zusammenstoß von Welten kommen, einer Veränderung im Kosmos, schließlich zur Auflösung des ganzen Kosmos – und alles wird verloren sein.

Aber das, was in uns ist und was in Samenform alles enthält, den ganzen Kosmos, alle Welten, das ist unvergänglich und unzerstörbar.

Wir können alles wieder neu erschaffen. Im nächsten Schöpfungszyklus können wir wieder die Musik Beethovens reproduzieren, die Schriften Goethes, all die Diamanten und das Gold.

Werde dir deshalb klar darüber, wo deine wahre Stärke und dein Genius liegt. Versuche irgendwie, die Quelle deiner wahren Stärke zu erkennen, dann wird dein Leben in jeder Hinsicht unzerstörbar, und du wirst sein Meister sein.

Um eine solche Meisterschaft zu verleihen, dazu kamen große, weise Menschen in die Welt. Sie kamen, um dir zu helfen, Wissen darüber zu erwerben, wie man eine solche Meisterschaft erlangen kann und um dir auf deinem Weg, das Königreich des Himmels zu erfahren, beizustehen. Und es gibt in dir selbst viele Faktoren, die schon wirksam sind, um dich auf diesem Weg voranzubringen.

Auch geistig fortgeschrittene Menschen oder Heilige können nicht mit ihren einmal erreichten Erfahrungen zufrieden sein. Sie müssen reichere Erfahrungen machen und von einer Erleuchtung zur anderen schreiten.

Die spirituelle Welt ist ohne Ende. Eine Erleuchtung muss mit einer anderen gekrönt werden, und so haben sich die Weisen immer weiter zu vervollkommnen.

Sogar Shiva selbst befindet sich in beständiger Meditation und Kontemplation. Immer noch entdeckt er neue Wahrheiten, neue Wunder und Herrlichkeiten in seinem eigenen ewigen, zeitlosen, unsterblichen, allvollkommenen Sein. Das ist das Wunder! Gott ist das Wunder der Wunder! Und ihr seid Träger dieses Wunders der Wunder!

Das göttliche Leben nimmt seinen Anfang erst nach einer grundlegenden Erfahrung Gottes.

Solange du nicht im Bewusstsein des allgegenwärtigen, allwissenden Gottes gegründet bist, hat dein spirituelles Leben noch nicht begonnen. Der erste und grundlegende Schritt in deinem spirituellen Leben muss eine überwältigende Erfahrung der Gegenwart Gottes sein.

In allem, was du sehen und mit deinen Sinnen wahrnehmen kannst, wohnt der unendliche Gott. Die ganze Welt ist erfüllt von der Gegenwart Gottes, vom Licht und vom Feuer Gottes.

Um das zu erkennen, ist ein anderes, ein inneres Auge notwendig, ein innerliches Sehvermögen. Das reine Herz erschließt die innere Schau.

Ich kann meine Augen nicht öffnen, ohne Gott zu sehen. Ich kann meine Augen nicht schließen, ohne Gott zu sehen. Das ist meine Erfahrung. Und ohne diese Erfahrung kann ich nicht in dieser Welt leben.

Meine Feinde sind mächtige Feinde, gewaltig in ihrer Kraft. Sie kommen aus dem ganzen Weltall. Menschen können diese Feinde nicht besiegen.

Wenn irgendwo ein göttliches Licht in der Welt leuchtet, stürzen sich die dunklen Kräfte des ganzen Alls und auch der unsichtbaren Welten darauf; und es gibt viele Welten, Welten aller Art und Beschaffenheit.

Unendlichkeit ist überall. Innerhalb dieser Unendlichkeit ist eine andere Unendlichkeit, und außerhalb dieser Unendlichkeit ist wieder eine andere Unendlichkeit.

Das ist die verwirrende Logik und Mathematik des Unendlichen. Man kann sie kaum erklären, doch handelt es sich um Tatsachen.

