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ZWEIMONATLICH

Jahr 52

OFFIZIELLES ORGAN DES
DIVINE LIGHT ZENTRUMS
8400 WINTERTHUR SCHWEIZ



Aktuelle Ausgabe

Januar/Februar 2019

  

INHALT

Texte aus Ansprachen und Gesprächen von

 

Du musst verstehen, dass ein Mensch der Gotterfahrung niemals jemanden im Stich lässt! – Das göttliche Bewusstsein sorgt für alles.

Du musst alles einer höheren Macht überlassen. Du musst diese höhere Macht dein Leben verwalten lassen!

Du gestaltest dein Leben durch den Fleiß deiner Hände, deshalb denkst du, du würdest dein Leben selbst gestalten und verwalten.

Aber der wirklich Handelnde bist nicht du – jemand anders arbeitet durch dich! Gott ist der wirklich Handelnde!

Swami Omkarananda


Freiheit von Raum und Zeit

Das Leben ist ein Opfer in Raum und Zeit.

Zeit ist Bewusstsein, Raum ist Bewusstsein. Zeit ist auch Energie und Licht.

Karma ist ebenso Energie – Bewusstseinsenergie.

Der Gottliebende lebt jenseits der Zeit, dieser Energie-Manifestation. Er lebt bewusst in einem zeitlosen Bewusstseinszustand, ähnlich dem Tiefschlaf. Auch im Tiefschlaf gibt es keine Zeit; man befindet sich jenseits der Zeit, aber es ist ein Zustand völliger Finsternis.

Solange du in Raum und Zeit gefangen bist, hast du Probleme, die dich angreifen, die dich ruhelos, schwach und ängstlich machen.

Sobald du dich jedoch im Bewusstsein jenseits der Zeit befindest, bist du ein befreites, zeitloses Wesen. Keine Kraft, keine Macht, weder Menschen noch irgendwelche schrecklichen Gestalten können dir etwas anhaben und dir schaden.

Wenn du träumst, hast du eine völlig andere Raumzeit-Energie. Du bist dann ganz im Traum, der ein Zustand von Energie und Bewusstsein ist, verloren und identifizierst dich mit den Traumerfahrungen. Du bist zu der Person geworden, welche die Ereignisse im Traum erfährt.

Der Traum ist ein Energiezustand, zusammengesetzt aus verschiedenen Kräften, Energien, Licht, Bewusstsein, Intelligenz.

Der Gottliebende steht jenseits des Traumzustands, jenseits des Wachzustands und jenseits des Tiefschlafzustands.

Er lebt voll bewusst und klar in einem zeitlosen Zustand, in dem es keine Grenzen für die innere Freiheit, den Frieden, die Freude, die Vollkommenheit, die Schönheit und das Leben gibt.

Probleme ohne Ende plagen dich, solange du in einem Zustand des Nichtwissens verharrst und eingesperrt bist im Körperbewusstsein, welches ein Produkt des Wirkens von Raum und Zeit ist.

Durch große Hingabe, Reinheit des Herzens, Yoga oder Disziplin kannst du deine Aufmerksamkeit aus diesem Netz von Zeit und Raum zurückziehen.

Dieses Raum-Zeit-Netz ist auch Karma, und Karma ist Energie, Bewusstsein, Intelligenz. Viele Energien sind im Karma versteckt, entfalten sich und führen zu zahlreichen Erfahrungen.

Im Traum erschaffst du mit den Energien des Bewusstseins deine persönliche Welt, die ihre eigene Raum-Zeit-Ordnung hat. Die Raum-Zeit-Ordnung im Traum hat jedoch nichts mit der Raum-Zeit-Ordnung der Welt des Wachzustands zu tun. Im Traum erschaffst du dein eigenes Raum-Zeit-Universum und lebst darin.

Wenn sich dein Bewusstsein aufgrund der Reinheit deines Herzens aus der inneren und äußeren Raum-Zeit-Welt und deren Energien zurückgezogen hat, dann ist es frei und verbleibt als der von allem unberührte Beobachter, der über allen Erfahrungswelten, Energiefeldern und Raum-Zeit-Welten steht. Als solcher erfreust du dich wirklichen Friedens, wirklicher Freude und wirklichen Lebens und lebst im ewigen Licht, im vollkommenen, unendlichen, absoluten Licht, welches das Licht und die Energie der Zeitlosigkeit des Absoluten ist.

Der gesamte Bereich der Erfahrung in allen seinen Schattierungen ist nichts als Energie, Kraft, Bewusstsein, Intelligenz oder Shakti.

Zeit ist Energie, Raum ist Energie, Karma ist Energie, das begrenzte Leben ist Energie. Es existieren Energiefelder innerhalb von Energiefeldern. Wir leben in einem Meer endloser Energien, Kräften und Mächten. Alles ist eine Manifestation von Licht, Bewusstsein, Intelligenz.

Gotterfahrung verankert dich in einer zeitlosen Dimension jenseits der vielfältigen Dimensionen von Raum und Zeit, von Begrenzung und Abhängigkeit. Du bist befreit von Raum und Zeit und lebst in einem vollkommenen, zeitlosen Sein.

Deine Meditationen, Mantras und Gebete bewirken schließlich die Reinheit des Herzens, und diese Herzensreinheit offenbart dir jene Dimension, in der du jenseits von Raum und Zeit bist, jenseits aller Begrenzungen, die dich gefangen halten und dich zu einem verängstigten, endlichen Wesen machen.

Der Gottliebende ist ein unsterbliches Wesen, ein zeitloses Wesen. Er ist das Licht der Lichter, die Energie der Energien, das Bewusstsein, das alle Arten und Formen von Bewusstsein einschließt.

Solange du jedoch in deinem kleinen Gemüt und Körper eingeschlossen bleibst, bist du jeder Art von Leiden, Sorgen, Plagen und Problemen ausgeliefert.

Der Gottliebende befreit sich aus einer solch kläglichen Lage. In seiner inneren Erfahrung lebt er in einer Dimension jenseits aller Schranken, jenseits aller Energiefelder und ruht sicher im Absoluten und Unendlichen.


Wirklichkeit

Was ist Wirklichkeit?

Der Prüfstein für die Wirklichkeit ist, dass sie etwas sein muss, das war, ist und immer sein wird – etwas Unveränderliches, Gleichbleibendes also.

Der Beweis für wirkliches Glück ist, dass es eine Erfahrung ist, in der es keinen Erfahrenden, kein Objekt der Erfahrung und keinen Vorgang der Erfahrung gibt.

Im wirklichen Glückszustand gibt es nur eines: den Erfahrenden selbst, der Glückseligkeit ist, und Glückseligkeit, die selbst der Erfahrende ist!

Glückseligkeit weiß, dass sie Glückseligkeit ist, genießt und ist Glückseligkeit.

Glückseligkeit ist jetzt und für immer Glückseligkeit. Das ist der Beweis für wahre Glückseligkeit.

Und der Beweis für eine wirkliche, ewig gültige Handlung ist, dass es keine Erinnerung an die Handlung und an dich selbst als den Handelnden gibt.

Die wahre Erfahrung ist jene, in der du dich selbst als Gott erfährst, du selbst aber nicht mehr als Individuum existierst.

Jene Erfahrung ist die dauernde, ununterbrochene, ewige, vollkommene Erfahrung, in der es keinen Unterschied mehr zwischen dir und Gott gibt, weil nur noch der sich selbst als Gott erfahrende Gott allein existiert.

Wenn du verschwindest, bleibt Gott allein übrig; wenn Gott verschwindet, bleibst du – deiner Erfahrung gemäß – allein übrig.

Solange du als gesonderte Persönlichkeit lebst, schließt dich das von der Erfahrung Gottes aus.

Wenn der Erfahrende und die Erfahrung identisch sind, also die Trennung von Subjekt und Objekt aufgehoben ist, haben wir die ewige, vollkommene Erfahrung, das vollkommene Glück, die vollkommene Freude; denn die vollkommene Freude braucht niemanden, der sie erfährt. Sie erfährt sich selbst als sich selbst. Sie ist Freude, und Freude erfährt sich selbst als Freude.

Wenn du dir bewusst bist, dass es außer dir noch etwas anderes gibt, dann hast du ein Problem; denn dann gibt es auch Anfang und Ende, und Anfang und Ende sind immer schmerzlich, problematisch, unglücklich.

Liebe ist, wenn man in sich selbst nur noch ganz aus Liebe besteht. Man erfährt sich selbst als Liebe, das heißt, Liebe erfährt sich selbst als Liebe – ewig, unendlich, vollkommen.

Das Objekt der Liebe, die liebende Person und den Vorgang der Liebe gibt es nicht mehr – nur das Eine ist noch da, die Liebe. Das ist wahre Liebe, vollkommene Liebe.

