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ZWEIMONATLICH

Jahr 55

OFFIZIELLES ORGAN DES
DIVINE LIGHT ZENTRUMS
8400 WINTERTHUR SCHWEIZ



Aktuelle Ausgabe

November/Dezember 2020

  

INHALT

Texte aus Ansprachen und Gesprächen von

 

Soll Gott immer bei dir bleiben, dann kann dies nur durch eine wachsende Herzensliebe zum Göttlichen geschehen.

Solange du Hingabe und Liebe hast, ist auch immer der höchste Beschützer und die Quelle aller Segnungen bei dir.


Es ist eine wunderbare Welt, die Welt

Gottes, die Welt der Wahrheit, die Welt

der Unsterblichkeit, die Welt des ewigen Lebens, die Welt der Vollkommenheit und Schönheit. Das ist das Ziel. Das ist geistiges Leben. Das ist Weihnachten.

Christus ist das, was zeitlos, raumlos und ewig ist. Er sagt: „Ich war, ich bin, ich bleibe.“Nur das Zeitlose kann das sagen. Das Universum sagt das nicht.

Das Universum sagt: Ich habe einen Anfang, ich habe ein Ende, und dazwischen, da ist Chaos.“

Menschen nennen es „Kosmos“, aber das Universum sagt: „Ich bin Chaos.“

Nur in Christus ist wunderbarer Friede, Licht, Schönheit, Vollkommenheit.

Christus ist der Name für das Reich Gottes, für diese wunderbare Welt des Göttlichen, das Licht aller Lichter.

Swami Omkarananda




Im Herzen aller

Wesen und Dinge wohnt Gott

O Gott, sprich! – Du, dessen Augen mit Geheimnissen leuchten, mit immer neuen Geheimnissen innerhalb von Geheimnissen, sage mir: „Was ist in meinem Herzen und im innersten Herzen aller Wesen und Dinge?“ – Alles ist darin enthalten: Welten innerhalb von Welten, Berge aus Gold, große und unermessliche Himmelsräume, Zeiten innerhalb von Zeiten, Räume innerhalb von Räumen, Dichter und Philosophen, Wissenschaftler, Architekten, Heilige und Weise – alles ist im innersten Herzen alles Seienden enthalten.

Verstehe das Wunder, das du bist! Verehre dieses Wunder, denn dieses Wunder ist der Thron Gottes.

Wenn ich Gott grüßen wollte, müsste ich Gott in deinem Herzen grüßen. Wollte ich das Wunder über allen Wundern erfahren, das Geheimnis über allen Geheimnissen, müsste ich es in deinen Augen erfahren, ungeachtet dessen, ob du gut oder schlecht, gebildet oder ungebildet bist.

Du bist das Herz aller Dinge! Aber du kennst die Quellen des Lebens nicht, das in dir ist, die Quellen des immerwährenden Lebens, des unzerstörbaren Lebens. Du weißt nichts von deinen eigenen schöpferischen Fähigkeiten.

In deinem Herzen und in den Herzen aller leuchtet das Göttliche. Es ist der Ursprung aller Schönheit, der Ursprung aller Düfte, die Substanz aller Dinge, die Genialität in allen Genies der Welt, die Schönheit im Angesicht aller Frauen, die Zärtlichkeit in der Zuneigung aller Mütter. Es ist die Quintessenz der Weisheit in den größten Schriften der Welt.

Das Göttliche ist nicht nur in dir, sondern auch in jedem Stein, jeder Blume, jedem Baum – in jedem Punkt des Raums.

Gewaltige Energien werden von den materiellen Atomen entlassen, doch es gibt ein psychisches Atom innerhalb des materiellen Atoms.

Erkennt man dieses, dann erschließen sich neue Erfahrungswelten. Innerhalb des psychischen Atoms befindet sich das göttliche Atom – das Wunder der Wunder, die Quelle von allem. Erkenne es und versuche es zu erfahren!

Diese allschöpferische göttliche Wirklichkeit, dieses Wunder der Wunder, dieses Geheimnis hinter allen Geheimnissen ist dein eigenes Herz.

Das Göttliche ist überall gegenwärtig und sieht zur gleichen Zeit alles. Es sitzt in der Intelligenz aller Leute rund um die Welt und in den unsichtbaren Welten.

Gleichzeitig sieht Es alles, die ganze Vergangenheit, die ganze Zukunft. Was für eine unvorstellbar wunderbare Intelligenz Es ist! Es ist ein unbeschreibliches Wunder. Tausende von Wesen erfahren Es in allen Teilen des Universums.

Das Eine ist überall. In jedem und in allem ist das Eine!

Ob du ein König bist oder ein Bauer – ganz gleich, was du bist – erlange eine tiefere Erkenntnis dieser göttlichen Wirklichkeit, die das Herz deines Herzens ist.

Gott ist keine äußerliche Wirklichkeit, und doch kann er uns auch als eine Gestalt erscheinen, so wie er Tausenden erschienen ist. Er ist die Essenz deiner Essenz und unzertrennlich von dir.

Das, was im Herzen aller Dinge wohnt, ist das Göttliche selbst. Es ist das Wunder der Wunder, die unvergängliche, unveränderliche, vollkommene transzendente Wirklichkeit.

Du brauchst nur dein Bewusstsein von seinen Begrenzungen befreien, indem du über das Göttliche meditierst.

Lass dein Bewusstsein seine natürlichen Funktionen wiedergewinnen! Es ist die kondensierte Essenz der unendlichen Weisheit, die höchste kreative Kraft, das Genie der Genies, der Erzeuger unendlicher Reichtümer. Du wirst Welten innerhalb von Welten sehen, Raumzeitordnungen innerhalb von Raumzeitordnungen.

Alle diese Wunder sind in dir selbst!

Du denkst, du seist nur ein kleines Staubkorn, verloren in den unendlichen Weiten des Weltalls. Es bedarf der scharfen Vernunft eines Denkers oder der inspirierten Schau eines Dichters, um diese Frage zu beantworten:

Was ist in deinem innersten Herzen? – Alles ist darin: Höhen über Höhen, Tiefen und abermals Tiefen, das höchste, unendliche, kreative Bewusstsein, Gott selbst, das ganze Königreich des Himmels ist in dir.

Und das ist mehr als alles, was du dir vorstellen kannst. Es ist das Wunder der Wunder.

Vom körperlichen Standpunkt aus bist du nicht größer als ein Staubkörnchen, und doch bist du der Träger dessen, was weiter ist als der weiteste aller Horizonte. Innerhalb des Sternenuniversums bist du nur so winzig, und dennoch bist du größer als alle Universen.

Nimm irgendein winziges Samenkorn

Augen und Verstand sagen dir, dass in einem winzigen Samen ein großer Baum enthalten ist, dass Tausende von Früchten, Blättern und Blüten darin enthalten sind. Und dieser Baum wird vielen müden Wanderern an heißen Sommertagen Schatten spenden, ein großer Baum wird es sein, der vielleicht Jahrhunderte alt wird. Und dieser riesige Baum ist schon in diesem winzigen Samenkorn enthalten.

Das ist es, was unser Verstand uns sagt, was die Wissenschaft uns sagt.

Aber das ist nicht alles, was in diesem Samenkorn enthalten ist. Es sind Welten innerhalb von Welten, Tiefen innerhalb von Tiefen, Höhen über Höhen innerhalb des kleinsten aller Samen. Auch die Energie Gottes ist darin, das Leben Gottes, das Bewusstsein Gottes, das der Ursprung dieses großen Baums ist, der sich aus dem winzigen Samen erhebt –die Energie Gottes, die die erhaltende Essenz der Blüten und Früchte ist, die der Baum in Zukunft hervorbringen wird.

Die ganze göttliche Wirklichkeit ist im kleinsten aller Samenkörner enthalten.

Auf der menschlichen Ebene gesehen bist auch du nur ein kleines Samenkorn – schau, wie klein du bist! Wie klein selbst diese Welt ist, in der wir leben! Im Vergleich zur Sonne ist unsere Erde winzig. Und wenn man von den Sternen auf die Erde schaut, ist sie nicht einmal mehr sichtbar!

Und wo bist du auf dieser Welt? Man kann dich nicht erblicken von jenen Sternen aus: Du bist kleiner als das kleinste Atom.

Innerhalb des physikalischen Universums versinkt unsere Erde in Bedeutungslosigkeit und Unsichtbarkeit. Und wo in dieser winzigen Welt bist du? Was bist du? – Wenn die Möglichkeit der göttlichen Erfahrung eine Aktualität geworden ist, dann bist du ein Swami.

Swami ist ein Meister – Meister der Wunder des göttlichen Königreichs, nicht Meister einiger Leute.

Ein Swami befiehlt niemandem.

Er sagt auch nicht: „Du bist weniger als ich. Ich bin dir überlegen. Du bist der Schüler, ich bin der Meister.“

Solche Gedanken kennt er nicht.