Es gibt Wirklichkeiten, die vom menschlichen Verstand nicht erfasst und erkannt und deshalb von diesem auch nicht bewiesen werden können. Aber allein die Tatsache, dass wir etwas nicht wissen, heißt nicht, dass es nicht existiert.

Wir sind von einer endlosen Zahl höherer Wesen umgeben, von Engeln und Gottheiten. Lasst uns im Einklang mit diesen Wesen sein, indem wir mit Gott im Einklang sind! Lasst uns unsere kosmische Liebe entwickeln!

Wir leben nicht nur inmitten eines Meeres aller Arten von Energien, Gedanken, Kräften und Mächten materieller, spiritueller und psychischer Art, sondern auch mitten unter allen möglichen Wesen.

Jeder Punkt des Raums ist erfüllt mit den Schätzen Gottes. Auch unser eigenes Bewusstsein ist mit allen Schätzen des unendlichen Gottes erfüllt.

Wir sind nur Gottes Spielzeuge. Spielzeuge insofern, als wir seine Stärke, Macht und Kraft nicht kennen.

Wenn wir uns Gottes bewusst sind, wird sein Wille unser Wille, sein Geist wird unser Geist, und sein Gesetz wird unser Gesetz sein.

Der höchste und größte Schatz eines jeden Menschen in der Welt ist Gott.

Deshalb behalte Gott bei dir, trage Ihn bei dir in deiner Tasche, trage Ihn in deinem Herzen und in deinen Augen.

Lebe für andere, arbeite für andere! Lebe für das Wohlergehen und den Fortschritt anderer. Damit erfreust du Gott, damit förderst du deinen eigenen Fortschritt und deine eigene Entwicklung.

Moralische und ethische Vollkommenheit sind absolut wesentlich.

Nutze Gott, so wie du dein tägliches Brot und das Wasser nutzt, so wie du die Elektrizität täglich nutzt.

Man kann Gott nutzen. Er ist das nützlichste Ding. Er ist der Wert der Werte, der Atem deines Atems, der Erhalter alles Erhaltenden, und Er schenkt deiner Seele vollkommene Erfüllung.

Das Leben ist ein großes Problem und ein schwieriges Rätsel; sicher nicht für die Kuh, aber für den Menschen, denn der Mensch ist extrem sensitiv. Das Bewusstsein in ihm ist höchst komplex organisiert.

Gib dem Menschen, was immer er verlangt, er ist nie damit zufrieden. Er will etwas anderes. Diese Krankheit besteht solange weiter, bis er zum König der Könige geworden ist. Erst dann ist sein Leben erfüllt, emporgehoben ins unendliche und absolute Sein.

Wenn dein Herz rein und dein Leben ganz der Wahrheit gewidmet ist, kann nichts dich berühren. Du bist gerettet und befreit, auch wenn du noch innerhalb der Begrenzung, Körper genannt, lebst.

Selbstauslieferung ans Göttliche ist gut, ist wunderbar, doch ist ein reines Herz erforderlich, um sie zu praktizieren.

Angenommen du seist der Meinung, du hättest dich vollkommen Gott ausgeliefert.

Im Namen der Selbstauslieferung liefern wir uns vielleicht nur der Selbsttäuschung aus. Wahre Selbstauslieferung oder Auslieferung an Gott kann nicht praktiziert werden ohne Unterscheidung, Weisheit, Güte und Liebe.

Welche Art von Selbstauslieferung brauchen wir? – Tue, was du als das Beste erachtest. Sei nicht egoistisch. Sag nicht: „Ich tue es! Ich kann es tun!“ Werde dir bewusst, dass Gott alles tut. Gott ist allmächtig, ohne Ihn können wir nichts tun, uns nicht einmal bewegen. Ohne Ihn gibt es keinen Erfolg. Lass deshalb dein Herz sagen: „Herr, ich übergebe mich Dir, segne mich, gib mir die Fähigkeit, mich Dir ganz auszuliefern!“

Wir müssen in der Welt sein, wir müssen die Lektionen des Lebens lernen, aber von Zeit zu Zeit müssen wir uns auch von der Welt zurückziehen, und wenn das nicht äußerlich möglich ist, dann wenigstens innerlich, in Gedanken und Gefühlen. Sogar Christus fand es notwendig, sich in die Wüste zurückzuziehen, um seine innere, geistige Kraft wieder aufzuladen.