Das einzig und allein Seiende ist in Wahrheit, Wirklichkeit und als Erfahrungstatsache das unendliche Bewusstsein voll endloser Wunder und von herrlichstem Glanz. Bloße gedankliche Konstruktion ist all das Elend, das wir erfahren. Ein Trick der Gedanken sind alle Begrenzungen. Sie sind die Folgen des Nichtwissens, der Unwissenheit.

Im Gegensatz zu diesem Nichtwissen steht die Erfahrung Gottes, wenn wir erwacht sind und uns zur Aktivität der Allwissenheit unseres inneren Seins, zum Licht des göttlichen Bewusstseins erhoben haben. In dieser Erfahrung gibt es nichts als Gott und nur Gott allein, hier und überall.

Was sind wir in Gott? – In Gott sind wir gesegnet mit unendlicher Schöpferkraft; in Gott können wir endlose Wunder vollbringen, denn das göttliche Bewusstsein kennt keine Grenzen, und unser Friede, unsere Kraft, unsere Vollkommenheit in Gott sind unbegrenzt und unendlich.

Wir bewegen uns langsam, ganz langsam, auf diese Vollkommenheit zu, doch liegt es in unseren Händen, dieses Fortschreiten in Richtung auf die Vollkommenheit hin zu beschleunigen. Wir können unser Herz mit Hingabe an das Göttliche aufladen; wir können unser Gemüt in einem beständigen Zustand ekstatischer Erkenntnis Gottes erhalten; wir können uns wunderbaren Arbeiten widmen, guten Arbeiten und Taten, und auf diese Weise unser ganzes inneres Sein sowie unser äußeres Leben disziplinieren, um etwas von jener Erkenntnis Gottes zu erlangen.

Unsere Natur und unsere Liebe müssen universell, das heißt allumfassend werden. Die Verehrung des Göttlichen wird dann ganz von selbst in uns erblühen.

Wir müssen in der Lage sein, sogar dem leeren Raum die Hand zu reichen, denn was unsere Sinne als leeren Raum empfinden, ist in Wahrheit erfüllt mit den endlosen Wundern des göttlichen Bewusstseins.

Unendliche Macht und Bewusstsein sind nicht nur in uns, sondern ebenso in jedem Punkt des Raums enthalten.

Im Tempel deines innersten Herzens wohnt Gott, der die Quelle des Lebens, der Weisheit und der Freude ist! Gott entgegenzugehen ist die höchste Tugend.

Beschleunige deine Bewegung auf Gott hin von dieser Stunde an und lasse deine Seele bewusst in Ihm wohnen.

Lebe für immer mit unendlichem Reichtum, vollkommener Gesundheit, absolutem Frieden und höchster Freude!

Der Mensch wird vom Sturm des Lebens umhergewirbelt, wenn er sich an sein Ego, sein niederes Selbst, sein begrenztes Leben klammert.

Die Sorgen des Lebens, wie sie dem einzelnen Menschen erscheinen, haben ihre Wurzeln in der Idee des individuellen Lebens – in der Körperidee, die Isolation und Leiden hervorbringt, und welche die eine homogene Wirklichkeit in eine illusorische Vielzahl von Wesen und Dingen aufsplittert.

Um einem solchen, selbst gemachten Netzwerk der Qualen zu entrinnen, ist Weisheit das einzige Mittel, da diese allein zur Verwirklichung der tatsächlichen Einheit des Seins führen kann. Weisheit kann erlangt werden durch richtiges Denken, philosophische Überlegungen, Verneinung der Einbildungen, die die Erscheinungswelt erzeugt, das Bemühen um Gleichmut gegenüber Gegensätzen wie Vergnügen und Schmerz und die direkte Erfahrung von spirituellen Wahrheiten.

Zu wissen, dass alles, was existiert, nur einen integralen Teil der einen, ganzheitlichen Einheit reinen Bewusstseins bildet, das ist Weisheit. Sie ist das Resultat der Verwirklichung der göttlichen Einheit allen Lebens.

Der einen Realität mit aller Intensität des Gefühls gewahr zu sein, das Leben zu ordnen, so dass es in Übereinstimmung mit dem Königreich der Harmonie und des Friedens, der Glückseligkeit und Vollkommenheit ist – das sollte dein Ziel im Leben sein. Wenn du tiefen Glauben an die Wahrheit hast, alle liebst und allen dienst, dann wirst du die göttliche Gegenwart erfahren, die dir stets beisteht und dein tägliches Leben mit Wohlstand und Erfolg, vollkommener Zufriedenheit und großem Überfluss zu erfüllen vermag.

Es gibt nur einen Geist im ganzen Kosmos –

den göttlichen Geist.

Wir alle befinden uns im kosmischen Geist, im Bewusstsein Gottes, und bestehen aus diesem Bewusstsein.

Es gibt nur ein universales, unendliches, absolutes, alles einschließendes Bewusstsein, und dieses bringt sich auf verschiedene Weisen in den zahllosen und unterschiedlichsten Individuen, Dingen und einer endlosen Formvielfalt in der Welt zum Ausdruck.

Es erscheint als guter und als schlechter Mensch, als Frau oder als Mann, als Mensch oder Tier, als Baum, Blume oder als Sonne und Mond – aber immer ist es dasselbe göttliche Bewusstsein.

Nichts existiert außerhalb dieses Bewusstseins. Es durchpulst die ganze Natur. Es befindet sich in allen atmenden Wesen. Es ist im Schlag des Herzens, in der Zirkulation des Blutes, im Ein- und Ausatmen. Es ist in der Macht der Sprache und des Sehvermögens. Es ist überall: innen, außen und im ganzen Universum.

Es gibt nur die eine, die höchste göttliche Intelligenz, und wo immer Intelligenz sich zeigt, handelt es sich um eine Formulierung ein und derselben göttlichen Intelligenz, die aus sich selbst und in sich selbst alles hervorbringt.

Im Mittelpunkt alles Existierenden wohnt dieses Eine, das göttliche Bewusstsein, das sich zum Ausdruck bringt durch die Blumen als Schönheit und Duft, durch das Leuchten der blinkenden Sterne oder in dem Licht, das mit den Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke bricht. Dasselbe göttliche Bewusstsein, das sich durch das Atom als erstaunliche Kraft manifestiert, erhält Millionen von Universen und drückt sich auch als Liebe im Herzen des Menschen aus.

Das Absolute ist die einzige Realität. Die relativen Erscheinungsformen wie die zahllosen Objekte, Lebewesen oder das ganze Universum sind lediglich Wirkungen, Projektionen des absoluten Bewusstseins innerhalb des absoluten Bewusstseins.

Das Zeitlose ist die wahre Seele und Substanz aller Zeitprozesse.

Das Ungesehene und Unsichtbare ist der wahre Erhalter alles Sichtbaren.

Wenn wir also unsere Aufmerksamkeit nur auf die äußere Erscheinung eines Objekts richten, begrenzen wir uns selbst auf einen winzigen Ausschnitt, der durch die Art unserer Wahrnehmung losgelöst von seiner Essenz und Wirklichkeit erscheint. Unser Erkennen ist deshalb unvollständig und irreführend. Wir sind unwissend in Bezug auf den wahren Gehalt und das Wesen des von uns Erkannten oder Wahrgenommenen.

Weil unsere Erfahrung fehlerhaft ist und uns in ein Labyrinth der Illusionen einschließt, in dem wir uns verirren, leiden wir und sind unglücklich.

Lasst uns also Erkenntnis gewinnen und die Dinge sehen, wie sie wirklich sind. Da die Existenz in der ganzen Schöpfung, in allen Menschen und Wesen dieselbe ist wie die Existenz, die in uns selbst anwesend ist, ist es dem Bewusstsein in uns möglich, das Scheinbare zu durchschauen und eine direkte Erkenntnis der Wahrheit in allem zu erlangen.

Das Universum, in dem wir leben, ist Gottes Universum. Es ist Gottes Welt von innen und von außen. In einer unendlichen Anzahl von Arten und Weisen ist Gott in seiner Schöpfung anwesend. Das eine, immer gleichbleibende, ruhende, unveränderliche, unwandelbare göttliche Prinzip ist die Grundlage und Quelle der sich immer bewegenden und sich verändernden Faktoren Mensch und Natur.

Der ganze Kosmos ist ein Bewusstseinsprozess. Ein Prozess des Einen, das zum Vielen wird. Ein Prozess des Transzendenten, das sich im Manifestierten ausdrückt und allem von ihm Geschaffenen innewohnt.

Dieses eine göttliche Sein ist die absolute Wahrheit, die letzte transzendente Realität, die eine, unteilbare, absolute Existenz.

Wenn wir uns zu höheren Zuständen des kontemplativen Bewusstseins emporentwickeln, wenn unsere Liebe zu Gott überwältigend geworden ist und allen Umständen und Versuchungen, allen Herausforderungen standhält und fortdauert, dann bricht das Licht der inneren göttlichen Seele plötzlich hervor, und wir sehen überall das Königreich Gottes.