Die Erkenntnis Gottes ist Freiheit

Man wird unsterblich, wenn man über das Göttliche nachdenkt, man erlangt das ewige und überfließende Leben.

Es gibt also einen Übergang von unserem begrenzten, geplagten Leben mit seinen kleinen Freuden hin zur unbegrenzten Glückseligkeit des Göttlichen. Es gibt einen Übergang von unserer Gebundenheit hin zur unbegrenzten Freiheit. Dieser Übergang ist in uns selbst.

Wir können unsere menschlichen Begrenzungen transzendieren und eins mit der Vollkommenheit des Göttlichen werden, und wir brauchen nicht irgendwo danach Ausschau zu halten.

Gottes Vollkommenheit ist in uns selbst. Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sich selbst zu befreien, Raum und Zeit zu überschreiten, Irrtum, Unwissenheit, Begrenzungen zu besiegen und Vollkommenheit zu erlangen. Es gibt diesen Weg, der von unserer Sterblichkeit zur Unsterblichkeit führt.

Jene, die dazu fähig sind, können sich über den Körper erheben und ihn beobachten.

Das ist aber noch nicht der Schlusspunkt. Man kann auch die Gedankenebene selbst überschreiten und die Gedanken mit einem gewissen Abstand beobachten.

Man transzendiert auf diese Weise den Körper, die Gedanken, die Gefühle und geht immer weiter nach innen, indem man ein Prinzip in das nächst subtilere übergehen lässt.

Schließlich gelangt man zum Seher, zum letzten und höchsten Seher, jenseits dessen es keinen weiteren Beobachter mehr gibt. Es ist der unendliche Seher, der letzte Seher.

Dieser höchste und letzte Seher ist voller Wunder. Er scheint ein Nichts zu sein. Er scheint nicht mehr als ein wahrnehmendes Prinzip zu sein, aber trotzdem ist alles in ihm, die Gesamtheit alles Existierenden, Erschaffenen und Unerschaffenen.

Durch seine Gnade wurden Tausende im Lauf der Jahrhunderte erleuchtet und haben die Wahrheit erkannt, sind unsterblich und eins mit dieser Wirklichkeit geworden. Und sie alle sind hier und jetzt bei uns in dieser Wirklichkeit anwesend.

Alles ist im Göttlichen, das Göttliche ist in allem. Das ist die endgültige Mathematik, die endgültige Logik. Das ist das erstrebenswerte Ziel der höchst entwickelten Vernunft, aller Hingabe und allen Glaubens. Das ist das endgültige Ziel aller spirituellen Erfahrung und der Ursprung aller Dinge. Das menschliche Leben ist unbeschreiblich großartig, allein aufgrund dieser Tatsache.

Je weiser und reiner ein Mensch ist, desto leichter befreit er sich von der Herrschaft des Körpers, der flüchtigen Gedanken und Gefühle, des Raums und der Zeit, der Objekte und äußeren Interessen. Er kultiviert ein Gefühl für die Gegenwart der göttlichen Wirklichkeit und nähert sich dem Licht des höheren Prinzips in sich selbst.

Er identifiziert sich immer mehr mit dem, was er in jener Wirklichkeit wahrnimmt. Nichts kann ihn mehr niederdrücken, nichts kann ihn überraschen. Der Tod hat keine Bedeutung mehr für ihn. Begrenzungen können ihn nicht binden. Er geht über Raum und Zeit hinaus. Er ist sich des unvergänglichen Prinzips bewusst. Er gewahrt das Unvergängliche mitten in einer Welt der vergänglichen Gedanken und flüchtigen Erfahrungen. Er erkennt sich selbst als die immer gleiche Wirklichkeit, als das Göttliche. Jenes innere Sein ist unser normaler Zustand.

Unsere menschliche Situation, wie angenehm und fortschrittlich wir sie auch gestalten mögen, ist ein minderwertiger Zustand und deswegen gekennzeichnet von Gegensätzen wie Freude und Schmerz, gut und böse, richtig und falsch.

Wir müssen versuchen, dieses göttliche Prinzip durch Nachdenken, Analyse und Nachforschen zu ergründen und wahrzunehmen. Wir müssen Gott so klar erkennen wie ein äußerliches Objekt, das auf unserer Hand liegt.

Erst dann sind wir befreit, auch wenn wir noch auf dieser Erde in einem vergänglichen Körper leben. Wir haben das Leben als ein Geschenk erhalten, um die volle Kraft der unendlichen Wirklichkeit wiederzuerlangen.


Das Abbild Gottes in jedem von uns

Hier und jetzt ist es jedem von uns möglich, das innere Bewusstsein in höhere Zustände und Bedingungen unseres Seins zu erheben und das Antlitz des allgegenwärtigen und allwissenden Gottes unmittelbar zu erschauen.

Hier, in diesem Punkt des Raums, ist Gott als die zeitlose Dimension zugegen. In diesem Augenblick ist Gott als das zeitlose Sein gegenwärtig. Es gibt keinen Ort, an dem Er sich nicht befinden würde. Es gibt keinen Umstand und keine Lage, in der Er nicht erfahren werden könnte.

Der Mensch ist eine Manifestation Gottes und besitzt deshalb strukturelle und organische Beziehungen zu Gott.

Skulpturen sind nach Stil und Geschmack dem Wandel von Zeit und Raum unterworfen und nicht mit dem Bildhauer selbst identisch. Gott aber hat den Menschen nach seinem eigenen Bild geschaffen. Er nahm sein eigenes Wesen zum Vorbild. Er legte sein eigenes Sein und Wesen in ihn hinein. Mit seinem ganzen unendlichen Bewusstsein, mit allen Kräften und Möglichkeiten weilt Gott in seinem Abbild, das Er geschaffen hat. Darum sagt Jesus: „Das Himmelreich ist in euch!“

Wo in uns ist dieses Königreich des Himmels? – Nicht in unserem psychologischen Wesen, das voll Unvollkommenheiten und Begrenzungen ist, nicht in unserem Unter- und Unbewussten, das auch Grenzen und schwerwiegende Mängel hat.

Wo also ist dieses Königreich in uns? – Es ist im Bildnis Gottes in uns. Darum bezeichnet die Bibel den menschlichen Körper auch als „Tempel Gottes“.

Das Bild Gottes in jedem von uns ist kein totes Abbild, sondern erfüllt vom Bewusstsein Gottes. Es bleibt immer in vollkommener Einheit mit dem Göttlichen, auch ohne unser Wissen und Gewahrsein. Deshalb ist es uns näher als unser eigener Atem, näher als unser Blut und unsere Knochen. Nichts vermag uns je von Gott zu trennen.

Von größter Wichtigkeit für alle, die ein normales menschliches Leben führen und den normalen menschlichen Tätigkeiten und Pflichten genügen müssen, ist die Tatsache, dass es auch unter diesen Bedingungen möglich ist, der Erfahrung Gottes näher zu kommen und aus dem unbeschreiblichen Frieden, der Freude und der Kraft Gottes heraus zu leben und tätig zu sein.

In uns ist ein Auge des Glaubens vorhanden, das uns Gott erkennbar werden lässt. In uns ist eine Liebe, durch die wir Ihn in all unseren Erfahrungen spüren können. In uns kann sich die Gabe der Intuition entfalten, die Ihn für uns fassbar werden lässt.

Um unser Leben mit dem Frieden und der Kraft des Göttlichen zu erfüllen, fangen wir am besten genau da an, wo wir uns gerade befinden.

Sind wir an Haus und Familie gebunden, können wir uns bemühen, das Heim zum Himmel umzugestalten und innerhalb der äußeren Welt der Sinneserfahrungen das zu entdecken, was göttlich ist.

Gott wohnt nicht nur in uns, sondern auch in allen anderen

Das ist die wesentliche und fundamentale Wahrheit über die Welt und uns selbst.

Diese Wahrheit wird durch äußere Unterschiede wie Farben, Formen und Namen überdeckt. Deshalb sollten wir uns bemühen, eine neue Einstellung zu pflegen und tiefer in das eigentliche Wesen aller Menschen und Dinge einzudringen.

Alles soll mit dem Göttlichen in einen deutlichen Zusammenhang gebracht werden. Ganz still und insgeheim, tief im Inneren sollen wir Gott nicht nur im Herzen aller Wesen verehren, sondern auch bestrebt sein, durch unseren Lebenswandel in der Welt um uns herum eine geistige Atmosphäre zu schaffen.

Die Wahrheit aller Wahrheiten ist, dass die unendliche Kraft Gottes in uns wohnt und uns von allen Seiten umgibt. Es ist das menschliche Denken, das sich als Barriere zwischen uns und diese Wahrheit schiebt.

Die Wahrheit – das Alpha und Omega aller Dinge – zu erkennen, ist die wichtigste Aufgabe im Leben.