Was begrenzt ist, ist nicht wirklich frei

Du besitzt einen Körper. Dieser Umstand nimmt dir deine Freiheit. Du kannst nicht durch Wände gehen. Du hast keine Freiheit, denn der Körper begrenzt dich in vielerlei Hinsicht. Wenn er müde ist, bist du gezwungen zu schlafen. Du kannst dich auch nicht umherbewegen, wie du willst – der Körper setzt dir ganz enge Grenzen.

Und selbst wenn du so groß wie die ganze Schöpfung wärst, auch dann wärst du nicht wirklich frei, auch dann wärst du Begrenzungen ausgesetzt. Es gibt Zerstörung, Katastrophen; die Schöpfung unterliegt dem Zahn der Zeit; sie kann sich nicht von Raum und Zeit lösen, also bleibt sie stets begrenzt.

Wo kannst du wahre Freiheit haben? – Im Gottbewusstsein, weil Gott oder die Wahrheit die einzige wahre Freiheit ist.

Die Wahrheit ist unbegrenzt – unbegrenzt an Liebe, unbegrenzt an Licht, unbegrenzt an Frieden und Vollkommenheit.

Das ist die größte Wahrheit: Überall ist das unendliche Königreich Gottes, in jedem Punkt des Raums.

Die weisesten Menschen, die größten Heiligen, die großen Weisen und Mystiker können dieses unendliche Königreich überall und unter allen Umständen erfahren.

Wenn wir tiefer in die Tatsachen des Lebens eindringen, werden wir finden, dass der menschliche Zustand ein ausschließlich künstlich geschaffener ist. All das Unglück, das Elend, die Sorgen in der Welt sind vom menschlichen Gemüt verursacht. Was in Wahrheit ist und immer sein wird, ist das Göttliche.

Sobald ein wenig Reinheit im Herzen ist, eine Offenheit für die göttliche Gegenwart, sobald man sich dem Göttlichen ein wenig hingibt und Liebe für das Göttliche im Herzen trägt, öffnet sich im täglichen Leben sofort die Dimension des Königreichs Gottes. Wir werden uns bewusst, dass das allliebende Herz Gottes und seine allsegnenden und beschützenden Hände immer um uns und mit uns sind.

Wie kann man vollkommene innere Stille erlangen?

Ohne Reinheit ist das unmöglich. Wenn du die innere Stille hast, lächeln deine Augen, dein Gesicht strahlt. Gott spricht durch deinen Körper, wenn du wirkliche Reinheit hast.

Reinheit und vollkommene innere Stille sind dasselbe.

Geduld und verschiedene Disziplinen sind notwendig, bis die Vernunft rein wird und man Gott in der Blume, im Vogel oder im Baum sieht. Wie ist das möglich? – Nicht mit den körperlichen Augen kann man Gott sehen, sondern mit einer erleuchteten Vernunft.

Wenn die Vernunft erleuchtet ist, blickt das Licht der Intelligenz durch die körperlichen Augen.

Für mich ist dieses Blatt da kein Blatt, dieser Tisch kein Tisch: Ich habe zwei Erfahrungen, eine physische und eine metaphysische. In einer physischen Welt habe ich eine metaphysische Erfahrung.

Deshalb nennt die ganze Welt den Swami einen Weisen.

Alles ist in allem

Wenn kein persönlicher Wille und keine persönliche Schlauheit in die Arbeit einfließen, sondern göttliche Gnade und Intelligenz sich durch deine Arbeit ausdrücken, reicht das allein schon aus, um auf die Menschheit eine gewaltige Wirkung auszuüben.

Die Gesamtheit des Göttlichen ist in allem und jedem, sowohl in den Menschen als auch in den Steinen.