Der Mensch, so wie tatsächlich jedes Wesen, hat eine Seele, einen Mittelpunkt, in dem etwas vom göttlichen Bewusstsein anwesend ist, und dieser Mittelpunkt ist wie eine Art Flamme, wie ein Licht – unbegrenzt, allwissend, allvollkommen, göttlich.

Es ist das göttliche Selbst in uns.

Intelligenz ist nur durch Bewusstsein möglich. Wenn wir einen Satz lesen, erfassen wir den Sinn, verstehen die Worte und schließen daraus: Ich verstehe, ich sehe klar. Wahrnehmung und Erfassen ist ein Prozess des Verstehens, und alle Wahrnehmung ist nur im Licht der Intelligenz möglich.

Die Seele im Menschen ist eine endliche Gestaltwerdung des Unendlichen. Sie ist das relativ Unsterbliche. Als solches ist sie nicht unsterblich, sondern nur relativ unsterblich. Diese ihre relative Unsterblichkeit oder ihr relatives Ohne-Ende-Sein erlöscht, sobald der Mensch Kontakt mit dem Absoluten, dem Unendlichen hat. In diesem Augenblick löst sich der Mensch in der Erfahrung des Unendlichen auf. Die Begrenzungen der Seele sowie die Seele selbst gibt es nicht mehr; das innere Licht ist in das Licht des Unendlichen eingegangen.

Das ist die Befreiung von Begrenzung, Last und Leid, die Erfüllung unseres Lebens, das höchste und letzte Ziel menschlicher Existenz.

Die Welt, in der wir leben, ist nicht so körperlich und materiell, wie wir gewöhnlich annehmen. Es gibt Hunderte unsichtbarer Dinge, die uns umgeben, ja die Augen Gottes selbst beobachten uns ständig und seine Arme beschützen uns.

Wir leben in einem Meer von endlosen Energien, Kräften, Prinzipien und Persönlichkeiten. Alles ist überall. Das, was hier ist, ist auch dort, und das, was dort ist, ist auch hier.

Wir leben in einem Universum des göttlichen Bewusstseins, das allhörend, allbewusst, allmächtig ist.

Geistiges Wachstum hebt deine Begrenzungen nach und nach auf. Auch wenn diese Entwicklung eine lange Zeit dauert, wirst du überrascht sein zu sehen, dass in dir Kräfte sind, die du niemals vermutet hättest.

Du wirst überrascht sein zu erkennen, dass die ganze Zeit schon, dein ganzes Leben lang eine Gottheit neben dir gestanden hat, deren Anwesenheit du nicht bemerkt hast.

Du wirst überrascht sein zu erkennen, dass all diese Tage, Monate und Jahre eine tiefe Unwissenheit in Bezug auf deine Beziehung zu Gott von dir Besitz ergriffen hatte.

Halte dir nur das eine Ziel vor Augen: die höchste Wirklichkeit, den höchsten Wert, die vollkommene Schönheit, die höchste Lebenserfüllung in all ihren Dimensionen.

Im inneren Zustand der Loslösung von den Lichtern und Farben menschlichen Lebens, in einem Geist der Entsagung und der Abwesenheit jeglichen Gefallens selbst am wertvollsten und kostbarsten Ding auf Erden – in diesem Zustand hast du die richtige Voraussetzung für eine größere Erfahrung Gottes, für echtes Gebet und wahre Meditation. In diesem Zustand ist eine intensive Konzentration auf Gott möglich.

Wenn du aber irgendetwas anderes als sehr wertvoll oder begehrenswert in dieser Welt betrachtest, dann wird deine Aufmerksamkeit zwischen Gott und dem, was dir so wertvoll und begehrenswert erscheint, geteilt sein.

Damit werden deine Liebe, Sehnsucht und Konzentration in entgegengesetzte Richtungen gezogen, und dein Fortschritt auf dem Pfad zu Gott verzögert sich.


Das Unendliche und die Schöpfung

Das Nichtseiende war damals nicht, noch war das Seiende; die Erde war nicht, noch das Firmament, noch das, was jenseits davon liegt.

Wenn also nichts war, was konnte was bedecken, und wo und in wessen Obhut existierten dann die Wasser und die bodenlosen Tiefen?

Es gab keinen Tod und keine Unsterblichkeit damals, kein Anzeichen von Tag oder Nacht.

Jenes Eine atmete ohne äußerlichen Atem in seinem eigenen Wesen.

Es gab nichts anderes jenseits von Ihm.

Am Anfang herrschte Dunkelheit, verdichtete Dunkelheit, ununterscheidbare Dunkelheit.

Die ganze sichtbare Welt war auf ihr uranfängliches Wesen reduziert.

Diese uranfängliche Welt, die eingehüllt war in die alldurchdringende Kraft des Einen, vor dem die Welt der Materie eine Lapalie ist, trat ins Dasein durch die Kraft seiner intensiven Aktivität und geistigen Glut.“

Rig Veda


Am Anfang war das Wort, das OM, der Laut, der ursprüngliche Ton. Was ist dieser Laut? – Er ist unvorstellbar, hat seine eigenen transzendenten Aspekte, ist höchste und grenzenlose Energie.

Das ganze Universum ist eine kleine Schöpfung des Göttlichen, und all die elektronischen Wunder der heutigen Technologie, die ganze Atomphysik und die Raumraketen, all das, was die menschliche Intelligenz in Erstaunen versetzt, ist nichts als Schaum auf dem Sein Gottes, der grenzenlose, unkontrollierbare, unendliche Energie ist.

Diese Energie hat ihren Sitz in der Seele des Menschen. Diese Tatsache weist dem Menschen unendliche Würde zu.

Es ist ein Bewusstsein, eine Energie, ein unendliches Meer an Energie, in dem alle Materie sich konkretisiert, in dem sich diese Energie zu Welten formt, sowie Leben, Menschen, Wälder, Vögel und andere Tiere erzeugt und sich durch die Intelligenz dieser Geschöpfe und die Schönheit der Natur ausdrückt.

Je mehr wir vom Universum zu wissen glauben, desto weniger wissen wir, weil nämlich die uns umgebende Unwissenheit oder Dunkelheit zu groß und das Universum, das es zu erkennen gilt, unbegrenzt ist.

Es ist eine wissenschaftliche Tatsache, dass der Mensch in seinem winzigen Gehirn die Erfahrung von mehreren Jahrmillionen der Vergangenheit gespeichert hat. Vielleicht kann man sich anhand dieser Tatsache einen Begriff von der magischen Kraft des Bewusstseins machen. Was unserer äußeren, physischen, bewussten Wahrnehmung als großartig und verwirrend erscheint, lässt unser inneres Bewusstsein vollkommen unberührt.

Bewusstsein, subtiler noch als Raum, durchdringt alles. Es ist das höchste universale Prinzip. In ihm ist alles eins, so wie im kosmischen Raum alle universalen Kräfte, alle Sterne, alle Planeten eine Einheit sind. Und wie alle Planeten und Sterne den einen kosmischen Raum gemeinsam haben, so hat jeder und alles in der Schöpfung das eine Bewusstsein gemeinsam.

Unvorstellbares Universum

Das äußere Universum ist für uns fast ebenso unvorstellbar wie Gott selbst, dessen unendliche Bewusstseinskraft alle Welten aus sich erschaffen hat und noch immer am Werke ist, Welten ihrer Vollendung entgegenzuführen und neue Welten zu erschaffen.

Die Wahrheit der Wahrheiten ist in der Tatsache zusammengefasst, dass in allem, was wir auch sehen, was wir auch erfahren, was wir auch fühlen mögen, nichts anderes zu sehen, zu erfahren und zu fühlen ist als Gott selbst.

Von einem spirituellen Blickwinkel aus betrachtet sind selbst Umstände und Dinge, die dem Wesen Gottes direkt entgegengesetzt zu sein scheinen, Gott selbst.

Vom Standpunkt der Erfahrung Gottes als das Unendliche besteht die Welt nicht aus einer Vielfalt von Dingen. Es gibt nur ein Ding, und das ist das wunderbare, unbeschreibliche, allschöpferische, allschöne Bewusstsein.

Dieses unendliche, absolute Bewusstsein, das Gott genannt wird, welches allein das Eine ohne ein Zweites ist, kann erfahren werden, wenn auch nicht mit den körperlichen Sinnen.

Nichts ist uns näher als die Wahrheit – Gott

Selbst unser eigener Körper ist weit von uns entfernt, ist außerhalb von uns, ist nicht unser wahres, ewiges Eigentum. Was außen ist, erfordert etwas, ein Instrument, um es zu erfahren: Das ist die indirekte Erfahrung. Wie erfährst du deinen Körper? – Mit Hilfe deiner Intelligenz im Wachzustand!

Erfährst du den physischen Körper im Tiefschlaf? – Nein!

Wie arbeitet deine Intelligenz, wenn sie den Körper erfährt? – Sie bedient sich der Sinnesorgane. Du fühlst, berührst, siehst deinen Körper. Alle Sinnesorgane vermitteln dir eine gewisse Erfahrung deines Körpers. Dieser ist nur Objekt deiner Wahrnehmung, nicht du selbst.