Sobald wir die Wahrheit erkennen, hören wir auf zu klagen und beginnen, das Göttliche in den anderen zu lieben und zu verehren.

Lassen wir die Unterscheidungen fallen, die einen Menschen vom anderen trennen und bringen wir den wahrhaft christlichen Charakter zum Ausdruck, indem wir den einen Gott in allen sehen.

Gott selbst macht keine Unterschiede. Gott hat alles nach seinem eigenen Bild und Wesen erschaffen. Gott ist einer, und die Menschheit ist eins in Gott. Vielheit gibt es nur im Bereich der menschlichen Wahrnehmung.

Das eine göttliche Prinzip durchdringt und erhält alles. Trennungen und Unterscheidungen sind vom Menschen geschaffen. Die Menschheit kann nur als Einheit und in Frieden leben, insofern sie erkennt, dass alle eins im Göttlichen sind. Diese Erkenntnis erlangt man durch Glauben, Demut und Liebe.

Die Bedeutung des menschlichen Lebens in den Begrenzungen dieser Welt liegt darin, Liebe und Frieden zum Ausdruck zu bringen und schließlich Gott als die einzige Wirklichkeit zu erfahren.

Der größte Krieg ist innen

Einmal sagst du „ja“, dann wieder „nein“. Einmal bist du ein Zweifler, ein andermal ein Glaubender. Einmal liebst du, ein andermal bist du voller Hass. Manchmal erwacht die Liebe in dir, ein andermal die Leidenschaft. So herrscht ein endloses Chaos. Schaffe deshalb schnell Ordnung in deinem eigenen Herzen.

Warum gelingt es nicht, Frieden auf der Welt herzustellen? Warum sind so viele Menschen so ruhelos, gehetzt und verzweifelt? – Die Friedlosigkeit ist eine Schöpfung des Menschen.

Doch ist es jedem Menschen möglich, zum Frieden der Welt beizutragen, entspringt doch der äußere Unfriede der Friedlosigkeit im Inneren. Daher kann kein Friede aufkommen, solange in den Herzen der Aufruhr tobt und der Mensch von Gefühlen, Wünschen und Leidenschaften – seinem Ego – beherrscht wird.

Die Friedlosigkeit besteht so lange weiter, als unser Herz und Denken ausschließlich den Dingen der Welt zugewandt ist.


Leben in Gott

Die ganze Materie, die ganze Natur, der ganze Raum vibriert mit meinen Mantras, und deshalb, wo immer ich mich bewege, sehe ich Gott, lebe ich in Gott, atme ich in Gott.

Die Erfahrung Gottes umhüllt mich unentrinnbar von allen Seiten.

Unsterbliches Leben ist kein bloßes Gerede, keine Theorie: Es ist die größte Wirklichkeit, die größte Wahrheit.

Jene großen Weisen, die bewusst und direkt im Herzen Gottes leben, erfreuen sich dieser Unsterblichkeit.

Wenn man vom Standpunkt des unbeschreiblichen, zeitlosen Schweigens des Göttlichen auf die Welt schaut, ist die Zeitspanne ihrer Existenz nicht einmal eine halbe Sekunde lang, auch wenn man annimmt, dass die Welt Millionen Mal erschaffen und wieder aufgelöst wurde. Die Zeitlosigkeit Gottes ist außerordentlich.

Nur die Erfahrung des

Göttlichen kann uns

Unsterblichkeit gewähren

Der normale Mensch, wie wunderbar, herrlich und königlich er auch sein mag, ist eine vergängliche Kreatur. Man muss den Menschen bedauern, wenn man den Maßstab höherer Glückseligkeit anlegt.

Das Leben in einem physischen Körper, wie großartig es auch sein mag, ist ein grober Fehlschlag und ein Fall von den Höhen der Zeitlosigkeit, Unsterblichkeit, des unendlichen Friedens, der unendlichen Kraft und Freiheit.

Das sind nicht nur Worte, sondern höchste Wahrheiten. Wir können damit in Berührung kommen! Die Weisesten unter den Menschen sind in der Tat eins mit Gott.

Für dich mögen dies heute nur Worte sein, aber morgen wirst du diese Erfahrung machen müssen. Das ist dein größtes Privileg!

Wenn du es nicht in diesem Leben verwirklichst, wirst du wieder und wieder geboren werden, um deine einst begangenen Fehler in einem neuen Leben zu korrigieren. Du wirst ein Leben nach dem anderen endlose Probleme und Schwierigkeiten ertragen müssen.

Versuche deshalb, in innige Berührung mit dem Bewusstsein Gottes zu kommen. Versuche das Mantra so oft wie möglich und mit so viel Liebe und Hingabe wie möglich zu wiederholen. Dieser Prozess selbst wird genügen, dein inneres Wesen vollkommen vorzubereiten und zu reinigen, ohne dass du dich deshalb mit endlosen Problemen herumschlagen und harte asketische Übungen praktizieren musst.

All das kannst du durch ernsthafte Mantrawiederholung für dich selbst erreichen.

Alle sind mit mir verwandt

Die Welt ist voll von meinen Verwandten und Blutsverwandten, weil mein Herz ständig in Gemeinschaft mit Gott in allen ist. Meine Intelligenz ist organisch an die Intelligenz im Geist aller Wesen gebunden. Mein Herz ist organisch an das Herz in allen Wesen gebunden. Mein Leben ist organisch an das Leben in allen Individuen in der ganzen Schöpfung gebunden und mit ihm vermischt. Mein Standpunkt entspringt aus dem Erkennen der Wahrheit, dass Gott allein wirklich und wertvoll ist.

Wenn mir die Herrschaft über die unsterblichen Welten angeboten würde – nicht nur über die vergängliche Erde –, wäre das für mich keine Versuchung und hätte keine Folgen.

Das Geheimnis meines Verhaltens ist, dass ich in der Überzeugung, Erkenntnis und Erfahrung verwurzelt bin, dass nichts wertvoller ist als Gott selbst. Und weil dies so ist, sind irdische Versuchungen für mich bedeutungslos.

In meinem Bewusstseinszustand ist es sehr schwierig zu entscheiden, ob ich einen Körper habe oder nicht.

Was auch geschehen mag, für mein inneres Bewusstsein hat sich nichts ereignet, und nichts ereignet sich jetzt: Es ist immer im wunderbaren göttlichen Königreich des Himmels.

Mein inneres Bewusstsein ist stets eins mit der Intelligenz in der ganzen Schöpfung, mit dem inneren Herzen des ganzen Universums, eins mit der inneren Seele der ganzen Welt.

Wenn Gott die Welt betrachtet, findet Er sie gut. Er erkennt sie als sich selbst. Er erfährt sie als das Königreich des Himmels.

Wenn der Mensch die Welt betrachtet, findet er sie unvollkommen – ein Reich der Pein und des Vergnügens, des Lichts und der Finsternis. Die Wahrheit aber ist seiner Erfahrung entgegengesetzt.

Es ist schwierig, das Gemüt eines Heiligen zu verstehen, weil es wie das Gemüt eines kleinen Kindes ist. Kein Gift irgendwelcher Art ist darin. Es ist wie ein Spiegel – ganz rein.

Ich bin das glücklichste Individuum aller Welten. Wenn ich meine Augen schließe und mich zur Meditation setze, entfaltet sich die ganze unendliche Glückseligkeit.

Ohne irgendetwas zu sehen, sehe ich alles. Ohne irgendetwas zu berühren, berühre ich alles. Ohne mich irgendeines Dinges zu erfreuen, erfreue ich mich aller Dinge.

Mein Herz ist erfüllt von unendlicher Glückseligkeit. Der Körper mag schmerzen, die äußeren Umstände mögen deprimierend sein, das Atmen mag schwierig sein – all das steht der inneren, von allem unabhängigen Glückseligkeit des Bewusstseins im Herzen nicht im Weg und beeinträchtigt sie nicht.

Die wirkliche Glückseligkeit ist unabhängig von allem, sie braucht weder Personen noch Dinge, um zu sein. Sie hängt nicht von Objekten und der Aktivität der Sinne ab. Sie hängt nicht von körperlichen Zuständen ab. Sie hängt nicht von der Umgebung ab.

Glückseligkeit ist die Natur des inneren Bewusstseins, das durch beständige Hingabe ans Göttliche und die Wiederholung der Mantras erweckt wird.

Man verliert seine Balance und wird zur unweisen, närrischen Person, wenn man damit beginnt, Freude und Glück in den Objekten der Sinne zu suchen.

Nur jener ist ein großer Mensch, ein wirklicher Mensch, ein vernünftiger und weiser Mensch, dessen Glückseligkeit in seinem Herzen wohnt. Nicht im physischen Herzen, nicht in einem Herzen, das nur die eigenen Kinder und Freunde liebt, sondern in einem Herzen, das rein und unabhängig von allem ist, einem Herzen, das selbstleuchtend, voller endloser Schönheit und kreativer Fähigkeiten des göttlichen Bewusstseins ist.