Die Weisen längst vergangener Zeiten haben entdeckt, dass der Mensch ein Mikrokosmos ist, dass der ganze Kosmos im Menschen enthalten ist. Das ist die Wahrheit. Das ist eine wissenschaftliche Tatsache.

Nicht nur, dass der Mensch ein Mikrokosmos ist, er ist auch die Miniatur-Unendlichkeit. Er trägt in sich die ganze Unendlichkeit. Alles ist in ihm, was in Gott ist. Das Gleiche gilt auch für jeden Planeten und jeden Stein. Alles, was im Unendlichen enthalten ist, ist auch im Stein enthalten. Sogar im leeren Raum, in jedem Punkt des leeren Raums ist alles enthalten, was im Unendlichen enthalten ist.

Diese Erfahrung hat man, wenn man auf dem Pfad der spirituellen Entwicklung fortgeschritten ist. Es ist eine Sache der Erfahrung, nicht der Theorie. Alle Wunder eröffnen sich dem Gottliebenden, der die menschlichen Grenzen hinter sich gelassen hat. Jeder kann das erfahren, weil es sich um eine wissenschaftliche Tatsache handelt, die immer und immer wieder erfahren werden kann – und zwar von jedem, der eine solche Erfahrung sucht.

Spirituelle Disziplinen sind stille, innerliche Disziplinen

Sie sind eine Sache des Herzens und des inneren Bewusstseins. Gott ist nicht von unseren lauten Gebeten angetan, sondern von der Liebe in unseren Herzen, dem Glauben in unserer Seele, dem Streben unseres Geistes, der Güte unserer Handlungen und der Hingabe, die wir Ihm entgegenbringen.

Manchmal kann sich unsere Liebe zu Gott auch in lauten Gebeten ausdrücken. Das ist etwas anderes, aber alle spirituellen Disziplinen sind in erster Linie eine Disziplin des Bewusstseins.

Wir können im Bewusstsein Gottes schlafen und am Morgen aufstehen, wir können mit Gott spazieren gehen, leben und arbeiten.

In Wahrheit ist Gott allein überall

Die Materie ist nicht so wirklich wie Gott. Unser Körper ist nicht so wirklich wie Gott. Gott ist unendlich wirklicher als unser Körper und die Materie, die wir durch unsere Sinne erfahren.

Die Materie, der Körper und das physikalische Universum sind winzige Wirklichkeiten, zeitgebunden, flüchtig, sich verändernd und vergänglich.

Gott ist die unendliche Wirklichkeit.

Er allein ist. Er hört uns jetzt zu.

Er ist der Erhalter unserer Seele und unserer Intelligenz.

Er ist die zeitlose Wirklichkeit.

Er ist eine grenzenlose Schönheit, eine unbegrenzte Kraft, eine bedingungslose Liebe. Wir sind in Ihm.

Wir können das Königreich des Himmels haben, wenn wir wollen, wenn wir nur unsere Herzen öffnen. Es ist Sache unseres inneren Bewusstseins, ein Zustand unseres inneren Bewusstseins.

Durch Hingabe, Gebet, Meditation, durch intensive Liebe können wir unser Bewusstsein auf eine höhere Ebene erheben und Gott hier und jetzt begegnen.

Ich kenne keine Furcht

Warum? – Weil ich in der Furchtlosigkeit der unendlichen Gottheit lebe. Der Tod hat da keine Bedeutung.

Was können Atombomben zerstören? – Sie zerstören Materie. Können sie auch die Seele zerstören? – Sie können es nicht. Niemand und nichts kann die Seele zerstören. Warum also Angst haben? Wo ist der Tod?

Ein furchtloses Leben zeichnet den geistigen Menschen aus. So ein Leben zu gewinnen, ist das Ziel deines Daseins.

Die Logik des Unendlichen

Das Unendliche hat seine eigene Logik und sein eigenes Spiel innerhalb des Spiels.