Aber es ist keine verlässliche Erfahrung. Warum nicht verlässlich? – Wenn du blind bist, kannst du deinen Körper nicht sehen. Du kannst dich auf deinen Sehsinn nicht verlassen; er kann versagen oder dir falsche, unvollständige Informationen liefern. Der Geistesgestörte kann die Umwelt nicht objektiv erfassen und interpretieren, und zudem sind all diese Sinneswahrnehmungen nur äußerlich.

Dein eigener Körper ist weit weg von dir: Er ist etwas anderes als du, etwas, das nicht wirklich zu dir gehört.

Aber der Zeuge in dir ist ganz nah. Dieser Zeuge, das bist nämlich du selbst!

Wie kannst du diesen Zeugen erfahren? – Du erfährst Ihn in dir, als dich selbst. Du erfährst dich direkt selbst: Das bist du.

Aber du bist nicht der Körper! Du bist eine formlose Form, ein körperloser Körper, unbegrenzt, unbeschreiblich schön, die Quelle absoluter Freude, Schönheit und Kraft.

Du brauchst keine Sinnesorgane, um diesen Gott, diesen Zeugen in dir zu erfahren. Unsere reine beobachtende Intelligenz wird eins mit diesem inneren Beobachter des Beobachters. Es ist wie Wasser, das sich mit Wasser vermischt, wie der Fluss, der sich ins Meer ergießt.

Unsere beobachtende Intelligenz, der Fluss, wird eins mit dem Beobachter des Beobachters, dem Meer. Hier sind keine Sinne nötig, um das Meer zu sehen. Du wirst zum Meer. Du kennst das Meer durch das Meer. Du wirst zu Gott selbst, bevor du Gott erfährst. Es gibt keine andere Möglichkeit.

Alle anderen Erfahrungen gehen vorbei. Auch die Visionen der Heiligen und Weisen sind vergängliche Erfahrungen. Du transzendierst diese Visionen, wenn du wirklich in Berührung mit Gott bist, wenn du eins mit Gott geworden bist.

Durch Gott erfährst du Gott. Als Gott erfährst du Gott.

Man kann Gott nicht mit

Hilfe von Gedanken und

Gefühlen erfahren

Solange sich Gedanken und Gefühle in dir regen, bist du außerhalb von Gott und auf dem falschen Pfad.

Aber zu versuchen, Gott mit Hilfe von Gedanken und Gefühlen zu erfahren – schon das ist etwas Großartiges und eine Manifestation der Gnade Gottes.

Doch ein starkes Gefühl, eine große Liebe für das Göttliche zeigt nur in einem reinen Herzen Wirkung, in einem guten Herzen, einem gesegneten Herzen. Solange du kein reines Herz hast, bist du in Illusionen verloren, in weltlichen Werten, sinnlichen Erfahrungen, körperlicher Befriedigung und hast keinen festen Halt an der wahren Freude, die Gott ist, am wahren Frieden, der Gott ist, an der wahren Vollkommenheit, die Gott ist.

Du suchst nach Objekten als Futter für deine Sinne und musst dafür bezahlen, und du musst kämpfen, um diese flüchtigen Erfahrungen zu ermöglichen.

Der Gottsucher aber erfährt das Göttliche direkt.

Nichts ist dir näher als das Göttliche, der höchste Beobachter in dir.


Die Würde des Menschen

Vonseiten aller Gebiete zeitgenössischen Wissens stellen wir eine starke Schmälerung von Wert und Würde des menschlichen Individuums fest.

Auch humanistische Tendenzen erkennen nicht die wahre, dem Menschen eingeborene Würde, seine Bedeutung, seinen Rang und Wert.

Sogar Maschinen, speziell die der Elektronik, scheinen im heutigen Zeitalter das Selbstwertgefühl des Menschen zu schmälern, weil sie vieles besser erledigen als der Mensch.

Vor einigen Jahrhunderten begann der Mensch zu erkennen, dass unser Planet Erde im Weltall fast wie ein Nichts ist. Inzwischen spricht man schon vom „Staubkorn Erde“, das den Sonnenball umkreist. Welche Bedeutung kann der Mensch auf diesem Staubkorn haben?

Nicht allein vom Gebiet der Astronomie her wird die Einmaligkeit und Würde des Menschen beschnitten, sondern auch von anderen Seiten des Wissens und der Wissenschaft.

Doch der Mensch trägt in sich ein zeitlos-raumloses unendliches Bewusstsein, es liegen Fähigkeiten in ihm, die es ihm ermöglichen, die zeitlos-raumlose unendliche Wirklichkeit bewusst zu erfahren.

In der ganzen Kultur- und Geistesgeschichte gab es immer schon Beispiele hervorragender Persönlichkeiten, die zu einer bewussten Erfahrung der zeitlos-raumlosen Wirklichkeit gelangt sind.

Der Mensch ist also nicht nur ein Geschöpf der Natur, wie man behauptet oder annimmt. Dass er ein Naturwesen sein soll, das ist eine Teilwahrheit, die sich allein auf seinen vergänglichen Körper bezieht. Im Grund seines Wesens aber ist der Mensch eine metaphysisch-ontologische Wirklichkeit: Er transzendiert die Natur, er birgt in sich das Königreich Gottes, er trägt den Schöpfer selbst in sich!

Wenn wir das Maß des Menschen erkennen wollen, müssen wir ihn vor dem Hintergrund des Schöpfers betrachten. Der Mensch hat in sich das unendliche Wirkungsvermögen und alle Möglichkeiten des Göttlichen.

Diese Tatsache ist in jeder Kultur- und Zivilisationsepoche rings um die Welt immer wieder offen zutage getreten und anerkannt worden. Wir verfügen über eine intuitive Erkenntnis dieser Wahrheit. Wir haben Ahnungen unserer Unsterblichkeit.

Wir sind fähig, das Wesen der Wahrheit zu verstehen, und es ist unsere Bestimmung, nach Vollkommenheit zu streben.

Wir sind Erschaffer ganzer Gedankensysteme, wir sind aufnahmefähig für Schönheit.

Das alles ist nur möglich, weil eine unerschöpfliche Quelle von Fähigkeiten und Kräften in uns liegt.

Unsere Beziehungen zur Natur sind nur äußerlicher, funktioneller Art, während wir zur göttlichen Wirklichkeit, die das Unendliche ist, höchst organische, dynamische und unverbrüchliche Beziehungen haben.

Unsere Erkenntnis des Göttlichen ist weitaus direkter als die Kenntnis oder Information, die wir mit Hilfe der körperlichen Wahrnehmungsorgane über uns und andere besitzen.

Deshalb liegt nichts Unabänderliches in den Begrenzungen, in denen wir zur Zeit leben. Wir können die bestehenden menschlichen Grenzen überschreiten und im kontemplativen Bewusstsein hier und jetzt die zeitlos-raumlose Wirklichkeit erfahren. Hier und jetzt können wir die grenzenlose Schönheit, das Entzücken, den Frieden und die Stille der göttlichen Wirklichkeit in unserem Inneren genießen.

Wenn der Mensch meint, er sei nichts als eine Kreatur auf diesem Staubkorn Erde, so trägt er doch in sich auch Dimensionen, die bei weitem die kosmischen Sternenräume überragen. Die Größe des Menschen lässt sich nicht beschreiben, seine Glorie ist unantastbar, seine Verbindung mit der Wahrheit unzerstörbar!

All unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten, unser gesamtes Potenzial liegt in der grenzenlosen, unendlichen, unsterblichen Wahrheit!

Somit erkennen wir, dass der Mensch sich erlösen kann aus der Bedeutungslosigkeit und Nichtigkeit, in die er sich durch sein Streben nach nur äußerem Wissen hineinmanövriert hat!

Wir müssen unsere innere Wahrnehmung und Weisheit vertiefen und unseren Horizont erweitern, um die größeren Wirklichkeiten zu begreifen und die unendliche Wahrheit in uns zu erkennen.

All unser Ringen um Fortschritt in der Welt des Wissens und der modernen Wissenschaften, der Technik und aller sonstigen modernen Errungenschaften ist nur die empirische, nach außen gewandte, begrenzte Seite unseres inneren Wesens, das Vollkommenheit ist.

Wir sind nicht an die evolutionäre Natur gebunden, denn in uns ist eine ewige, vollkommene, keiner Evolution bedürftige wundersame Wirklichkeit.

Mit Hilfe des Lichts dieser Wirklichkeit können wir die Stufen der Entwicklung überspringen und die Vollkommenheit des Göttlichen erlangen.

Alle mechanistischen, materialistischen, naturalistischen Deutungen und Auslegungen des Menschen werden dem wahren Wesen des Menschen nicht gerecht. Sie sind Teilwahrheiten, die zur Welt einer der Natur unterworfenen Ordnung gehören. Seinem inneren Wesen nach transzendiert der Mensch die natürliche Weltordnung. Das Bewusstsein in ihm erfreut sich völliger Autonomie und Unabhängigkeit von der materiellen Umgebung, der es ausgesetzt ist. Es erfreut sich einer Freiheit, die grenzenlos ist.