Das Gefühl für die göttliche Gegenwart wird sich dann automatisch einstellen und zum normalen Bewusstseinszustand werden. Dann ist Gott überall sichtbar, zu jeder Zeit und unter allen Umständen.

Ich kann nicht aus dem Fenster schauen, ohne Gott zu erblicken. Ich kann den fallenden Schnee nicht betrachten, ohne Gott in jeder Flocke zu entdecken. Ich kann die Blätter der Bäume nicht betrachten, ohne Gott in jedem Blatt zu finden – ob ich es will oder nicht: Er ist überall zu sehen!

Solche Erfahrungen wirst auch du haben, wenn deine Reinheit zunimmt, und deine Reinheit nimmt in Übereinstimmung mit deinen Meditationen zu, mit der Zahl und Intensität deiner Mantrawiederholungen.

Wenn du dich ununterbrochen in Gott befindest, für Gott da bist, wird dir die Welt dazugegeben.

Ich bin nicht von der Welt abgeschnitten, weil ich Gott anhänge. Ich bin nicht vor der Welt geflohen, habe sie nicht von mir weggestoßen. Sie wurde mir in reichster Fülle dazugegeben.

Der gewöhnliche Mensch hat nur eine Familie, an die er denkt, er hat nur einige Familienmitglieder zu ernähren, er hat nur einige Verwandte und Freunde zu treffen. Zu mir aber gehört die ganze Welt.

Ich habe die Freude, für Tausende zu leben, die Freude, Tausende zu ernähren, die Freude, für Tausende zu arbeiten, die Freude, an Tausende von Familien zu denken, sie in Kraft, Frieden und Glück zu erhalten und ihnen Wege zu zeigen, wie sie in jeder Hinsicht reicher und noch reicher werden können.

Weit davon entfernt, von der Welt abgeschnitten zu sein, bin ich im Gegenteil im Herzen der Welt gefangen. Die Welt ist mir in Fülle geschenkt worden. Und überall ist da Schönheit, Frieden, Vollkommenheit, Stille und Freude.

Wenn ein starkes Verlangen nach Gott vorhanden ist, verschwinden alle Wünsche nach kleinen Dingen von selbst, und alles, was für dich notwendig ist, kommt zu dir ungesucht und ohne es gewünscht zu haben.

Ich hatte nie ein Verlangen nach irgendetwas von dem, was die Menschen in der Welt so sehr begehren. Die Dinge kommen automatisch, ungesucht und ungewollt, das heißt, wenn wir unser Verlangen nach dem Göttlichen stärken, fallen alle anderen Wünsche weg und das Leben wird von der Gnade weitergetragen.

Ich werde immer Geld haben, wohin ich auch gehe, sogar im tiefsten und einsamsten Urwald, denn ich habe kein Verlangen nach Geld. Wenn ich ein Verlangen habe, ist es dieses: jedem alles zu geben. Deshalb kommt alles zu mir.

Habe also ein starkes, zentrales, alles dominierendes Verlangen nach Gott, und alles andere wird dir dazugegeben werden.

Ein starkes Verlangen nach Gott zerbricht alle nutzlosen Beschränkungen, Ketten und Bindungen, und du brauchst dich nicht zu sorgen, brauchst nicht zu jammern: “O, ich kann dem Leben nicht entsagen; ich kann nicht im Kloster leben.” Das wäre nur die Stimme des Egos.

Ich lebe nicht in einem Kloster. Ich habe der Welt nicht entsagt. Ich lebe im Herzen des Marktplatzes. Die Welt ist überall um mich herum, alle Stunden des Tages arbeite ich für die Welt, und alles wird mir hinzugegeben, obwohl ich es nicht will und brauche, denn Gott ist mein Ein und Alles.

Nichts wird dir durch die Suche nach dem Königreich des Himmels weggenommen.

Wenn du aber andere Dinge suchst – Dinge, anders als Gott –, wirst du verlieren, was immer du suchst. Suchst du aber Gott zuerst, wird dir alles in unendlicher Fülle dazugegeben, selbst das, was sich die weltlichen Menschen so sehr wünschen.

Mein Leben ist der Beweis völliger Unabhängigkeit

Ich bin von niemandem abhängig. Es ist für mich nicht notwendig, mich auf irgendjemanden zu verlassen. Ich habe keinen Grund, absolut keinen Grund, mich von irgendjemandem abhängig zu machen. Ich verlasse mich nur auf die Wahrheit, auf das Göttliche. Darauf verlasse ich mich.

Gott ist mein Leben und mein Atem. Eine Abhängigkeit von mir selbst ist keine Abhängigkeit; eine Abhängigkeit von Gott, der in mir ist, ist keine Abhängigkeit.

Es ist meine Aufgabe, die Welt mit endloser Glückseligkeit zu überfluten, mit endlosem Licht, endloser Liebe und Erkenntnis, mit guten Werken.

Ich hänge von niemandem ab. Ich brauche niemanden. Wenn alle menschlichen Wesen aus meinem Gesichtskreis verschwinden, wird sich meine Tätigkeit in anderen Dimensionen fortsetzen. Ich kann niemals einen Mangel an irgendetwas haben, denn ich bin im Göttlichen verankert.

Meine Schätze sind endlos.

Ich denke nie daran, was andere mir geben können. Ich plane stets, was ich einem jeden geben kann. Zu geben ist meine Natur, und ich nehme nie etwas von anderen an. Wenn ich nehme, dann nur, um es sofort wieder um ein Vielfaches vermehrt weiterzugeben.

Ich denke nicht, dass die Menschen um mich herum arbeiten sollten, damit die Organisation des Ashrams aufrechterhalten werden kann. Ich verlasse mich auf mich selbst. Ich will arbeiten, damit sich alle erfreuen können. Ich will arbeiten, damit alle Essen, Kleidung und Häuser, in denen sie wohnen können, haben.

Ich will arbeiten, damit alle glücklich und wunderbar sein können und sich nicht auf die Welt verlassen müssen. Ich sage nicht, dass jemand für mich oder den Ashram arbeiten soll. Ich brauche niemandes Arbeit.

Ich brauche nur Gott, und Gott ist immer da. Er ist unzertrennlich von mir. Aber ich will allen dienen. Ich möchte für alle arbeiten, alle ernähren und immer planen, was ich allen geben kann, nicht, was ich ihnen wegnehmen kann.

Wenn ich doch jemanden zur Arbeit anhalte, dann ist es nur in seinem eigenen Interesse und seines eigenen Glücks wegen, denn wenn die Menschen nicht völlig in irgendeine gute Arbeit vertieft sind, kann es nicht ausbleiben, dass sie Opfer negativer Gefühle, negativer Gedanken, eingebildeter Ängste und Sorgen werden.

Der beste Schutz gegen alles Negative ist das völlige Aufgehen in etwas Gutem.

Wenn ich die Menschen also bitte zu arbeiten, dann nur als ein Mittel, sie in einem glücklichen Zustand zu erhalten und auch, damit sie dadurch gutes Karma erwerben und ihr Leben in Zukunft gesegneter, blühender und glücklicher sein kann.

Aus einer Anzahl solcher Gründe halte ich alle zur Arbeit an und nicht, weil es mir irgendwie von Nutzen sein könnte.

Ich brauche niemanden und nichts, nicht einmal meinen eigenen Körper, nicht einmal mein eigenes Gemüt.

Die direkte Erfahrung

Ich bin nicht da, und dennoch bin ich überall.

Ich habe kein Gewicht. Alles in der Welt hat ein Gewicht, aber ich habe kein Gewicht, denn ich bin der Seher, der in allen ist.

Dieser Seher nimmt keinen Raum ein; er ist leichter als der leere Raum.

Jedes Ding – und sei es ein Federchen oder ein Blumensamen – hat Gewicht und Gestalt, doch das Licht, das ich bin, hat kein Gewicht, keine Gestalt; es ist zeitlos, raumlos und unermesslich.

Auch Gedanken und Gefühle nehmen Raum ein, denn auch sie sind Objekte, wenn auch subtile. Alles nimmt Raum der einen oder anderen Art ein.

Die Dinge und Personen in unseren Träumen zum Beispiel nehmen Traum-Zeit und Traum-Raum in Anspruch.

Die einzige Person im ganzen Universum, die weder Raum noch Zeit in Anspruch nimmt, bin ich, denn ich weile im Seher, der in allem und jedem ist.

Wenn der Raum mich sehen will – er kann es nicht, denn ich bin einfach nicht da: Ich bin der Sehende im Raum.

Der Raum kann ohne mich nicht sehen, doch bin ich das sehende Prinzip im Raum und erhalte die Raum-Zeit-Ordnungen.