Es gibt Situationen, die von Gottes Weisheit vorherbestimmt sind und sich daher nicht ändern lassen, aber wenn einst das Gold aus der Prüfung und Läuterung hervorgeht, wird es die Welt in Erstaunen versetzen. Nichts ist verloren, sondern alles wird neu geboren, wenn menschliches Urteil verzweifelt und erklärt: „Alles ist verloren!“

Abgesehen von allem anderen kann etwas Großes, Gutes, das Gott für die Wahrheitssucher tun will, nicht vollbracht werden, außer Gott selbst gehe durch ihre schwierigen Situationen. Solche Umstände verneinen seine unendliche Größe nicht, sondern illustrieren und bestätigen sie erst.

Das Licht in dir

Das Licht, das du in dir selbst trägst, ist das göttliche Licht. Es ist Gott selbst, und dieser Gott ist unendlich mehr als alles, was du im Universum sehen kannst.

All die Schönheit, alles Licht im Universum ist null und nichts, verglichen mit dem Licht des Göttlichen in deiner eigenen Seele. Von dort sollst du dir dein Licht und deine Freude holen. Wie? – Durch Hingabe, Liebe und Reinheit.

Solange aber dein Bewusstsein in den Sinneswahrnehmungen gefangen ist, musst du leiden und bist nur ein Tier unter Tieren. Du hast Angst, Probleme, Eitelkeit, Ego, Arroganz, Feigheit – alle möglichen Untugenden. Damit verdirbst du dir dein Leben und lebst eher in einer Art Hölle.

Das Glück, das die Menschen im Leben finden, ist kein Glück; es ist eine Täuschung und eine große Trübsal.

Du kannst alle Schätze aus dir selbst, von innen, hervorholen.

Wo ist das Königreich Gottes? – Innen!

Bringe zum Ausdruck, was innen ist! Deine Fähigkeiten sind endlos. Alle Kräfte sind da in dir, aber du hast nicht gelernt, sie zu entdecken und anzuwenden.

Wie groß sind diese inneren Kräfte in dir? – So groß wie Gott selbst!

Und es gibt keine Ausnahme: Alles, was in Gott ist, ist auch in dir.

Blicke hinter den

Nebelschleier der Welt!

Die ganze Welt ist wie ein Nebelschleier, der uns das Göttliche verbirgt.

Jene, deren Weisheit durchdringend genug ist oder denen Herzensreinheit einen klaren Blick schenkt, sehen durch diesen Schleier hindurch die Gegenwart Gottes und sind von höchster Freude erfüllt.

So innerlich tätig zu werden ist der größte Segen, ist ein Schatz, der uns treu bleibt und uns immer glücklich sein lässt.

Weisheit ist das Auge des Menschen, Liebe ist sein Befreier.

Alle äußerlichen Ereignisse sind mental

Das wirkliche „Du“ hat die Aufgabe, die unendliche Wahrheit zu erfahren; es ist der Zeuge, der Beobachter in dir.

Die Rolle, die du hier auf Erden spielst, ist nur eine Projektion der unbegrenzten Intelligenz, des Zeugenbewusstseins in dir.

Der Zeuge sieht den Zeugen, betrachtet den Zeugen, ist selbst Teil dieses Zeugen, betrachtet sich selbst – und schließlich verschwindet auch dieser Prozess und man wird zum unbegrenzten Bewusstsein; man wird eins mit Gott.

Dieses unbegrenzte Bewusstsein hat Millionen Eigenschaften und ist mit nichts in unserem moralischen, psychologischen, menschlich-weltlichen Bereich zu vergleichen. Die Eigenschaften des unbegrenzten Bewusstseins sind ohne Gegensatz. Es gibt keine Gegensätze im Sein des Zeugen in dir, in Gott.

Der unsterbliche Beobachter beobachtet nicht nur den Schlaf, Traum- und Wachzustand, sondern auch den Zustand, in dem du dich aufhältst, nachdem du den Körper, in dem du jetzt lebst, verlassen hast. Selbst diesen Zustand beobachtet der Beobachter in dir. Dieser höchste Beobachter ist ein und derselbe in allen; er ist überall, innen und außen.