Durch Disziplin, durch kontemplative Schau, durch tiefes Nachsinnen kann der Mensch gegenüber dieser grenzenlosen Wirklichkeit in sich wach und aufgeschlossen werden.

Diese grenzenlose Wirklichkeit in uns, die Quelle unendlicher Fähigkeiten und vollkommener Erkenntnis, hat auch einen Aspekt, der die Funktion des Weltenschöpfers ausübt. Dieser wird, theologisch gesprochen, Gott genannt.

In dem Maß, in dem wir dem Göttlichen verbunden sind, entgehen wir den Fallstricken, wie sie verschiedentlich in wissenschaftlichen Lehren zu finden sind. Wir gewinnen unseren ursprünglichen, unendlichen Wert wieder zurück und erlangen nie endendes Glück, Frieden, Macht und Vollkommenheit, die uns von Anfang an vom Schicksal bestimmt waren.

Unser Adel ist zu groß als dass man ihn beschreiben könnte.

Er ist hergeleitet aus unserer organischen, untrennbaren inneren Beziehung zur grenzenlosen Wahrheit. Kein Problem dieser Welt, keine Begrenzung, weder subjektiver noch objektiver Natur, kann dem Menschen der Wahrheit zu schaffen machen.

Begrenzungen, ob materieller oder seelischer, ethischer oder geistiger Natur, sind vorübergehend. Es liegt nichts Unabänderliches in ihnen. Wir sind nicht an sie gebunden, sondern dazu geboren, sie zu überwinden und unsere innewohnende Göttlichkeit zurückzugewinnen.

Der Mensch ist der Schnittpunkt von Gott und Natur.

Zahllos sind die Quellen, die ihm zur Verfügung stehen. Der Schlüssel zur gesamten Schöpfung, der Schlüssel zum Wesen des Göttlichen, der Schlüssel zu den Problemen des Lebens liegt allein in seinem innersten Herzen. Lasse deshalb dein Herz immer fühlen: „Ich bin unendliches Licht, ich habe keinen Körper, ich bin unbegrenzt, ungeboren, ohne Anfang und Ende.“


Gottes Kraft ist allmächtig

Wenn Gott auf unserer Seite steht, sind wir glücklich, ewig, voller Frieden und erhalten den Schatz, der alle Schätze einschließt.

Gelänge es uns, auch nur für einen Augenblick ins Gottbewusstsein einzutauchen, hätten wir damit einen großen Sieg errungen. Wenn unser ganzes Wesen dann für eine längere Zeit in diesem Zustand verweilte, würden wir unsterblich und weise werden, unberührt von Kummer und Sorgen, und hätten die Fähigkeit, anderen Menschen auf dieser Erde zu helfen, und nicht nur diesen, sondern sogar den Wesen im Jenseits.

Wir müssen natürlich Regeln, Gesetze und Prinzipien verstehen, doch insbesondere die göttliche Gnade und In spiration zu erlangen versuchen, weil Gesetze und Regeln allein nichts ausrichten können.

Es ist nur die Gnade, die etwas vollbringen kann. Wir müssen also menschliche Gesetze, menschliches Urteil, menschliches Verstehen mit Gottes Gnade kombinieren.

Wir dürfen nicht schlafen, bevor wir nicht das letzte Ziel erreicht haben

Wir können uns nie einer Sache sicher sein, solange das Ziel nicht erreicht ist. Wir müssen sehr wachsam sein, voller Inspiration und erfüllt vom Bewusstsein der Gegenwart Gottes.

Reden wir aber besser nicht über Ziele, solange wir auf dem Weg dahin sind. Erst nachdem wir das Ziel erreicht haben, kennen wir es und können darüber reden.

Der Wille Gottes drückt sich unabhängig von unserer Fähigkeit oder Unfähigkeit aus, unabhängig auch von unserem Zustand oder Nicht-Zustand.

Und das Wirken Gottes geht immer weiter: durch Gott, in Gott und für Gott.

Leiden auf dem Pfad

Ja, es gibt eine Menge Chaos in dieser Welt – einige werden getötet, andere bringen sich selber um. Aber jene, die die Gnade Gottes erlangt haben – sie allein sind beschützt, ob sie reich oder arm sind, in guten Umständen leben oder in schlechten. Es gibt keine andere Macht als Gottes Macht.

Wenn du im göttlichen Bewusstsein lebst, hast du alles!

Eines ist sicher: Mit den Härten, die du um des großen, erhabenen Ziels der Erfahrung Gottes willen auf dich nimmst, tust du dir selbst einen Gefallen. Du entwickelst deine Fähigkeiten, wirst dadurch abgehalten faul zu sein und forderst deine inneren Kräfte zur Entfaltung heraus, was dir später – oder auch erst im nächsten Leben – zugutekommen wird.

Tritt deinen Schwierigkeiten und Härten mit großer Weisheit und Verständnis, mit Vertrauen aufs Göttliche gegenüber.

Wenn du das tust, werden die Schwierigkeiten immer kleiner, deine eigenen Kräfte aber immer stärker.

Alles, was du gestern erlitten hast, ist nicht mehr als ein undeutlicher Traum, der nicht mehr existiert, wenn er einmal aus deiner Erinnerung verschwunden ist. Wenn du aber immer weiter an den Erinnerungen der Vergangenheit festhältst, dann bleiben sie bei dir. Aber wenn du sie aus deinem Gedächtnis löschst, sind sie verschwunden – ein für allemal. Und an ihre Stelle setze dann Gottes Gegenwart, Gottes Wesen, Gottes Eigenschaften und das Mantra.

So wirst du immer reicher an innerem Licht und innerer Freude werden. Du wirst zu einem Kanal für das Fließen der Gnade Gottes und einem Ausdruck von Gottes Licht.

Wir müssen Schwierigkeiten bestehen, mit Weisheit, Verstehen und im Namen des Göttlichen unsere Leiden ertragen, weil wir wissen, dass der Körper schließlich nicht wichtig ist und uns keine wirkliche Freude geben kann, ebenso wenig wie dies die äußeren Umstände, unsere Freunde und Verwandten können. – Zuallererst muss unsere Freude aus dem Verstehen, der Liebe, Weisheit, Güte und dem Vertrauen zum Göttlichen kommen. Erst dann werden auch alle äußeren Freuden gut sein und einige Zeit andauern, weil wir schon das innere Glück gefunden haben, das unerschütterlich und unzerstörbar ist, weil der Gott in uns unerschütterlich und unzerstörbar ist.

Das Leben auf der Erde ist eine schwache Reflexion des wirklichen Lebens, das dich erwartet

Das Leben im unendlichen Bewusstsein ist das wirkliche Leben. Das Leben, das du hier auf dieser Erde führst, ist ein Gefängnis, ein Vertriebensein aus den Wundern des höheren, inneren Seins.

Es gibt höhere Welten, die Welten der Götter und Göttinnen, in denen die Wesen ewig leben; sie werden nie alt und schlafen nie. Nur in der materiellen Welt muss der physische Körper schlafen; er wird alt, verfällt, wird abgelegt und weggeworfen.

Die ganze Materie ist eine Manifestation von Kraft, und Kraft ist Bewusstsein.


Das Mantra

Jede Wiederholung eines mystischen Mantras berührt die Totalität der Wirklichkeit und jeden Aspekt des Göttlichen.

Dadurch wird das menschliche Individuum zunehmend umgewandelt bis es schließlich mit dem Unendlichen verschmilzt.

Vergiss deine körperlichen Erfahrungen und sieh dich als Licht, als Bewusstsein, als Kraft, als Gnade, als Schönheit Gottes.

Du sollst an die zeitlose Ewigkeit denken, die du vor dir hast. Du bist ein Bürger des Himmels.

Ändere deshalb deine Einstellung, lebe als eine wundervolle, duftende Blume Gottes, und eine gewaltige neue Kraft wird in dich einströmen.

Ich bitte dich, das Mantra zu wiederholen! – Du kennst die Kraft des Mantras noch nicht, aber später wirst du wissen, was das Mantra wirklich ist.

Bevor es soweit ist, wiederhole das Mantra blindlings und unter allen Umständen. Denke, du hättest nur noch fünf Minuten zu leben, und in diesen fünf Minuten kannst du nicht mit Nichtigkeiten spielen.

Das Leben ist eine ernste Angelegenheit, und wir müssen unsere innigen Beziehungen mit den höchsten Kräften der Gottheit wiederherstellen.

Das Mantra ist ein wunderbarer Pfad, ein göttlicher Pfad, ein mystischer Pfad.

Je mehr du auf diesem Pfad fortschreitest, je mehr du das Mantra wiederholst, desto mehr Wunder werden geschehen. Was du in zehn Leben voller Anstrengungen nicht erreichen kannst, erreichst du mit dem Mantra in zehn Tagen oder zehn Monaten – das ist das Geheimnis.