Es ist der Seher, der hier spricht, nicht der Körper, nicht das Gemüt

Ich bin subtiler als das Subtilste, so subtil, dass ich gar nicht da bin.

Ich bin so subtil, dass nichts und niemand mich sehen kann, auch nicht jenes äußerst subtile Prinzip, das man Raum nennt.

Ich bin unendlich subtiler als der Raum, unendlich kleiner als der kleinste Punkt, die feinste Nadelspitze. Und doch bin ich zur gleichen Zeit größer als das Größte, und sei es das Absolute und Unendliche oder wie immer man es auch nennen mag.

Ja, ich bin selbst größer und weiter als sogar dieses.

Ohne mich gibt es keine Möglichkeit der Erfahrung.

Alle Erfahrungen, die du machst, bauen auf dem Seher auf, der ich bin.

Ich bin der Seher in dir.

Ich verleihe deiner Intelligenz Licht.

Ich habe keine direkte Erfahrung von irgendetwas außerhalb meiner selbst. Auch du hast keine direkte Erfahrung von irgendetwas außerhalb deiner selbst.

Nur in Bezug auf den Seher in dir hast du eine direkte Erfahrung, denn es gibt nichts außerhalb des Sehers, auch wenn dir dies nicht so scheinen mag. Der Seher ist allgegenwärtig; er ist die Grundlage all deiner Erfahrungen.

Wie erfährst du die Welt oder deinen Körper? – Die Erfahrung der Welt erfolgt über die Sinne und die Intelligenz – über die äußere Intelligenz, die psychische und mentale Intelligenz. Du erlebst alles indirekt über ein Medium – die Sinne –, und somit als indirekte, vermittelte Erfahrung.

Jede Erfahrung aber, die du vermittels von etwas anderem, das dazwischengeschaltet ist, erlebst – in diesem Fall die Sinne –, ist eine indirekte Erfahrung.

Was ist mein Wesen?

Wer bin ich?

Bin ich dieser Körper, den ich bewohne? Bin ich das Auge, durch das ich die äußere Welt sehe? Bin ich die Intelligenz, die in mir wirkt und mich über die Objekte meiner Erfahrung nachdenken lässt? Ist es das Essen, das mich am Leben erhält? Bin ich geboren? Werde ich sterben? Gibt es jemanden außer mir? Was ist dieses Universum? Woraus ist es entstanden? Wer sind die Leute um mich herum? Wer ist Mutter, Vater oder Schwester? Was ist Leben?

Das sind die ersten und fundamentalsten Fragen, die den Sucher nach der Wahrheit beschäftigen.

Forsche! Denke nach! Analysiere dich selbst! Entdecke das Göttliche, finde den Schöpfer, erkenne den Erfahrenden!

Wer denkt durch dich? Wer beobachtet deine Gedanken? Wer sagt dir, dass Leute um dich herum sind? – Es ist deine Intelligenz! Und wer sagt dir, dass du eine Intelligenz besitzt? Wer beobachtet das Arbeiten der Intelligenz? – Es ist das innere Bewusstsein.

Du kannst deine Augen schließen und beobachten, wie deine eigene Intelligenz aktiv ist. Du kannst das Kommen und Gehen der Gedanken beobachten und die Gefühle, die sich in deinem Herzen erheben.

Jenes Bewusstsein in dir, das der Beobachter des Beobachters ist, der Zeuge all dessen, was sich in dir abspielt, und sogar der Zeuge deiner eigenen Gedanken und Gefühle, ist etwas anderes als deine Gedanken und Gefühle, es ist unendlich viel mehr als deine Gedanken und Gefühle, unendlich viel mehr als das physische Universum, in dem du lebst.

Das physische Universum verschwindet ins unendliche Bewusstsein hinein. Durch die Gnade Gottes, durch rigorose, unerbittliche logische Analyse, durch metaphysisches Nachsinnen, unterstützt von Herzensreinheit und einem vollkommenen moralischen Wesen wirst du die Wunder des Bewusstseins in dir erfahren.

Sannyasi ist einer, der im Wesen des Bewusstseins verankert ist. Er ist im Selbst verwurzelt. Sein äußeres Bewusstsein hat sich in sein eigenes inneres Wesen zurückgezogen.

Das Selbst wird offenbar: Es zeigt sich durch die Gegenwart und das Wesen Gottes.

Gott ist höchstes Bewusstsein. Und höchstes Bewusstsein ist Wahrheit, Schönheit, Liebe, endlose Erkenntnis. Es umfasst alle Fähigkeiten. Es isst nicht, schläft nicht, atmet nicht. Es allein ist überall.

Deshalb sage ich: Ich bin Bewusstsein. Ich bin nicht dieser denkende Geist, diese Intelligenz, dieses Unbewusste oder Unterbewusste. Ich bin nichts von all dem, was mir die Sinne vorgaukeln.

Wie kann das Ungeborene eine Mutter haben?

Das Bewusstsein in mir ist ungeboren, ewig und alles beobachtend. Ich bin unendlich mehr als mein Atem. Ich bin absolutes Bewusstsein. Ich bin die Wahrheit. Ich bin das Selbst.

Gott ist mein ganzes Sein und Wesen. Das höchste Bewusstsein ist Gott. Bewusstsein und Wahrheit sind ein und dasselbe. Bewusstsein ist Sein, und Sein ist Bewusstsein.

Ich bin das unendliche Sein. Ich war vor zehn Millionen Jahren hier, und ich bin jetzt hier. Und ich werde für immer und ewig hier sein. Das erschaffene Universum mag entstehen und vergehen, aber ich werde immer hier sein. Mein Bewusstsein ist meine Glückseligkeit.

Die Welt, in der ich lebe, ist eine Welt, die aus göttlichem Licht besteht. Es ist eine Welt, die innerhalb des Körpers des unendlichen göttlichen Bewusstseins erbaut ist. In ihr gibt es keine Grenzen, Begrenzungen oder Wände. In welche Richtung die Erfahrung sich auch wendet – sie wird einer Unendlichkeit von Entzücken, Schönheit und Kraft gewahr.

Ich bin erfüllt von dieser unendlichen Energie, die erschaffen, erhalten und zerstören kann, die fähig ist, Millionen von Universen ins Dasein zu rufen.


Die Evolution ist ein langsamer Prozess

Gott ist allbarmherzig, allgerecht. Niemand kann in einem einzigen Leben ein heiliger Franziskus werden. Langsam muss sich der Mensch entwickeln. Die Liebe des Mannes zum Körper seiner Frau verwandelt sich langsam in eine Liebe zu all den wunderbaren Eigenschaften, die seine Frau hat: Das ist Entwicklung, das ist Wachstum. Ein Tag wird kommen, an dem der Mann in der Lage ist, das Königreich des Himmels im Herzen seiner Frau wahrzunehmen und die Liebe zu seiner Frau auf diese Wahrnehmung zu gründen. Eine solche Liebe ist unzerstörbar, eine solche Liebe ist wunderbar und voller Entzücken.

Man muss also dem Menschen die Gelegenheit geben, sich zu entwickeln. Wir müssen aber geduldig sein und von Liebe erfüllt.

Ja, es gibt schlechte Menschen in der Welt, Betrüger und Verführer, die ihre Frauen betrügen und ihnen schließlich davonlaufen. Aber wir müssen auch mit diesen Leuten Geduld haben.

Langsam, wenn sie unter ihren schlechten Taten, ihren finsteren Gedanken und Gefühlen zu leiden beginnen, wird dieses Leiden selbst sie zwingen, sich zu entwickeln, zu wachsen, zu bereuen und neue Wege zu Wachstum, Frieden und Glück zu finden. Nach mehreren Leben solcher Erfahrungen, vielen Leiden, vielen Gebeten und vielen guten Gedanken, werden sie schließlich zu Heiligen.

Deshalb ist das Überleben des körperlichen Todes eine evolutionäre Notwendigkeit.

Kein Genie kann in einem einzigen Leben heranwachsen. Millionen werden rund um die Welt geboren, aber kein Einstein ist darunter. Sie erhalten die beste Erziehung, und trotzdem erhebt sich kein Plato, kein heiliger Franziskus aus ihren Reihen.

Was können wir daraus ableiten? – Es ist nicht leicht für einen Menschen, in einem einzigen Leben zu innerer Größe heranzuwachsen. Und Einstein selbst brauchte mehr als ein Leben, um das zu werden, was er schließlich war. Er muss mehrere Leben lang schon ein großer Wissenschaftler gewesen sein.

Vom Standpunkt der Evolution aus gesehen ist die Wahrheit, dass wir den körperlichen Tod überleben, überzeugend.

Was mich betrifft, brauche ich keinen Beweis. Alles, was ich sage, sage ich um der Menschen willen. Ich kann die Wiedergeburt eines Individuums verfolgen. Wenn ich es wünsche, kann ich die vergangenen Leben eines Menschen sehen. Wenn jemand im Sterben liegt, kann ich sehen, wo er wiedergeboren werden wird.