Wenn du eine wenigstens zeitweilige Erfahrung der Einheit mit dem inneren Beobachter erlangst, bist du währenddessen eins mit allen Menschen, eins mit allen lebenden Wesen, ohne dass andere dies bemerken.

Auch wenn du dann wieder tätig bist, erinnerst du dich an diese innere Erfahrung, und beziehst deine Kraft daraus. Die Begegnung mit Gott, dem Zeugen in dir, dem Seher in dir, wird dein äußeres Leben völlig verwandeln und umgestalten.

Die Intuitionen – das innere Selbst-Sehen und die Berührung mit dem unendlichen, ewigen Prinzip in uns – findet ihren Ausdruck in unzähligen Interpretationen.

Dieses ewige Prinzip ist ein Prinzip ohne Anfang und Ende. Es gibt keine größere Wissenschaft als die Wissenschaft vom Selbst, denn alle anderen Wissenschaften wandeln sich, täuschen und vergehen.

Die einzige Wissenschaft ist jene Wissenschaft, die immer zugänglich ist und immer die gleiche bleibt.

Mit der stets gleichen Methode gelangt man zur stets gleichen Erfahrung: zur absoluten und vollkommenen Erfahrung.

Gott, das Wirkliche

Das erste, grundlegende Prinzip geistigen Lebens ist die Bejahung der göttlichen Wirklichkeit, der Glaube an das Göttliche oder die vernunftmäßige Entdeckung der letzten Wirklichkeit des Lebens. Ohne diese Wirklichkeit kann „Leben“ nicht erklärt werden.

Und diese Wirklichkeit wurde immer und immer wieder neu entdeckt: Mystiker, große Philosophen, Heilige und Weise sind auf eine Realität – Gott genannt – gestoßen. Philosophiesysteme wurden aufgrund dieser einfachen Tatsache der Existenz Gottes errichtet. Wo immer die Begriffe „Wirklichkeit“, „das Absolute“ oder „das Unendliche“ in einem philosophischen oder wissenschaftlichen Werk auftauchen, kannst du sicher sein, dass Gott damit gemeint ist.

Ohne Gott kann im Leben nichts erklärt werden, und da Gott eine feste Wirklichkeit ist, treffen wir Ihn an jedem Punkt des Seins.

In der Tat sind wir täglich in Gemeinschaft mit Gott, nämlich dann, wenn wir in das wahre Sein im Tiefschlafzustand hineinsinken und etwas von der Natur Gottes, wie Friede, Stille, Zeitlosigkeit, völlige Unabhängigkeit von der äußeren Welt, erfahren.

Die beglückende Stille, die du erfährst, wenn du im Tiefschlafzustand eins bist mit dem wahren Sein, ist in sich selbst gegründet, also von nichts abhängig. Sie ist nicht vom Körper, nicht von Raum und Zeit, nicht vom materiellen Universum oder der Tätigkeit der Sinne abhängig. Sie ist eine ganz und gar unabhängige Freude. Das ist ein Charakteristikum des wahren Seins, und reines Sein ist Gott – zeitlos, universal.

Schon vor dieser Schöpfung muss etwas gewesen sein, und dieses Etwas ist noch immer da.

Es gibt ein ewiges Sein ohne Anfang, ohne Ende. Das ist Gott, das ist die Wirklichkeit. Er ist in dir; ohne Ihn kannst du nicht sein und leben.

Alle in einem; eines in allen

Die zentrale Wirklichkeit, die theologisch „Gott“, metaphysisch „Wirklichkeit“, moralphilosophisch „Wahrheit“ genannt wird, ist eine Wirklichkeit, die allgegenwärtig, vollkommen, allwissend, alles bewirkend ist.

Alle sind in ihr, sie ist in allen. Diese Wirklichkeit ist subtiler als der Raum.

Raum befindet sich im Herzen des Seins. Der ganze, endlose Raum ist in diesem Sein enthalten. Auch andere Arten oder Kategorien von Raum gibt es in diesem Sein. Es handelt sich um individuelle Arten von Raum; diese sind überall.