Wenn du das Mantra wiederholst, dann fühle das unendliche Bewusstsein überall um dich herum, innen, außen und überall.

Wenn du das Mantra wiederholst, muss sich das Gemüt in einem Zustand der Auflösung befinden, es muss ins Gottbewusstsein hinein verschwinden, wie das Salz ins Wasser.

Wiederhole das Mantra Tag und Nacht, auch während der Arbeit. Dann wirst du erleben, dass Wunder geschehen!

Mystische Silben sind erfüllt von höchster, subtilster Elektrizität. Wie Lichtwellen erreichen sie jede Ecke des Universums. Sie tragen alle Aspekte des göttlichen Bewusstseins in sich. Sie verkörpern eine mächtige Kraft.

Kraft, Licht und Elektrizität sind ein und dasselbe, nämlich Bewusstsein. Das eine kann in das andere umgewandelt werden.

Alles ist ein Opfer

Alles, was du für die Gottheit tust, ist ein Opfer und wird vom allerbarmenden Herzen der Gottheit mit großer Freude angenommen.

Gott wacht ständig über uns. Er weiß alles über uns und ist erfreut, wenn wir Ihm in Gedanken etwas anbieten.

Gott hat absolute und ewige Verzeichnisse. Gottes Hände sind stets durch Millionen von Agenten rund um die Welt tätig. Sie legen Verzeichnisse von allem an – von der Tante, den Pferden, den Bäumen usw.

Die ganze Geschichte der Bäume ist in Gottes Hand geschrieben, die Geschichte jedes einzelnen Baums, jedes einzelnen Vogels, jeder einzelnen Blume, jedes Tieres und jedes Menschen – alles ist in der Hand Gottes verzeichnet.

Gott ist eine allwissende, wunderbare Intelligenz. Wenn du das Mantra immer mehr wiederholst, wirst du all diese Geheimnisse direkt erfahren und aus erster Hand empfangen.

Eine gewaltige innere Reinheit und Empfänglichkeit für Gottes Gegenwart sind notwendig, Treue der Gegenwart Gottes gegenüber in allen Prüfungen, Schwierigkeiten und Tests. Gott wird uns prüfen und sehen, wie wir reagieren.

Er wird uns auch allen möglichen dunklen Zeiten aussetzen und schauen, ob wir Ihm trotzdem noch treu sind und uns nach Ihm sehnen.

Um dich vor allem Karma und den Einflüssen der Kräfte der Dunkelheit und Unwissenheit zu schützen, musst du dich am Göttlichen festhalten.

Wenn das Übel kommen will, wird es abgehalten werden, weil du dich ans Göttliche klammerst. Wenn das Gute kommen will, wird es aus dem gleichen Grund hundertfach vermehrt werden.

Wenn du sicher sein willst, musst du dich immer ans Göttliche klammern. Gott hat uns zwei Hände gegeben: Eine Hand muss sich stets am Göttlichen festhalten, mit der anderen Hand können wir tun, was wir wollen; denn solange sich eine Hand am Göttlichen festhält, kannst du nicht sündigen.

Ist die Welt heute besser als vor tausend Jahren?

Diese Frage deutet ein komplexes Phänomen an, das nicht so leicht auf die eine oder andere Weise charakterisiert werden kann. Jedoch kann man sagen, dass die Welt in moralischer, kultureller und spiritueller Hinsicht in den letzten tausend Jahren keinen Fortschritt erzielt hat.

Wirtschaftlich, technisch, sowie in Bezug auf oberflächliche, wissenschaftliche Erkenntnisse hat die Welt enormen Fortschritt erzielt. Dieser Fortschritt hat die Umstände geschaffen, die – anstatt zu einer Verbesserung des Lebens beizutragen, aus Mangel an Weisheit und einen fehlenden Wachstums an innerer Güte – völlig missbraucht wurden. Der Sinn für Werte und höheres Streben ist zudem verloren gegangen.

Es wird dies aber nicht den Zweck der Evolution vereiteln, denn der Mensch wird in Folge seiner Irrtümer leiden.

Dieses Leiden wird sein Herz schmelzen lassen, er wird die spirituelle Wirklichkeit anerkennen, und er wird sich nach den spirituellen Wahrheiten sehnen, weil Gott immer in ihm anwesend ist.

Wann immer eine unlösbar scheinende, belastende Situation auftritt, besinnt sich der Mensch seiner inneren Stärke und sagt: „Ich habe genug von dieser schlechten Welt; ich will Gott!“

Sobald er an diesem Punkt angelangt ist, verringern sich die Schwierigkeiten der Situation, und der Mensch findet einen neuen Weg – und wo vorher Degeneration war, setzt jetzt die Evolution wieder ein.

Sogar in der heutigen Menschheit, wo das Böse, der Irrtum und finstere Unwissenheit in Bezug auf die Wirklichkeit dominieren, gibt es Individuen, die spirituell vorangehen, sich geistig entwickeln. Diese Leute bilden eine Art Balance auf der Bühne der menschlichen Evolution. Sie kompensieren das Gewicht des Übels in der Welt. Es gibt also immer Ausnahmen.

Denken wir an Noah, der seine Arche in Zeiten der Bedrohung durch die Sintflut gebaut hat.

So gibt es auch in der heutigen Welt Dutzende von Menschen, die ihre Arche Noah schon bereithalten und nicht in den Strudel der kommenden Ereignisse hineingezogen werden, sondern ganz im Gegenteil in der Lage sein werden, den Menschen in Not Hilfestellung zu leisten. Solche Ausnahmen gibt es immer.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Menschheit heute aufgrund ihrer enormen, im Überfluss vorhandenen Möglichkeiten an Vergnügen, Freizeit, Annehmlichkeiten und Ablenkungen sich in einem degenerativen Prozess befindet, der nach unten tendiert.

Die Menschen haben keine Zeit mehr für die höheren Dinge. Sie können diese nicht verstehen und lehnen sie rundweg als Illusionen, Falschheiten, Unsinn, Betrug und so weiter ab. Dieser unglückselige Zustand muss ein Ende finden. Doch dieses Ende wird nicht so schnell eintreten, es sei denn, die Dinge entwickeln sich weiterhin in größerem Ausmaß zum Schlechten.

Wenn ein Mensch Fieber hat, muss das Fieber sich entwickeln – die Zeit dafür sind drei Tage – und eine gewisse Höhe erreichen. Nur dann besteht die Möglichkeit, dass es seinen Zweck erfüllt. Danach wird der Kranke wieder gesund, stark und erreicht wieder seine normale Kondition.

Genauso steht es mit dem moralischen Fieber. Wir stellen die Anwesenheit der Amoralität oder eines Übels nicht fest, bevor es bestimmte Proportionen angenommen hat, einen negativen Druck auf uns ausübt und nach einer Änderung verlangt.

Nur wenn das Übel größer und schlimmer wird, bis zu einem fast unerträglichen Maß, wird der Retter oder Erlöser erscheinen. Erst wenn die Phase des hohen Fiebers oder größten Leidens eintritt, wird der Mensch nach Gott rufen und sagen: „Genug jetzt, o Herr, ich brauche Deine Hilfe!“ – Und die Hilfe wird kommen.

Die siebzig Prozent Übel in der gegenwärtigen Welt haben bis jetzt nicht ausgereicht, den Menschen zur Besinnung kommen zu lassen, deshalb muss noch ein wenig mehr Druck aufgesetzt werden. Hundert Prozent müssen zuerst erreicht werden, dann wird es zur Explosion kommen. Der Mensch wird schockiert sein und nach Gott rufen: „Lass es genug sein, Herr!“

Die Welt bewegt sich in der Tat auf die schlimmsten Zustände zu, und zwar zum Zweck einer reichen Erfahrung mit den kommenden Mühsalen, aus denen sie Nutzen ziehen soll und muss im Sinne einer Richtungsänderung in ihrer inneren Haltung. Erst dann wird sie nämlich zur Einsicht kommen: „Jetzt will ich nur noch göttliche Weisheit und Gott, nichts anderes mehr!“

Es mag noch eine lange Zeit vergehen, bis es so weit ist.

Die Ereignisse könnten sich aber auch überstürzen und eine schnelle Wende könnte bevorstehen.

Gott ist unendlich geduldig und hält die Übeltäter an der langen Leine. Doch schließlich fängt Er sie auf eine Weise, die sie ihr ganzes Leben nicht vergessen werden.

Gott ist bei euch und arbeitet für euch – für alle, die Ihm dienen, Ihn lieben, sich Ihm ausgeliefert haben. Und in der Zwischenzeit prüft Er die Größe eurer Seelen durch die Ereignisse, die durch seinen Willen geschehen. Nemesis wirkt stillschweigend und langsam – aber mit Präzision und Sicherheit. Große Ausdauer ist nötig, um den Kräften der Unwissenheit, des Bösen und der Falschheit zu widerstehen.