Ich kann auch meine Seele vom Körper lösen und bis zu einem gewissen Grad der Reise einer anderen Seele nach dem Tod folgen. All das sind Tatsachen.

Diese Tatsachen sind der Allgemeinheit heutzutage nicht mehr bekannt. Die Methoden zur Entwicklung solcher Kräfte fehlen den Menschen heute.

Weil diese Methoden geheimgehalten werden und nur einigen wenigen bekannt sind, gibt es hinsichtlich dieser Dinge viel Unglauben.

Vor Jahrtausenden glaubten die damaligen Wissenschaftler nicht an die Existenz der Elektrizität oder an die Möglichkeit des Fliegens. Wer über solch unmögliche Dinge zu sprechen wagte, wurde als verrückt aus dem Kreis der Gelehrten ausgeschlossen. Das Gleiche gilt heute in Bezug auf die spirituellen Wissenschaften.

Doch mache ich mir Sorgen, weil die Menschheit so voller Unglauben ist? – Nein! Warum nicht? – Weil ich weiß, dass die Menschheit, wenn nicht heute, dann tausend Jahre später all diese spirituellen Wahrheiten wiederentdecken wird. Diese Wahrheiten können nie verloren gehen, weil der Mensch für alle Zeiten das Königreich Gottes in seinem Innersten trägt.

Gott ist in allen – im Sünder wie auch im Heiligen

Gott ist in allen Wesen gleichermaßen anwesend. Ohne Ihn kann niemand leben.

Natürlich bringen gute Menschen die Eigenschaften Gottes mehr zum Ausdruck, und Leute, die nicht so gut sind, weniger. Die Übelgesinnten haben keine Möglichkeit und Gelegenheit, das höhere Wesen auszudrücken. Das heißt aber nicht, dass Gott nicht in ihnen wäre. Gott ist längst da und wird von ihrer Schlechtigkeit nicht berührt, denn Gott ist vollkommen rein.

Weil nun das ganze Königreich des Himmels in jedem Menschen wohnt, wird dieser an irgendeinem Tag aus eigenem Antrieb beginnen, an den Geist, an Gott, an die Wahrheit zu glauben, und selbst wenn es keine Bibel gäbe, würde er sich, während er innerlich heranreift, seine eigene Bibel schaffen.

Genauso wird er, auch wenn niemand ihm die Methoden zur Überwindung des Todes mitteilte, morgen oder tausend Jahre später nicht anders können, als aus seinem eigenen inneren göttlichen Bewusstsein heraus die Fähigkeiten zur Überwindung des körperlichen Todes bewusst zu entfalten.

Jeder trägt also das Königreich des Himmels in sich selbst. Gott ist nicht in größerer Fülle in einem Mann anwesend und weniger in einer Frau. Gott ist gleichermaßen im Mann wie in der Frau anwesend. Jede Frau kann so vollkommen wie der Vater im Himmel sein, so wie auch jeder Mann so vollkommen wie der Vater im Himmel sein kann.

Erst dann, wenn wir vollkommen frei von uns selbst sind, wenn wir uns ganz Gottes Liebe, Licht und Gnade ausgeliefert haben, beginnt Gott durch uns zu sprechen, durch uns zu wirken. Dann werden wir in unserem Leben schweigend viele Wunder vollbringen und wohin immer wir gehen, ist Er an unserer Seite.


Gott allein vollbringt alles

Der Weise hat das erkannt, deshalb sagt er zum Göttlichen:

„Tvam eva kartasi“ – „Du allein tust alles, Du allein vollbringst alles!“

Wer erhält die ganze Schöpfung, die ganze Menschheit und alle Lebewesen? – Gott allein! Gott allein ernährt und erhält die ganze Schöpfung.

Wenn wir nachforschen, finden wir heraus, dass alles vorbestimmt ist. Das heißt, der Wille des Göttlichen wirkt sich aus. Die Energien, mit denen wir arbeiten, stammen von Gott. Die Intelligenz, mit der wir arbeiten, stammt von Gott. Die Güter, mit denen wir arbeiten, gehören Gott. Es ist der Wille des Göttlichen, der überall geschieht.

Alles ist vorbestimmt. Der Wille des Göttlichen wird geschehen. Auch der Tag des Todes unseres Körpers ist bestimmt. Wir können ihn nicht verschieben, nicht ein paar Stunden, Minuten oder Sekunden. So eine Verschiebung gibt es nicht.

Alles ist vorbestimmt. Aufgrund unserer Ichbezogenheit und Selbstüberhebung denken wir, es sei unser Wille, der geschieht, und wir hätten freiwillig unseren Platz im Leben ausgewählt. Das ist eine Illusion, die das Gemüt hervorzaubert. Es ist vorbestimmt, dass wir sind, wo wir sind. Es ist vorbestimmt, wie viele Tassen Tee wir trinken und wie viele Mahlzeiten wir essen. Jeder nimmt seinen Platz im Leben gemäß seinem Schicksal und der göttlichen Gnade ein.

Einen anderen Platz zu wünschen, wäre ein Fehler und würde uns unglücklich machen. Wir würden mit solchen Wünschen nur unnötig Zeit und Energie verlieren. Und wenn wir einen anderen Platz oder eine andere Stellung im Leben verdienen, dann wird dieser andere Platz oder diese andere Stellung zu uns kommen und uns suchen. Wir können diesen Vorgang nicht vermeiden; er wird uns aufgezwungen werden.

Aus diesem schicksalhaften Muster des Lebens kommen wir nur durch Anbetung der unendlichen Wahrheit heraus.

Wir werden schließlich eins mit der Seele des Göttlichen und sitzen im Zentrum des göttlichen Herzens, wo es kein Karma gibt und wo wir absolut frei sind. Absolute Freiheit gibt es nur in der Wahrheit – in der Erfahrung der Wahrheit.

Manche erlangen diese absolute Wahrheit und wirken trotzdem hier auf der Erde weiter. Dann aber ohne Egoismus, ohne Karma, ohne Bindung, ohne Probleme, nur um der Menschheit zu helfen.

Alles wird aufgezeichnet und ist überall zu lesen: im Kosmos, im Geist der göttlichen Intelligenz, in der eigenen Seele. Und es findet eine Reaktion auf alles statt. Was immer bestimmt ist, wird geschehen.

Aber wenn man die Gnade des Göttlichen hat und etwas außerordentlich Gutes getan hat, dann wird als Kompensation dafür eine entsprechende negative Wirkung – vielleicht hätte ein schweres Unglück passieren sollen – aufgehoben.

Möge die göttliche Gnade in all ihrer Fülle auf dich herabkommen, dir gute Gesundheit und langes Leben schenken und deine innere Intelligenz mit der Erleuchtung des Göttlichen erfüllen.

Möge dein Leben voller Glück, Frieden, Stärke und höheren Fähigkeiten sein!


Die unverursachte Ursache

In einer Welt, in der alles einen Anfang nimmt, geboren wird und wieder vergeht, in der Ursache und Wirkung regieren – in einer solchen Welt erkenne dich als die aus sich selbst existierende, ungeborene, unverursachte Wirklichkeit!

Was geboren wurde, das ist der vergängliche Körper, der in wenigen Jahren wieder verschwinden wird, ohne eine Spur zu hinterlassen.

Auch deine psychologische Persönlichkeit wurde geboren, das heißt, auch sie wird wieder verschwinden.

Du bist jedoch nicht der Körper, auch nicht die psychologische Persönlichkeit. Du kannst Abstand zu ihnen nehmen und sie beobachten. Wärst du ausschließlich und ganz der Körper, könntest du ihn nicht beobachten. Du könntest nicht sagen: „Das ist mein Körper.“

Du hast eine selbst-transzendierende Fähigkeit in dir, das heißt, du kannst über den Körper, den du bewohnst, hinausgehen. Es gibt verschiedene Erfahrungen im Leben, die uns ein Gefühl dieser Fähigkeit vermitteln.

Du bist auch nicht die Gedanken, die in dir aufsteigen.

Du kannst Abstand zu ihnen nehmen und sie beobachten. Du kannst sie zurückweisen oder akzeptieren.

Du bist mehr als die Gedanken, die du hast, mehr als deine Handlungen, deine Gefühle und dein Schicksal.

Du bist mehr als dein Schlaf, mehr als jeder andere Zustand deines psychologischen oder psychischen Wesens.

Du kannst alles beobachten, und du kannst dich selbst beobachten.

Denke darüber nach und werde ein praktischer Philosoph und Weiser! In einer Welt, die Begrenzungen, Raum und Zeit unterworfen ist, ist es deine Pflicht, dich selbst als raumlose, zeitlose Wirklichkeit zu erkennen.