Ein Universum durchdringt das andere. Es existieren okkulte Welten, die mit wissenschaftlichen Methoden nie entdeckt werden können, denn die Methodik, die angewandt werden müsste, um jene okkulten Welten zu entdecken, ist gänzlich verschieden von der Methode der Wissenschaft, die darauf abzielt, Dinge zu erkennen, also letztlich stets auf die Wahrnehmungen der Sinnesorgane und die diese verstärkenden Instrumente zurückgreift.

Mit keinem Elektronenmikroskop aber, keinem Fernrohr, oder was sonst auch immer, können jene geheimen Welten ausfindig gemacht werden.

Andere Fähigkeiten sind dazu erforderlich, und diese sind nicht auf die Sinne angewiesen, sondern kommen ohne diese aus. Es sind Fähigkeiten der Seele. Mit einigen dieser seelischen Fähigkeiten können unsichtbare Welten direkt wahrgenommen werden, ähnlich wie du die Körperwelt mit deinen körperlichen Sinnen wahrnimmst. Und alle diese Welten sind in dem einen Sein, das Gott ist, enthalten. In der Wirklichkeit und Wahrheit existiert nichts als Gott allein als unendliches schöpferisches Bewusstsein, Schönheit, vollkommene Freude.

Materie, Leben und Geist sind Schöpfungen, die aus dem göttlichen Bewusstsein hervorgehen. Der Mensch erlebt in Unkenntnis dieser Tatsache, in der Verhaftung an die Individualität nur die Vielgestaltigkeit der Schöpfung, aber nicht den ewigen Hintergrund des Göttlichen, deshalb ist er ständig dem Leiden ausgesetzt, denn er erkennt die Wahrheit nicht.

Was aber ist die Wahrheit? Die Wahrheit lautet:

Gott ist alles! Die Welt ist in Ihm, und Er ist in der Welt.

Alles ist eine Ausdrucksform des Bewusstseins Gottes. Er ist die erste und letzte Wahrheit und transzendiert als solche die Welt und die ganze Schöpfung.

Die gesamte Schöpfung ist aus dem Feuer der schöpferischen Intelligenz Gottes hervorgegangen.

Wir leben nicht in einem materiellen Universum, wie unsere Sinne es uns vortäuschen. Unsere physische Welt setzt sich nicht aus Äther, Energie oder elektrischen Partikeln zusammen, in der Art und Weise wie die moderne Wissenschaft es uns verkündet. Das ganze Universum besteht aus den zeitlosen, alles erschaffenden Energien des göttlichen Bewusstseins.

Alles um uns herum reagiert auf alles, was wir tun, sagen oder denken. Der Raum, der uns umgibt, ist Zeuge aller Gedanken, die in uns aufsteigen. Sogar die uns umgebende Luft hat unseren Gefühlen entsprechend einen angenehmen oder unangenehmen Duft.

Wir sind nicht Bewohner eines Reichs toter Materie, sondern einer Welt, die von einer immer antwortenden, all-bewussten Intelligenz erschaffen und gestaltet wird.

Unsere Handlungen kommen auf uns zurück. Unsere Gedanken und Gefühle kehren mit doppelter Kraft zu uns zurück. Sie formen den Charakter unseres Lebens; sie bestimmen die äußeren Bedingungen.

Wie das Echo zu uns zurückkommt, so kommt jedes Gefühl, das sich aus unserem Herzen erhebt, zu uns zurück.

Jetzt

Anstatt deine kostbare Zeit und Energie im Kampf gegen die Kräfte des Karma zu verschwenden, verwende Zeit und Energie dazu, in Gottesliebe zu wachsen, Gott verstehen zu lernen, deine Liebe auszuweiten, deine Erkenntnis zu vertiefen und deine innere Stärke zu festigen.