Könnte es sein, dass sich die Zustände auf dem Globus so verschlechtern, dass keine Möglichkeit mehr zur Evolution besteht?

Nein! – Die Gesetze Gottes werden eine solche Situation nicht zulassen!

Sollten die Dinge je in einem solchen Ausmaß degenerieren, wird es zu einer großen Katastrophe kommen, unlösbare Schwierigkeiten werden auf die Menschheit zukommen, und der Mensch wird gezwungen sein, sich höheren Dingen zuzuwenden.

Es ist auch nicht wahr, wie man immer wieder hört, dass so genannte gute Menschen unschuldig in eine Katastrophe hineingeraten. Wenn ihnen ein Unglück zustößt, müssen sie es auch verursacht haben. Sie können keine Strafe erleiden, außer sie hätten sie verdient. Irgendwann, vielleicht in einem früheren Leben, haben sie die Ursachen selbst gesetzt und eventuell anderen Schaden zugefügt.

Die Menschen wissen das nicht und urteilen, ohne die inneren Ursachen der Ereignisse zu kennen. Alles liegt in Gottes Händen; alles geschieht in Einklang mit dem Willen des Göttlichen, mit der Intelligenz des Göttlichen, mit dem Herzen des Göttlichen.


Es gibt keinen Grund, in Trauer zu verfallen

Gott ist immer bei dir; Er zählt jeden Herzschlag in deiner Brust; Er sieht alles, und Er wird dich führen.

Der Meister sucht nach dir. Sein Licht ist immer da. Nutze dieses Licht so viel und gut du kannst, und nachher, wenn du in einen immer tieferen Zustand der Erfahrung gelangst, wirst du das wahre Wesen des Meisters erkennen.

Es liegt in der Natur der Dinge geboren zu werden und zu sterben, um sich dann wieder aus dem Grab zu erheben. Der Geist stirbt nie!

Es gibt keinen Grund für dich, traurig zu sein. Du verschwendest nur deine Zeit, wenn du aus irgendeinem Grund in Trauer verfällst und unglücklich bist. Gott ist immer bei dir. Alles ist wunderbar.

Du bist vollkommen beschützt. Alles wird besser und immer noch besser werden!


Ich brauche nichts

Ich kenne die Welt und habe sie schon in meinem Herzen überwunden. Ich brauche keine Zuflucht auf dieser Erde.

Ich bin nicht in diese Welt hineingeboren, um ein wenig Frieden zu finden oder ein wenig Ruhe, ein wenig Zuflucht oder ein wenig Schatten.

Ich bin gekommen, vielleicht weil die Gnade Gottes mich gesandt hat, um für Gott, soweit es möglich ist, zu arbeiten, unter welchen Umständen auch immer, unter welchen Belastungen, welchen Leiden auch immer – all das zählt nicht für mich.


Wundersame Schätze

Es gibt wundersame Schätze im Herzen des Göttlichen, in den Welten des Göttlichen, verglichen mit denen der ganze Reichtum dieser Welt nur Asche und Staub ist.

Da ich mir der Schätze des Königreichs des Himmels bewusst bin, eine direkte Erfahrung der Gnade Gottes habe und all die Herrlichkeiten des Königreichs des Himmels unmittelbar erfahre, ist es mir unmöglich, von den Schätzen dieser Erde angezogen zu werden, wie großartig und herrlich diese dir auch immer erscheinen mögen.

Ich lebe also in einer anderen Welt. Hier auf dieser Erde zu leben ist eine Folter für mich, kein Vergnügen. Wenn ich die Qual dieser Folter nicht spüre, liegt das daran, dass mein innerer Geist stets in jener anderen Welt weilt.


Ich bin tot für die Welt

Ich liebe nichts in diesem Leben. Ich bin bereits erledigt. Die Welt ist tot für mich, und ich bin tot für die Welt.

Vor langer, langer Zeit ist das schon geschehen, und ich werde meine Augen nie mehr für diese Welt öffnen.

Die Welt ist keine Versuchung für mich, denn ich bin mir der unendlichen Vollkommenheiten bewusst, die im höheren Bewusstsein in mir vorhanden sind.


Gott plant für dich

Ich mag vielleicht deine Dienste vergessen, aber Gott wird deine Dienste nie vergessen. Er wird immer bei dir stehen und über dich wachen. Er beobachtet dich.

Pläneschmieden hat keinen Nutzen. Der Mensch denkt, doch Gott lenkt.

Durch Planen erreichst du nichts. Durch Ruhe, Frieden, Liebe, harte Arbeit wird Gott Wunder durch dich wirken. Du musst Geduld haben und beobachten, wie Gott wirkt. Durch dein Planen und deine Sorgen kann nichts zur Blüte gebracht werden.

Auch wenn wir es nicht wollen, alles geschieht ohne unser Zutun.

Wer ist der Handelnde? – Niemand denkt daran!

Alles ist Gottes Wirken! Gott ist der Handelnde!

Da du nun um die Tatsache weißt, dass alles Gottes Werk ist, solltest du jetzt eigentlich höchst glücklich sein.

Gottes Gegenwart ist höchst beredt, höchst offensichtlich. Wenn wir zu menschlich sind, werden wir seine Gegenwart nicht erkennen.

Gott wird sichtbar, wenn wir ruhig und würdig sind, wenn wir Abstand nehmen, beobachten und staunen, was geschieht.

Auch Genialität erreicht hier nichts. Planen ist nutzlos. Was der Mensch plant, wird von Gott nach Belieben gelenkt – was Gott plant, wird ausgeführt, auch gegen unseren Willen. Gott braucht uns nicht.

Wir segnen uns selbst, wenn wir Gott dienen. Es ist ein großes Privileg. Wir sind hundertfach gesegnet dadurch, dass Er durch uns arbeitet.

Überlasse Gott das Planen!

Immer ist der Mensch am Planen:. „Was sollen wir morgen tun? Was sollen wir übermorgen tun?“

Wenn du dein Leben immer nur selbst in die Hand nehmen willst, wie soll Gott dann für dich planen?

In meinem Leben hat Gott das Planen übernommen. Gott arrangiert alles. Ich will nichts tun, ich plane nie. Gott plant. Aber du erlaubst Gott nicht, für dich zu planen.

Wir können gar nichts planen! Gestern, zum Beispiel, wurde ein Mann vom Blitz erschlagen. Vorgestern noch hat er damit geprahlt, was er demnächst noch alles tun und vollbringen werde. Er wollte eine Familie mit Kindern und ein neues Haus, und nun ist der arme Mann nicht mehr da – einfach vom Blitz erschlagen!

Sobald wir alles auf die Schultern Gottes laden, wird Gott die Verantwortung für uns übernehmen.

Ich komme nicht und gehe nirgendwohin, weil ich das so will oder plane. Es wird alles von der Hand Gottes angeordnet.


Die unfehlbare Gnade Gottes

Zweifle nicht, ob Gott dich hören kann oder nicht: Die allhörende göttliche Gegenwart ist schon da, bevor du an sie denkst. Du kannst immer sicher sein. Gott ist schon bei dir, bevor du Ihn rufst. Die göttliche Gnade und die allgegenwärtige göttliche Gegenwart ist es, die alles tut. Deshalb gibt es keinen Grund zu zweifeln.

Ein anderer Punkt: Dein wirklicher Ursprung, deine wirkliche Stärke, dein wirkliches Leben und Licht, deine unfehlbare Gnade ist Gott selbst.

Er ist immer bei dir. Wenn du an einen Menschen der Gotterfahrung denkst, hört Gott dich sofort und antwortet dir deinen Gedanken entsprechend.

Deine Aufrichtigkeit ist dein Segen. Dein Glaube an Gott ist dein Segen. Deine Liebe zu Gott ist deine Zauberkraft. Wo immer du bist, wird Er bei dir sein und dich mit seinen Millionen Händen beschützen. Trage deshalb in deinem Herzen ein Gefühl für seine lebendige Gegenwart.

Bist du zu Hause, sollst du daran denken, dass du in Gottes eigenem Haus lebst und alle Hausarbeiten ein Gottesdienst sind. Iss im Namen Gottes, trinke im Namen Gottes!

Mache keinen Unterschied zwischen Jesus Christus und der allgegenwärtigen, allmächtigen Gottheit.


Hilfe wird kommen

Folge dem Licht in deinem Herzen! Gott wird dich nicht im Stich lassen. Versuche, besser zu werden, reiner zu werden, weiser zu werden. Gott wird dir die besten Kräfte senden.

Dein eigenes Gewissen wird immer klarer werden und dich führen. Hilfe wird dir auf vielerlei Arten zuteil.

Aus Ecken und Winkeln, aus denen du am wenigsten Hilfe erwartest, wird die Hilfe kommen.

Bleibe deinem Streben unerschütterlich treu, und all die großen Kräfte, die allwissenden Kräfte Gottes werden mit dir und durch dich arbeiten.


Ich bin an nichts interessiert

Ich beobachte lediglich, wie sich Gottes Wille zum Wohlergehen der Welt entfaltet.