Das Bild Gottes ist zeitlos und raumlos. Es steht über allen Umständen. Es ist weiter in seinen Dimensionen als alle Universen.

Die innere Erfahrung offenbart, dass der ganze äußere Kosmos nur ein winziger Punkt in der weiten, unermesslichen inneren Wirklichkeit ist.

Die höchste Wahrheit ist so einfach. Die geistigen Tatsachen sind so einfach. Was kompliziert ist, das ist das mentale Leben – die vielen widerstreitenden Gedanken und die Probleme, die daraus folgen. Und warum verstrickst du dich darin? – Du kannst dich ihm entziehen, in tiefem Schlaf zum Beispiel. Oder auch wenn etwas sehr interessant ist. Deine Aufmerksamkeit ist von etwas Interessantem gefesselt und schon bist du jenseits deiner Gedanken und Gefühle, jenseits von Hunger und Umgebung. Du vergisst sie einfach. Menschen sprechen rings um dich, du hast sie nicht gehört. Wieso? – Du bist total auf einen faszinierenden Gegenstand konzentriert.

Und nichts ist so interessant wie das unsterbliche Leben in uns, die Seele unserer Seele.

Warum lieferst du dich der Unwissenheit, Illusionen und falschen Vorstellungen aus?

Jede Vorstellung ist falsch und jede Vorstellung ist eine Begrenzung deiner Größe. Weg mit allen Vorstellungen! Stehe auf dem Boden der Tatsache, auf dem Boden der Wirklichkeit und Unendlichkeit, auf dem Boden der Tatsache aller Tatsachen – der Wahrheit.

Die bloße Kenntnis davon befreit dich von Furcht, Angst und Problemen. Und wenn du von Problemen, Furcht und Angst befreit bist, kannst du die Herausforderungen des Lebens sehr leicht bewältigen.

Dein Herz soll rein sein, dein Leben total der Wahrheit gewidmet sein. Nichts kann dich dann besiegen. Du bist gerettet. Du bist ein befreiter Mensch noch während du in den engen Grenzen eines materiellen Körpers lebst.


Der Atem Gottes im Menschen ist das

Königreich des Himmels

Hinter der komplexen Persönlichkeit und den guten und schlechten Eigenschaften des Menschen, der Dunkelheit und dem Licht im Menschen, dem Hass und der Liebe im Menschen steht der unsterbliche und allvollkommene Atem Gottes, das göttliche Bewusstsein, das vollkommen schön, ewig, unsterblich, unzerstörbar ist: Das ist das Königreich des Himmels.

Das Königreich des Himmels ist in jedem Herzen, in allen Wesen. Es gibt keinen Ort, an dem es nicht anwesend wäre. Dieses göttliche Prinzip, dieses göttliche Bewusstsein, dieses Königreich des Himmels im Menschen wird nicht wie der Mensch von negativen Kräften in Mitleidenschaft gezogen.

Das Licht in diesem Königreich wird nicht vermehrt, wenn der Mensch das Gute verfolgt, noch wird es vermindert, wenn er in der Dunkelheit tappt.

Dieses Königreich des Himmels oder dieser Atem Gottes im Menschen ist immer da, immer vollkommen, immer rein, sei der äußere Mensch nun gut oder schlecht.

Dieses göttliche Wesen, das allvollkommen, allwissend und unsterblich ist, wohnt immer im Menschen, ob dieser sich nun hinunter auf die Stufe eines Teufels oder Tieres begeben oder sich zu einem Engel oder einem Gott entwickelt hat.

Die Hinwendung zu Gott ist der entscheidende Schritt im Leben des Menschen.

Die ganze Herausforderung, die der Mensch zu meistern hat, liegt in einer Abwendung der Liebe seines Herzens und des Urteilens seiner Vernunft vom Bereich der konträren Erfahrungen, vom Bereich des Guten und Schlechten, des Lichten und Dunkeln, des Tadelnswerten und Lobenswerten.

Alle Gegensätze müssen vollständig in diesem inneren Königreich des Himmels aufgelöst werden. Wenn das geschieht, ist der Mensch auf dem Weg zum Heiligen, zum Weisen.

Gott ist die Antwort auf alle Fragen

Die Wissenschaft von der Wirklichkeit verlangt von uns eine größere Sensibilität, größere Vernunft, mehr Nachdenken, tiefere Analyse, eine unnachgiebige Haltung des Fragens und Prüfens, bevor wir etwas als wahr annehmen.

Auf diese Weise gelangen wir zum Herzen Gottes. Wir können uns nicht an einer Illusion oder Täuschung festklammern, wir wollen die solide Wirklichkeit.

Die Wahrnehmungen der Sinne führen uns in die Irre. Ein Mann schlägt mit der Hand auf den Tisch und sagt, dass dieser solide und wirklich sei. Der Wissenschaftler ist schlauer und sagt, das Ganze sei nichts anderes als eine Energiestruktur, und dass es weite Räume zwischen den einzelnen Atomen gäbe; alles sei nur bewegte Energie, ein Spiel von Wellen oder Schwingungen – wie ein Nichts.

Der Bericht unserer Sinne wird von unserer Intelligenz widerlegt. Die Intuition wiederum offenbart uns wieder etwas anderes. Wenn man in der göttlichen Wirklichkeit aufgeht und in ihr feststeht, wird man zum höchsten Seher und es erscheinen alle Objekte als Teil einer großen Wirklichkeit. Der Raum offenbart sein wirkliches Wesen. Es ist eine raumlose Wirklichkeit im Raum, ein unsichtbares Wesen im sichtbaren Menschen. Dieses Wesen ist der höchste Seher.

Zeit und Raum sind Manifestationen innerhalb des höchsten Sehers. Es ist wie im Traum: Die Traumwelt spielt sich innerhalb des träumenden Bewusstseins des Menschen ab.

Erleuchtung offenbart etwas anderes als Sinne und Intellekt, nämlich die Gegenwart der göttlichen Wirklichkeit, die immer besteht und überall ist.

Sie ist auch im Tisch, wird aber nicht mit dem Tisch zerstört, wenn dieser zerstört wird.

Die Welt mag zerstört werden, aber wer kann das unendlich subtile Prinzip im Raum zerstören, von dem der Raum selbst nichts weiß?

Weiß der Tisch, dass er aus Atomen besteht? – Er weiß es nicht! Weiß der Raum, dass er aus der göttlichen Wirklichkeit besteht? – Er weiß es nicht!

Doch Erleuchtung offenbart die Wirklichkeit, die im Heiligen und im Sünder, im Mann und in der Frau enthalten ist, auch wenn all diese nichts davon wissen.

Die göttliche Wirklichkeit kann überall wahrgenommen werden, egal, wo man sich gerade befindet. Sie ist ohne Grenzen – absolut. Vom Standpunkt ihrer Erfahrung aus gesehen existiert sie allein.

Erlange Meisterschaft in diesem Wissen, dann wird dein Herz unzerstörbar, der Tod flieht vor dir, Frieden und Glück bleiben für immer bei dir.

Reinheit wird das Kennzeichen sein, das zu dir gehört, so wie der Duft zu den Blumen.

Sich bewusst der Vollkommenheiten des Göttlichen zu erfreuen, das ist die unmittelbare Bestimmung des menschlichen Lebens. Diese zentrale Aufgabe zu vergessen, ist der größte Verlust, den wir uns selbst zufügen können.

Es nützt nichts, nach Lösungen außerhalb des Bereichs des Göttlichen zu suchen, denn außerhalb des Göttlichen gibt es nur Lösungen, die versagen und irreführen.

Wir müssen unseren Frieden, unser Glück, unsere Stärke, unseren Reichtum und unsere Vollkommenheit in der wunderbaren göttlichen Wirklichkeit in uns finden, dieser Wirklichkeit, die der Seher, der Wissende, der Erfahrende in uns ist.

Fortzufahren, eine menschliche Rolle zu spielen, ohne das Göttliche zu kennen, ist gefährlich. Es macht uns hilflos wie ein trockenes Blatt, das vom Wind hierhin und dorthin geweht wird.

Wenn unser Wesen rein und leuchtend geworden ist, haben wir eine spontane Erfahrung unserer eigenen Todlosigkeit.

Hunderte hatten eine solche Erfahrung. Ihre Schriften legen Zeugnis davon ab. Die Schriften der Welt sind voll von Berichten solcher Erfahrungen.

Nicht nur Christus, sondern viele andere, die von der Gnade des Göttlichen berührt worden waren, haben erklärt, dass sie den Tod nicht kennen. Sie haben die äußere Welt überwunden, die Welt von Vergnügen und Schmerz, von Zeit und Raum, von Irrtum und begrenzten, relativen Wahrheiten.

Finde deshalb heraus, wie du dir am besten eine tiefere und dynamischere Erkenntnis dieses wunderbaren Seins aneignen kannst, eine Erkenntnis des wirklichen Sehers in dir.