Vergiss dein Karma vollständig und verweile ganz und gar, zu allen Zeiten und unter allen Umständen in der Wahrnehmung der Gegenwart Gottes, in der Hingabe an Gott. Benutze deine Kraft nicht für nutzlose Auseinandersetzungen mit negativen Kräften. Das Streben nach Vollkommenheit muss alle deine Energien absorbieren.

Solange du mit dem Rücken zur Sonne stehst, wird dein eigener Schatten stets sichtbar sein, und selbst wenn du ein Loch graben würdest, um ihn darin verschwinden zu lassen, wäre er dennoch da. Je mehr du dich bewegst und mit ihm kämpfst, umso heftiger wird er auch gegen dich kämpfen.

Auf diese Weise wirst du deinen Schatten niemals loswerden! Wendest du aber dein Gesicht der Sonne zu, kann der Schatten bleiben, wo er will, und er wird dich nicht mehr stören.

Durch eigene Wahl sind wir menschlich; niemand muss uns das erst beibringen. Unsere Natur, unser Instinkt drängen uns dazu.

Doch bewirkt es Größe, Güte, Fortschritt, Entwicklung, wenn wir versuchen, die menschliche Natur zu überwinden.

Lasst uns deshalb alle Anstrengungen unternehmen und hart daran arbeiten, weiser und besser zu werden, damit wir einst Gottes Vollkommenheit, Gottes Liebe und Gottes Gnade zum Ausdruck bringen können.

Durch die Jahrhunderte hindurch haben die Worte Jesu die ganze Menschheit aufgefordert, vollkommen wie der Vater im Himmel zu sein. – Wann werden wir endlich bereit sein, dem Licht zu folgen, das Jesus Christus für uns angezündet hat? Wann werden wir endlich fähig sein, diese große Weisheit anzuwenden, die Er uns lehrte? – Von dieser Sekunde an sollten wir versuchen, vollkommen wie der Vater im Himmel zu sein.

Es ist natürlich wahr, dass so ein Unterfangen nicht gerade leicht zu vollbringen ist und Jahrzehnte des Strebens erfordern mag, doch unsere Bestimmung zur Höherentwicklung besteht genau darin. Und deshalb ist es am besten, wir beginnen gerade jetzt damit.

Sage stets: „Alles ist in mir!“

Weil Gott alles ist, ist alles in mir. In mir sind endloses Licht, Frieden, Liebe, Glück, Weisheit und Kraft. Das ganze Königreich Gottes ist in mir. Es gibt nichts in der Welt, das nicht in mir wäre. Liebe kann aus mir hervorkommen, weil unendliche Liebe in mir ist. So wie Gedanken und Gefühle in mir aufsteigen, so können auch die Eigenschaften, die zahllosen unendlichen Eigenschaften Gottes aus mir erstehen.

Verehrung all jenen, die bewusst die „Letzte Wirklichkeit“, Gott genannt, berührt und ein Leben göttlicher Schönheit, transzendenten Friedens, dauernder Glückseligkeit und unüberwindlicher Seelenkraft geführt haben.

Was sie einst waren, wirst du morgen sein! Die gleichen Möglichkeiten, die in ihnen waren, liegen auch in dir verborgen.

Was die Bibel vor 2000 Jahren in Bezug auf die Menschheit feststellte, gilt auch für die Menschheit von heute. Der Mensch ist der Gleiche in der Vergangenheit und in der Gegenwart, im Osten und Westen, Norden und Süden.

Gott ist die immer gleiche, zeitlose Wirklichkeit.

Diese zeitlose Wirklichkeit ist das wahre Herz des Menschen. Deshalb trägt der Mensch die Fähigkeit in sich, die letzte Wirklichkeit oder Gott zu erfahren. Er ist organisch mit Gott verwandt. Deshalb hat er auch drei Augen.

Jeder Mensch besitzt drei Augen. Schließe deine beiden Augen und du siehst mit dem inneren Auge, dem Auge der Intelligenz, dem Auge der Seele. Jeder Mensch hat das Auge der Intelligenz, der Unterscheidung, der Weisheit und der Erkenntnis.

swami



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