Ich bin nur Zeuge des großartigen Ausdrucks der Gnade, die Gott der Menschheit schenkt. Meine Worte sind mit der Gegenwart und dem Licht Gottes aufgeladen.

Wenn du Geduld hast, wird der Segen, den du empfangen wirst, unbeschreiblich sein. Bist du aber ungeduldig, wirst du dir selbst schaden.

Ich habe dir das wunderbare Geheimnis gegeben, nämlich dass das Herz Gottes aus den mystischen Silben besteht, die großen Erfolg herbeiführen und dich göttlich machen können.

Gott schadet niemandem, bestraft niemanden, zerstört niemanden, behindert niemanden. Seine bloße Gegenwart ist erlösend.

Was dich verunsichert, straft und dir Sorgen bereitet, ist deine eigene Schwäche.

Gott ist allbarmherzig. Er bestraft oder zerstört niemanden.

Sobald Er aber erscheint – sei es durch deine Wiederholung der Mantras oder weil es sein Wunsch ist –, wird deine Finsternis aufgelöst.

Es gibt einen Magnetismus, der allwunderbar ist, und dieser Magnetismus ist eine Ausstrahlung der inneren Reinheit und Güte. Wenn du diese beiden hast, wird dir die ganze Welt die Geheimnisse Gottes offenbaren, und Wunder werden geschehen – Wunder im äußeren und Wunder im inneren Leben.


Wahres Leben im Licht Gottes

Große Könige und Kaiser dieser Welt haben im Überfluss gelebt und sind doch wie die Fliegen gestorben. Das ist kein Leben; das ist der Tod, der ein kurzes, belangloses Drama aufgeführt hat.

Löse alles Menschliche in deinem Blut auf! Lebe und atme im Licht und der Liebe des Göttlichen, die unbegrenzt und unendlich sind.

Lasse all deine Arbeiten, Gedanken und Gefühle die Erhabenheit und Herrlichkeit Gottes zurückstrahlen.

Betrachte das Leben in deiner Gemeinschaft oder Familie als das Kreuz, das du auf dich nimmst, und zeige, dass der Tod nichts ist, dass alle Mühen nichts sind, dass die Welt nichts ist. Bekräftige, dass du die Welt überwunden hast.

Jemand kommt und spuckt mich an. Hat er mich damit berührt? – Nein! Ich bin die innerste Seele dieser Person. Ich bin das innerste Leben dieser Person. Ich bin der Herr dieser Person.

Solange du diese meine Erfahrung nicht hast, kannst du nicht als wirklich spirituell bezeichnet werden.

Das ist Reinheit: Ich schließe meine Augen, und da ist nur eines zu sehen – Gott.

Ich öffne meine Augen, und da ist nur eines zu sehen – Gott.

Nur Gott ist sichtbar, was auch immer geschieht. Das ist Reinheit.

Ist ein Mensch ein reines Kind Gottes, nimmt er keine Eindrücke auf. Sobald jemand Eindrücke aufnimmt, ist er ein Sünder.

Wir dürfen keine Eindrücke aufnehmen, sondern müssen uns ausschließlich mit dem Licht, der Kraft und dem Bewusstsein Gottes erfüllen.


Ein Sohn Gottes

Mein Körper ist verbrannt, ich bin in Stücke zerbrochen, und doch gibt es keine Störung – weder in meinem Gemüt noch in meinem Herzen. Ich bin voller Freude und Frieden. Ich bin ein Sohn Gottes.

Meine Kraft ist rein göttlich. Sie untersteht nicht meiner Kontrolle. Wenn sie zu wirken beginnt, geschehen Wunder, und wenn das Göttliche eine Veränderung als notwendig erachtet, wird diese unverzüglich eintreten.


Alles hat seine bestimmte Zeit

Es sollte kein Rätselraten geben, was Gott für die Menschheit tun wird. Er wird es auf seine Weise tun.

Geduld und fortgesetzte Bemühungen sind notwendig.

Du bist auf dem richtigen Pfad, aber versuche jetzt, deine inneren geistigen Kräfte zu intensivieren, um das Göttliche in vielfacher Weise zu berühren, und du wirst sehen, dass die Widerstände verschwinden werden.

Was mich betrifft, so habe ich keine Pflichten und mache keine Pläne. Was geschieht, geschieht durch die Gnade Gottes. Die Gnade tut alles, und ich weiß nicht, was die Gnade tut. Die Menschen sagen, es sei wunderbar. Es ist das Werk der Gnade, und was die Gnade morgen vorhat, ist allein die Sache Gottes.

Wir brauchen das nicht zu wissen; es ist genug für uns, uns in dieser Minute Gottes bewusst zu sein und so viel Liebe, Kraft, Glauben und Güte wie möglich auszudrücken.

Lasse die Gnade Gottes sich selbst entfalten, und bereite dich in der Zwischenzeit auf den Empfang der Gnade vor, wie immer diese auch in dein Leben eingreifen mag.


Du stammst aus dem Unendlichen

Es ist das Unendliche, aus dem du gekommen bist und zu dem du zurückkehren wirst.

Du kannst dich nirgendwo sicher fühlen, außer im Göttlichen. Du kannst nie wirklich und für immer glücklich sein, außer im Unendlichen.

Die Welt wird dich immer im Stich lassen. Sie ist voller Begrenzungen. Söhne haben ihre Väter getötet. Frauen haben ihre Männer betrogen und Männer ihre Frauen. Töchter haben ihre Mütter umgebracht.

Dies ist eine Welt, in der sich Freunde als Feinde entpuppen, und Feinde sich als Freunde erweisen.

Es ist ein großes Drama, und niemand ist sicher in diesem Drama außer jene, die bei Gott Zuflucht gesucht haben.

Doch eines Tages wird der Mensch in seinen Grundfesten erschüttert, dann ersteht aus ihm das, was gottähnlich ist.


Der Lehrer im Herzen

Es gibt keinen Anlass zu Kontrolle und Korrektur. Du bist von der göttlichen Mutter beschützt. Geistige Entwicklung ist ein langsamer Prozess. Wir dürfen da nichts überstürzen.

Ein anderer Punkt: Geistige Entwicklung ist auch ein innerer Prozess. Wir können nicht sehen, wie wir wachsen.

Du wächst und entwickelst dich stetig weiter, aber du bist nicht in der Lage, dies zu sehen, denn es ist ein innerer Vorgang. Alles, was du wahrnehmen kannst, sind ein paar äußere Auswirkungen des inneren Wachstumsprozesses.

Die Gottheit weiß alles über deinen Zustand und Fortschritt und führt dich auf dem Pfad.

Es gibt also absolut keinen Grund, dich zu überprüfen oder zu korrigieren. Der wunderbarste Korrektor sitzt nämlich in deinem eigenen Herzen. Er korrigiert dich immer. Er tut also schon die Arbeit für mich, so dass ich dich nicht von Zeit zu Zeit überprüfen und korrigieren muss.

Der Lehrer sitzt schon in deinem Herzen, und dieser Lehrer wird dich immer mehr lehren, während du gleichzeitig versuchst, immer reiner zu werden, immer mehr Verlangen nach Gotterfahrung zu entwickeln, immer mehr von Liebe zu Gott erfüllt zu sein und die Übung der Gegenwart Gottes voranzutreiben.

Der Pfad, den wir gewählt haben, ist der Pfad der Weisheit und Liebe. Es ist ein Pfad, auf dem es keine Betrügereien, Illusionen und Täuschungen gibt.

Der Guru sieht Gott im Schüler, und der Schüler sieht Gott im Guru.

Wenn der Schüler einmal mehr Reinheit, endlose Reinheit hat, wird er genauso wunderbar sein wie der Meister.

Er wird in seinem täglichen Leben mehr von Gottes Vollkommenheit, Frieden, Freude und Weisheit zum Ausdruck bringen.


Gott allein ist unser wahres Wesen. Alles andere ist Illusion, Unwahrheit, Täuschung. Deshalb nützt es uns nichts.

Warum willst du wissen, was dieser menschliche Körper ist? – Bist du dieser Körper? Probleme lassen sich nicht lösen, solange man in der Welt von Raum und Zeit oder irgendeiner beliebigen anderen Welt dualistischer Ordnung eingefangen ist. Dabei spielt es keine Rolle, wie wir diese Welt definieren und auf welche Ebene der Wahrnehmung wir sie platzieren: physisch oder psychisch, okkult oder unterbewusst – jeder Prozess läuft innerhalb einer wie auch immer beschaffenen Raum-Zeit-Welt ab, innerhalb eines dualistischen Systems.

Doch sind wir nicht an den Aufenthalt in einer dualistischen Welt gebunden. Während wir in der Welt sind, sind wir gleichzeitig auch nicht in der Welt. Wie machen wir das? – Wir errichten das Reich Gottes hier und jetzt in unserer Seele und Intelligenz – und in diesem Reich wohnen wir.


swamij



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