Hast du einmal diese Erkenntnis, bist du höchst gesegnet. Auf dem Weg dorthin musst du über alles bloß Menschliche hinauswachsen, sodass deine innere Weisheit sprechen kann: „Ich bin unsterblich im Göttlichen. Meine Jugend ist ewig. Mein Leben ist immerwährend. Unter mir sind die allmächtigen Hände des Göttlichen ausgebreitet. Es gibt kein Alter für mich. Ich bin zeitlos. Das Alter gehört zum physischen Körper. Ich bin nicht dieser Körper.“

Beim Eintauchen ins göttliche Bewusstsein geht man durch keinen Torweg im Raum, so als ob man etwa von einem Zimmer ins andere ginge.

Um das Schatzhaus des Göttlichen zu betreten, brauchst du dich nirgendwohin zu bewegen, es besteht keine Notwendigkeit für eine Tür, du musst keinen Raum durchqueren: Hier und jetzt kannst du in das Schatzhaus des Göttlichen eintreten.

Das Zentrum des Göttlichen ist direkt in deiner Intelligenz, direkt in deinem Herzen, in deinem inneren Sein. Hier und jetzt kannst du dich in die Erfahrung des Göttlichen hineinbegeben.

Die göttliche Intelligenz ist so sensitiv, dass sie nicht nur deine Herzschläge und die Haare auf deinem Kopf gezählt hat, sondern auch deine gesamte Vergangenheit und Zukunft kennt und genau Bescheid weiß über den Zustand deiner Seele.

Das Göttliche Bewusstsein weiß alles. Es ist unendlich sensitiv und unendlich fein.

Auch der Raum ist fein, deshalb ist er überall, durchdringt die Wände. Es ist Raum in den Wänden, Raum in deinen Knochen, und es ist ein weiter Raum zwischen einem Atom und einem anderen.

Die Wissenschaften sind so weit fortgeschritten, dass sie in der Lage sind, auf ein letztes Prinzip als Quelle von allem zu schließen. Doch für unsere Vernunft und Erfahrung – und auch für die Wissenschaft – ist der Raum das subtilste, das feinste vorstellbare Ding.

Das göttliche Bewusstsein aber, das alles durchdringt, ist noch unendlich feiner als der Raum.

Der Raum hier und der Raum anderswo ist derselbe. Er ist hier und er ist dort. Der Raum ist hier und in Australien – zur gleichen Zeit. Er ist hier, und er ist dort zwischen den Sternen – zur gleichen Zeit. Der Raum ist gleichzeitig überall.

Das können wir von unserem Körper nicht behaupten! Wenn dein Körper hier ist, kann er nur hier, aber nicht anderswo sein – schon gar nicht überall. Wenn dein Körper hier ist, kann er nicht dort sein, und umgekehrt. Aber vom Raum können wir das sagen! Denn der Raum ist das subtilste Ding.

Das Göttliche ist noch weit subtiler als der Raum, deshalb kannst du dir leicht vorstellen, dass Es überall gleichzeitig anwesend sein kann. Es ist im Duft der Blume, drückt sich durch unser Sprechen oder Zuhören aus. Es fliegt in den Vögeln, schwimmt in den Fischen, zeigt sich in den unbeweglichen Bergen. – Es ist überall.

Du kannst dich nirgendwo aufhalten, ohne in Gott zu sein, ohne Ihm von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen, genauso, wie du überall dem Raum gegenüberstehst und von ihm umgeben und durchdrungen bist.

Kannst du dich vor dem Raum verstecken? Kannst du dem Raum davonlaufen?

So schnell du auch läufst, der Raum läuft mit dir! Und nicht nur das: Der Raum läuft dir auch voraus!

So verhält es sich auch mit dem Göttlichen. Du bist im Göttlichen, in der unendlichen Vollkommenheit, der unendlichen Liebe, der unendlichen Schönheit, Erkenntnis und Kraft des Göttlichen gefangen.

Du bist ein Kind des Göttlichen – das ist es, was du in Wirklichkeit bist!

Alle menschlichen Erfahrungen, denen du im Leben begegnest, sind ein Abschweifen von der einen zentralen Erfahrung. Mittels der Erfahrungen in deinem Leben kannst du zur zentralen Erfahrung des Göttlichen zurückkehren, denn das Göttliche ist dir näher als dein eigener Atem.

Sobald du deine Schau, deine innere Wahrnehmung, dein Bewusstsein zu einer Erfahrung der alldurchdringenden Unendlichkeit erhebst, wirst du Erbe unzähliger ewiger Kräfte und wirst durch eine unsichtbare Wohnung des göttlichen Königreichs nach der anderen geführt. Du siehst andere, von göttlichen Körpern bevölkerte Welten, überschaust Vergangenheit und Zukunft, und dein Frieden und deine Freude sind so weit wie die unermesslichen Räume des Himmels.

Schon in den Anfangsstadien der Meditation und mystischen Erfahrung werden dir verschiedene Wunder erschlossen, die beständig in dir und um dich herum geschehen.

Sobald du jedoch ausschließlich in Gemüt und Körper lebst, wird alles, was du an Kraft, Wissen, Frieden und Vollkommenheit in dir trägst, begrenzt.

Je mehr du aber dein Bewusstsein vom begrenzten Körper und Gemüt zurückziehst, desto deutlicher und umfassender wird dein Gewahrsein der Schätze des unendlichen, allschönen, allglückseligen, allwissenden Bewusstseins.

Der Tod ist nicht wirklich, die Materie besitzt keine Solidität; das Gemüt ist nicht die höchste Kraft in uns. Das Leben kann uns nicht beherrschen; es ist lediglich ein Bereich, in dem wir uns entfalten können, und all die höheren Kräfte sind dabei unsere Werkzeuge. Deshalb lasst all unser Streben dahin zielen, uns von den Begrenzungen des Körpers, der Sinne und des Gemüts zu befreien.

Dein Körper ist das Objekt – du bist das Subjekt

Du bist der Erfahrende, und auch deine Gedanken sind nur Objekte, die du erfährst.

Körper und Gedanken sind also etwas Äußerliches für dich, etwas Objektives, etwas außerhalb deiner selbst als Beobachter.

Du bist nicht das, was du erfährst, also bist du nicht der Körper und nicht die Gedanken. Diese sind nur Gegenstand deiner Wahrnehmung.

So wie du den Apfel vor dir auf dem Tisch liegen siehst, so siehst du deine Gedanken und Gefühle aufsteigen.

Deine Gedanken und Gefühle sind von dir verschieden.

Das trifft auch auf alles andere in dir zu, zum Beispiel auf den ganzen Gehalt deines Unterbewusstseins.

Als Erfahrender bist du mehr als alles, was du erfährst, mehr auch als dein denkender Geist und dein fühlendes Herz.

Der Erfahrende steht somit höher als alle erfahrenen Objekte. Ohne den Erfahrenden kannst du weder den Apfel sehen, deinen Körper wahrnehmen noch deine Gedanken beobachten oder Gefühle spüren.

Der Erfahrende ist das Wichtigste, das Höchste, und er steht allein. Ohne den Erfahrenden kannst du nichts sehen, obwohl du Augen hast. Dieser Erfahrende erfährt nicht nur den Apfel, den du siehst, sondern auch deinen Körper und deine Augen, mit denen du siehst oder zu sehen glaubst.

Deshalb ist es von Bedeutung, den Erfahrenden zu suchen. Wer ist dieser Erkennende in dir, wer ist dieser Seher in dir? – Versuche diesen Seher zu entdecken, diesen Beobachter, Zeugen, Erfahrenden und versuche dich an ihm festzuhalten!

Die eine unendliche Wirklichkeit, das göttliche Prinzip, lebt in dir als der wahre Seher, der Zeuge aller Dinge.

Direkte Erkenntnis haben wir nur von einem, dem Göttlichen, dem Bild des Göttlichen in unserem eigenen Sein. Alles andere liegt im Bereich der indirekten, der mittelbaren Erkenntnis.

Im Tiefschlafzustand waren weder deine Intelligenz, deine Psyche noch deine Sinne aktiv; du hast nichts gehört, gerochen, berührt, geschmeckt, gesehen, gedacht oder gefühlt, und doch hast du existiert und warst friedlich und glücklich. Du warst frei von allen Begrenzungen.

Das ist es, was du bist, diese Unbegrenztheit und endlose Freiheit! Du hast einen Frieden und ein Glück, die von nichts anderem verursacht werden, die ursachelos sind. Das ist ein ausreichender Beweis dafür, dass dein inneres Sein voller Frieden und Glück ist.

Es gibt keine Organe der Wahrnehmung, um deinen Schlafzustand zu beobachten, kein Gemüt, kein Denken: Dein eigenes inneres Sein ist der Beobachter. Deine eigene Existenz nimmt sich selbst wahr.

OM




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